Service: Versender-Test Online-Shops im großen Vergleichstest

Warum durch die Läden stapfen, wenn das Gute liegt so nah: Bequem vom heimischen PC aus bestellen und die neue Motorradkluft direkt ins Haus liefern lassen. Bleibt nicht nur die Frage: Was kommt? Sondern auch: Wann kommt es? Zwölf Online-Shops mussten sich dem Undercover-Test von MOTORRAD stellen.

Foto: Bilski

Die von MOTORRAD ... bekommen auf einen Anruf hin feinstes Werksmaterial blitzgeschwind und frei Haus geliefert. So jedenfalls hört man es immer wieder in der Szene und aus kritischer Leserschaft. Zugegeben, wenn Testanforderungen anstehen, landet der gewünschte Artikel im Regelfall recht schnell in der Redaktion. Somit stellt sich schon die Frage: Gilt dieser Regelfall auch bei Otto Normalkunde? Um das nachzuprüfen, hat sich MOTORRAD in diesem Test zwölf Online-Shops vorgeknöpft, die sich auf den Versand von Motorradbekleidung spezialisiert haben. Testkäufe sollten klären, wie es um die Qualität der Versender bestellt ist.

Natürlich gibt es im weltweit umspannenden Netz noch weitaus mehr Anbieter. Ganz und gar uferlos wird es, wenn man noch die so genannten "Powerseller" von Biker-Hardware auf der Verkaufsplattform Ebay berücksichtigt. Eine Vorauswahl war unumgänglich und in der blieben schließlich die Shops hängen, die einem kritischen Verbraucherblick standhalten: Firmensitz in Deutschland und nicht in Hongkong, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) transparent hinterlegt, alle Preise in Euro und die Inhalte in Deutsch abgefasst.

Fehlt zum richtigen Undercovertest nur noch eine unverfängliche Lieferadresse. Der Fokus fiel schnell auf die Gattin eines Testredakteurs, die beim Ringtausch fatalerweise auf den Austausch ihres Nachnamens verzichtet hatte. So stand eine perfekt getarnte Adresse zur Verfügung. Bei der schließlich der Postmann klingelte. Nicht einmal, nicht zweimal, nein, unentwegt liefen Pakete auf, wurde die Geldbörse gezückt und die Rechnung per Nachnahme bezahlt.

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Bevor jetzt der schlaue Einwand kommt, dass man im Zeitalter von Kreditkarten und der Treuhänderabwicklung über Paypal auf die kostenintensive Nachnahme verzichten kann: Bei einem solchen Test geht es auch um ein einheitliches Bestellmuster. Und die Methode, dem Paketmann Geld gegen Ware in die Hand zu drücken, wurde von jedem Versender angeboten. Vorsicht bei den Mehrkosten: Zum einen schlägt natürlich der Online-Shop zum Teil kräftig drauf, was bisweilen die Höhe der Zustellkosten verdoppelt. Und auch die Post kassiert nochmals nach und verlangt weitere zwei Euro Überweisungsgebühr. Gute Versender weisen in der Aufschlüsselung der Lieferkosten explizit auf diese Extrazahlung hin.

Im Regelfall vertrauen die Shops übrigens auf die Abwicklung mit der Deutschen Post AG, bei einigen wird per GLS verschickt. Vorteil der "privaten" Paketdienste: Klappt ein Zustellversuch nicht, kommen diese auch ein zweites und drittes Mal vorbei. Bei einer erfolglosen DHL-Zustellung findet man schnell eine orange Karte im Briefkasten und sich selbst dann in einer Endlosschlange in der nächsten Filiale stehen. Bei den Postkonkurrenten wird es nur dann dumm, wenn die Zustellung partout nicht klappt und das nächste Paketdepot eine halbe Autostunde entfernt ist. Spätestens dann fragt man sich ernsthaft, warum man überhaupt online bestellt hat.

Doch nicht nur die Abwicklung des Testkaufs fiel in das Bewertungsschema. Die Güte der Webshops stand ebenso auf dem Prüfstein wie der Service am Kunden: Wie schnell und kompetent werden beispielsweise Anfragen per E-Mail oder Telefon abgewickelt?

Von einer Servicewüste ist man in diesem Punkt jedenfalls meilenweit entfernt. Die meisten Anfragen per E-Mail waren binnen weniger Stunden beantwortet, und auch am Telefon bekam man schnell kompetente Auskünfte. Nur bei der Motorrad-Ecke und bei FC Moto ist man beim Dialog mit dem Kunden nicht so recht auf Zack.

