Vergleichstest: Regenkombis um 100 Mark (Archivversion) Hundewetter

Nach dem völlig verregneten Frühjahr freuen sich die Anbieter von Regenkombis auf gute Geschäfte. Zehn Einteiler der preislichen Mittelklasse mussten im Praxistest zeigen, ob sie wirklich dicht halten.

Die Dominanz des starken Geschlechts war im Frühjahr nicht zu übersehen. Zumindest aus meteorologischer Sicht, wo mit Xaver, Ernst oder Daniel ein Tief nach dem anderen das Geschehen auf der Wetterkarte bestimmte. Passende Rahmenbedingungen also, um zehn Regenkombis der preislichen Mittelklasse um 100 Mark unter die Lupe zu nehmen. Der erste Prüfpunkt, die Verarbeitungsqualität, ergibt keine großen Unterschiede; alle Kandidaten halten den kritischen Blicken problemlos stand. Weitgehende Einigkeit herrscht auch bei der Materialauswahl. Mit Ausnahme des aus PVC gefertigten Anzugs von Mobil-Tech setzen alle Anbieter auf beschichtetes Nylon. In Sachen Ausstattung ergibt sich hingegen ein vielschichtigeres Bild. Die Bandbreite reicht hier vom einfachen Überzieher (Götz, Frank Thomas) bis zur fast schon luxuriösen, weil durchgehend gefütterten sowie mit Innen- und Außentasche versehenen Kombi von Reusch, die überdies als einzige mit einem umlaufenden und einstellbaren Taillengurt aufwartet. Beim Praxistest punkteten einige Konkurrenten ebenfalls mit sinnvollen Detaillösungen. So etwa IXS mit stabilen Klettriegeln an den Ärmelbündchen, die ein Hochrutschen bei höherem Tempo unterbinden. Zur Nachahmung sehr zu empfehlen ist außerdem eine Weitenverstellung an den Oberarmen. Dieses wirksame Mittel gegen übermäßiges Flattern besitzen leider nur die Überzieher von Difi und Schuh. Die durchdachtesten Details bringen jedoch nichts, wenn es an der Passform hapert. Dass die Größe XXL zwischen den einzelnen Anbietern unterschiedlich ausfällt, ist sicher keine Überraschung. Wenn eine XXL-Kombi wie die Insize Shower von Götz jedoch so krass daneben liegt und nicht einmal einem Menschen in L-Statur passt, gibt dies bei einem häufig auch über den Versand georderten Artikel schon zu denken. Erfreulich hingegen die Tatsache, dass - im Gegensatz zu früheren Tests – alle Kandidaten einen weit hoch reichenden und eng schließbaren Kragen besitzen. Dennoch: Eine Anprobe vor dem Kauf des Regenschutzes über der Lederkombi ist Pflicht. Bei der letzten Disziplin, dem Nässetest, trennte sich schließlich die Spreu vom Weizen. Nur die Modelle von Frank Thomas, IXS, Modeka, Reusch und Schuh trotzten dem minutenlangen Wasserschwall aus einem Hochdruckgerät und hielten dicht. Die anderen fünf Testexemplare scheiterten mit zum Teil recht heftigen Wassereinbrüchen an dieser simulierten Regenfahrt – ein mehr als trauriges Ergebnis. Da bleibt für die gelackmeierten Käufer nur die Hoffnung, dass die männliche Dominanz auf der Wetterkarte künftig erhalten bleibt. Nach dem Willen der Meteorologen symbolisieren Xaver und Co. im nächsten Jahr nämlich immer ein Hoch.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote