04.05.2012 Von: Manuel Fuchs
Erschienen in: 06/ 2012 2Räder

Richtig kaufen: Klapphelme Klapphelme im Test

Die Zeiten, als Klapphelme unförmig aussahen und fast doppelt so viel wogen wie Integralhelme, sind vorbei. Wer die Vorteile eines beweglichen Kinnteils nutzen möchte, hat viel Auswahl. 2Räder vergleicht zwölf Klapphelme im Test.

Kaufberatung Klapphelme

Klapphelme_Eisessen

Bei kurzen Pausen sind Klapphelme durchaus praktisch.  

Foto: Hornig  

Jeder fünfte in Deutschland verkaufte Helm ist ein Klapphelm. Das entspricht knapp BMWs Anteil an den Motorrad-Neuzulassungen 2011 - aber dieser Zusammenhang ist wohl nur ein sympathischer Zufall. Tatsächlich ist der Klapphelm mittlerweise für alle Marken und viele Modelle hoffähig geworden; sogar auf Harley-Davidson und Ducati wurde er bereits gesichtet. Die Vorteile sind ja auch nicht von der Hand zu weisen - beim Aufziehen, beim schnellen Happen an der Tanke, für Brillenträger und gelegentlich sogar (P/J-Zulassung beachten!) beim Offenfahren auf einer gemütlichen Sommerrunde. Klappbare Sonnenblenden gehören zum Standard, nur ein Testkandidat verzichtet darauf.

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Das Testfeld setzt sich aus Klapphelmen zwischen 150 und 500 Euro zusammen. Das ist eine große Spanne, doch die grundlegenden Eigenschaften der Helme sind gleich: geprüft nach der aktuellen Norm ECE-R 22-05, herausnehmbare und waschbare Innenausstattung, ein mit einer Hand bedienbares Kinnteil sowie ein Ratschenverschluss. Wie sehr Klapphelm-Kunden das als Standard wahrnehmen, zeigt die Entwicklung der traditionell sehr sportlich ausgerichteten Marke Shoei: Etwas anderes als ein Doppel-D-Verschluss kam für die Ingenieure lange Zeit überhaupt nicht in Frage, und ein klappbares Sonnenvisier erst recht nicht. Erst mit dem jüngst vorgestellten Neotech hielten diese Merkmale Einzug bei Shoei - und, das ist die Pointe, bescheren der Marke den Testsieg.

Schlagdämpfungswerte wurden in Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland ermittelt: Die Helme kollidierten mit 27 km/h (nach ECE verlangt: 19,8 km/h) seitlich mit einem sogenannten Sigma-Pfosten, also den Pfosten, an denen im echten Leben Leitplanken befestigt sind. Die ECE-Grenzwerte für Beschleunigung (275 g) und das „Head Injury Criterion” (HIC, maximal 2400) unterboten alle Testhelme. Beim Schlag auf das Kinnteil, wiederum mit 27 km/h, schafften nur der BMW, der Lazer und der Schuberth den ECE-Grenzwert. Nach ECE-Prüfung sind aber auch hier nur 19,8 km/h Schlaggeschwindigkeit gefordert. Als Einziger Helm im Testfeld ließ sich der Caberg nach dem Kinnschlag nicht mehr öffnen.


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