Bleibt zum Schluss das Resümee, dass "denen von MOTORRAD" bei offiziellen Testanforderungen anscheinend keine Extrawurst gebraten wird. Innerhalb von fünf Werktagen waren neun der zwölf Bestellungen eingetrudelt und zudem viele An- und Rückfragen rund um die Bestellung freundlich beantwortet. Jetzt kommt es drauf an, wie professionell Rückgaben abgewickelt werden. Wir werden berichten - zusammen mit Ihren Erfahrungen, die Sie uns online schildern können.

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Foto: Archiv

Biker Land

TESTKAUF
Bestellte Artikel: Handschuhe, Textiljacke, Regenhose
Warenwert: 163,59 Euro
Versandkosten: 4,90 Euro Nachnahmegebühr
Lieferdauer: 7 Tage

Kaufatmosphäre:
Die Anmutung der Website wirkt altbacken, das Angebot ist indes mit rund 20 angesagten Marken ziemlich frisch, und über den Menüpunkt "Preisanfrage" mit der Möglichkeit zu einem individuellen Preiswunsch stellt man sich dem rauen und schnellen Internet-Wettbewerb sehr zeitgemäß. Während Lieferzeiten übersichtlich dargestellt sind, fehlen andere wichtige Infos wie Größentabellen. Die bunt zusammengewürfelten Herstellerfotos variieren sehr in ihrer Aussagekraft.

Zahlungsmodalitäten:
Wahlweise Vorkasse, Nachnahme oder Paypal-Treuhändersystem (Abbuchung von Konto, EC- oder Kreditkarte). Durchschnitt.

Kundenservice:
Zwei Tage ließ die Antwort auf eine E-Mail-Anfrage auf sich warten und enttäuschte dann mit schwammiger Aussage. Telefonisch wurden jedoch freundlich und ausführlich alle Unklarheiten zum Wunsch-produkt geklärt. Der Service geht voll in Ordnung.

Versand:

Obwohl in den AGB der Versand pauschal mit fünf Euro aufgeführt wird, fielen nur Nachnahmegebühren an. Schöne Überraschung, allerdings sind derart lange Lieferzeiten im Web-Zeitalter ein No-Go.

FAZIT:
Rührige Händler, die mit viel Motorradseele und einem ansehnlichen Markenangebot in den Weiten des Webs auf Kundenfang gehen. Bis auf die ziemlich faden, informationsarmen Internetseiten und die langen Lieferzeiten ein sehr ordentlicher Shop.

MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Foto: Archiv

Börjes

TESTKAUF
Bestellte Artikel: Textiljacke, Nierengurt, Helmkragen, Halswärmer, Sonnenbrille
Warenwert: 220,19 Euro
Versandkosten: Lieferung kostenfrei plus 3 Euro Nachnahmegebühr
Lieferdauer: 4 Tage

Kaufatmosphäre:
Viele Marken, große Auswahl, aber eine verwirrende Info-Flut, der es an klarer Struktur mangelt. Die Qualität der Bilder ist zum Teil lausig, das Umschalten auf größere Ansichten kompliziert. Der Einkaufsmaske fehlt eine übersichtliche Darstellung der Schrittfolge, auf eine hilfreiche Suchmaske oder einen Link auf die (vielen vorhandenen) Schnäppchen wird komplett verzichtet.

Zahlungsmodalitäten:
Vorkasse, Nachnahme oder Abwicklung über das Paypal-Verfahren. Aber: Kundendaten werden zum Teil unverschlüsselt übertragen, und die Kenntnisnahme der AGB wird erst gar nicht abgefragt.

Kundenservice:
Da sage noch einer, Ostfriesen sind wortkarg. Anfragen werden blitzgeschwind und kompetent beantwortet. Im Gegenzug gibt es über den Status der Lieferung keine Info, auf Wunsch wird aber ein Rück-sendeschein zugeschickt.

Versand:
Bei der Angabe der Nachnahmegebühren herrscht verwirrende Vielfalt. Klar scheint hingegen, dass ab 50 Euro gratis verschickt wird und die komplette Bestellung in unserem Fall nach vier Tagen abgewickelt ist.

FAZIT:
Neben namhaften Marken tummeln sich interessante Exoten (Puma, Halvarssons) im Onlineshop von Dieter Boerjes. Ein Manko ist die mangelnde Übersichtlichkeit. Der direkte Draht zum Kunden ist hingegen vorbildlich.

MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Foto: Archiv

Detlev Louis

TESTKAUF
Bestellte Artikel: Handschuhe, Finger-Scheibenwischer, Textiljacke, Nierengurt, Boxer-Short, Kurzstiefel
Warenwert: 173,70 Euro
Versandkosten: 3,95 Euro plus 4,20 Euro Nachnahmegebühr
Lieferdauer: 2 Tage

Kaufatmosphäre:
Klar gegliederte Produktgruppen und oftmals die Möglichkeit, mittels Riesenzoom und 360-Grad-Ansicht im wahrsten Sinne alles genau unter die Lupe nehmen zu können. Besonders klasse: der Helmberater, ein Softwaremodul, das die Wahl des passenden Helms deutlich erleichtert. Verfügbarkeiten, Größentabellen, Preise und andere wichtige Infos findet man beinahe immer auf einen Blick - top!

Zahlungsmodalitäten:
Rechnung schon ab dem ersten Einkauf möglich, Vorkasse, alle gängigen Kreditkarten akzeptiert, Nachnahme und sogar Ratenkauf. Kundendaten werden verschlüsselt. 1a-Wahlmöglichkeiten.

Kundenservice:
Kostenfreie Rücksendung, das bedeutet: unverbindliche Anprobe daheim einfach möglich. Außerdem funktionierte im Test die E-Mail-Korrespondenz ausgezeichnet: Bestellbestätigung, Trackingnummer zum Checken der Lieferung, Feedback auf technische Fragen - alles zackig und unmittelbar.

Versand:
Insbesondere bei größeren Lieferungen (z. B. Lederkombi) ist die Pauschale von 3,90 Euro (bei Nachnahme Extrakosten) fair berechnet.

FAZIT:
So macht Online-Shopping Spaß. Bei Louis hat man das Handwerk offensichtlich verstanden: Webauftritt, Service und das Riesensortiment sind weit über dem Durchschnitt. Außerdem funktionieren Lieferung und Bezahlung reibungslos. Perfekt!

MOTORRAD-Urteil: Überragend
Top-Shop

Foto: Archiv

FC Moto

TESTKAUF
Bestellte Artikel: Handschuhe, Integralhelm, Fleece-Pulli
Warenwert: 174,85 Euro
Versandkosten: 4,90 Euro plus 4,90 Euro Nachnahmegebühr
Lieferdauer: 5 Tage (Teillieferung) + 2 Tage

Kaufatmosphäre:
Hier knallt es vor Angeboten. Gleich auf der Startseite blitzen einem die Nachlass-Prozente entgegen. Sehr bunt und marktschreierisch. Das geht jedoch voll in Ordnung, denn so können Schnäppchenjäger innerhalb der großen Markenvielfalt die besten Deals schnell orten. Insgesamt findet man sich wegen prima aufbereiteter Produktinfos im Laden gut zurecht.

Zahlungsmodalitäten:
Eine Master- oder Visa-Kreditkarte besitzt nicht jeder, und als einzige Alternative bietet sich die Nachnahme mit den dafür fälligen Extrakosten an. Unattraktiv.
Kundenservice Eine per E-Mail gestellte Frage blieb komplett unbeantwortet, ans Telefon ging öfter niemand ran. Der Lieferstatus wurde immerhin korrekt per Trackingfunktion durchgegeben. Dennoch entstand der Eindruck, dass der Kunde nüchtern abgefertigt wird.

Versand:
Knapp eine Woche Lieferzeit, das ist lang. Der Helm fehlte, wird jedoch zwei Tage darauf kostenfrei nachgereicht. Für den Versand werden 4,90 Euro statt der auf der Website angegebenen 2,90 Euro berechnet. Wenig überzeugend.

FAZIT:
Schnäppchenjäger mit Faible für Markenware sind hier gut aufgehoben. Allerdings sollte man wegen längerer Lieferzeiten ein eher geduldiger Mensch sein. Gut, wer genau weiß, was (zu ihm) passt. Denn die direkte Beratung könnte besser sein.

MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Foto: Archiv

Hein Gericke

TESTKAUF
Bestellte Artikel: Handschuhe, Regenhandschuhe, Multituch, Textiljacke, Protektoren, Lederfett
Warenwert: 155,25 Euro
Versandkosten: 3,95 Euro plus 2 Euro Nachnahmegebühr
Lieferdauer: 1 Tag

Kaufatmosphäre:
Hein Gericke macht sein reichhaltiges Angebot über teils fummelige, wenig benutzerfreundliche Klappmenüs zugänglich. Wichtige Features wie ein Größenrechner verstecken sich sogar in zweiter Reihe. Schade. Insgesamt aber ein solide gemachter Online-Shop.

Zahlungsmodalitäten:

Neukunden können nur per Nachnahme oder Kreditkarte (Amex, Master, Visa) zahlen. Mager.

Kundenservice:
Weil eine Jacke vergriffen war, wurde der Teillieferung ein Einkaufsgutschein von zehn Euro beigelegt. Nett, aber warum ist das Produkt noch Tage danach im Web-Store als "sofort lieferbar" gelistet? Außerdem ließ die Beratung auf technische Anfragen (per E-Mail) lange auf sich warten. Die Telefon-Hotline war zeitweise dauerhaft besetzt, und nach 16 Uhr war kein passender Ansprechpartner zugegen. Vielleicht nur eine Momentaufnahme, aber der Service könnte besser funktionieren.

Versand:
Die schnellste Lieferung im Test, kaum 36 Stunden nach Bestellung war das Paket an der Haustür. Die Versandkosten sind fair.

FAZIT:
Von einer Branchengröße wie Hein Gericke könnte man etwas mehr erwarten. Internet-Auftritt und virtueller Service sind durchschnittlich und eben nicht auf dem gewohnt hohen Niveau der realen Kaufatmosphäre und Beratung in den Filialen.

MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Foto: Archiv

Harro

TESTKAUF
Bestellte Artikel: Handschuhe, Rückenprotektor, Cross-Brille, Visierreiniger, Packtasche
Warenwert: 136,50 Euro
Versandkosten: 5,95 Euro plus 4,94 Euro Nachnahmegebühr
Lieferdauer: 3 Tage

Kaufatmosphäre:
Bietet eine immense Auswahl an Bekleidung und Technik rund ums Motorrad. Doch der unstrukturierte Seitenaufbau stört genauso wie die dürftige Foto- und Videoqualität. Dazu fehlen auch Infos zur Warenverfügbarkeit, und der Einkaufsmaske mangelt es an Übersichtlichkeit. Und der Schnäppchenmarkt hat Ramschcharakter.

Zahlungsmodalitäten:
Hier ist der Kunde König: Ein Kauf auf Rechnung ist ebenso möglich wie die Zahlung per Kreditkarte, Vorkasse oder Nachnahme. Zur Datenübertragung wird eine SSL-Verschlüsselung genutzt.

Kundenservice:
Immer im Blick: die virtuelle Xandra, die mit (ver-)lockendem Blick an den Monitor klopft und Hilfe anbietet, aber schon mit einfachen Eingaben (z. B. "Lieferzeiten") überfordert ist. Besser funktioniert's persönlich: Rückfragen per E-Mail oder Telefon werden schnell und kompetent beantwortet. Ebenfalls gut: die Anzeige von Lieferstatus und der AGB.

Versand:
Erst ab einem 250 Euro-Einkauf entfallen die Versandkosten. Mit drei Tagen Lieferzeit ist man einigermaßen fix bei der Sache, bzw. beim Kunden.

FAZIT:
Licht und Schatten im virtuellen Laden von Deutschlands Traditionsmarke Harro. Das Einkaufserlebnis ist auch mit sexy Xandra wenig prickelnd. Deutlich besser: der Service für den Kunden, wenn es um konkrete Infos und ans Bezahlen geht.

MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Foto: Archiv

Harrys Biker Store

TESTKAUF
Bestellte Artikel: Handschuhe, Regenjacke, Sturmhaube, Textiljacke, Ersatzvisier
Warenwert
: 214,70 Euro
Versandkosten: 5,95 Euro plus 4,60 Euro Nachnahmegebühr
Lieferdauer: 2 Tage

Kaufatmosphäre:
Bei Harry steht ein kleines, aber feines Sortiment abseits des Mainstreams im Mittelpunkt. Die Darstellung gefällt mit aufgeräumtem Aufbau sowie aussagekräftigen Basisinfos. Dafür steht aber nur ein kleines Vorschaubild zur Verfügung. Der Warenkorb ist mit allen relevanten Einkaufsinfos gut im Blick, die Einkaufsmaske klar strukturiert. Sparfüchse sollten auf jeden Fall den Schnäppchenmarkt anklicken.

