Neuer Airbag-Helm Polo bietet Helm von APC an

Foto: Polo/APC
Schon seit längerem findet die Idee eines Airbags für Motorradfahrer immer mehr Fürsprecher. Doch wo genau die Airbags nun platziert werden und durch welchen Mechanismus sie auslösen ist bei allen Ideen und Produkten unterschiedlich. Die Konzepte reichen von Airbags im Motorrad, zum Beispiel in der Honda Gold Wing, über Airbag-Jacken, wie die D-Air von Dainese, bis hin zu Airbags in Helmen, wie dem neuen Airbag-Helm von APC. Unterschiede gibt es auch in dem Auslösungsverfahren. So werden einige Systeme von Sensoren ausgelöst und zünden dann einen Treibsatz – sie explodieren geradezu wie Autoairbags, während besonders die ersten Entwicklungen noch auf eine Auslösung per am Motorrad befestigter Reißleine und Gaspatronen setzten. Die vor einigen Jahren von Vanucci angebotene Airbagjacke war mit einem solchen Reißleinensystem ausgestattet und war für jedermann käuflich, konnte sich aber nicht durchsetzen. In Zwischenzeit wurden jedoch neue Systeme entwickelt. Zu dieser neuen Generation der Motorradairbags zählen die D-Air Kombi von Dainese, die es aber nur für Rennfahrern gibt, oder in Motorräder integrierte Systeme, wie das der Honda Gold Wing.
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Foto: APC Helmets
Einen neuen, praxistauglichen und für jedermann zugänglichen Airbag hat nun die Firma APC Helmets aus Spanien entwickelt. APC packt den Airbag einfach in den Helm. Im Zusammenspiel mit einem kabellosen Sensor, welcher unter der Sitzbank des Motorrades befestigt wird, werden verschiedenste Variablen berechnet. Sobald diese Daten einen bestimmten Wert überschreiten, also eine abrupte Verzögerung wie im Falle eines Unfalles geschieht, löst der Airbag in weniger als 0,15 Sekunden aus. Diese Unfallerkennung soll absolut fehlerfrei sein, und bei niedrigen, eher ungefährlichen Geschwindigkeiten nicht auslösen. Im ausgelösten Zustand umschließt der Airbag den Hals und stabilisiert den Nackenbereich bis hin zum siebten Halswirbel. So soll der Fahrer vor Verstauchungen und weiteren Verletzungen in diesem Bereich geschützt werden. Da der Sensor programmiert werden kann, wird es möglich sein bis zu fünf Helme auf einem mit Sensor ausgestattetem Motorrad zu synchronisieren, oder aber die Schutzwirkung eines Helmes auf mehreren mit Sensor ausgestatteten Motorrädern zu gewährleisten.

Nachdem an der Technik vier Jahre lang geforscht wurde, konnte der Helm im Herbst 2007 und im Frühling diesen Jahres sein Können in vielen Crashtests, unter anderem auch bei der Dekra, beweisen. Die Markteinführung des Helmes erfolgte im Frühjahr 2008 in Spanien und ab der Intermot, welche vom 8. bis 12. Oktober in Köln stattfindet, wird Polo den Helm exklusiv in Deutschland vertreiben. Der Helm wird in den Farben Mattschwarz und Anthrazit und in den Größen von S bis XL für 899 Euro angeboten werden, wobei zwei Helmschalengrößen zur Verfügung stehen. Des weiteren wird ein optionales Bluetooth-Komunikationsset für 170 Euro angeboten werden.
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Foto: Polo/APC
Neben dem APC Airbaghelm gibt es den amerikanischen Anbieter ADORG Safety Technologies, welcher mit seinem SH-ABS ein nachrüstbares Airbagsystem für jeden Integralhelm anbieten will. Wie sich die Systeme in der Praxis bewähren und ob sie vom Kunden überhaupt angenommen werden, wird sich zeigen, doch sind sie zumindest ein wichtiger Schritt, um den Hals zu retten.

Weiter Informationen finden sie unter www.apcsystem.com/deu/index.php.

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