Blickpunkt: Test Sportreifen 120/70 ZR 17 und 190/50 ZR 17 (Archivversion)

Grip to go

Reifen im Test:
Avon VP2 Supersport
Bridgestone BT 016
Continental SportAttack
Dunlop Qualifier 2
Metzeler Sportec M3
Michelin Pilot Power 2CT
Pirelli Diablo Rosso

Andächtige Stille liegt über Stuttgart. Ein typischer Sonntagmorgen im Ländle: Leere, sauber gefegte Straßen, keine trägen Autokolonnen, die sich mühsam durch die Stadt wälzen. Hier und da ein einsamer Frühaufsteher, der sich die ersten Brötchen des Tages fürs Frühstück sichern will. Mit metallischem Scheppern schiebt sich das Rolltor der MOTORRAD-Tiefgarage nach oben. Aus dem Schacht durchbricht plötzlich ein vielstimmiger Vierzylinder-Sturm gefolgt von einem V2-Poltern die Sonntagsruhe.

Auf der Straße entfaltet sich das dichtgedrängte Lichtknäuel zu einer 50 Meter langen Perlenkette, die sich durch den Stuttgarter Westen Richtung Autobahn schlängelt. Sieben Honda Fireblade, gefolgt von einer Suzuki Bandit 1250 und als Schlusslicht die KTM RC8: Das sind die Einsatzfahrzeuge, auf denen der 2009er-Reifentest von MOTORRAD ausgefahren wird. 4000 Kilometer stehen in den nächsten fünf Tagen auf dem Programm. Jede Fireblade ist mit einem anderen Satz Sportreifen in der Dimension 120/70 ZR 17 und 190/50 ZR 17 bestückt, darunter brandneue Exemplare wie die Avon VP2 Supersport und die Dunlop Qualifier 2, außerdem bekannte Profile wie Bridgestone BT 016, Conti SportAttack, Metzeler Sportec M3, Michelin Pilot Power 2CT und Pirelli Diablo Rosso. Als Referenz läuft auf der Ban-dit der Michelin Pilot Road 2 2CT als bester Tourensportreifen aus den Reifentests der Jahre 2007 und 2008 mit. Auf der KTM ist zu Testzwecken der Michelin Power One montiert, ein Rennreifen mit Straßenzulassung. Die Ergebnisse dieses Quervergleichs werden in einem Konzeptvergleich in MOTORRAD 15/2009 zu lesen sein. Hier geht es zunächst bei den Sportreifen ans Eingemachte: Was kann die aktuelle Sportreifen-Generation im Jahr 2009 den Fahrern von Fireblade & Co alles bieten? Auf der Landstraße, im Hobby-Renneinsatz, bei Nässe und in puncto Haltbarkeit.

Ziel des Tages ist das knapp 1000 Kilometer entfernte Gémenos, ein Städtchen nahe Marseille, bewährtes Basislager für die MOTORRAD-Testcrew in den Wintermonaten. Von dort aus sind 600 Kilometer lange Tagesetappen geplant, überwiegend auf südfranzösischen Landstraßen der „D“-Kategorie. Rauer Asphalt plus hohe Kurvendichte sollen den Gummiabtrag an den Reifenschultern fördern. Bei einem prognostizierten Schnitt von rund 60 km/h heißt das zehn Stunden Fahrzeit. Tank-, Kaffee- und Pinkelpausen nicht inklusive. Dazu natürlich Unwägbarkeiten: Halten die Motorräder ohne Ausfälle durch? Kippt ein Fahrer aus dem Sattel? Torpediert ein Plattfuß die Verschleißanalyse? Muss der Rennreifen auf der KTM mangels Restprofiltiefe vorzeitig in das Servicefahrzeug verladen werden?

Kilometer 124, A 5 bei Achern: Kollege Kaschel auf der RC8 zimmert an der Truppe vorbei und setzt den Blinker in Richtung Parkplatz. Macht der Power One etwa schon jetzt schlapp? Nein, nicht der Reifen ist das Problem. Am 800-Euro-Helm des Testredakteurs hat sich das Einfassungsband gelöst und wird binnen einer Minute mit Tape fixiert. Weiter geht es in der ursprünglichen Formation. Damit die Reifen gleichmäßig abgefahren werden, findet im regelmäßigen Turnus ein Fahrzeugwechsel statt. Dabei behalten alle Fahrer ihre Position innerhalb der Gruppe. Das Bike am Schluss wandert auf die Pole Position, die übrigen Motorräder um eine Position nach hinten. Die Wechsel sind so abgestimmt, dass jeder Fahrer pro Tag einmal mit allen Reifenpaarungen gefahren ist, um Unterschiede im Fahrstil auszugleichen.