Zahlungsmodalitäten:
Nachnahme, Kreditkarten, Vorkasse: Harry bietet nur wenig Auswahl, wickelt die Bestellung aber über eine sichere SSL-Verschlüsselung ab.

Kundenservice:

Infos zum Bestellstatus gibt es nicht, bei telefonischen Anfragen kostet es (01805-Nummer), und schriftlich kann nur per Kontaktformular angefragt werden. Die Auskünfte kommen aber innerhalb eines Tages und sind sehr professionell.

Versand:

Mit zwei Werktagen Lieferzeit gehört Harry zu den schnellsten Versendern, verlangt aber auch pro Lieferung 5,95 Euro - ohne Nachlass.

FAZIT:
Kein Ärger mit Harry. Alle bestellten Artikel sind innerhalb kürzester Zeit beim Kunden. Bei der Darstellung besteht aber Ausbaupotenzial. Was definitiv fehlt, sind Produktfotos in ansehnlicher Größe und ein Rabatt auf die Versandkosten.

MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Foto: Archiv

Motoport

TESTKAUF
Bestellte Artikel: Waschmittel, Textilhose, Handschuhe, Halsschutz, Tankrucksack
Warenwert: 176,15 Euro
Versandkosten: 5,95 Euro
Lieferdauer: 3 Tage

Kaufatmosphäre:
Klasse Features wie 3D-Ansichten bei einigen Produkten oder auch das ausführliche Materiallexikon lassen einen gerne auf den Seiten verweilen, wenngleich die Infogüte zu einzelnen Produkten sehr unterschiedlich ausfällt. So finden sich etwa keine Stiefel- und Handschuh-Größenempfehlungen. Grundsätzlich aber eine einladende Atmosphäre.

Zahlungsmodalitäten:
Bei unter 100 Euro Warenwert ist außer der Zahlung per Nachnahme, Vorkasse oder Kreditkarte (Master, Visa) sogar schon bei der Erstbestellung eine Rechnung oder Lastschrift erlaubt. Das lädt zum Kauf ein.

Kundenservice:
Anprobieren und bei Nichtgefallen kostenlos wieder zurücksenden - damit werben die Motoportler augenfällig. Und auch sonst ist die Vareler Crew von der Nordsee sehr um die Kundenzufriedenheit bemüht. Ein per E-Mail geschilderter Problemfall wurde tadellos und schnell beantwortet.

Versand:
Nach drei Tagen traf die Lieferung ein - guter Durchschnitt. Etwas seltsam, aber erfreulich: Die eigentlich anfallende Nachnahmegebühr von vier Euro wurde einfach nicht berechnet.

FAZIT:
Im Internethandel weht ein rauer Wind, doch die Besatzung von Motoport hat die Segel gut gesetzt. Mit einwandfreiem Kundenservice, einer vorzeigbaren Warenvielfalt sowie mit dem durchdachten Online-Shop punkten die Norddeutschen.

MOTORRAD-Urteil: Sehr gut
Top-Shop

Foto: Archiv

Motorrad-Ecke

TESTKAUF
Bestellte Artikel: Rückenprotektor, Nierengurt, Handschuhe, Ersatzvisier, Lederbalsam
Warenwert: 173,70 Euro
Versandkosten: Lieferung frei plus 4,00 Euro Nachnahmegebühr
Lieferdauer: 6 Tage

Kaufatmosphäre:
Der Webshop "an der Ecke" gefällt durch seinen klaren Aufbau, schnell erfassbare Infos, gute Bildqualität und Anzeige der Warenverfügbarkeit. Der Warenkorb mit allen Infos zum Einkauf ist gut im Blick, wird aber mit deutlicher Zeitverzögerung aktualisiert. Auch die Einkaufsmaske überzeugt durch transparente Darstellung. Die Schnäppchendichte ist hoch, verlangt aber nach ausdauernder Suche.

Zahlungsmodalitäten:
Viele Bezahlmöglichkeiten, nur die Lieferung auf Rechnung ist nicht drin. Daten werden zum Teil unverschlüsselt übertragen, und bei verschlüsselter Übertragung gab es beim Testkauf Verbindungsprobleme.

Kundenservice:
Die Versandinfos per E-Mail könnten professioneller formuliert werden ("Ire Bestellung ist in den Versand"). Weitere Anfragen wurden schleppend bis gar nicht bearbeitet.

