Warme Füße

Zuerst kriecht die Kälte in die Zehenspitzen, dagegen helfen nur richtige Winterstiefel. Doch die gibt´s gar nicht mehr.

Vor zwanzig, dreißig Jahren, als Motorradfahrer echte Ganzjahresfahrer waren, gab es noch richtige Winterstiefel, derbes Schuhwerk mit dicker Lammfellausstattung. Heute werden stattdessen von vielen Händlern Gore-Tex-Stiefel als wintertauglich empfohlen. Das trifft jedoch nur mit Einschränkungen zu: Die Membran hält vielleicht Wind und Wasser ab, nicht jedoch Kälte. Da gibt es nur eine Lösung: Möglichst viele isolierende Schichten zwischen Haut und Leder bringen. Und das geht nur, wenn der Stiefel groß genug ist. Ein gut passender Sommerstiefel kann sich daher zwangsläufig nicht als Winterstiefel eignen. Für den Winter müssen also spezielle Treter her. Der Daytona Trans Open (489 Mark) ist eigentlich ein gemäßigter Enduro-Stiefel, eignet sich wegen des derben Leders, des robusten Aufbaus und der Gore-Tex-Membran aber besonders gut für Wintereinsätze. Einen etwas zivileren Eindruck macht der Thermoboy-Stiefel von Polo, der Name verspricht allerdings mehr, als der Stiefel hält: Er verzichtet weitgehend auf Isolierung, die muss also mit Socken erst geschaffen werden. Wer für die wenigen Winterfahrten auch wenig Geld ausgeben will, findet bei Gericke den nur 70 Mark teuren Six Days-Stiefel. Ein einfacher, ganz aus Kunststoff gespritzter Stiefel mit Webfell, der eher einen Gummistiefel ähnelt, jedoch bei Kälte warme Füße garantiert.In allen Fällen gilt: Stiefel ein bis zwei Nummern größer wählen und mit isolierenden Socken kombinieren. Bei Frostfahrten empfehlen sich zwei paar Socken: Über einer dünneren Funktionssocke eine dicke Version, zum Beispiel Faserpelz von Louis (40 Mark), sehr gut sind auch Windstopper-Innenschuhe (60 Mark) von Polo. Nach unten halten Einlegesohlen die Kälte ab, gibt es zum Beispiel bei Louis entweder als Alutherm-Version (neun Mark) oder mit Schaffell (15 Mark).

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