Vergleichstest Klapphelme (Archivversion)

So klappt´s auch bei der Nachbarin

Integralhelme haben einen Nachteil: Rein und raus geht´s nur unten, und da ist es eng. Schonender für Make-up und Frisur sind Helme mit aufklappbarem Kinnteil. MOTORRAD testete sieben Modelle.

»Bitte pusten Sie mal!« Eine unangenehme Aufforderung bei einer Polizeikontrolle. Der Helm muß zunächst runter, hinterher wieder auf den Kopf. Diese Prozedur kann sich der Motorradfahrer erleichtern, wenn er einen Helm mit aufklappbarem Kinnteil trägt. Ohnehin verläuft die Kommunikation mit den Beamten unvermummt in angenehmerer Atmosphäre. Der seit 1981 gebaute BMW-Systemhelm war Vorreiter dieses Typus und eines der erfolgreichsten Helmmodelle überhaupt. Das hat auch die Konkurrenz allmählich gemerkt. Schon vor einigen Jahren kamen die ersten Klapphelme italienischer Fertigung auf den Markt. Der Rollerboom sowie die Chopper- und Cruiser-Welle haben den Trend zum Klapphelm verstärkt, denn gerade Neu- und Wiedereinsteiger bekommen unter geschlossenen Integralhelmen oft Platzangst. In der Handhabung haben die Helme mit klappbarem Kinnteil einige Vorteile, nicht nur bei der Polizeikontrolle: Beim Tanken muß der Helm nicht vom Kopf, Zigarettenraucher können ihre Sucht ohne Helmabnahme befriedigen. Brillenträger schätzen Klapphelme, weil das umständliche Einfädeln der Brillenbügel entfällt. Sieben Modelle stellten sich dem Test. Die Preislage konzentriert sich auf das Segment von 270 bis um 400 Mark, nur der BMW-Helm liegt mit knapp 700 Mark deutlich darüber. In den Shops finden sich weitere Modelle: Shoei läßt das Modell Duotec gerade auslaufen, ebenso Bieffe den Modular 4, der Bayard APS 400 kämpft noch mit Fertigungsproblemen. Wie die Modelle sich in Unfallschutz und Praxis bewähren, testete MOTORRAD in Kooperation mit dem ADAC.
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Helmtest: Klapphelme (Archivversion) - Klapprige Sache?

