Produkttest Integralhelme mit integrierter Sonnenblende

Helme mit Sonnenschutzfaktor

Eine Fahrt gegen die tief stehende Sonne, womöglich noch bei nasser Straße, gleicht einem Blindflug ohne Autopilot. Außer man nennt einen Helm mit integrierter Sonnenblende sein Eigen. MOTORRAD hat zehn aktuelle Modelle in Labor und Praxis getestet.

Foto: mps-Fotostudio
MOTORRAD testet für Sie zehn aktuelle Helme mit integrierter Sonnenblende.
MOTORRAD testet für Sie zehn aktuelle Helme mit integrierter Sonnenblende.

Und wieder einmal tanzen sekundenlang grüne Punkte im Sichtfeld herum, weil der Straßenverlauf hinter der Kuppe genau in Richtung aufgehende Sonne führt. Da hilft nur Gas zudrehen, Augen zusammenkneifen und hoffen, dass der Spuk bald ein Ende hat. Besitzern von Helmen mit integrierter Sonnenblende genügt ein rechtzeitiger Griff zum Bedienungsschieber, und sie können die Fahrt mit unverminderter Geschwindigkeit und vor allem ohne Sichtbehinderung fortsetzen. Während integrierte Sonnenblenden bei Klapphelmen fast schon zur Standardausstattung gehören, verwenden bislang nur wenige Integralhelm-Hersteller dieses Feature. MOTORRAD hat sich alle Anfang des Jahres erhältlichen Modelle besorgt und nach bewährtem Muster getestet. Die insgesamt zehn Probanden verteilen sich auf die sechs Hersteller Akira, Caberg, Givi, HJC, Schuberth und Scorpion.


Passform/Trageverhalten (20 Punkte): Sitzt der Helm auch bei hohen Geschwindigkeiten fest und stabil auf dem Kopf? Kommt es zu unangenehmen Druckstellen? Außerdem zählen Sichtfeld und Brillen­eignung zu diesem Kriterium.
Aerodynamik (10 Punkte): Die Testfahrer bewerteten bei 150 und 200 km/h die auftretenden Kräfte bei gerader Kopfhaltung und beim Kopfdrehen.
Akustik (10 Punkte): Wie hoch ist die Geräuschbelastung beim Fahren? Im unteren Bereich offene Helme wie der Givi X01 schneiden hier sehr schlecht ab, die gut gekapselten Modelle R1 und S1 Pro von Schuberth sind dagegen geradezu himmlisch leise.
Belüftung (10 Punkte): Unverständlich, dass es einige Hersteller nicht schaffen, für ausreichend Frischluftzufuhr und Kopf­kühlung zu sorgen. Auch die Bedientasten sind teilweise völlig inakzep­tabel. Vorbildfunktion haben hier ebenfalls die beiden Helme von Schuberth, die mit hervorragender Durchlüftung glän­zen und deren große Tasten sich perfekt bedienen lassen.
Handhabung (10 Punkte): Wie komfortabel lassen sich die Kandidaten an- und ausziehen, wie gut funk­tio­nie­ren Bedienung und Justage der Kinnriemenverschlüsse? Ebenfalls zur Handhabung zählen Visierbedienung und -wechsel. Für eine schwergängige Rastung wie beim Akira gibt’s ebenso Abzug wie für einen Visierwechsel, der wie beim Givi X01 nur mit Werkzeug möglich ist.
Funktion Sonnenblende (5 Punkte): Wie gut lässt sie sich bedienen? Sind auch Zwischenstellungen möglich? Wie groß ist die Abdeckung des Sichtbereichs? Ist die Sonnenblende beschlagfrei? Volle Punktzahl erreichen die Modelle von Schuberth und Scorpion. Die Mechanik der HJC-Helme erlaubt keine Zwischenstellung, das führt zu Punktabzug.
Verarbeitung/Ausstattung (10 Punkte): Hierzu zählt in erster Linie eine saubere Verarbeitung der Helme. Außerdem gibt’s für ein beschlagfreies Visier, ein herausnehmbares Innenfutter und Reflexmaterial Punkte.
Gewicht (5 Punkte): Dass Helme mit integrierter Sonnenblende erstaunlich leicht sein können, zeigen der Givi H40.1 und der HJC FS-10 Carbon, die beide deutlich weniger als 1400 Gramm auf die Waage bringen – ein Wert, den viele herkömmliche Integralhelme überschreiten.

FAZIT
Bis auf wenige Abstriche präsentieren sich die Testkandidaten als praktische und sichere Begleiter beim Motorradfahren. Und eines haben alle gemeinsam: Bei heruntergeklapptem Sonnenvisier hat sich’s endlich ausgeblendet.

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Akira Izumi - 99 Euro

Anbieter: Roleff Motorrad-Mode, Telefon 02761/929307, www.roleff.de
Größen: XS bis XL
Farben: Schwarz/Blau, Schwarz/Rot, Schwarz/Silber

Plus
Hervorragende Stoßdämpfungswerte; sehr gute Passform, liegt sauber und gleichmäßig an; großes Sichtfeld; gute Aerodynamik, Belüftungstasten gut zu bedienen; sehr einfacher Visierwechsel; funktionelle Sonnenblende; Futter herausnehmbar
Minus
Kratziges Futter; für Brillenträger wenig geeignet; laut; Belüftung nicht spürbar; Visier beschlägt; extrem schwergängige Visiermechanik; mäßig verarbeitet; sehr schwer
Fazit
Der mit Abstand preisgüns- tigste Helm im Vergleich schlägt sich wacker. Vor allem die hervorragenden Stoßdämpfungswerte und der straffe, passgenaue Sitz überzeugen. Trotz etlicher Detailmängel stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis

Urteil: befriedigend

Caberg V2R - ab 189,95 Euro

Anbieter: Caberg Deutschland, Telefon 08191/971221, www.caberg-helm.com
Größen: XS bis XXL
Farben: sechs Unifarben - zwei davon Anthrazit (matt oder metallic) für 199,90 Euro; drei Dekore in insgesamt fünf Farbvarianten (199,90 Euro)

Plus
Sehr gute Stoßdämpfungswerte; gute Passform, liegt sauber und gleichmäßig an; großes Sichtfeld; noch gute Aerodynamik; gut an- und auszuziehen; Visier beschlagfrei und leichtgängig; sehr einfacher Visierwechsel; funktionelle Sonnenblende; gut ver­arbeitet; Futter herausnehmbar
Minus
Für Brillenträger wenig geeignet; laut; Belüftung kaum spürbar, außerdem nur mäßige Tastenbedienung; schwer
Fazit
Bis auf die Belüftung leistet sich der sauber verarbeitete V2R keine wirkliche Schwäche und bietet vor allem Tourenfahrern viel Helm zu einem fairen Preis

Urteil: Gut

GIVI H40.1 - 295 Euro

Anbieter: Givi Deutschland, Telefon 0911/955100, www.givi.de
Größen: XS bis XL
Farben: Blau-Silber-Matt, Bronce-Matt, Schwarz-Matt, Silber-Metallic

Plus
Stabiler Sitz; großes Sichtfeld; noch gute Aerodynamik; gut an- und auszuziehen; praktischer, wenn auch etwas kurzer Ratschen-Schnellverschluss; Visier leichtgängig und sehr einfach zu wechseln; funktionelle Sonnenblende; gut verarbeitet; Futter herausnehmbar; leicht
Minus
Leichte Schwäche bei der Stoßdämpfung; geringe Druckstellen an der Stirn; enges Kinnteil; nur mäßige Brilleneignung; laut; Kopfbelüftung nicht spürbar, außerdem Tasten schlecht zu bedienen; nicht völlig beschlagfreies Visier
Fazit
Sehr leichter und dadurch angenehm zu tragender Helm ohne Schnörkel, der jedoch vergleichsweise laut ist und eklatante Schwächen im Kriterium Belüftung aufweist

Urteil: befriedigend

GIVI X01 - 319 Euro

Anbieter: Givi Deutschland, Telefon 0911/955100, www.givi.de
Größen: XS bis XL
Farben: Schwarz-Matt, Silber-Matt

Plus
Sehr großes Sichtfeld; gute Aerodynamik und Brilleneignung; Be­lüftung nach Umbau (siehe Kasten links) gut spürbar; sehr gut an- und auszuziehen; praktischer, wenn auch etwas kurzer Ratschen-Schnell­verschluss; funktionelle Sonnenblende; gut verarbeitet; Futter herausnehmbar; dank zwei ver­schiedener, abnehmbarer Kinnteile variabel einsetzbar
Minus
Verbesserungsfähige Stoßdämpfung; sehr lockerer Sitz ohne Führung im Wangenbereich; extrem laut; Zugluft im Gesichtsfeld; Kopfbelüftung nur nach Umbau möglich; nicht völlig beschlagfreies Visier; Visier etwas hakig, außerdem nur mit Werkzeug zu wechseln; schwer
Fazit
Das Chamäleon unter den Testkandidaten lässt sich im Handumdrehen in eine Sommer- version oder einen Jethelm verwandeln. Aufgrund etlicher Detailmängel landet der Verwandlungskünstler in diesem Ver- gleichstest dennoch auf dem letzten Platz

Urteil: ausreichend

Verwandlungs-Künstler

Eine Sonderstellung nicht nur im vorliegenden Testfeld, sondern generell für den gesamten Helmmarkt beansprucht der Givi X01 für sich. Mit diesem Modell zeigen die im Segment Motorrad-Koffer und -Gepäcksysteme führenden Norditaliener den arrivierten Helmherstellern, was in puncto Helmverwandlung möglich ist. Sie verpassen dem X01 doch tatsächlich zwei austauschbare Kinnteile – ein geschlossenes mit verschließbarem Belüftungsschieber für kalte Tage und ein mit zwei großen (nicht verschließbaren) Öffnungen versehenes für Ausfahrten bei sommerlichen Temperaturen. Der Clou dabei: Die ECE-konformen Kinnteile lassen sich kinderleicht ohne Werkzeug wechseln und bestanden beide die Motorrad-Stoßdämpfungsprüfungen. Die vom TÜV Rheinland ermittelten Beschleunigungs- und HIC-Werte beim Kinnaufschlagpunkt sind für beide Bauteile absolut innerhalb der zulässigen Grenzen.
Weitere Besonderheit: Bei abgenommenem Kinnbügel wird aus dem Integralhelm X01 im Nu ein offener, luf­tiger Jethelm. Wenig praxisgerecht präsentiert sich allerdings die Kopfbelüftung: Vor Fahrtantritt muss sich der Helmbesitzer entscheiden, ob er die geschlossene oder offene Variante wählt. Die entsprechen­den Bauteile lassen sich mit Hilfe eines kleinen Spezialschlüssels in wenigen Augenblicken austauschen. Trotz dieses kleinen Mankos ist MOTORRAD der Meinung: Endlich mal wieder eine innovative Neuentwicklung, die frischen Wind in den Helmmarkt bläst. Bitte mehr davon.

Stoßdämpfung - Sicherheit

Nach bewährter Manier führte MOTORRAD in Zusammen­arbeit mit dem TÜV Rheinland mit allen Testkandidaten Stoßdämpfungsprüfungen in enger Anlehnung an die aktuell gültige Prüfnorm ECE-R 22.05 durch. Geprüft wurde nach den Erfahrungen der TÜV-Experten im besonders kritischen Temperaturbereich von minus 20 Grad Celsius mit dem dafür vor-geschriebenen flachen Amboss. Nach­einander wurden die sechs von der Norm verlangten und zuvor mittels Schablone aufgezeichneten Prüfpunkte an Stirn, rechter und linker Helmseite, Scheitel, Hinterkopf und Kinn geprüft und die zugehörigen Daten aufgezeichnet (siehe unten).
Dazu wird der jeweilige Testhelm auf einem dazu passenden Prüfkopf fixiert, in dessen Inneren Sensoren die auftretenden Beschleunigungen aufnehmen. Aus einer Höhe von rund drei Metern stürzen Helm samt Prüfkopf mit einer Aufprallgeschwindigkeit von 7,5 m/s (bei der Kinnteilprüfung mit 5,5 m/s) auf den Amboss. Die dabei registrierten Daten werden direkt an einen Rechner weitergeleitet, der aus den Beschleunigungen den HIC-Wert (Head Injury Criterion), ein Maß für die zu erwartenden Schädel-Hirn-Verletzungen, berechnet. Die zulässigen Grenzwerte für die Beschleunigung liegen laut ECE bei 275 g, der HIC-Grenzwert beträgt 2400.
Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der teuerste Testkandidat, der Schuberth S1 Pro, und der mit Abstand preisgünstigste, der Akira Izumi, von allen zehn Probanden die besten Beschleunigungs- und HIC-Werte lieferten. Günstiger heißt also im Hinblick auf die Stoßdämpfungsprüfung nach ECE nicht automatisch schlechter.

HJC FS-10 - ab 269 Euro

Anbieter: HJC Deutschland, Telefon 02131/523560, www.hjc-germany.de
Größen: XS bis XXL
Farben: Schwarz; Silber, Schwarz-Matt (279 Euro); zwei Dekore in insgesamt fünf Farbvarianten (299 Euro)

Plus
Gute Stoßdämpfungswerte und Passform; sehr großes Sichtfeld; gute Brilleneignung; noch gute Aerodynamik; relativ leise; Belüftung spürbar; Visier völlig beschlagfrei und leichtgängig; Visierarretierung in geschlossenem Zustand; sehr einfacher Visierwechsel; gut verarbeitet; Futter herausnehmbar
Minus
Kratziges Futter; Kopfbelüftungstaste schwer­gängig und klein; sehr enger Ein- und Ausstieg; Sonnenblende nicht stufenlos justierbar, außerdem lauter Rückstellmechanismus; schwer
Fazit
Alltagstauglicher Integralhelm mit kleinen Mängeln, jedoch ohne echte Schwachstellen. An seine ungewöhnliche Sonnenblenden-Bedienung am Hinterkopf muss man sich allerdings einige Zeit gewöhnen

Urteil: gut

HJC FS-10 Carbon - 399 Euro

Anbieter: HJC Deutschland, Telefon 02131/523560, www.hjc-germany.de
Größen: XS bis XXL
Farbe: Karbon-Optik

Plus
Sehr gute Stoßdämpfungswerte und Passform; liegt gleichmäßig und druckstellenfrei an; sehr großes Sichtfeld; sehr gute Brilleneignung; noch gute Aerodynamik; relativ leise; Belüftung spürbar; sehr guter, leichtgängiger Doppel-D-Verschluss; Visier völlig beschlagfrei und leichtgängig; Visierarretierung in geschlossenem Zustand; sehr einfacher Visierwechsel; gut verarbeitet; Futter herausnehmbar; leicht; hochwertige Tragetasche
Minus
Kopfbelüftungstaste schwergängig und klein; Sonnenblende nicht stufenlos justierbar, außerdem lauter Rückstellmechanismus
Fazit
Das absolute Leichtgewicht im Testfeld trägt sich sehr angenehm und zeigt keine ernstzunehmende Schwäche. Die Bedienung der Sonnenblende ist jedoch gewöhnungsbedürftig

Urteil: gut

Helmpflege

Insektenbeschuss außen, Staub und Schweiß innen – regelmäßige Helmpflege tut Not. Die Außenschale lässt sich am besten mit einem Schwamm und warmer Seifenlauge reinigen. Hartnäckige Insektenreste weicht man einige Minuten mit einem feuchten Tuch ein. Das gilt vor allem fürs Visier, um Kratzer zu verhindern. Gegen quietschende Visiermechaniken helfen Schmierstoffe auf Silikonbasis oder Vaseline – keinesfalls Öle verwenden, die den Kunststoff angreifen würden. Besonders unangenehm sind muffelige Innenfutter. Praktisch, wenn sich das Futter herausnehmen lässt. Handwäsche mit Seifenlauge und anschließendes Trocknen sind dann ein Kinderspiel. Fest eingebauten Futtern rückt man entweder mit einem speziellen Helmpolsterreiniger (beispielsweise von Dr. Wack) auf den Leib oder mit einem feuchten Schwamm und Seifenlauge. Scharfe Reinigungsmittel taugen nicht, da deren chemische Substanzen der Kopfhaut arg zusetzen könnten.

Richtig kaufen

Wer mit seinem Motorradhelm glücklich werden möchte, sollte beim Kauf gewissenhaft vorgehen. Das A und O ist die Passform, denn nur wenn der Kopfschutz richtig sitzt, lässt es sich unbeschwert fahren. Zu enge Helme oder Druckstellen verringern den Wohlfühlfaktor und damit die Konzentrationsfähigkeit dramatisch. Zu große Modelle können bei höherer Geschwindigkeit und bei Stürzen verrutschen, was zu erhöhtem Verletzungsrisiko führt. Am besten nimmt man sich also viel Zeit und kauft im Fachhandel, um die in Frage kommenden Modelle ausgiebig ausprobieren zu können – wenn möglich inklusive Probefahrt. Dabei lassen sich gleich die Belüftungsfunktionen und die Geräuschentwicklung überprüfen. Ohne­hin sollten sämtliche Belüftungsschalter mit Handschuhen betätigt werden, das gilt auch für die Visierbedienung. Brillenträger sollten darüber hinaus eine Anprobe mit der Fahrbrille vornehmen. Wer häufig mit Sturmhaube fährt, muss das beim Platz­bedarf ebenfalls berück­sichtigen.

HJC IS-16 - ab 189 Euro

Anbieter: HJC Deutschland, Telefon 02131/523560, www.hjc-germany.de
Größen: XS bis XXL
Farben: Schwarz-Matt, Schwarz-Metallic, Silber; drei Dekore in insgesamt acht Farbvarianten zu Preisen zwischen 199 und 209 Euro

Plus
Sehr gute Stoßdämpfungswerte und Passform; liegt gleichmäßig und druckstellenfrei an; fast schon zu straffe Wangenführung; großes Sichtfeld; sehr gute Brilleneignung; noch gute Aerodynamik; relativ leise; Belüftung gut spürbar; sehr gut an- und auszuziehen; Visier völlig beschlagfrei und leichtgängig; Visierarre-tierung in geschlossenem Zustand; sehr einfacher Visierwechsel; gut verarbeitet; Futter herausnehmbar
Minus
Kopfbelüftungstasten schwergängig und klein; Sonnenblende nicht stufenlos justierbar, außerdem lauter Rückstellmechanismus; sehr schwer
Fazit
Brandneues Modell, das sich vor allem durch die guten Stoßdämpfungswerte und das tolle Trageverhalten auszeichnet. Einzige Wermuts- tropfen: das hohe Gewicht und die gewöhnungs- bedürftige Bedienung der Sonnenblende

Urteil: gut

Schuberth R1 - ab 398 Euro

Anbieter: Schuberth, Telefon 0531/380050 www.schuberth.de
Größen: XS bis XXXL
Farben: Schwarz, Schwarz-Matt; Silber-Metallic (418 Euro); vier Dekore in insgesamt 13 Farbvarianten (468 Euro)

Plus
Sehr gute Stoßdämpfungswerte und Passform; liegt am Kopf gleichmäßig und druckstellenfrei an; großes Sichtfeld; gute Brilleneignung; gute Aerodynamik; extrem leise; sehr gut spürbare Belüftung und exzellente Tastenbedienung; trotz eng erscheinendem Einstieg gut an- und auszuziehen, sehr kuscheliges Futter; absolut beschlagfreies, leichtgängiges Visier; sehr einfacher Visierwechsel; funktionelle, beschlagfreie Sonnenblende; hervorragend verarbeitet; Futter herausnehmbar; Reflexmaterial
Minus
Doppel-D-Verschluss etwas schwergängig; schwer
Fazit
Der R1 liegt in allen wichtigen Kriterien mit vorn und landet vor allem aufgrund seines hohen Komforts, der guten Stoßdämpfungswerte und seiner ausgezeichneten Akustik verdient auf Platz eins

Urteil: sehr gut

Sonnenschutzmittel

Getöntes Visier
Vorteile: Gesamtes Sichtfeld abgedunkelt, keine störende Hell-Dunkel-Grenze; bei Bedarf schnell hochgeklappt; für die meisten Helme in vielen verschiedenen Tönungsgraden erhältlich
Nachteile: Nicht ECE-konform; nicht nachttauglich; im hochgeklappten Zustand (beispielsweise bei Fahrt in unbeleuchtetem Tunnel) extreme Zugluft

Sonnenbrille
Vorteile: Je nach Tönung hoher Blendschutz möglich; auch bei hochgeklapptem Visier und maximaler Frischluftzufuhr guter Augenschutz
Nachteile: Helm muss brillentauglich sein (Kanal für Bügel); nicht nachttauglich; während der Fahrt nicht abzusetzen (Gefahr bei Einfahrt in Tunnel); gerät beispielsweise Staub ins Auge, kann nicht mit den Fingern gerieben werden, ohne die Brille abzusetzen

Nolan VPS-System
Vorteile: Einfach und unabhängig vom Visier zu bedienen; guter Blendschutz
Nachteile: Mehrgewicht; Schmutz kann sich zwischen Visier und außenliegender Sonnenblende festsetzen – reinigungsintensiv; Luftwiderstand und Geräuschniveau bei hochgeklappter Blende erhöht; nur für wenige Nolan-Helmmodelle erhältlich

Sunax-Sonnenblende
vorteile: Passt in nahezu jeden Helm; durch leichte Kopfneigung je nach Bedarf guter Blend­schutz oder ungetrübte Sicht möglich; kann jederzeit demontiert und in einen anderen Helm eingebaut werden; verhältnismäßig preisgünstig (ab 19,95 Euro bei Louis)

Nachteile: Kante der Sonnenblende ständig im Sichtfeld; während der Fahrt nicht entfernbar; nur schmaler Schutz­streifen

Schuberth S1 Pro - ab 499 Euro

Anbieter: Schuberth, Telefon 0531/380050, www.schuberth.de
Größen: XS bis XXL
Farben: Schwarz, Schwarz-Matt, Weiß; Silber-Metallic (519 Euro); drei Dekore in insgesamt zwölf Farbvarianten (579 Euro)

Plus
Hervorragende Stoßdämpfungswerte; sehr gute Passform; liegt druckstellenfrei an; großes Sichtfeld; gute Brilleneignung; noch gute Aerodynamik; sehr leise; extrem gut spürbare Belüftung und exzellente Tastenbedienung; absolut beschlagfreies, leichtgängiges Pinlock-Doppelvisier; sehr einfacher Visierwechsel; funktionelle, beschlagfreie Sonnenblende; hervorragend verarbeitet; Futter herausnehmbar; Reflexmaterial
Minus
Sehr enger Einstieg; Doppel-D-Verschluss halb verdeckt und schwergängig; schwer
Fazit
Das überarbeitete Schuberth-Flaggschiff steuert auf gewohnt erfolgreichem Kurs, auch wenn es denkbar knapp vom R1 aus dem eigenen Hause geschlagen wurde. Der S1 Pro ist nicht billig, bietet im Gegenzug aber ausgereifte Technik und hohe Funktionalität


Urteil: sehr gut

Scorpion Exo 1000 - ab 279,95 Euro

Anbieter: Louis, Telefon 040/73419360, www.louis.de
Größen: XS bis XXL
Farben: Anthrazit-Metallic, Schwarz, Schwarz-Matt; Dekor in vier Farb-varianten (299,95 Euro)

Plus
Hervorragende Passform; Wangen lassen sich über ein integriertes Pumpsystem aufblasen, dadurch sehr straffe Fixierung möglich; großes Sichtfeld; gute Aerodynamik; leise; Belüftung spürbar, gute Tastenbedienung; funktioneller Ratschenverschluss; absolut beschlagfreies, leichtgängiges Visier; sehr einfacher Visierwechsel; funktionelle, beschlagfreie Sonnenblende; sehr gut verarbeitet; Futter herausnehmbar
Minus
Große Schwächen bei der Stoßdämpfung; für Brillenträger wenig geeignet; sehr schwer
Fazit
In sämtlichen praxisrelevanten Krite- rien liegt der Exo 1000 ganz weit vorn. Besonders auffällig: die pfiffige Wangen-Aufpumpfunktion. Pro- bleme bei der Stoßdämpfungsprüfung verhageln dem Scorpion-Helm ein weit besseres Endergebnis

Urteil: befriedigend

Fazit

Sonnenblenden verbessern die Alltagstauglichkeit von Motorradhelmen. Bei Bedarf einfach runterklappen, und die Sonne bleibt draußen. Dass Integralhelme mit dieser Zusatzausstattung nicht bleischwer sein müssen, zeigen HJC mit dem FS-10 Carbon und Givi mit dem H40.1. Das beste Gesamtpaket schnürt einmal mehr der Hersteller Schuberth, der gleich mit zwei Modellen ganz vorn steht. Vor allem in den Kriterien Akustik und Belüftung dürfen sich die Mitbewerber eine dicke Scheibe abschneiden. Besonders erfreulich: die ausgezeichneten Stoßdämpfungswerte des günstigsten Teilnehmers Akira Izumi.

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