Testinfo (Archivversion) Praxis

Einen Kilometer hin, einen Kilometer her – und das viele hundert Mal. Jeder Helm kombiniert mit verschiedenen Maschinen, Fahrern, Sitzpositionen. Hut auf, Hut ab, so sieht der Testalltag aus. Subjektive Beurteilungen erfordern kurze Testintervalle, um einzelne Kriterien im direkten Vergleich beurteilen und Unterschiede herausfiltern zu können. Insgesamt acht Fahrer bewerteten die Helme, um zu einem repräsentativen Ergebnis zu kommen. Dabei waren Motorräder mit und ohne Verkleidung im Einsatz, von der Suzuki GSF 600 Bandit bis zur Yamaha YZF-R1. Besonders schwierig ist die Beurteilung der Windgeräusche, da das Gehirn akustische Eindrücke nur eine halbe Minute speichern kann. Ein Vergleich ist nur bei fliegendem Wechsel der Helme möglich. Bei der subjektiven Bewertung spielt nicht nur der Geräuschpegel eine Rolle, sondern auch das Frequenzspektrum. Eine gleichmäßige Geräuschkulisse wird oft angenehmer empfunden als ungleichmäßige Zisch- oder Poltergeräusche. Für die Bewertung ist also viel Erfahrung nötig. Der Laie beurteilt oft relativ leise Helme als laut, da bei denen Turbulenzen durch Verkleidungen deutlicher zu hören sind. Bei hohem Lärmpegel gehen solche Nebengeräusche dagegen völlig unter. Für die aerodynamischen Messungen konnten MOTORRAD und ADAC den Windkanal von Schuberth in Braunschweig nutzen. Dabei wurde nicht nur die Strömungsgeschwindigkeit (100 und 160 km/h) variiert, sondern auch die Position des Helms (Neigung 8 und 18,5 Grad zur Senkrechten). Die Wasserdichtheit ermittelte der ADAC auf dem hauseigenen Prüfstand. Der besteht aus einer Turbine, die Luft gegen einen auf dem Motorrad sitzenden Dummy bläst, feine Düsen sorgen jeweils zwanzig Minuten lang für einen kräftigen Landregen.

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