Kilometer 546, A 40 bei Bourg-en-Bresse: Halbzeit auf dem Weg in den Süden. Das Team hat sich eingespielt. Alle zwei Stunden rollt der Tross an die Tankstelle. Paarweise stehen die Bikes an der Zapfsäule. Gasttester Mike Nägele gibt den freundlichen Tankwart. So können in einem Rutsch alle Maschinen mit frischer Füllung versorgt werden – innerhalb von zehn Minuten ist der Servicedienst einschließlich Bezahlen erledigt. Ein kostbarer Zeitgewinn, den die Fahrer für das eigene Tune-up nutzen. Im Begleitfahrzeug, das der Fotograf steuert, lagern die Betriebsstoffe für die Crew: Wasser, Saftschorle, Obst, Würstchen und Buletten. Warmer Kaffee rinnt für einen Euro aus der Automatenbatterie. Kleiner Konzentrationsmangel beim Kollegen Zeljko vom kroatischen Schwestermagazin „Motorrevija“, der den falschen Knopf erwischt und in eine trübe Brühe schaut. Die nicht gewollte, koffeinfreie Suppe muss er selbst auslöffeln.

Kilometer 979, D 396 bei Gémenos: Nur noch wenige Meter bis zum Hotel. Die eintönige Anreise ist geschafft. Auf den ersten 1000 Kilometern haben die Reifen nur die Autobahn gesehen – retour steht noch einmal dieselbe Distanz an. Was aber nicht untypisch ist. Wer sich aus Deutschlands Norden zum Alpenurlaub aufmacht, spult ebenfalls lange Etappen auf der Bahn ab. Ebenso süddeutsche Biker, die zum Urlaub nach Skandinavien starten. Die vergleichsweise weichen, haftfreudigen Mischungen der Sportgummis können bei sturer Geradeausfahrt schnell einen Knacks wegbekommen. Weshalb Pneus wie der Bridgestone BT 016 und der Michelin Pilot Power 2CT mit unterschiedlichen Gummimischungen in verschiedenen Bereichen aufgebaut sind – Stichwort Multicompound. Harte Mischungen in der Laufflächenmitte reduzieren die Aufstands-fläche („Latsch“) und den Gummiabrieb. Weiche Mischungen an den Schultern bringen in Verbindung mit einer spitzen Reifenkontur eine große Auflagefläche, verbessern Handlichkeit und Grip. Wie guts funktioniert, wird sich in den nächsten drei Tagen zeigen. Noch ein Thema bei der Feierabend-Pizza im Hotel: Auf deutschen Autobahnen darf man schnell fahren, kann es aber nicht. Kilometerlanges Zuckeln im zähen Kolonnenverkehr bei Tempo 100, dann sekundenlanges Beschleunigen auf mehr als die doppelte Speed, anschließend wieder hinten anstellen. Auf Frankreichs Autobahnen kommt man trotz Limit von 130 km/h im Schnitt nicht nur viel schneller, sondern in der Summe deutlich entspannter voran. Sagt nicht nur das Bauchgefühl, sondern auch die Datarecording-Aufzeichnung auf Bike 5, der bildschönen Repsol-Honda.

Kilometer 1399, D 900, Lac de Serre-Ponçon: Die Sportreifen sind voll in ihrem Element. Auf den winzigen Landstraßen durchs Maurische Gebirge, vorbei am Lac de Ste. Croix, quer durch die Verdon-Schlucht und durch die Ausläufer der französischen Seealpen herrschen ideale Bedingungen: kaum Verkehr, trockener Asphalt, unzählige Kurven. Das belegt auch die tägliche Messung abends in der Unterkunft. Bis zu zwölf Prozent baut das Profil auf diesem 600-Kilometer-Trip an den Schultern ab. Favoriten gibt es noch keine. Die Tester sind sich einig, dass alle Reifen im flotten Landstraßentempo super funktionieren und dass Fireblade sowie RC8 beim Fast-forward-Touring deutlich mehr Laune bringen als die behäbig-softe Bandit 1250.
Kilometer 1953, A 7 bei Montélimar: KTM, die zweite. Testfahrer Mike rollt mit der RC8 auf dem Seitenstreifen aus, irgendwo hinter ihm liegt die Kette. Praktisch, dass der Fotograf nicht nur gut knipsen kann, sondern auch Gelbe-Engel-Qualitäten besitzt. Die KTM verschwindet im Redaktions-Vivaro auf der Suche nach einem Händler, der Rest der Verschleißtruppe im Kurvengeschlängel der Ardèche. Die fehlenden 150-Kurven-kilometer auf der Traumstrecke nördlich von Avignon wird Kollege Kaschel dem Michelin Power One später auf der Schwäbischen Alb aufbürden.

Kilometer 2455, D 999 bei Le Vigan: Nach zwei Tagen mit stabilen Streckenverhältnissen kippt das Wetter am dritten Tourtag, an dem die längste Schrägseilbrücke der Welt, das Viaduc de Millau, angefahren wird. Trotzdem lassen sich zügig Meter machen. Laut Datarecording unterscheidet sich die Tour kaum von den übrigen: Im Schnitt ist man mit 56 km/h unterwegs, an den Tagen zuvor waren es 53 und 54 km/h. Als Spitzenwert erreicht die Reifentemperatur 50 Grad Celsius, auch damit folgt man exakt den Werten der Vortage (49 und 50 Grad). Einzig die deutlich niedrigere Durchschnittstemperatur (20 Grad gegenüber 30 und 33 an den Vortagen) dokumentiert, wie stark die Reifen im Regen abkühlen.

