Textiljacken um 250 Euro: Test (Archivversion) Stossdämpfung

Wussten Sie, dass bereits bei einer Krafteinwirkung von deutlich unter zehn Kilonewton (kN) mensch-
liche Knochen brechen? Hört sich zunächst erschreckend an, da die CE-Norm einen weit höheren Wert zulässt, nämlich 35 kN. Doch wenn man bedenkt, wie die Restkräfte
bei der Stoßdämpfungsprüfung entstehen, relativiert sich das Ganze. Ein rechteckiger Stempel mit einer Masse von fünf Kilogramm saust aus einem Meter Höhe auf den über einem halbkugelförmigen Amboss liegenden Protektor,
der möglichst viel der beim Aufprall entstehenden Energie (rund 180 kN, was etwa 18 Tonnen entspricht) absorbieren soll. Die CE-Norm schreibt insgesamt neun Schläge in
drei verschiedene Protektorenzonen vor. Um die Norm für
Gelenkprotektoren zu bestehen, darf der Mittelwert 35 kN nicht übersteigen und keiner der Einzelschläge über 50 kN liegen. MOTORRAD hat sämtliche Protektoren der Jacken auf dem Prüfstand der Firma SaS-Tec in Markgröningen
getestet. Jeder Protektor wurde an drei Stellen geprüft: Zwei Schläge erfolgten in die Kernzone und einer in die Randzone. Dabei handelt es sich nicht um eine CE-Prüfung, sondern um eine Vergleichsmessung, anhand der sich die Qualität der Protektoren einordnen lässt. Abgesehen von den mise-
rablen Haveba-Protektoren liegen alle Kandidaten auf einem erfreulich hohen Niveau und zeigen gute bis sehr gute
(weil geringe) Restkraftwerte. Ein Test der völlig untauglichen Schaumeinlagen im Rücken, wie sie sechs Modelle ver-wenden, erledigte sich von selbst, da das vorgeschriebene
Prüfgewicht bereits bei Fallhöhen im Bereich von nur
20 Zentimetern gnadenlos durchschlug und Restkraftwerte von weit über 50 kN erzeugte. Sehr erfreulich: die Ergebnisse der CE-Rückenprotektoren von Hein Gericke und Polo.

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