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Zehn Rückenprotektoren im Test Schlagdämpfungsprüfung und Praxistest

Vielleicht nicht vor dem Weltuntergang, aber vor schlimmen Verletzungen können moderne Rückenprotektoren wirkungsvoll schützen. MOTORRAD schickte zehn Kandidaten auf die Missionen Schlagdämpfungsprüfung und Praxistest.

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Neulich, vor 65 Millionen Jahren: Ein Meteorit schlägt vor der Küste Mexikos ein, die Welt geht fast unter, die Dinosaurier sind hin. Im Jahr 2013: Die Menschen leben noch immer, unsere Spezies hat sogar die Freiheit, Leben und Gesundheit freiwillig aufs Spiel zu setzen. Zum Beispiel bei sogenannten Risikosportarten, und dazu zählt unbestritten auch Motorradfahren, das Heizen auf der Rennstrecke sowieso. Nun ist der Mensch aber (vermutlich) schlauer als Diplodocus, Brachiosaurus und Konsorten und macht sich ernste Gedanken darüber, wie er seinen Leib am besten schützt.

Vor Meteoriteneinschlägen ist er sicherlich nicht gefeit, aber wenn er sich mit dem Moped auf die Klappe legt, sind Protektoren naturgemäß hilfreich. Immerhin -betrifft fast jede zehnte Verletzung Rücken und Wirbelsäule - eingedenk der Tatsache, dass leider schon viele Motorradfahrer nach dem Abflug von der Maschine lebenslang im Rollstuhl gelandet sind, macht der Kauf eines Rückenprotektors selbstredend viel Sinn. Doch um die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben: Auch ein optimaler Rückenprotektor schützt nur bei einem Bruchteil der Unfälle vor den gerade skizzierten schlimmen Folgen, denn die meisten Querschnittslähmungen entstehen aufgrund von extremen Stauchungen und Verwindungen der Wirbelsäule. Ein Rückenprotektor schützt hingegen nach der Flugphase vor einwirkenden Schlagkräften, ob beim stumpfen, großflächigen Aufprall auf den Asphalt oder am Ende der Rutschphase beim Einschlag an Pfosten, Bordsteinkanten oder sonstigen Hindernissen, die zu bösen Verletzungen führen können.

Gut gemachte Rückenprotektoren können in solchen Fällen vor schlimmerem Übel bewahren und haben schon deswegen ihre Berechtigung. Sofern sie die aktive Sicherheit nicht herabsetzen. Denn wenn sich der Träger nur auf den drückenden und kneifenden Schützer konzentriert, ist er beim Fahren nicht voll konzentriert und riskiert einen Sturz, der ansonsten hoffentlich so selten ist wie ein Meteoriteneinschlag. Kurzum: Nicht nur die passiven Sicherheitsqualitäten (gute Schlagdämpfung, fester Sitz, sinnvolle Abdeckung der verletzungsgefährdeten Körperzonen) zählen, sondern auch der Tragekomfort. Und billige Materialien und schlechte Verarbeitung machen den Käufer nicht glücklich, wenn er im Schnitt immerhin um die 100 Euro hingeblättert hat. Die Testergebnisse zeigen übersichtlich, welche Stärken und Schwächen die einzelnen Kandidaten aufweisen. Schön zu sehen - wenn auch aus journalistischer Sicht eher langweilig -, dass es beim Test so gut wie keine Ausreißer gab und bei allen Protektoren das Geld ordentlich angelegt ist.

Das Fehlkaufpotenzial ist dennoch groß, es fängt schon mit der falschen Größenwahl an. Für die Zertifizierung sollte der Hersteller eine Empfehlung für die Torsolänge auf dem Protektor vermerken, den sogenannten Hüft-Schulter-Abstand (in Zentimetern oder Millimetern). Gemessen wird dieser Wert vom höchsten Punkt des Beckenknochenkamms bis zum Schultergelenk. Aufgeführte Konfektionsgrößen wie M, L oder XL oder Empfehlungen für Körpergrößen sind deshalb nur sekundär von Bedeutung. Beispiel: Bei Tester Jörg Lohse, 1,79 Meter groß, wurde der Wert 460 Millimeter gemessen, der Safemax-Protektor in M würde ihm zwar gefühlt besser passen, bietet mit einer empfohlenen Torsolänge von -maximal 450 Millimetern aber nicht den -optimalen Schutz. In Größe L (bis 520 Millimeter) wirkt das Teil bei Lohse wie ein aufgeschnalltes Surfbrett und stößt sogar am Helm an. Folglich wäre der eigentlich gute Protektor die falsche Wahl.

Leider beraten viele Verkäufer nur unzureichend oder trauen sich nicht, am Körper des Kunden herumzudrücken, um das passende Maß abzunehmen. Tipp deshalb: erst zu Hause mit dem Partner die Torsolänge ermitteln, im Laden die Angaben auf dem Protektor genau studieren, verschiedene Produkte anprobieren und vergleichen. Möglichst auf dem Motorrad in allen erdenklichen Fahrhaltungen, denn beim Renn-streckenfahren auf einem Supersportler in Vollgasposition ergeben sich völlig andere Eindrücke als aufrecht sitzend auf einer Reiseenduro. Passt alles, zuschlagen! Und bitte nirgends einschlagen.

Das Video zum Protektorentest.
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Dainese Shield Air

Foto: mps-Fotostudio
Dainese Shield Air.
Dainese Shield Air.

Anbieter:Dainese, Telefon 089/35396766, www.dainese.com
Größen: S, M, L, XL (unterschiedliche Torsolängen für Shield 7 bzw. 8)
Preis: 119 Euro
Gewicht (Shield 7, Größe M): 844 Gramm
Restkraftwerte:
7,18 kN (gemittelt),
7,27 kN (schlechtester Einzelwert)
Materialien: Protektor aus Wabenstruktur-Polypropylen-Platten, Rückenauflage aus Polyester-Textil
Fixierung: elastische Schultergurte mit Kunststoff-Verstellschnallen, elastischer Hüftgurt mit Klettverschluss und Weitenverstellungen an den Hüften per Klett
Herstellungsland: Tunesien

Fazit
Eine echte Luftnummer - aber im positiven Sinn. Im Testfeld macht der Shield Air seinem Namen alle Ehre, punktet durch eine hervorragende Belüftung. Und mit ordentlichen Schlagdämpfungswerten sowie beinahe perfekter Fixierung empfiehlt er sich als sehr tauglicher Schutzschild für Sport- und Tourenfahrer gleichermaßen. Allerdings vergleichsweise schwer.

MOTORRAD-Urteil: gut

Forcefield L2K

Foto: mps-Fotostudio
Forcefield L2K.
Forcefield L2K.

Anbieter: Germot, Telefon 06103/459100, www.germot.de
Größen: S, M, L (Damen: M, L)
Preis: 129,90 Euro
Gewicht (in Größe M): 826 Gramm
Restkraftwerte:
6,11 kN (gemittelt),
6,40 kN (schlechtester Einzelwert)
Materialien: Protektor aus PVC-Schaum mit Kevlar-Einlage, Rückenauflage aus Polyester-Textil
Fixierung: elastische Schultergurte mit Kunststoff-Verstellschnallen, elastischer Hüftgurt aus Polyamid mit Klettverschluss und Weitenverstellungen an den Hüften per Klett Herstellungsland: Taiwan

Fazit
Die Passform ist bei kalter Anprobe keine Offenbarung, sperrig und schwer wirkt der Protektor. Das legt sich zum Glück jedoch bei längerem Tragen. Der L2K kann außerdem durch gute innere Werte überzeugen, die Restkraftwerte sind klasse, das Ansprechverhalten der Dämpfung ist erstklassig. Der Hüftgurt sitzt einwandfrei, die Verarbeitung ist sauber. Prima Teil.

MOTORRAD-Urteil: gut

Hiprotec Rückenprotektor

Foto: mps-Fotostudio
Hiprotec Rückenprotektor.
Hiprotec Rückenprotektor.

Anbieter: Hein Gericke, Telefon 0211/98989, www.heingericke.de
Größen: S, M, L
Preis: 99,95 Euro
Gewicht (in Größe M): 640 Gramm
Restkraftwerte:
9,16 kN (gemittelt),
17,59 kN (schlechtester Einzelwert)
Materialien: Protektor aus Polyurethan und Polyamid-Applikatio-nen, Rückenauflage aus perforiertem Polyester mit Textilstruktur
Fixierung: elastische Schultergurte mit Kunststoff-Verstellschnallen, elastischer Hüftgurt mit Klettverschluss und Weitenverstellungen an den Hüften per Klett
Herstellungsland: Italien

Fazit
Bei einer offiziellen Zertifizierung nach Norm wäre der Kandidat durchgefallen, im Mittel verfehlt der Hiprotec die geforderten Werte haarscharf (Einzelschlag deutlich darüber). Trotzdem schützt das Teil - hier im Testfeld der Schlagdämpfungsverlierer - immer noch besser als die meisten nach Level 1 zertifizierten Protektoren, zumal Abdeckung und Fixierung klasse sind.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend

IXS Skeleron

Foto: mps-Fotostudio
IXS Skeleron.
IXS Skeleron.

Anbieter: IXS, Telefon 07631/18040, www.ixs.de
Größen: S, M, L
Preis: 129,90 Euro
Gewicht (in Größe M): 776 Gramm
Restkraftwerte:
6,88 kN (gemittelt),
7,42 kN (schlechtester Einzelwert)
Materialien: Protektor aus Polyamid-Platten, Rückenauflage aus gelochtem Polyester-Textil
Fixierung: elastische Schultergurte mit Kunststoff-Verstellschnallen, elastischer, abnehmbarer Hüftgurt mit Klettverschluss und Weitenverstellungen an den Hüften per Klett
Herstellungsland: China

Fazit
Mit harter Schale präsentiert sich der Skeleron - die Restkraftwerte sind gut, der gemessene Kraft-Zeit-Verlauf könnte allerdings besser sein. Unter körpernah geschnittenen Kombis bietet der dick auftragende, relativ starre Protektor nur mäßigen Tragekomfort. Die Fixierung indes: vorbildlich. Insgesamt ein solider, wenngleich nicht gerade preisgünstiger Protektor.

MOTORRAD-Urteil: gut

Modeka 069830

Foto: mps-Fotostudio
Modeka 069830.
Modeka 069830.

Anbieter: Modeka, Telefon 02521/85030, www.modeka.de
Größen: S, M, L, XL, XXL
Preis: 69,90 Euro
Gewicht (in Größe L): 776 Gramm
Restkraftwerte:
7,91 kN (gemittelt),
8,17 kN (schlechtester Einzelwert)
Materialien: Protektor aus Weichschaum, Überzug aus Poly-amid-Polyurethan-Gewebe
Fixierung: elastische Schultergurte mit Kunststoff-Verstellschnallen, im Schulterbereich breitere Auflagen aus luftdurchlässigem Netzgewebe, elastischer Hüftgurt mit Klettverschluss
Herstellungsland: Pakistan

Fazit
Der Weichschaumprotektor in Textilhülle bietet ordentliche, aber keinesfalls berauschende Schlagdämpfungswerte. Beim Tragekomfort gibt es vor allem wegen der schwachen Belüftung Punktabzüge, und richtig störend ist die schlappe Fixierung, die den Schützer unter der Kombi zu einfach verrutschen lässt. Der Modeka ist zwar günstig, aber sein Geld nur bedingt wert.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend

Ortema P1

Foto: mps-Fotostudio
Ortema P1.
Ortema P1.

Anbieter: Ortema, Telefon 07145/9153800, www.ortema.de
Größen: S, M, L, XL
Preis: ab 149,95 Euro
Gewicht (in Größe M): 820 Gramm
Restkraftwerte:
6,79 kN (gemittelt),
7,03 kN (schlechtester Einzelwert)
Materialien: Protektor aus Weichschaum mit Polyester-Platte als Durchdringungsschutz, Rückenauflage aus 3D-Mesh-Gewebe (Polyester/Polyamid)
Fixierung: elastische, stufenlos einstellbare Schultergurte mit Klettverstellung, elastischer Hüftgurt mit Klettverschluss
Herstellungsland: Italien

Fazit
Sieger der Tragekomfort-Wertung - sehr bequem, frei von Druckstellen, alle Tester waren begeistert. Und auch bei der Schlagdämpfungsprüfung machte der P1 eine gute Figur. Weniger souverän gibt sich der angenehm dünn auftragende Protektor beim Ankleiden, denn beim Einsteigen in die Lederkombi verrutscht er leicht und muss nachjustiert werden. Nervig.

MOTORRAD-Urteil: gut

Safemax Aero

Foto: mps-Fotostudio
Safemax Aero.
Safemax Aero.

Anbieter: Polo, Telefon 02165/8440200, www.polo-motorrad-.de
Größen: S, M, L
Preis: 79,95 Euro
Gewicht (in Größe M): 694 Gramm
Restkraftwerte:
6,53 kN (gemittelt),
7,31 kN (schlechtester Einzelwert)
Materialien: Protektor aus Polyurethan und Polyester, Rückenauflage aus luftdurchlässigem Polyester-Airmesh-Gewebe
Fixierung: elastische Schultergurte mit Kunststoff-Verstellschnallen, elastischer Hüftgurt mit Klettverschluss
Herstellungsland: Italien

Fazit
Geringes Gewicht, gute Beweglichkeit und vorzeigbare Schlagdämpfungswerte mit vorbildlichem Kraft-Zeit-Verlauf. Dazu ein mehr als fairer Preis. Der Protektor ist eine gute Wahl, allerdings empfiehlt sich vor dem Kauf unbedingt eine Anprobe. Je nach Hüft-Schulter-Abstand fällt die dafür empfohlene Größe vergleichsweise üppig aus, heißt: Nicht jedem passt der Aero gut.

MOTORRAD-Urteil: gut

Tryonic Feel 3.7

Foto: mps-Fotostudio
Tryonic Feel 3.7.
Tryonic Feel 3.7.

Anbieter: Rev’it, Telefon 0031/ 412696740 (NL), www.revit.eu
Größen: S, M, L
Preis: 149,99 Euro
Gewicht (in Größe M): 774 Gramm
Restkraftwerte:
5,80 kN (gemittelt),
7,70 kN (schlechtester Einzelwert)
Materialien: Protektor aus Polypropylen-Platten mit Styroporkern, Rückenauflage aus Polyester, Polyethylen und Polyamid
Fixierung: elastische SchulterBauch-Gurte mit Kunststoff-Verstellschnallen, elastischer Hüftgurt mit Klettverschluss und Weitenverstellungen an den Hüften per Klett
Herstellungsland: China

Fazit
Angeblich soll der Feel 3.7 Bester seiner Klasse sein, der Hersteller will Restkraftwerte deutlich unter vier Kilonewton gemessen haben. Beim MOTORRAD-Test bleibt der Protektor hinter den hohen Erwartungen zurück, auch wenn Restkraftwerte, das Ansprechverhalten und vor allem die Belüftung sehr gut sind. Die Passform ist jedoch schlecht, die Zusatzfixierung überflüssig.

MOTORRAD-Urteil: gut

Vanucci Rückenprotektor

Foto: mps-Fotostudio
Vanucci Rückenprotektor.
Vanucci Rückenprotektor.

Anbieter: Louis, Telefon 040/73419360, www.louis.de
Größen: S, M, L
Preis: 99,95 Euro
Gewicht (in Größe L): 790 Gramm
Restkraftwerte:
5,30 kN (gemittelt),
5,45 kN (schlechtester Einzelwert)
Materialien: mehrlagiger Weichschaum-Protektor, Überzug aus Polyester, Rückenauflage aus -Polyester-3D-Mesh-Gewebe
Fixierung: elastische Schultergurte mit Kunststoff-Verstellschnallen und verbreiterter Schulterauflage, elastischer Hüftgurt mit Klettverschluss
Herstellungsland: Italien

Fazit
Hoher Komfort, beste Schlagdämpfungswerte im Vergleich, erstklassige Abdeckung des Rückens - Testsieg absolut verdient! Aber auch Bestes lässt sich optimieren. Beim Reinschlüpfen in körpernah geschnittene Sport-Lederkombis rutscht der schwer zu fixierende Protektor hoch, ein sauberer Sitz ist nur mit Fremdhilfe hinzubekommen. Das sollte besser funktionieren.

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Zandona Shark EVC

Foto: mps-Fotostudio
Zandona Shark EVC.
Zandona Shark EVC.