Kilometer 2886, Gémenos-Pass: Funktionscheck aller Reifen im gut angefahrenen Zustand. Das ist die Stunde von Karsten Schwers. Die Streckenführung beherrscht der MOTORRAD-Top-Tester im Schlaf. Wenn im Winterhalbjahr in Deutschland nichts mehr geht, werden auf dieser Strecke Stärken und Schwächen der Testmotorräder analysiert. Nun wird den Reifen auf den Zahn gefühlt: Wie hat sich Handlichkeit, Lenkpräzision, Kurvenstabilität und Aufstellmoment bei gut halber Laufleistung verändert? Am Testende werden die Ergebnisse mit denen verglichen, die im Neuzustand auf dem Dunlop-Testgelände von Mireval ermittelt wurden.

Kilometer 3204, A 46 bei Lyon: und wieder die KTM. Kurz hinter der Zahlstelle fehlt plötzlich MOTORRAD-Cheflogistiker Rainer Froberg. Nach zähen Minuten des Wartens taucht in der Ferne schließlich ein Lichtpunkt auf. Die Erklärung folgt beim nächsten Tankstopp. Der Gang war schon eingelegt, als sich plötzlich eine Hand auf den Arm von Rainer legt und er in das strenge Gesicht eines Verkehrspolizisten blickt. Per Handzeichen gibt der Flic zu verstehen, dass er mit dem Sound der RC8 und dem aufgezogenen Rennreifen nicht einverstanden ist. In der Tat hat der Power One mit den Alibi-Profileinkerbungen fast schon Slick-Format. Warum der Polizist Rainer trotzdem weiterfahren ließ, werden wir wohl nie erfahren. Vermutlich hat es den aufmerksamen Flic besänftigt, als er wohlwollend registriert hat, dass es sich bei der beanstandeten Reifenpaarung immerhin um die große Traditionsmarke Frankreichs handelt. Vive la France!

Kilometer 3700, A 5 bei Offenburg: Auf und neben der Autobahn wimmelt es von Poli-zeikolonnen. Deutschland ist im Obama-Fieber. In fester Formation pfeilen die Fireblade mit Bandit und RC8 im Schlepptau unbehelligt Richtung Stuttgart. Weniger als 200 Kilometer bis zur Tiefgarage. Mit einem kleinen Schlenker über die Schwäbische Alb könnten wir die 4000 noch knacken. Doch diese Aktion hätte nur symbolischen Charakter, und das lassen wir Mr. President. Wir brauchen keine Symbolik, sondern handfeste Fakten: Verschleiß- und Alltagswertung sowie weitere Funktionsprüfungen auf der Rennstrecke und bei Nässe, die auf dem Testgelände von Dunlop/Goodyear bei Montpellier absolviert werden.

Erst dann steht der Gewinner des 2009er-Sportreifen-Tests fest. Es ist der Michelin Pilot Power 2CT, der in vielen Einzeldis-ziplinen auf dem Podium steht und damit auch die Abschlusstabelle anführt. Das schreit doch nach einer Ehrenrunde, oder? Auf, nach Frankreich?
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Großes Team auf langer Reise (Archivversion) - Tour de France

Mildes Klima, super Straßenverhältnisse. Südfrankreich lockt Kurvensüchtige in den Wintermonaten mit top Bedingungen. Ein guter Ort also, um die Reifen auf ihr Verschleißverhalten hin zu untersuchen: Auf der Autobahn geht es am schnellsten über Mulhouse und Lyon auf der „Route du soleil“ Richtung Marseille. Ein spannendes Wechselspiel von Meer und Bergen bietet die erste Tour, die durch das Maurische Gebirge an die mondänen Abschnitte der Côte dAzur und weiter Richtung Seealpen führt. Spektakulärer Höhepunkt: der 700 Meter tiefe Grand Canyon du Verdon. Highlights am zwei-ten Tag: der schneebedeckte Gipfel des Mont Ventoux und im Anschluss daran das Kurven-paradies entlang der Ardèche-Schlucht (Gorges de lArdèche). Auf der dritten Tour wird nach den wildromatischen und fast menschenleeren Cevennen das Viaduc de Millau angefahren: die längste Schrägseilbrücke der Welt, die auf 270 Meter Höhe das Tarn-Tal überspannt.

Auf der Rennstrecke (Archivversion) - Letzte Rille

Im Idealfall das ideale Terrain für Sportgummis – auch wenn die meisten Reifen dieser Gattung im Regelfall den Großteil ihres Daseins auf öffentlichen Straßen fristen. Auf dem Dunlop-Testgelände im südfranzösischen Mireval nahe Montpellier dürfen sie zeigen, was möglich ist. Der drei Kilometer lange Rundkurs – in seinem früheren Leben als Rennstrecke „Carland“ bekannt – bietet viele Abschnitte, in denen sich das Potenzial der Sportpneus ausloten lässt – inklusive des Verhaltens im Grenzbereich. Nach der einwöchigen Verschleißtour über Frankreichs kurvenreiches Landstraßengewirr kann MOTORRAD-Top-Tester Karsten Schwers in dieser Disziplin wieder aufdrehen und das Knie vom Tank lösen, um die Test-Fireblade bis zum Anschlag abzuwinkeln. In der Summe bestätigt sich das Bild, das bereits in den Sportreifentests der vergangenen Jahre zu beobachten war. Das Niveau ist bemerkenswert hoch, dementsprechend eng liegen die Reifen in der Punktewertung beieinander. Das Rennen macht schließlich Pirellis Diablo Rosso, der bei Rennstreckentempo durch seine superbe Kurvenstabilität glänzt. Mit nur einem Punkt Abstand in diesem Kri-terium folgt der Metzeler Sportec M3. Unterm Strich zeigt sich die verwandtschaftliche Nähe der beiden vom gleichen Konzern gefertigten Sportreifen. Als ähnlich stabil erweist sich der neue Qualifier 2 von Dunlop, der sich in diesem Test deutlich von seinem Vorgänger absetzen kann. In puncto Stabilität kann der Qualifier das Niveau über meh-rere Runden halten und landet in der Abschlusswertung des Rennstreckentests auf Platz 3. Allerdings nicht allein: Die gleiche Punktzahl fährt Contis Sport-Attack ein, der durch seine gute Rückmeldung und Handlichkeit auf sich aufmerksam macht. Auf ähnlich hohem Niveau rangiert diesbezüglich der Pilot Power 2CT, der sonst aber gegenüber dem übrigen Testfeld stark abfällt.

Fazit: Was für ein Gedränge, machen sich doch gleich vier Paarungen auf dem Podium breit. Hauchdünn kann sich der Pirelli Diablo Rosso vom Metzeler Sportec M3, Dunlop Qualifier 2 und Continental SportAttack ab-setzen. In diesem Metier deutlich geschlagen: Michelins Pilot Power 2CT.

Beim Nasstest (Archivversion) - Streetsurving

Was für ein Bild: Auf der Rennstrecke liefern sich die Kontrahenten ein hitziges Kopf-an-Kopf-Rennen, um dann beim Nasstest deutliche Zurückhaltung an den Tag zu legen. Seit Jahren hat Michelins Pilot Power in dieser Disziplin die Nase vorn und kann sich immer wieder mit klarem Abstand an die Spitze setzen. Der ungeduldige Leser wirft jetzt einen Blick auf die in der Tabelle angegebenen Rundenzeiten und stellt fest: Auch in diesem Jahr bleibt an der Spitze alles beim Alten. Erst knapp 3,5 Sekunden später folgt der Metzeler Sportec M3 mit der zweitbesten Zeit, fast zehn Sekunden mehr braucht der Avon auf der dauerbewässerten Strecke, die sich ebenfalls auf dem Dunlop-Testareal befindet. Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Dominanz des Michelin-Pneus im rot markierten Omega. Während das Verfolgerfeld an der Rutschgrenze praktisch nahezu identisches Tempo besitzt, lässt der Franzose den Rest der Truppe mit knapp vier km/h Vorsprung förmlich im Regen stehen. Auch bei der Vollbremsung aus 100 km/h steht die ABS-Fireblade mit dem Pilot Power 2CT auf der Felge zwar nur wenig, aber eben doch früher als mit allen anderen Paarungen.

Metzeler und Pirelli liegen mit praktisch gleichem Fahrverhalten bei Nässe auf Platz zwei – das Pünktchen mehr für das Italo-Gummi resultiert aus der etwas besseren Handlichkeit und Lenkpräzision. Gibt es dennoch eine Überraschung in diesem Testabschnitt? Ja, denn der neue Qualifier 2 hat auf nasser Fahrbahn gegenüber seinem Vorgänger Qua-lifier 1 deutlich Boden gut gemacht, sein Abstand zu den zwei Reifen auf Platz zwei ist verschwindend gering. Dem Conti mangelt es in der Summe an Haftung, beim Bridgestone missfällt der schmale Grenzbereich, und den Avon-Pneus müssen nicht nur beim Bremsen die schlechtesten Werte bescheinigt werden.

Fazit: Er ist und bleibt der Regengott, auch beim Reifentest 2009 – der Michelin Pilot Power 2CT. Der Abstand zur Konkurrenz ist weiterhin beträchtlich, obwohl Neuentwicklungen wie der Dunlop Qualifier 2 auf nasser Straße deutlich hinzugewonnen haben. Weit abgeschlagen in dieser Diziplin: Avons brandneuer VP2 Supersport.

In der Verschleißwertung (Archivversion) - Profilverlust

Beliebtes Stammtischthema: Wie lange halten Sportreifen? Hinten 5000 Kilometer, vielleicht sogar 6000? Die letzte MOTORRAD-Verschleiß-wertung dieser Gattung liegt drei Jahre zurück. Mittlerweile haben fast alle Hersteller ihre Sportpneus überarbeitet oder neue Modelle eingeführt. Interessant ist natürlich, ob sich die Reifen in Multicompound-Bauweise mit harter Gummimischung in der Laufflächenmitte als besonders verschleiß-resistent erweisen. Im aktuellen Testfeld ist der Michelin Pilot Power 2CT und der Bridgestone BT 016 im Mehrzonen-Verfahren aufgebaut. Um den Profilverlust genau zu dokumentieren, standen am Schluss einer jeden Tagesetappe ausführliche Messungen an fest definierten Stellen sowohl in der Laufflächenmitte als auch an den Reifenschultern an. Ein hohes Anfangsprofil heißt noch lange nicht, dass dieser Reifen auch entsprechend lange hält – wie eindrucksvoll in der Grafik unten zu sehen ist. Bis zum gesetzlichen Limit von 1,6 Millimetern Restprofil ist hinten nach knapp 4000 Kilometern bei fast allen Reifen noch genügend Luft vorhanden, um locker die 6000-Kilometer-Hürde zu überspringen. Vorne spreizt sich die Klammer weiter auf: Hier fällt insbesonders der trotz Multicompound verschleißfreudige Bridgestone auf, bei dem am Ende der Verschleißrunde nur noch rund 35 Prozent Restprofil vorhanden ist.

Fazit: Dank ihres ausgewogenen Abriebverhaltens stehen mit dem Michelin Pilot Power 2CT und dem Dunlop Qualifer 2 gleich zwei Testkandidaten punktgleich auf Platz eins.

Reifenpreise im Vergleich (Archivversion) - Pokerrunde

Offiziell gibt es von den Herstellern kei-ne unverbindlichen Preisempfehlungen, weshalb in den Bewertungskästen generell keine Preise genannt werden können. Dafür exis-tieren sogenannte KB-Preislisten (Kalkulations-basis), mit denen aber König Kunde wenig anfangen kann. Diese sind vielmehr eine Verhandlungsgrundlage für Hersteller und Händler. Je nach Größe der Order können dem Händler bis zu 50 Prozent auf den Listenpreis erlassen werden. Vorsicht bei den oftmals günstigen Onlineangeboten. Die Ersparnis kann bei der Montage durch Berechnung des offiziellen Stundensatzes in einer Fachwerkstatt schnell wieder draufgehen. In der Tabelle zeigt sich nicht nur, wie stark der KB-Preis von den tatsächlichen Verkaufspreisen abweichen kann, sondern auch, wie schwer es ist, eine Nischenmarke wie Avon zum günstigen Preis zu bekommen. Die Preise wurden bei je einem großen Reifenhändler in Hamburg und München ermittelt.

1Hamburg: Reifen Helm, www.reifenhelm.de2München Reifen Widholzer, www.widholzer.de

Aufgefallen im Test (Archivversion) - Wuchtkontrolle

Wie sauber sind eigentlich die Reifen, die im Verschleißtest eingesetzt wurden, austariert? Um dies genau zu analysieren, wurden vor der Reifenmontage zunächst sämtliche Felgen der sieben Test-Fireblade gewuchtet. Anschließend ging das Spielchen mit montierten Reifen weiter. Nach besonders viel Masse verlangten Avon VP2 Supersport, Metzeler Sportec M3 und Pirelli Diablo Rosso: Jeweils 35 Gramm waren bei den Hinterreifen dieser Paarungen für einen sauberen Rundlauf notwendig. Michelins Pilot Power 2CT kam dagegen hin-ten ohne Extragewicht aus. Bei allen anderen Paarungen betrug der Gewichtseinsatz hinten zwischen zehn und 25 Gramm, vorne gab man sich im Schnitt mit zehn Gramm zufrieden.

Einige Hersteller bringen auf den Reifenflanken so genannte Wuchtmarkierungen an, meist in Form eines farbigen Punktes, der die leichteste Stelle des Reifen markiert. Diese Kennzeichnung hilft dem geübten Monteur, indem er den Reifen so auf die Felge aufzieht, dass er mit möglichst wenig Masse austariert werden kann. Meist wird davon ausgegangen, dass die Felge am Ventileinsatz am schwersten ist. Doch richtig sicher ist man sich erst, wenn man – wie hier im Test geschehen – die Felge auf ihren Rundlauf hin kontrolliert. Ein weiteres Phänomen, das bei den Testfahrten auf der Rennstrecke auffiel: das Drehen mancher Hinterreifen bei starker Beschleunigung auf der Felge, was sich beim Fahren durch starke Vibrationen bemerkbar machte.

Auf der Landstraße (Archivversion) - Echt abgefahren

Novum im 2009er-Sportreifen-Test von MOTORRAD. In der Alltagswertung mussten die Reifen nicht nur im neuen Zustand beweisen, was sie auf der Landstraße können. Dieses Fahrverhalten wird auf dem Dunlop-Testgelände in Mireval untersucht. In einer zweiten Sektion ging es um die Fahranalyse bei halber Laufleistung. Nach 3000 Kilometern, die an Tag vier der Verschleißfahrt erreicht waren, wurde den Reifen auf dem Gémenos-Pass bei Marseille – einer bewährten Teststrecke von MOTORRAD – auf den Zahn gefühlt. Das Ergebnis: Frisch aufgezogen lassen sich alle Paarungen ohne große Probleme auf der Landstraße einsetzen, vorneweg zeigen Michelin Pilot Power 2CT und Conti SportAttack die beste Leistung – dicht gefolgt vom Newcomer aus England: Avon VP2 Supersport. Federn lassen muss beim Test nach 3000 Kilometern Bridgestones BT 016, der an Handlichkeit und Lenkpräzision klar verliert.

Fazit: Michelin und Conti gewinnen die Landstraßenwertung sowohl im Neuzustand als auch nach 3000 Kilometern.

Endwertung (Archivversion) - Fazit

Unterm Strich ein klares Ergebnis: Der Michelin Pilot Power 2CT kann sich in vier von fünf Disziplinen klar an die Spitze setzen. Er zeigt im Alltag sowohl neu als auch bei halber Laufleistung sowie beim Verschleiß und auf nasser Fahrbahn die beste Leistung. Hut ab vor diesem Spagat. Auch wenn er dafür auf der Rennstrecke klar einstecken muss. In dieser Disziplin dominiert Pirelli knapp vor Metzeler. Auf Platz zwei landet Contis SportAttack – eine gute Wahl für Landstraßen und Rundkurse. Klasse Einstand für Dunlops Qualifier 2, der einen deutlichen Entwicklungsfortschritt zum Ur-Qualifier aufzeigt und besonders auf der Rennstrecke Laune macht. Klarer Verlierer in diesem Test: der Bridgestone BT 016.

So testet MOTORRAD (Archivversion) - Die Kriterien

Verschleißverhalten, Alltagswertung sowie die Analyse des Fahrverhaltens auf der Rennstrecke und bei Nässe aller Reifen wurden auf 2008er- und 2009er-Modellen der Honda Fireblade ermittelt. Was sich genau hinter den Bewertungskriterien verbirgt, ist unten aufgelistet. Mit kleinen Einschränkungen lassen sich die Testergebnisse der mit Stern gekennzeich-neten Kategorien auf Motorräder übertragen, die ähnliche Fahrwerksdaten wie die der Honda Fireblade besitzen.

Handlichkeit:
benötigte Lenkkraft, um die Maschine in Schräglage zu bringen oder sie auf der gewünschten Linie zu halten. Wird in langsamen (50 bis 80 km/h) und schnellen Wechselkurven (100 bis 150 km/h) getestet.

Lenkpräzision
wird in unterschiedlich schnellen Passagen mit komplizierten Kurvenradien getestet und gibt Auskunft darüber, ob das Motorrad dem gewünschten Kurs, der über die Lenkkräfte vorgegeben wird, folgt oder ob die Linie korrigiert werden muss.

Haftung in Schräglage
Seitenführung in maximaler Schräglage auf nassem und trockenem Asphalt. Eine Gratwanderung, die nur auf abgesperrter Strecke getestet werden kann.

Haftung beim Beschleunigen
Seitenführung und Kraftübertragung in unterschiedlich schnellen Kurven. Wird ebenfalls bei Nässe und Trockenheit getestet.

Grenzbereichverhalten
Beherrschbarkeit des Reifens im Grenzbereich der Haftung auf nasser und trockener Strecke.

Aufstellmoment
Beim Bremsen in Kurven richtet sich das Motorrad je nach Verzögerung und Reifenkontur mehr oder weniger aus der Schräglage auf. Diese Reaktion muss vom Fahrer mit einer Gegenkraft (Drücken) am kurveninneren Lenkerende ausgeglichen werden.

Kurvenstabilität
Fahrstabilität bei Kurvenfahrt, in Wechselkurven und bei Bodenwellen. Wird in unterschiedlichen Modi (Landstraße, Rennstrecke) bewertet. Der Test erfolgt in maximaler Schräglage und in der Beschleunigungsphase, in der sich manche Reifen regelrecht aufschaukeln können.

Luftdruck im Test
2,5 bar vorne; 2,9 bar hinten.

Avon VP2 Supersport (Archivversion)

Daten
Gewicht: vorn 4,5 kg, hinten 6,0 kg
Herstellungsland: England
Infos/Freigaben: Cooper Tyres, Telefon 06078/93850, www.avon-motorradreifen.de


Bewertung
Alltag (neu: 86 Punkte, Platz 3; nach 3000 km: 84 Punkte, Platz 3) Nicht nur im Neuzustand gefällt der Avon auf der Landstraße durch seine Neutralität, gute Handlichkeit und Lenkpräzison. Auch nach 3000 Kilometern bleiben diese Eigenschaften erhalten.

Rennstrecke (84 Punkte, Platz 6)Im Renneinsatz gibt sich der VP2 Supersport ausgewogen, neutral und handlich, glänzt mit gutem Grip und breitem Grenzbereich. In puncto Stabilität muss er sich dagegen der Konkurrenz geschlagen geben.

