Helm: Schuberth S1 Pro Sport trifft Komfort

Die Marke Schuberth hat sich wahrscheinlich in der Formel 1 und unter Tourenmotorrad-Fahrern einen besseren Ruf erarbeitet als in der rennsportlichen PS-Stammklientel. Aber sie bleibt am Thema dran und wagt einen neuen Anlauf.

Foto: Hersteller
Auf der EICMA in Mailand hat Schuberth sein neues Topmodell unter den Helmen, den S1 Pro präsentiert. Aerodynamiker und andere Ingenieure wollen viel Grundlagenforschung in die Gestaltung einfließen gelassen haben.

Schuberth wendet sich mit diesem Modell nach eigenen Angaben "an Motorradfahrer, die sich vor allem im höheren Geschwindigkeitsbereich wohlfühlen".

"Von Auftriebskräften gänzlich unbeeindruckt" sei der Helm bei über 200 km/h geblieben. Und natürlich zahle sich die Aerodynamik auch in puncto Geräuschlevel aus, wozu der Akustikkragen einen weiteren Beitrag leiste.

Der Helm besteht aus GfK, ist ab 499 Euro zu haben und wiegt - das dürfte für Sportfahrer ein wesentliches Kriterium sein - über 1,5 Kilogramm. In der Praxis fällt zunächst der Schuberth-typische enge Einstieg auf, der sich jedoch mit einem guten, gleichwohl komfortablen Sitz des Helms auf der Fahrerrübe auszahlt; man fühlt sich im S1 Pro rundum gut verschalt. Wer das Gefühl von Luft um den Kopf braucht, ist bei Schuberth falsch.

Der Kinnriemen fädelt sich etwas ungelenk durch den sehr nah an der Helmschale verankerten Doppel-D-Verschluss. Dieser Begriff führt überdies in die Irre: Die D-Ringe des Schuberth S1 Pro sind gar nicht D-förmig, sondern rechteckig, was es noch einmal erschwert, den Riemen einzufädeln und zu straffen. Dafür sitzt der Helm hinterher bombenfest, zugfrei und gleichzeitig äußerst komfortabel.

Die Belüftungselemente und der integrierte, über einen Schieber zu aktivierende Sonnenschutz sind auch mit dicken Handschuhen leicht zu bedienen und funktionieren gut. Die Visiermechnik ist 8-fach gerastert, wobei drei Positionen nah an "geschlossen" enger beieinander liegen als der Rest - clever gedacht. Das Pinlock-Visier hält den Blick zuverlässig beschlagfrei.

Die Form der Helmschale beschränkt das Sichtfeld in sportlicher Sitzhaltung allerdings merklich. Der Geräuschlevel bleibt auch bei hohen Geschwindigkeiten angenehm niedrig; ob dies einer ausgefeilten Aerodynamik zu verdanken ist oder doch eher den Polstern, die dem Fahrer die Ohren gut zuhalten, sei dahingestellt.

Fazit: Ein prima Helm für die ausgedehnte Landstraßen- und Autobahntour. Die integrierte Sonnenblende und den Tragekomfort lernt man schnell zu schätzen; dann verzeiht man dem Schuberth S1 Pro auch das Gefummel beim Anziehen. Für die Rennstrecke wird man sich nach leichteren Kandidaten mit tauglicherem Sichtfeld umsehen.
PS-Wertung: gut (4 von 5 Sternen)
Preis: ab 499 Euro
Werkstoff Helmschale: glasfaserverstärktes Duroplast
Farben/Dekore: 4 einfarbige und 10 mehrfarbige Varianten
Größen: XS bis XXL (52/53 bis 62/63)
Kontakt: www.schuberth.de

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