Versand:
Kostet im Regelfall 3,95 Euro. Bestimmte Artikel sind aber portofrei. So kostet das Gesamtpaket nix. Das Ausliefern dauert.

FAZIT:
Die Motorrad-Ecke kann durch ein mit namhaften Marken gefülltes Sortiment glänzen, das akkurat präsentiert wird. Seitenaufbau, Lieferzeit und Auskünfte kommen dagegen nur schleppend auf Touren. Ein Surftipp für Rabattjäger!

MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Foto: Archiv

Polo

TESTKAUF
Bestellte Artikel: Textiljacke, Pinlock-Visier, Handschuhe, Rückenprotektor, Lederfett
Warenwert: 162,30 Euro
Versandkosten: 3,95 Euro plus 3,60 Euro Nachnahmegebühr
Lieferdauer: 2 Tage

Kaufatmosphäre:
Polos Onlineshop glänzt mit immenser Auswahl und vielen Sonderangeboten. Sehr gut: klar strukturierte Infos zu den Produkten, Angabe der Warenverfügbarkeit, übersichtliche Einkaufsmaske. Mankos: Großansichten sind nicht frei zoombar, Kategoriefilter nicht praxisgerecht sortiert und Rundumansichten nicht vorhanden.

Zahlungsmodalitäten:
Lobenswert: der Einkauf per Rechnung. Aber auch Nachnahme, Bankeinzug, Kreditkarte oder Pay-Pal funktionieren. Alle Daten werden verschlüsselt übermittelt.

Kundenservice:
Service- und Technik-Hotlines sind im Gegensatz zur kostenintensiven Bestellhotline (14 ct/min.) über reguläre Festnetznummern erreichbar. Serviceanfragen per E-Mail wurden innerhalb von zwei Stunden be-antwortet. Vorbildlich: Die Tracking-Nummer zur Paketverfolgung, und für die Rücksendung liegt ein vorfrankierter Retourenschein bei.

Versand:
Auslieferung innerhalb von zwei Tagen, eine zweiter Testkauf über Rechnung ist sogar binnen 24 Stunden da. Versandkosten fallen immer an, sind aber mit 3,95 Euro günstig bemessen.

FAZIT:
Wer Katalog und reale Shops kennt, wird sich auch im virtuel-len Laden von Polo wohlfühlen. Trotzdem ist bei der Produktpräsentation noch Ausbaupotenzial vorhanden. Bei der Versandgeschwindigkeit liegt Polo auf Hayabusa-Niveau.

MOTORRAD-Urteil: Sehr gut
TOP-Shop

Foto: Archiv

Spidi

TESTKAUF
Bestellte Artikel: Handschuhe, Socken, Multituch, Kurzstiefel, Protektoren
Warenwert: 168,50 Euro
Versandkosten: 11 Euro
Lieferdauer: 2 Tage (nur Teillieferung), Nachlieferung länger als 14 Tage

Kaufatmosphäre:
Nach eigenen Angaben Deutschlands größte Auswahl an Spidi-Arti-keln. Für Fans also die richtige Adresse, zumal das Angebot (inklusive eigener Sonderangebotsbereich) übersichtlich gegliedert ist. Die Navigation ist allerdings zum Teil holprig, und leider fehlen wichtige Infos und Online-Hilfestellungen, etwa bei der Größenwahl.

Zahlungsmodalitäten:
Paypal, Vorkasse und Nachnahme, das ist okay, aber die Wahlmöglichkeiten sind eher bescheiden.

Kundenservice:
Man merkt schnell, dass hier passionierte Leute am Werk sind. Technische Fragen wurden superschnell, individuell und sehr kompetent beantwortet. Und das nicht im Abfertigungsstil, sondern mit einer persönlichen Note. Auch bei der Abwicklung der Bestellung entstand das Gefühl, der nette Verkäufer hätte persönlich vor einem gestanden. Sehr sympathisch.

Versand:
Versand und Nachnahme recht teuer (je sieben Euro), auch wenn es ab 100 Euro Warenwert einen Rabatt gibt. Eine Teillieferung kam schon nach zwei Tagen, die fehlenden Artikel ließen jedoch lange auf sich warten.

FAZIT:
Patzer wie ins Leere laufende Links, längere Lieferzeiten und mangelnde Datensicherheit - typisch italienischer Lifestyle? Trotzdem ein netter Store, denn Leidenschaft und Lebensfreude beim Kundenservice bügeln einige der Mängel wieder gerade.

MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Foto: Archiv

Wendisch

TESTKAUF
Bestellte Artikel: Handschuhe, Halstuch, Cross-Helm, Funktions-shirt, Regenkombi
Warenwert: 198,80 Euro
Versandkosten: Lieferung kostenfrei, 4 Euro Nachnahmegebühr
Lieferdauer: 5 Tage

Kaufatmosphäre:
Trotz übersichtlichem Shopaufbau mangelt es an einer ordentlich sortierten Kategorienliste. Die Infos sind umfangreich, Qualität und Größe der Produktbilder dagegen mau, konkrete Aussagen zur Verfügbarkeit gibt es nicht. Pluspunkt: der gut einsehbare Warenkorb mit Artikelauflistung sowie die klar strukturierte Einkaufsmaske. Schnäppchen gibt es nicht, dafür aber automatisch einen Rabatt in Höhe von drei Prozent auf die Kaufsumme.

Zahlungsmodalitäten:
Kein Kauf auf Rechnung möglich. Bezahlt wird per Kreditkarte, Lastschrift, Vorkasse oder Nachnahme. Großes Manko: Alle Daten werden ungesichert übertragen.

Kundenservice:
Kontakt kann per E-Mail und Telefon aufgenommen werden, Anfragen werden umfassend und schnell beantwortet. Alle wichtigen Informationen rund um den Einkauf sind gut zusammengefasst und lassen sich schnell auf der Website finden, der Lieferstatus ist über das Kundenkonto abrufbar.

Versand:

Lange Lieferzeit, dafür kostet es ab 150 Euro keinen Cent.

FAZIT:
Vorbeigucken lohnt. Vor allem, wenn man bei teurer Markenware auf 3% Skonto setzt. Auch die kostenfreie Zustellung ab 150 Euro ist ein nettes Schmankerl. In Sachen Präsentation, Schnelligkeit und Vielfalt spielt man in der zweiten Liga.

MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Foto: Archiv

FAZIT

Den Kampf der Giganten gewinnt Louis mit knappem Vorsprung vor Polo. Beide bewegen sich auf extrem hohem Niveau, wobei Polo beim Shopping-Erlebnis noch zulegen kann. In Sachen Kundenbetreuung machen beide einen kompetenten Eindruck, wohingegen Branchengröße Hein Gericke stark abfällt. Hier ist ein Update im Service wünschenswert. So bleibt der Überraschungserfolg für das Motoport-Team, das ebenfalls mit sehr guter Leistung überzeugt. Die kleinen Shops bügeln Mängel im Onlinebetrieb durch einen sehr persönlichen Kundenkontakt aus.

Weitere Anbieter

Fans des italienischen Kultlabels Alpinestars kommen garantiert nicht um den Besuch des firmeneigenen Webshops (www.alpinestars.com) herum. Dumm nur, dass alle Preise in Dollar angeben sind und der Einkauf Währungsschwankungen unter-liegt. Weiterer Minuspunkt: Da die Ware aus den USA verschickt wird, sind die Versandgebühren entsprechend hoch.

Auch bei Dainese ist ein Werkseinkauf unter www.dainese.de möglich. Im Gegensatz zu Alpinestars sind alle Preise in Euro angegeben und Versandkosten überschaubar. Kleiner Haken bei der Sache: Vor dem Einkauf ist eine Registrierung erforderlich, Informationen dazu werden auf Italienisch verschickt. Spätestens dann hat man das Gefühl, die Katze im Sack zu kaufen.

Wer online kauft und auf Schnäppchen hofft, wird natürlich schnell bei Ebay landen. Hier ist aber mehr denn je ein kritisches Verbraucherauge gefragt. Besonders dann, wenn exklusive Marken besonders günstig angeboten werden, sollte man sich fragen, ob die Herkunft der Ware tatsächlich sauber ist. Auch sollten die Umtausch- und Rückgabekonditionen klar geregelt sein.

