Test Sommerhandschuhe (Archivversion) Frische Brise

Ein probates Mittel gegen schweißnasse Hände bei sommerlichen Motorradausfahrten sind gut belüftete Handschuhe. Neun Kandidaten im Hitzetest.

Nach extremen Anlaufschwierigkeiten mit Schneefall bis Mitte April und Kälte bis Anfang Juni kam er doch noch: der Sommer. Sonne und Wärme, endlich! Es fährt sich eben viel angenehmer Motorrad, wenn die klimatischen Verhältnisse stimmen. Doch was sind die idealen Bedingungen? Zu kalt sicher nicht. Aber zu heiß macht auch nicht viel mehr Spaß.
Dabei wussten schon unsere Urahnen: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. So wie im Winter warme Fahrerausstattung gegen die Kälte schützt, benö-
tigen Biker im Sommer was Luftiges. Das heißt aber nicht Braincap, T-Shirt, kurze Hose und Flip-Flops, sondern motorradtaugliche Kleidung mit Protektoren und Belüftungsfunktion.
Handschuhe sollten ebenfalls zur Grund-ausstattung beim Fahren gehören. Niemals ohne, lautet die Devise. Dass Modelle mit netzartigem Mesh-Gewebe nicht so gut schützen wie volllederne Protektoren-Racinghandschuhe, versteht sich von selbst. Doch auch die dünnsten Fingerlinge sind besser als nackte Haut. MOTORRAD nutzte die heißen Tage während der Fußball-WM, um bei neun Paar Sommerhandschuhen verschiedener Hersteller zu überprüfen, welche den besten Kompromiss zwischen Belüftung und Sicherheit bieten.
MBelüftung: Sie ist Voraussetzung für einen sommertauglichen Handschuh. Nur wenn während der Fahrt reichlich Luft
zirkulieren kann, kommt es zum erwünschten Kühlungseffekt. Die Unterschiede zwischen den Kandidaten sind frappierend. Während beim Held Air schon ab Schrittgeschwindigkeit eine kühle Brise durch die Maschen strömt, herrscht bei den Polo Breeze selbst bei über 100 km/h Flaute.
MSicherheit: Wie gut ist die Schutzfunktion der Handschuhe? Besitzen die Produkte Protektoren oder Polster an sturzgefährdeten Stellen? Zumindest die Innenhand sollte auch bei gut belüfteten Modellen komplett aus Leder sein, um im Falle eines Falles ausreichend Abriebsicherheit zu bieten. Ebenfalls wichtig ist ein straff sitzender Handgelenkriegel, der ein ungewolltes Abstreifen des Handschuhs bei einem Sturz verhindert.
MTragegefühl/passform: Wie gut sitzen die Handschuhe? Sind die Finger gut geschnitten oder zu kurz, zu lang oder zu weit geraten? Druckstellen an Nahtübergängen oder unter den Protektoren geben Abzug. Ebenso, wenn in den Finger-
spitzen Knubbel (von den zusammenlaufenden Nahtstellen) das Griffgefühl stören.
MAbfärbeverhalten: Selbst im schönsten Sommer kann es passieren, dass man bei einer Ausfahrt in einen Schauer gerät. Manchmal gar nicht so unangenehm, schließlich kühlt der Regen die Hände aufgrund der durch den Fahrtwind verstärkten Verdunstungskälte ganz extrem. Dumm nur, wenn die nassen Handschuhe abfärben. Um das zu prüfen, steckte MOTORRAD alle Testexemplare für vier Stunden in einen Wassereimer und schlüpfte anschließend mit jeweils einem neuen Paar dünner, weißer Baumwoll-
handschuhe in die verschiedenen Modelle. Nach einigen Minuten Fingergymnastik wird deutlich, ob Exemplare zum Abfärben neigen oder nicht. Extrem färbt keiner
ab. Lediglich bei den Modellen von Hein Gericke und Polo zeigten die zuvor weißen Innenhandschuhe eine im Vergleich etwas auffälligere Tönung.
MVerarbeitung: Wie sauber sind die Handschuhe verarbeitet? Besonders gut gefielen die aufwendig gemachten Rev’it.

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