Was trägt der Straßenkämpfer? (Archivversion)

Streetfighter kleiden sich anders als normale Biker, zum aggressiven Helm gehört die coole Kluft

Mit dem bitterbösen Helm im Totenkopflook ist es nicht getan, auch der Rest des Outfits sollte in Streetfighter-Kreisen vom Scheitel bis zur Sohle politisch korrekt ausgewählt sein. Oberste Devise: Wichtig für die Auswahl ist nicht die Funktionalität der Bekleidungsstücke, sondern vor allem der standesgemäße Auftritt. Sicherheitsaspekte spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Wer den Geruch von verbranntem Gummi und die Aura von Rambo verbreiten will, zu dem passen Protektorenkombi oder bunte Hightech-Stiefel tatsächlich wie die Faust aufs Auge. Doch für die Mitglieder der Stummelheck-Fraktion gibt’s durchaus standesgemäße Klamotten, die ihren Träger im Falle eines Falles schützen, ohne ihn der Lächerlichkeit preiszugeben.Beim Schuhwerk beispielsweise müssen es nicht immer die ordinären Turnschuhe oder Bikerboots sein. Gut gerüstet ist man mit festen Springerstiefeln, wie sie Louis sogar unter der Bezeichnung Streetfighter anbietet. Noch besser sind gut eingelaufene Endurostiefel, die dank eingearbeiteter Stahlplatten so manchen Schlag wegstecken. Handschuhe mit langer Stulpe sind bei Straßenkämpfern verpönt. Doch die häufig zu beobachtende Alternative, gleich ganz auf die schützenden Fingerlinge zu verzichten, sollte nochmals überdacht werden. Schließlich gibt es ja die bequemen, oft schrill gestalteten Cross-Handschuhe, etwa jene von Polo im Skelettdesign. Bei der Wahl des Beinkleids dominiert die Jeans, die natürlich szenegerecht verwaschen und abgewetzt sein sollte. Angesichts des Stuntrepertoires mit Burnouts und Wheelies empfiehlt sich jedoch zumindest eine Hose aus gegerbter Rinderhaut, die ja mit der Zeit durchaus die gewünschte Patina ansetzt. Komplettiert wird das grelle Outfit durch einen leichten, lässigen Textilblouson, welcher die Bodybuilder-Figur betont. Farblich herrscht freie Wahl, sowohl ein knalliger Dainese-Blouson wie auch eine Bomberjacke in Tarnfarbe sind legitim. Wenn das Jäckchen planlos im Wind flattert und ab Tempo 160 selbsttätig den Rücken freilegt, kommt’s allerdings mittelfristig zu Nierenleiden. Ein unsichtbar darunter getragener Rückenprotektor geht locker durch. Schließlich galt schon im Mittelalter, dass nur die gut gerüsteten Kämpfer alle Unwägbarkeiten heil überstehen.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote