Test: Zweiteilige Regenkombis (Archivversion) Geteiltes Leid.....

..ist halbes Leid. Normalerweise sind zweiteilige Regenkombis allerdings dafür gedacht, einen einzigen Motorradfahrer von Kopf bis Fuß gegen Regen abzudichten. Ob das auch in der Praxis klappt?

Ein großer Teil der Faszination des Motorradfahrens besteht darin, sich den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen. Wenn sich aber zum Wind noch Regen gesellt, wird aus der Lust am Rad schnell eine Last. Der Kleidungsmarkt bietet einige Möglichkeiten, um mit trockener Haut das wohlig beheizte Heim zu erreichen: exklusive, wasserdichte Lederkombis, teure Textil-Bekleidung mit schützender Funktionsmembran oder die klassische Regenkombi, die einem auch für kleines Geld den Regen vom Leibe hält.Neben Einteilern finden sich zunehmend auch die weitaus praktischeren Zweiteiler, bestehend aus Jacke und Hose, im Angebot. Ruckzuck ist bei einem kurzen Schauer die Regenjacke übergestreift und so die größte Gefahr gebannt. Die Hose macht den Regenschutz dann auch bei längeren Güssen perfekt. Das Ankleiden geht bedeutend schneller und einfacher als das mühsame Einfädeln in eine einteilige Regenkluft.Neben der leichteren Handhabung bieten die Kombinationen aus Jacke und Hose weitere Vorteile. Wer bereits eine wasserabweisende Textiljacke besitzt, kann beispielsweise diese für den Fall der Fälle durch eine Regenhose zu einem kompletten Regenschutz ergänzen. Auch der Wunsch nach unterschiedlichen Konfektionsgrößen bei Ober- und Unterteil ist so leichter zu erfüllen. Selbst der Kombination von Jacke und Hose verschiedener Hersteller steht nichts im Weg. Und um den Universalcharakter dieser Kombinationen noch zu unterstreichen, leisten Regenhosen und Jacken auch abseits vom Motorradfahren gute Dienste. Als leichte Regenkleidung für Fußgänger wirken sie doch deutlich eleganter als die einteiligen Pellen.Soviel Variabilität hat ihren Preis: Gibt es wasserdichte Einteiler schon für 50 Mark, so dürfen es für die Zweiteiler ein paar Scheine mehr sein. Zehn Probanden der Preisklasse von 88 bis 149 Mark stellen sich zum Test.Ein umfangreicher Nässetest sollte klären, ob sie ihren Namen als Regenschutzbekleidung zu Recht tragen. Nach einem festgelegten Zyklus wurde die auf einem Motorrad sitzende Testperson mit einem Hochdruck-Wasserschlauch bespritzt.Ergebnis: Alle Hosen halten ihren Träger trocken. Bei den Jacken gaben sich allerdings einige Exemplare Blößen. Die Polo-Jacke hatte aufgrund des zu weiten Kragens mit Wassereinbrüchen am Hals zu kämpfen. Die Labyrinthverschlüsse sowohl der Ixs- wie auch der Gericke-Jacke mußten sich eindringendem Wasser geschlagen geben.Überzeugten die meisten Kombinationen in puncto Wasserdichtigkeit, so traten im Praxistest bei allen Kandidaten Schwächen zutage. Die Testexemplare mußten jeweils eine Testrunde, bestehend aus Landstraße und Autobahn, über sich ergehen lassen.Bei moderatem Landstraßentempo war die Welt für alle Kombis noch in Ordnung. Auf der Autobahnetappe zeigte sich dann aber ein generelles Problem von zweiteiligen Regenkombis. Vom Fahrtwind gebeutelt, legen alle Jacken schon bei Geschwindigkeiten um 100 km/h über kurz oder lang den Rücken des Fahrers frei und können so keinen Wetterschutz mehr bieten. Mehr Speed ist nicht ratsam, zumal die dünnen Regenhäute auch sehr stark zum Flattern neigen. Unverständlich, daß die Hersteller an keiner der getesteten Jacken eine Möglichkeit zur Fixierung im Schrittbereich des Fahrers oder an der Hose vorgesehen haben. So beschränkt sich die Tauglichkeit von zweiteiligen Regenkombis auf Rollerfahrer, Kurzstreckenverkehr und Leute, die es im Regen nicht allzu eilig haben.

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