Anbieter: Modeka, Telefon 02521/85030, www.modeka.de
Größen: S, M, L, XL
Preis: ab 109,90 Euro
Gewicht (in Größe L): 1018 Gramm
Restkraftwerte:
7,50 kN (gemittelt),
8,68 kN (schlechtester Einzelwert)
Materialien: Protektor aus Polypropylen-Platten und Polyurethan-Kern, Rückenauflage aus Polyamid
Fixierung: elastische, abnehmbare Schultergurte mit Kunststoff-Verstellschnallen, elastischer Hüftgurt mit Klettverschluss und Weitenverstellungen an den Hüften per Klett
Herstellungsland: Italien

Fazit
Klarer Testverlierer und dennoch kein schlechter Protektor. Der schwere, sperrige Zandona verspielt viele Punkte durch nur mäßigen Tragekomfort und störende Druckstellen. Die Schlagdämpfungswerte: im grünen Bereich, der Kraft-Zeit-Verlauf: im Vergleich zur Konkurrenz eher schwach, die Abdeckung: an den Schulterblättern spärlich. Positiv: die gute Fixierung.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend

Foto: mps-Fotostudio
Die Endwertung. Fazit: Kein Skandal, keine Verbraucherwarnung - die Hersteller haben offenbar ihre Hausaufgaben gemacht. Bis auf eine Ausnahme (Hiprotec) liegen alle Testkandidaten im Prüfnormbereich auf dem anspruchsvollen Level 2, bekommen fast durch die Bank weg sehr ordentliche Sicherheitswerte attestiert. Da Sicherheit Hauptkaufgrund ist, gelten alle Schützer im Testfeld mit ihren guten Ergebnissen (schlimmstenfalls Gesamtnote „befriedigend“) als empfehlenswert. Aber: Wenn der Protektor unbequem sitzt, wird er nicht getragen und hilft beim Sturz nicht. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass sich die meisten Kandidaten in der Komfort-Wertung ebenfalls empfahlen.
Die Endwertung. Fazit: Kein Skandal, keine Verbraucherwarnung - die Hersteller haben offenbar ihre Hausaufgaben gemacht. Bis auf eine Ausnahme (Hiprotec) liegen alle Testkandidaten im Prüfnormbereich auf dem anspruchsvollen Level 2, bekommen fast durch die Bank weg sehr ordentliche Sicherheitswerte attestiert. Da Sicherheit Hauptkaufgrund ist, gelten alle Schützer im Testfeld mit ihren guten Ergebnissen (schlimmstenfalls Gesamtnote „befriedigend“) als empfehlenswert. Aber: Wenn der Protektor unbequem sitzt, wird er nicht getragen und hilft beim Sturz nicht. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass sich die meisten Kandidaten in der Komfort-Wertung ebenfalls empfahlen.

Endwertung

Kein Skandal, keine Verbraucherwarnung - die Hersteller haben offenbar ihre Hausaufgaben gemacht. Bis auf eine Ausnahme (Hiprotec) liegen alle Testkandidaten im Prüfnormbereich auf dem anspruchsvollen Level 2, bekommen fast durch die Bank weg sehr ordentliche Sicherheitswerte attestiert. Da Sicherheit Hauptkaufgrund ist, gelten alle Schützer im Testfeld mit ihren guten Ergebnissen (schlimmstenfalls Gesamtnote „befriedigend“) als empfehlenswert. Aber: Wenn der Protektor unbequem sitzt, wird er nicht getragen und hilft beim Sturz nicht. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass sich die meisten Kandidaten in der Komfort-Wertung ebenfalls empfahlen.

Foto: mps-Fotostudio
So testet MOTORRAD: Bei der Anprobe in Rennhaltung offenbaren sich Passformschwächen.
So testet MOTORRAD: Bei der Anprobe in Rennhaltung offenbaren sich Passformschwächen.

So testet MOTORRAD

Der TÜV Rheinland in Köln überprüfte zusammen mit MOTORRAD die Schlagdämpfungswerte der Protektoren. Bei der Prüfung standen für jeden Kandidaten fünf Schläge innerhalb der nach der CE-Norm EN-1621-2 festgelegten Sicherheitszone an, zwei davon auf anzunehmende Schwachstellen (Aussparungen, Belüftungen, Zonen mit dünner Materialstärke). Ein fünf Kilo schwerer Schlagkörper fällt aus definierter Höhe auf den auf einem Amboss aufliegenden Protektor und leitet an den zuvor angezeichneten Messpunkten eine kinetische Energie von 50 kN ein. Der Durchschnittswert der Restkraft aus fünf Prüfschlägen sollte nicht mehr als 9 kN (Einzelschlag: 12 kN) betragen. Im Anschluss bewerteten die Tester Abdeckung (der zu schützenden Körperzone) und Fixierung (verrutscht der Protektor?). Tragekomfort (Passform, Belüftung, Gewicht) und Qualität zählten zu weiteren Kriterien, aus denen sich das Gesamtergebnis zusammensetzte.

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