Vergleichstest wasserdichte Tourenstiefel (Archivversion) Spritz-Tour

MOTORRAD hat elf wasserdichte Tourenstiefel der Preisklasse bis 150 Euro auf eine ausgiebige Testrunde inklusive Wasserdurchfahrt und Wanderetappe mitgenommen. Geprüft wurde, welches Schuhwerk am besten zu den vielfältigen Anforderungen passt.

Motorradfahren kann sogar bei Regen Spaß machen. Zumindest, wenn man geeignete, wasserdichte Bekleidung trägt – und dazu gehören wasserdichte Stiefel. Dass die nicht zwangsläufig 200, 300 oder gar noch mehr Euro kosten müssen, um den hohen Ansprüchen von Allwetterfahrern gerecht zu werden, zeigt der folgende Test, in dem MOTORRAD elf Paar Tourenstiefel zwischen 119 und 150 Euro gehörig in die Mangel genommen hat.

Die insgesamt 100 erreichbaren Punkte verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Testkriterien.

Wasserdichtigkeit (30 Punkte): mit die entscheidende Eigenschaft eines Tourenstiefels. Und da alle Kandidaten mit Membranen ausgestattet sind, sollte dieses Kriterium keine Probleme bereiten. Ein Paar eines jeden Modells hat MOTORRAD im Wasserbad überprüft, ein weiteres bis rund zehn Zentimeter unter den Stiefelschaft mit Wasser befüllt. Jeder dichte Stiefel erhält 7,5 Punkte. Bei Undichtigkeit gab’s je ­nach Stärke der Wasserdurchlässigkeit Abzüge. Bei immerhin fünf der insgesamt elf Testkandidaten hielten alle vier geprüften Stiefel absolut dicht. Und beim Rest war kein Totalausfall zu verzeichnen – wenngleich der eine oder andere Stiefel mit der Zeit doch Undichtigkeiten aufgrund von Verarbeitungsmängeln zeigte.

Tipp: Damit Käufer als wasserdicht angepriesener Stiefel bei der ersten Regenfahrt nicht plötzlich nasse Füße bekommen, besser gleich nach dem Kauf eine Dichtigkeitsprüfung analog der von MOTORRAD durchführen und undichte Exemplare umgehend auf Garantie tauschen. So spart man sich auf der Tour unnötigen Frust.

Praxistest Fahren (15 Punkte): Bei Testfahrten auf einer Suzuki ­Bandit 1250 bewerteten die MOTORRAD-Tester die Beweglichkeit, das Gefühl für Brems- und Schalthebel sowie den Halt auf den Rasten. Außerdem vergaben sie für das allgemeine Trageverhalten und die Passform Punkte. Ganz weit vorn landeten hierbei die ultrabequemen Hein-Gericke-Stiefel, die außerdem beste Beweglichkeit beim »Rumturnen« auf den Fußrasten bieten. Im Vergleich dazu wirken die Held Via geradezu knochenhart – obschon auch ­sie durchaus tourentauglich sind.

Praxistest Gehen (10 Punkte): Während einer Tour ist man auch immer mal wieder ein Stück zu Fuß unterwegs. Der Abrollkomfort auf Asphalt und Schotter und die Fußfixierung sind ebenso wichtig wie dass der Stiefel nirgendwo drückt. Alles in allem taugen alle Kandidaten für einen kurzen Fußmarsch, wofür der ausnahmslos gute Abrollkomfort verantwortlich zeichnet. Die eine oder andere Druckstelle an Nahtübergängen oder im Bereich von Protektoren oder Verstärkungen schränkt den Gehkomfort ein und wird mit Punktabzug bestraft. MOTORRAD empfiehlt, beim Stiefelkauf wenigstens einige Minuten durch den Verkaufsraum zu schlendern, um Probleme dieser Art auszuschließen.

Sicherheit (30 Punkte): Wie vollständig ist die Ausstattung mit Schutzpolstern oder Protektoren, aus was besteht das Außenmaterial (Leder oder Textil)? Wie gut ist der Halt im Stiefel, wie sicher der Verschluss? Auch Stiefelhöhe und Reflexmaterial fließen in die Bewertung mit ein. Mit klarem Vorsprung entscheiden die robusten Via von Held diese Wertung für sich. Die geringste Schutzfunktion im Testfeld bieten die T1R High XCR von Hein Gericke.

Handhabung (10 Punkte): Lassen sich die Stiefel bequem an- und ausziehen und die Verschlüsse gut bedienen?

Verarbeitung (5 Punkte): Wie gut sind die Kandidaten verarbeitet?

Test-Fazit: Für eine ausgiebige Spritztour (im doppelten Sinn) bietet der Markt in der Klasse bis 150 Euro reichlich empfehlenswertes Schuhwerk – das zumindest konnte ein Großteil der Kandidaten eindrucksvoll beweisen.

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