Können Klapphelme den gleichen Unfallschutz bieten wie ihre starren Kollegen?
Ein erster Blick auf die Testhelme zeigt große Unterschiede in der Mechanik der Klappteile. Auf der einen Seite werden recht simple Verschlüsse mit kleinen Plastikhäkchen eingesetzt, auf der anderen Seite aufwendige Konstruktionen mit soliden Metallteilen - nicht zuletzt natürlich eine Preisfrage. Da drängt sich die Frage auf: Können die Klapphelme im Falle eines Falles guten Rundumschutz bieten?Stoßdämpfung. In puncto Dämpfung der Helmschale sollten sie das können, denn es gilt ja für alle Hüte vom Jet- bis zu Integralhelm die gleiche ECE 22/04-Norm. So präsentieren sich die Ergebnisse der Falltests insgesamt sehr ausgeglichen, mit zwei Ausnahmen: Überraschenderweise schnitten die kleinen 54er Größen von Airoh und NZI nicht besonders gut ab. Das verwundert deswegen, weil die kleinen Helme bei gleicher Außenschale mehr Platz für eine dickere Innenschale bieten. Anscheinend wird die Größe jedoch eher über die Polsterung angeglichen, so daß der Kopf beim Aufprall mehr »Anlauf« nehmen kann.Kinnteil. Ein Aufschlag im Gesichtsbereich kann jedoch schon bei geringerer Geschwindigkeit unangenehme Folgen haben. Einige Mediziner sehen das Gesicht eher als Knautschzone an, die Verletzungen des Gehirns verhindern könnten. MOTORRAD ist jedoch der Meinung, daß geschlossene Helme auch in diesem Bereich mit guter Dämpfung ausgestattet sein sollen. Das führt bei Klapphelmen zu Konflikten: Ihr Kinnteil sollte leicht sein, und die Mechanik muß zudem irgendwo untergebracht werden. Daher ist die Kinnpartie nur unzureichend gepolstert, was sich beim Kinnaufprall bemerkbar macht. Selbst die Klapphelme mit den niedrigsten Meßwerten, etwa der BMW Systemhelm 4, sind nochmals deutlich schlechter als gute Integralhelme, wie der Vergleich mit dem letzten Helmtest in MOTORRAD 15/1997 zeigt. Stabilität des Kinnverschlusses. Voraussetzung für guten Unfallschutz ist, daß der Klapphelm nicht unfreiwillig aufklappt. Das ist jedoch bei einigen Helmen durchaus der Fall. In etwa der Hälfte aller Falltests öffnete sich beim Airoh und NZI das Kinnteil, auch beim Caberg Just One passierte das gelegentlich. Der BMW öffnete sich bei einem der Kinnschläge, ansonsten wirkte die Mechanik sehr solide.Abstreiftest. Noch schlechter sieht es aus, wenn der ganze Helm beim Unfall vom Kopf fliegt. Dies passierte beim ECE-Abstreiftest mit beiden NZI-Gößen, auch der Airoh hielt die vorgeschriebenen Winkel nicht ein.Visier-Durchdringung. Den ECE-Test schaffen alle Visiere locker. Bei gesteigerter Fallhöhe zerbrach die Scheibe des Agv, beim Airoh platzte ein Teil weg. Alle übrigen blieben unbeeindruckt. Helmgewicht. Weniger Masse bedeutet beim Unfall weniger Belastung. Klapphelme sind aufgrund des komplizierteren Aufbaus durchweg relativ schwer, Integralhelme aus modernen Materialien sind etwa ein Pfund leichter. Allein der mechanisch relativ simpel konstruierte NZI liegt mit 1400 Gramm auf niedrigem Niveau. Helmabnahme nach Unfall. Pluspunkte sammeln Klapphelme bei der Unfallrettung. Die Helmabnahme bei einem Bewußtlosen ist seit Jahren ein Streitpunkt. Der Helm sollte runter, darauf haben sich Unfallforscher nach langen Diskussionen geeinigt. Denn die Chance, daß der Bewußtlose an Erbrochenem erstickt, ist erheblich größer als der eventuelle Schaden infolge der Helmabnahme. Daher sind Klapphelme im Vorteil: Bei ihnen kann das Kinnteil geöffnet werden, so daß der Zugang zum Gesicht frei ist, während der Helm auf dem Kopf bleibt. Voraussetzung dafür ist allkerdings, daß der Unfallretter das Klappprinzip erkennt, leider hat keiner der Testhelme einen entsprechenden Aufkleber. Bei einigen sind zumindest die Bedienungstasten rot gefärbt. Fazit: Gute Klapphelme kommen Integralhelmen nahe, sind jedoch beim Frontalaufprall im Nachteil.

Offensichtlich unsicher? (Archivversion)

Ein unachtsamer Pkw-Fahrer nahm MOTORRAD-Leser Roland Just auf seiner ST 1100 die Vorfahrt, beim Anprall mit dem Kopf an der Verkleidungsscheibe brach er sich das Nasenbein und zog sich weitere Gesichtsverletzungen zu. Sein Helm: Ein italienischer Klapphelm, der sich während des Unfallverlaufs öffnete. Nun ging dieser Fall noch einmal relativ glimpflich aus, zu denken gibt er trotzdem. Geschlossene Integralhelme bieten den besseren Schutz. Klapphelme decken das Gesicht zwar auch ab, können sich aber vor allem bei fragiler Mechanik öffnen. Wenn das Kinnteil nach einem ersten harten Schlag aufklappt und weit hochsteht, kann das zusätzliche Gefahren bedeuten: Der Helm wird leicht vom Kopf gerissen werden, der Hebel des herumschleudernden Klappteils belastet das Genick zusätzlich. Das heißt nicht, daß MOTORRAD grundsätzlich von Klapphelmen abrät. Solide konstruierte Modelle sind gegenüber Jethelmen auf jeden Fall zu bevorzugen.

Helmtest: Klapphelme (Archivversion) - Test-Info

Die Sicherheitstests nahm MOTORRAD auf den Prüfeinrichtungen des ADAC und des TÜV Rheinland vor. Zentraler Prüfpunkt war der Stoßdämpfungstest entsprechend der ECE-Norm, bei dem der Helm mitsamt dem gut fünf Kilogramm schweren Prüfkopf aus einer Höhe von 2,87 Metern auf den Prüfkörper fällt. Neben dem Aufschlag auf eine flache Unterlage wurde der Stoß auf eine Kante geprüft, die dem Anprall gegen einen Bordstein simulieren soll. Die Aufprallgeschwindigkeit beträgt 27 km/h. Das erscheint zunächst niedrig, jedoch sind die gemessenen Werte bereits in einer Größenordnung, bei der Schädigungen des Gehirns möglich sind. Mit der Fahrgeschwindigkeit hat die effektive Aufprallgeschwindigkeit nicht direkt zu tun, diese ist etwa bei einem Sturz mit 100 km/h praktisch immer erheblich niedriger. Wer mit 40 km/h gegen eine Betonwand fahren würde, hätte wenig Überlebenschancen. Bei den Aufschlagpunkten wurden die nach Unfallstatistiken am häufigsten betroffenen Stellen ausgewählt: Ohrbereich, Stirnbereich seitlich und Hinterkopfbereich. Ausgewertet wird dabei der Spitzenwert der Verzögerung und der HIC-Wert (Head Injury Criterium), der den Kurvenverlauf der Verzögerung berücksichtigt. Von jedem Modell wurden zwei Größen getestet, jeweils für die Prüfköpfe 54 und 60 passende Helme. Dabei können sich durchaus Unterschiede ergeben, da alle Testmodelle mit einer einzigen Schalengröße für die gesamte Größenstaffel arbeiten. Kleine Größen sind entsprechend mehr gepolstert als große. Gerade bei Klapphelmen ist die Dämpfung des Kinnteils interessant, für die es in der ECE-Norm bisher keine Vorgaben gibt. Der TÜV machte dazu Versuchsreihen, bei denen der Prüfkopf mit Helm zentral auf den Kinnbügel fällt. Gemessen wird dabei die Kopfverzögerung, die Kinnriemenkraft und die auf denn Kinnbereich wirkende Kraft. Für die Visierdurchdringung gab es zwei Tests: Neben dem ECE-Test, bei dem eine drei Kilogramm schwere Kugel aus einem Meter Höhe auf das Visier fällt, wurde die Fallhöhe in einer zweiten Reihe auf 1,75 Meter gesteigert.Die Kratzfestigkeit der Visiere testete die PTB (Physikalisch-Technische Bundesanstalt) in Braunschweig in einem standardisierten Sandrieseltest. Auch hier setzt die ECE einen Grenzwert (5 cd/m² lx), nicht jedoch für das Beschlagverhalten. Dies wird in einer Wasserdampf-Atmosphäre untersucht, der Visiere mit wirksamen Beschichtungen länger als eine Sekunde widerstehen können.

Helmtest: Klapphelme (Archivversion) - Klappt´s besser?