Nässe (62 Punkte, Platz 7)Regen mag der Engländer nicht, der in Kurven spontan und ohne Ankündigung übers Hinterrad rutscht. Unterm Strich fällt der Grenzbereich sehr schmal aus.

Verschleiß (92 Punkte, Platz 3) Mit 65 Prozent Restprofil vorne und 36 Prozent hinten gehört der Avon in Sachen Wirtschaftlichkeit zum Führungstrio.

Fazit
Avons VP2 Supersport ist ein solider Sportreifen, der seine Stärken im langlebigen Landstraßeneinsatz ausspielen kann. Das große Manko: nasse Straßen.

Testergebnis: Platz 6 (408 Punkte)

Bridgestone Battlax BT 016 (Archivversion)

Daten
Gewicht: vorn 4,1 kg, hinten 6,3 kg
Herstellungsland: Japan
Infos/Freigaben: Bridgestone Deutschland, Telefon 06172/40801, www.bridgestone-mc.de

Bewertung
Alltag (neu: 84 Punkte, Platz 4; nach 3000 km: 70 Punkte, Platz 7) Neu gefällt der BT 016 mit seiner Handlichkeit und Neutralität, was mit zunehmender Laufleistung deutlich nachlässt. Dann erfordert er in Schräglage erhöhte Gegenlenkkräfte und stellt sich beim Bremsen stark auf.

Rennstrecke (85 Punkte, Platz 5)Handlichkeit und neutrales Einlenkverhalten zählen auch hier zu den Stärken des BT 016. Nach einigen Runden zügiger Fahrt mangelt es aufgrund leichter Walkbewegungen am Hinterrad jedoch an Stabilität.

Nässe(67 Punkte, Platz 6)Keine Glanzleistung bei Regen. Besonders störend: der schmale Grenzbereich und somit das spontane Rutschen in Kurven.

Verschleiß (70 Punkte, Platz 7)Der extrem hohe Verschleiß vorne katapul-tiert den BT 016 auf den letzten Platz.

Fazit
Liegt der BT 016 im Neuzustand im Mittelfeld, rutscht er mit zunehmender Laufleistung auf den letzten Platz. Gleiches gilt für das Gesamtergebnis.

Testergebnis: Platz 7 376 Punkte

Continental Sportattack (Archivversion)

Daten
Gewicht: vorn 4,1 kg, hinten 6,5 kg
Herstellungsland: Deutschland
Infos/Freigaben: Continental, Telefon 0511/93801, www.conti-online.de

Bewertung
Alltag (neu: 89 Punkte, Platz 1; nach 3000 km: 87 Punkte, Platz 2) Der Conti zeigt sich im Neuzustand wie auch nach 3000 Kilometern extrem handlich und neutral. Rückmeldung und Lenkpräzision vermitteln ein sicheres Fahrgefühl.

Rennstrecke (90 Punkte, Platz 3)Auf dem Rundkurs überzeugt der Conti durch Handlichkeit und Rückmeldung, lässt sich sehr präzise einlenken. Erst ab hohem Tempo haftet er beim Beschleunigen etwas schlechter als Pirelli, Metzeler und Dunlop.

Nässe (77 Punkte, Platz 5)Agiles Handling und hohe Lenkpräzision helfen, Rutscher beim Conti sicher zu korrigieren. In puncto Haftung ist allerdings noch Ausbaupotenzial vorhanden.

Verschleiß (85 Punkte, Platz 5)Vorne gehört der SportAttack zu den besten, hinten ist der Profilverlust am größten. In derSumme daher nur Durchschnitt.

Fazit
Der Conti gefällt durch tolle Leistungen im Alltag, trotz hohem Verschleiß hinten auch mit geringerem Profil. Ebenso überzeugt er auf der Rennstrecke.

Testergebnis: Platz 2 (428 Punkte)

Dunlop Sportmax Qualifier 2 (Archivversion)

Daten
Gewicht: vorn 4,2 kg, hinten 6,6 kg
Herstellungsland: Frankreich
Infos/Freigaben: Dunlop, Telefon 06181/6801, www.dunlop.de


Bewertung

Alltag (neu: 84 Punkte, Platz 4; nach 3000 km: 80 Punkte, Platz 5) Auf kurvenreichen Strecken gefällt der Qualifer 2 durch sehr gute Stabilität, doch bei kühlen Temperaturen mangelt es an Rückmeldung. Nach 3000 Kilometern verliert er etwas an Neutralität und stellt sich stark auf.

Rennstrecke (90 Punkte, Platz 3)Im Renneinsatz bleibt der Dunlop überzeugend stabil. Insgesamt verlangt er aber nach einer höheren Temperatur, dann nehmen Rückmeldung und Handlichkeit deutlich zu.

Nässe (78 Punkte, Platz 4)Im Nassen hat der Nachfolger des Qualifier 1 kräftig hinzugewonnen. Gut gefällt die gleichmäßige Haftung in Schräglage, leicht störend ist das etwas träge Handling.

Verschleiß (94 Punkte, Platz 1)Gleichmäßige und gute Abriebwerte vorne wie hinten bringen den Dunlop inpuncto Wirtschaftlichkeit ganz nach vorne.

Fazit
Eine erfolgreiche Evolution. Mit seinem Vorgänger hat der Qualifier 2 wenig gemein. Besonders viel Laune macht er im warmen Zustand auf der Rennstrecke.

Testergebnis: Platz 3 (426 Punkte)

Metzeler Sportec M3 (Archivversion)

Daten
Gewicht: vorn 4,3 kg, hinten 6,3 kg
Herstellungsland: Deutschland
Infos/Freigaben: Pirelli Deutschland, Telefon 089/49080, www.metzelermoto.de

Bewertung

Alltag (neu: 84 Punkte, Platz 4; nach 3000 km: 75 Punkte, Platz 6) Neu überzeugt der M3 mit hoher Stabilität und guter Rückmeldung, in puncto Handlichkeit muss er sich den Erstplatzierten geschlagen geben. Starker Verschleiß am Vorderrad verschlechtert die Neutralität spürbar.

Rennstrecke (91 Punkte, Platz 2)Zunächst will der M3 mit Nachdruck in die Ecken gedrückt werden. Steigen Tempo und Temperatur, überzeugt er mit hoher Stabilität in Kurven und beim Beschleunigen.

Nässe (79 Punkte, Platz 3)Bezüglich Handling gibt sich der Metzeler etwas träge. Deutlich besser gefällt der breite Grenzbereich mit guter Kurvenhaftung.

Verschleiß (83 Punkte, Platz 4)Mit rund 45 Prozent Restprofil hinten ist der M3 Gruppenbester. Dafür verschleißt der Vorderreifen extrem schnell.

Fazit
Eine gute Wahl für die Rennstrecke und nasse Pisten. Doch durch den starken Verschleiß vorne lassen seine Leistungen auf der Landstraße rasch nach.

Testergebnis: Platz 5 (412 Punkte)

Michelin Pilot Power 2CT (Archivversion)

Daten
Gewicht: vorn 4,2 kg, hinten 5,9 kg
Herstellungsland: Spanien
Infos/Freigaben: Michelin, Telefon 0721/5303349, www.michelin.de

Bewertung

Alltag (neu: 89 Punkte, Platz 1; nach 3000 km: 88 Punkte, Platz 1) Ob neu oder nach halber Laufleistung: der Michelin vermittelt auf der Landstraße das sicherste Fahrgefühl – selbst bei kühlen Temperaturen. Handlichkeit und Lenkprä-zision liegen auf einem sehr hohen Niveau.

Rennstrecke (78 Punkte, Platz 7)Die Achillesferse des Pilot Power 2CT. Auf dem Rundkurs stößt der Power schnell an seine Grenzen. Bereits nach wenigen Runden baut der Reifen stark ab und verliert deutlich an Haftung.

Nässe (88 Punkte, Platz 1)Ein gewohntes Bild: Auf nasser Strecke lässt der Michelin die Konkurrenz sprichwörtlich im Regen stehen. In puncto Handlichkeit, Präzision, Haftung und Rückmeldung top.

Verschleiß (94 Punkte, Platz 1)Gleichmäßiger Abtrag vorne wie hinten, ausreichend Restprofil. Besser geht es nicht.

Fazit
Der Sportreifen für alle Tage. Mit vier ersten Plätzen sichert sich der Michelin die Pole Position. Nur nicht auf der Rennstrecke. Hier gibt es Bessere.

Testergebnis: Platz 1 (437 Punkte)

Pirelli Diablo Rosso (Archivversion)

Daten
Gewicht: vorn 4,3 kg, hinten 6,3 kg
Herstellungsland: Deutschland
Infos/Freigaben: Pirelli Deutschland, Telefon 06163/710, www.pirellimoto.de

Bewertung

Alltag (neu: 84 Punkte, Platz 4; nach 3000 km: 81 Punkte, Platz 4) Der Rosso braucht Wärme. Bei kühlen Temperaturen mangelt es etwas an Rückmeldung. Bei zügiger Fahrt und entsprechend hoher Reifentemperatur steigt die Stabilität enorm. Die Fahreigenschaften bleiben auch nach 3000 Kilometern erhalten.

Rennstrecke (92 Punkte, Platz 1)In Sachen Kurvenstabilität steht der Diablo Rosso an der Spitze des Testfelds – das bleibt auch nach etlichen Runden so. Auf dem Racetrack ein souveräner Reifen.

Nässe (80 Punkte, Platz 2)Bei Regen liegt er bei guter Kurvenhaftung und Rückmeldung nahezu gleichauf mit dem Metzeler M3. Minimale Vorteile bei Handlichkeit und Lenkpräzision bringen ihn auf Platz zwei.

Verschleiß (77 Punkte, Platz 6)Mit reichlich Profilverlust vorne wie hintennicht überzeugend.

Fazit
Tolle Performance auf der Rennstrecke, dazu ein sicheres Gefühl auf nasser Fahrbahn. Das sind die Stärken des Pirellis. Allerdings verschleißt er schnell.

Testergebnis: Platz 4 (414 Punkte)

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