MOTORRAD-Testkriterien

  • Kaufatmosphäre: Unter diesem Punkt bewerteten die Tester den Aufbau der Webshops. Wie findet man sich in dem virtuellen Laden zurecht, ortet man genau das, was man sucht? Dann: Wie werden die Produkte dargestellt? Sind wichtige Infos wie Material- und Größenangaben vorhanden, werden konkrete Aussagen zum Einsatzzweck gemacht? Gibt es aussagekräftige Fotos in guter Qualität, eventuell sogar Detailaufnahmen, zoombare Groß- oder Rundumansichten? Werden konkrete Aussagen zur Waren-verfügbarkeit getroffen? Schließlich: Ist die Ein-kaufsmaske klar gegliedert?
  • Zahlungsmodalitäten: Immer noch ein heikles Thema: das Bezahlen im Internet. Bewertet wurde, wie die Shops damit umgehen. Welche Bezahlmöglichkeiten (Kreditkarten, Paypal, Lastschrift, Nachnahme) werden grundsätzlich geboten? Ein besonderer Service am Kunden ist der Kauf auf Rechnung, der deshalb mit Extrapunkten belohnt wurde. Abzüge gab es für eine unverschlüsselte Datenübertragung.
  • Kundenservice: Im Prüfraster steht der Dialog zwischen Shop und Kunden. Werden Versandinfos verschickt, wie schnell und kompetent Anfragen beantwortet? Und: Wie geht man mit Reklamationen und Rücksendungen um?
  • Versand: Sie haben Post... Punktevergabe für eine schnelle, preiswerte und vollständige Auslieferung.

Recht und Rat

Foto: mps-Fotostudio
  • Entscheidend ist, dass dem Käufer ein Widerrufs- und Rückgaberecht (§ 312 BGB) zusteht: Innerhalb von 14 Tagen kann der Kauf widerrufen werden. Bei einer Ebay-Auktion beträgt die Frist einen Monat, da der Käufer erst nach Vertragsschluss auf sein Widerrufsrecht hingewiesen werden kann. Hat der Verkäufer nicht über dieses Recht informiert, erlischt das Widerrufsrecht gar nicht. Man kann den Kaufvertrag theoretisch auch noch nach einem Jahr widerrufen.
  • Der Verkäufer muss nach Erhalt der Widerrufs- oder Rückgabeerklärung binnen 30 Tagen den Kaufpreis an den Käufer zurückzahlen. Im Gegenzug muss der Käufer die Ware innerhalb von 30 Tagen nach Erklärung des Widerrufs zurückgeben.
  • Gut ist, wenn die Ware mit beigelegten Retoure-Paketschein gratis zurück geschickt werden kann. Ansonsten sollte man darauf achten, dass der Versand versichert erfolgt und auch nachweisbar ist, was bei einem Postpäckchen beispielsweise nicht funktioniert.
  • Bei der Rückgabe von so genannten "geringwertigen Gütern" (Kaufpreis unter 40 Euro) kann der Verkäufer dem Käufer die Rücksendekosten aufbürden. Aber: Ist beispielsweise ein Rückgaberecht anstelle des Widerrufsrechts eingeräumt, dürfen die Rücksendekosten nicht auf den Käufer abgewälzt werden und müssen vom Verkäufer ersetzt werden.

Tipps für den Online-Kauf

Foto: Archiv

Ein schneller Klick, und schon sitzt man in der Falle? Das muss nicht sein. Seriöse Anbieter achten auf sicheren Datentransfer und Transparenz für den Kunden.

  • Sicherheit: Beim Onlinekauf werden sensible Daten wie Kreditkartennummer oder die Bankverbindung übertragen. Deshalb: unbedingt auf eine verschlüsselte Übertragung der Informationen achten. Ein wichtiges Indiz für einen sicheren Datentransfer: Die Adresszeile beginnt mit "https".
  • Bezahlen: Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft auf Rechnung. Vorteil: Macht man von seinem Rückgaberecht Gebrauch, hat man keine Scherereien bei der Rückerstattung des Kaufpreises. Doch nur wenige Shops bieten diese Möglichkeit. Wer per Nachnahme bezahlt, muss zusätzlich zur Gebühr des Internetshops noch eine Überweisungsgebühr in Höhe von zwei Euro kalkulieren, die von der Post erhoben wird. Bei der Eingabe der Bestellung sollten alle Zusatzkosten genau aufgelistet werden. Prüfen Sie auch die E-Mail-Bestätigung Ihrer Bestellung genau.
  • Kundenrechte: Lesen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), in denen klar geregelt sein muss, welche Rücknahmebedingungen gelten. Auch die Kosten für den Versand sollten detailliert aufgeschlüsselt sein. Tipp: In vielen Shops können die AGB bequem heruntergeladen oder ausgedruckt werden. Diese Funktion sollte man vor dem Einkauf auf jeden Fall nutzen.

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