Welche Pluspunkte können Klapphelme in der Handhabung verbuchen?
Gute Sicherheit sollte der Kunde bei jedem Helm voraussetzen können, im täglichen Umgang sind dann die Kleinigkeiten wie Sitz, Bedienung oder Geräuschentwicklung entscheidend.Aerodynamik. Im Luftwiderstand sind keine signifikanten Unterschiede festzustellen. Klapphelme sind bauartbedingt etwas breiter, daher vollbringen sie beim cw-Wert keine Wunder. Alle Testhelme liegen jedoch auf zufriedenstellendem Niveau.Geräuschverhalten. Klapphelme leise zu machen, ist aufgrund der zusätzlichen Kanten, Ecken und Hebel schwieriger als bei Integralhelmen. Daß die akustische Optimierung erfolgreich sein kann, beweist der BMW Systemhelm 4, er kann sich mit den besten Integralhelmen messen. Der Nolan N 100 ist meßtechnisch deutlich lauter, wird aber wegen des ausgeglichenen Frequenzspektrums subjektiv als angenehm eingestuft, zumal er bei höheren Geschwindigkeiten nicht dermaßen an Lautstärke zulegt wie andere Testhelme. Allerdings dämpft der BMW auch ein wenig die Wahrnehmung, obwohl er im Ohrbereich sehr offen wirkt. Der dichte Abschluß sorgt für die Abschottung. Deutlich unangenehmer wird der Caberg Unlimited empfunden, der die Ohren praktisch zudrückt und daher ebenfalls für verminderte Wahrnehmungsfähigkeit sorgt.Tragekomfort/Paßform. Klapphelme unterscheiden sich zwangsläufig ein wenig von geschlossenen Kollegen. Das Kinnteil klappt weg, also müssen die Backenpolster entsprechend kürzer ausfallen. Auch verlangt die Verschlußmechanik im Kinnbereich Platz. Daher sitzen die Helme meist ein bißchen anders, die hoch angebrachten Wangenpolster sind gewöhnungsbedürftig. Bei einigen Helmen gibt es je nach Kopfform auch Druckstellen. Menschen mit breitem Gesicht haben häufig mit dem sonst gut sitzenden BMW-Helm Probleme, der unten am Kiefer im Bereich der Verschlußmechanik drückt. Auf jeden Fall empfiehlt MOTORRAD beim Kauf eine ausgiebige Anprobe, besser noch eine Probefahrt. Kinnteil. Dabei kann auch gleich auf die Bedienung des Kinnteils geachtet werden. Grundsätzlich ist zwischen Helmen mit zentraler Taste (Airoh, BMW, Caberg Just One) oder mit doppelten Tasten (AGV, Caberg Unlimited, Nolan, NZI) zu unterscheiden. Besser klappt die Bedienung natürlich einhändig, der Airoh mit der breiten Taste innen am Kinnteil läßt sich am besten öffnen. Bei BMW hakt die scharfkantige Taste manchmal ein wenig. NZI hat es sich konstruktiv einfach gemacht, die Bedienung ist wenig zufriedenstellend. Ärgerlich ist es, wenn das geöffnete Kinnteil bei Kopfbewegungen zuklappt. Das kann bei einigen Helmen passieren, besonders aber beim NZI, dessen Scharnierschrauben sich ständig lösen. Sehr gut arretieren Airoh, BMW und Nolan, dessen Kinnteil von einer aufwendigen Exzentermechanik geführt wird. Kinnriemen/Verschluß. Die Version 04 der ECE 22 hat dafür gesorgt, daß die flachen Doppeltastenverschlüsse nicht mehr genehmigt werden. Daher finden sich nun meist Verschlüsse mit Druck- oder Schiebetaste, die dicker auftragen. Eine optimale Polsterung findet sich selten, nur bei BMW gibt es nichts zu kritisieren. Auch NZI deckt den Kinnriemen gut ab, bei anderen scheuert er ungeschützt am Hals. Manchmal drücken gar scharfkantige Verschlußteile auf den Kehlkopf. Wichtig ist, daß die Kinnriemenlänge fixiert bleibt, sonst lockert er sich der Riemen im Lauf der Zeit unbemerkt. Bei gesichertem Kinnriemenende ist das meist gewährleistet. Unangenehm: Bei beiden Caberg flattert das freie Kinnriemenende ungesichert herum.Visier. Stand der Technik ist bei modernen Helmen ein Quickout-Visier, wie es bei BMW und Nolan zu finden ist. Bei den übrigen Helmen halten die Scharnierschrauben gleichzeitig Kinnteil und Visier, daher ist der Visiertausch eine umständliche Angelegenheit. Auch die Visiermechanik ist oft nicht besonders ausgeklügelt. Extremer Ausreißer ist der NZI, dessen Visier sich hartnäckig gegen das Schließen sträubt. Fazit: Helme mit zentraler Bedienung sammeln in der Praxis die meisten Punkte, nur der »beidhändige« Nolan kann hier mithalten.

Helmtest: Klapphelme (Archivversion) - Test-Info

Um den Luftwiderstand der Klapphelme zu testen, verließen sich die Tester nicht allein auf subjektive Eindrücke. Für exakte Messungen wurde ein Prüfkopf mit Kraftaufnehmern knapp einen Meter oberhalb eines Autodachs in leicht geneigter Position montiert, so daß der Helm frei angeströmt wird. Mit diesem Aufbau wurden an windstillen Tagen Meßreihen bei Tempo 160 km/h durchgeführt, die angegebenen Werte sind Mittelwerte mehrere Meßzyklen. Für die Messung des Geräuschverhaltens durfte MOTORRAD den Akustik-Windkanal von BMW benutzen, in dem nahezu geräuschfrei Windgeschwindigkeiten bis über 200 km/h erzeugt werden können. Der Meßkopf ist auf einem Dummy montiert, der in tourenmäßiger Sitzposition auf einem unverkleideten Motorrad sitzt. Störende Turbulenzen durch Verkleidungen oder Motorradteile sollen dadurch ausgeschlossen werden, die Anströmung ist weitestgehend laminar.Mit einem Kunstkopf der Firma Cortex wurde das Frequenzspektrum bei 100 und 130 km/h Windgeschwindigkeit gemessen und auf DAT-Bändern aufgezeichnet. Bewertet wurde schließlich der Summenpegel, ein Maß für die objektive Belastung des Gehörs. Zusätzlich wurden die Aufzeichnungen im Studio von mehreren Personen abgehört und subjektiv beurteilt, denn je nach Frequenzspektrum kann Lärm mit gleichem Summenpegel als unterschiedlich laut empfunden werden. Manche Helme produzieren ein sehr lästiges, unregelmäßiges Geräusch, hier und da kommen auch unangenehme Störgeräusche wie Pfeifen oder pulsierendes Dröhnen dazu. Angenehmer wird ein gleichmäßiger Frequenzverlauf ohne Ausreißer in bestimmten Bereichen empfunden. Um die Praxisnähe der Kunstkopf-Messungen zu gewährleisten, verglich ein Tester durch eine eigene Testreihe auf dem im Windkanal montierten Motorrad die Aufnahmen mit seinen Eindrücken. Dabei zeigte sich eine sehr gute Übereinstimmung, die mit dem Kunstkopf gemessene Geräuschkulisse entsprach ziemlich genau der tatsächlich wahrgenommenen. Daß die Windkanal-Messungen nicht graue Theorie sind, zeigte sich außerdem bei den Fahrtests in freier Wildbahn, die auf verschiedenen Motorrädern ohne Verkleidung mit 100 und 160 km/h vorgenommen wurden. Die Wahrnehmbarkeit der Umweltgeräusche ist ebenfalls eine subjektive Bewertung der Testfahrer.Auf denselben Motorrädern fanden auch die weiteren Praxistests mit verschiedenen Testfahrern statt, bei denen Sitz, Bedienung und Trageverhalten der einzelnen Helme erprobt wurden. Die in den Tabellen angegebenen Bewertungen sind jeweils Mittelwerte. Die Regendichtheit mußten die Testkandidaten auf einem speziellen Prüfstand unter Beweis stellen, indem sie xx Minuten mit Wasser berieselt wurden, wobei eine Turbine für 80 km/h Windgeschwindigkeit sorgte.Nicht zu vergessen ist eine gut verständliche, bebilderte Bedienungsanweisung. Darin sollten unbedingt auch Hinweise enthalten sein, die vor dem Fahren mit hochgeklapptem Kinnteil warnen.

Fazit (Archivversion)

Daß der teuerste Helm, der BMW Systemhelm 4, die meisten Punkte sammelt, überrascht nicht. Wer bei den Fertigungskosten nicht sparen muß, kann aufwendiger bauen und bessere Materialien verwenden. Das schlägt sich in der Bedienung und Verarbeitung nieder. Aber auch der deutlich billigere Nolan N 100 schlägt sich gut, ein kleines Handicap ist die Zweihandbedienung. Im Mittelfeld finden sich Helme ohne herausragende Einzelbewertungen, aber auch ohne negative Ausreißer: die beiden Caberg-Helme Just One und Unlimited 3 sowie der weitgehend mit letzterem baugleiche Agv Targa.Auf der anderen Seite sollten preisgünstige Lösungen keinesfalls zu Lasten der Sicherheit gehen. Beim Airoh und vor allem dem gar nicht einmal so billigen NZI muß man von Sicherheitsmängeln sprechen. Helme, die den Abstreiftest nicht bestehen, bei denen das Kinnteil während eines Unfalls sehr leicht aufspringen kann und die in der Stoßdämpfung nur mäßige Werte erzielen (gilt für Größe 54), können nicht empfohlen werden. Gute Klapphelme sind für viele sicherlich eine Alternative zum starren Integralhelm, der in Sachen Unfallschutz jedoch immer noch das Optimum darstellt.

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