Textil gegen Leder (Archivversion)

Laborwerte sind ja schön und gut, aber wie sieht`s denn im richtigen Leben aus? Das kann nur ein echter Schleiftest beantworten. Um die wertvolle Gesundheit der Redakteure nicht zu gefährden, wurde ein Freiwilliger gesucht und gefunden: Rudi Holl von der Verkehrspädagogischen Akademie in Kirchheim hatte solche Demonstrationen bereits im Rahmen seiner Tätigkeit als Ausbilder von Fahrlehrern durchgeführt. Er ließ sich von einem Auto bis auf Tempo 50 beschleunigen, die zurückgelegte Strecke betrug etwa 70 Meter. Dabei wurde der erste Durchgang in Seitenlage durchgeführt, die Auflagefläche war im wesentlichen Ellbogen und Hüfte. Der Textilanzug (stichprobenartig und willkürlich ausgewählt eine Jacke von Modeka, die Hose von Clover) schliff dabei trotz Kevlarverstärkungen komplett durch, die Protektortaschen am Ellbogen war schon nach wenigen Metern offen. Erheblich besser überstand die Lederkombi (Schwabenleder) die Schleiferei. Obwohl auch bei ihr wegen der hohen Flächenpressung die Oberlage punktuell durchgeschliffen war, schützten der Protektor und die Kevlarlagen den Fahrer wirksam. Dabei zeigte sich auch die hervorragende Verarbeitung der doppelt vernähten und verklebten Nähte, die ein Aufreißen der Schutzhaut verhinderte. Während bei einer Lederkombi die Nähte tendentiell eher eine Schwachstelle sind, spielen sie beim Textilanzug keine wesentliche Rolle: Das Material ist meist so schlecht, daß es darauf nicht mehr ankommt.

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