Reifentest 120/70 ZR 17 und 190/50 ZR 17 (Archivversion)

Traktions-Kontrolle

Wenn Yamaha YZF-R1 und Konsorten loslegen, hilft nur eins: Reifen mit sattem Grip und exquisiten Fahreigenschaften. Ein Test im Grenzbereich – und darüber.

Reifentest bei MOTORRAD. Ein Vorhaben, das die Redaktionsstuben erschüttert wie ein Erdbeben. Transporter sind für Wochen ausgebucht, mannshohe Reifenstapel werden schwankend durch Lagerräume geschunkelt, Ersatzteilkisten und Messapparaturen penibel nach Ladelisten zusammengestellt und verfrachtet. Die Testcrew, so groß wie eine Fußballmannschaft samt Ersatzspielern, gondelt mit dem Equipment durch halb Europa.Der Riesenzirkus hat einen guten Grund. Schließlich möchten die Fahrer sportlicher Big Bikes deren schiere Dynamik tagtäglich genießen. Handlichkeit und Kurvenspaß stehen zwar ganz oben auf der Anforderungs-Skala, aber die verlässliche Fahrstabilität beim Kondensstreifenblasen auf der Autobahn darf auch nicht zu kurz kommen. Und wenn’s schüttet wie aus Kübeln, sollte der Heimweg für die Reiter von PS-Monstern keinesfalls im Acker, sondern möglichst in der heißen Badewanne enden. Höchste Ansprüche also an die Konstrukteure der schwarzen Gummiringe, die im speziellen Fall Yamaha YZF-R1 durch das Phänomen des Lenkerschlagens auf schlechtem Belag und bei Topspeed schier nicht zu erfüllen sind.Weil die aktive Sicherheit in entscheidender Weise von der Bereifung abhängt, wählte MOTORRAD für die Stabilitäts-Fahrversuche mit der YZF-R1 eine Autobahn-Teststrecke mit extrem holprigem und von Querrillen gespicktem Belag, auf der auch einige japanische Hersteller die beinharte Erprobung ihrer Powerbikes durchziehen. Wirklich kein Spaß, sondern Knochenarbeit mit haarsträubenden Situationen, weil derbes Lenkerschlagen bei Tacho 280 selbst abgebrühte Testfahrer über den Sinn des Lebens nachdenken lässt. Für freudige Erleichterung sorgten nur die Metzeler- und Pirelli-Konstruktionen, die mit einer hervorragende Eigendämpfung die R1 einigermaßen im Zaum hielten. Eine positive Eigenschaft, die sich auf anderen, für das hässliche Lenkerschlagen ebenfalls empfindlichen Big-Bikes abzeichnete.Bei weitem amüsanter, wenn auch nicht weniger anstrengend, die Nässeprüfung. Barbarisches Drehmoment aus dem vollen Liter Hubraum und ein eher glitschiger Belag auf der Industrie-Teststrecke, zwangen zu manchem Rodeoritt durch die Wiese. Meist nur Ausflüge ohne ernsthafte Folgen. In Minuten repariert, rollte die Yamaha leicht verschrammt, aber voll funktionstüchtig, wieder auf die Piste. Und der Reiter? Bestätigte mit absolut identischen Rundenzeiten, dass der Ausrutscher nur das Leder, nicht aber das Nervenkostüm aufgerieben hatte. Richtig schnelle Runden ermöglichten die Michelin Pilot Sport mit messerscharfer Lenkpräzision. Die anderen Testpaarungen liegen mit knapp drei Sekunden Abstand dicht beieinander. Wobei die Metzeler/Pirelli-Gummis durch ihren seidenweichen, gutmütigen Grenzbereich und spektakuläre Slides beim Fahrer und Helfer-Publikum für Unterhaltung sorgten. Als kleiner Ausreißer im negativen Sinn wurde Dunlops Sportmax D 207 in Q/N Spezifikation dingfest gemacht, der als Erstausrüstung auf den Yamaha-Felgen montiert ist. Speziell beim Beschleunigen auf der nassen Piste fehlte es dem Stahlgürtel-bewehrten Hinterreifen an Traktion, während die Front noch sicher in der Spur blieb und somit kein unkontrolliertes Wegrutschen oder Untersteuern zu befürchten war. Alle anderen Reifenpaarungen bestanden den Nasstest ohne markante, sicherheitsrelevante Auffälligkeiten.Mit ein Grund für solche Ergebnisse ist die verstärkte Verwendung sogenannter Silika-Bestandteile (Kieselsäure) in der Laufflächenmischung. In Pulverform zugesetzt, verbessert der Silika-Anteil die Grundbaustoffe Ruß und Kautschuk in Sachen Nasshaftung enorm, ohne dass deshalb die Abriebfestigkeit darunter leidet. Und auch in diesem Bereich sollten sich die acht Paarungen beweisen müssen. Im Rahmen der Testfahrten auf der Rennstrecke umrundete ein Konvoi aus je vier Yamaha YZF-R1 die hügelige Piste im südfranzösischen Ledenon. In festgelegten Tempo und mit mehrfachem Durchwechseln der Fahrer rubbelte das Quartett allen Testreifen das Gummi von der Pelle. Die Ergebnisse können natürlich nicht als absolute Verschleißwerte, sondern nur zum Vergleich der Reifen untereinander herangezogen werden. Sensationell dabei die Abriebfestigkeit des japanischen Bridgestone-BT-010 Hinterreifens, der in Verbindung mit der hohen Anfangsprofiltiefe von sechs Millimetern und dem günstigsten Preis in Sachen Wirtschaftlichkeit den anderen um Längen voraus ist.Der wohl wichtigste Test für Sportreifen, Kurvenverhalten und Haftung, wurde ebenfalls in Ledenon gefahren. Um subjektive Ergebnisse und Rundenzeiten zu ergänzen, zeichnete MOTORRAD unzählige Daten und Messwerte während der Testfahrten auf. Erfreuliches Resultat der Heizerei: Fast alle Paarungen lagen auf einem enorm hohen Niveau, was Haftung und Beherrschbarkeit betrifft. Aufatmen auch für den Hersteller Metzeler, der seinen ME Z3 nach der unglücklichen Premiere auf der ersten Yamaha-R1 (wenig Grip, schwerfälliges Handling) jetzt wieder auf ein tadelloses Kurvenverhalten getrimmt hat.Zufrieden packt die MOTORRAD-Testcrew nach über 5000 Testkilometern die Koffer: Die aktuellen Sportreifen im 190er-Format sind besser als je zuvor. Sogar das störrische, instabile und nervige Breitreifen-Syndrom in Kurven ist weitgehend beseitigt. Dass schmale 180er-Pneus dennoch Vorteile bringen, demonstrierten die auf der Yamaha ebenfalls zugelassenen und versuchsweise aufgezogenen Metzeler und Pirelli in 180er-Dimension. Eine ganze Ecke handlicher und kurvenwilliger raste die derart schmal besohlte Yamaha fast eine Sekunde schneller um die anspruchsvolle Piste. Allerdings harmonieren 180er-Reifen nur im Fall der Münchner Produkte mit der breiten 6.00-Zoll-Felge. Andere Hersteller raten von dieser Kombination meist ab, da sich Kontur und Stabilität oft ungünstig verändern. In jedem Fall sollte vor einer Umbereifung auf 180er-Gummis beim jeweiligen Hersteller nachgefragt werden Wer für zackige Runden auf der Rennpiste noch mehr Grip verlangt, muss schon schärfere Geschütze auffahren. Die zum Teil straßenzugelassenen Renngummis vom Schlag eines Dunlop D 207 GP, Pilot Race oder Supercorsa zum Beispiel. Mehr über die klebrigen, mitunter aber auch recht kapriziösen Rennsportreifen in MOTORRAD XX/2001.
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Bridgestone (Archivversion) - BT 010F/BT 010R

Daten: Hersteller/Importeur Bridgestone/Firestone Deutschland GmbH, 61325 Bad HomburgKundendienst Telefon 06172/408-255Internet-Adresse http://www.bridgestone.de/motorrad/ Reifentypvorn Battlax BT 010 F Radial hinten Battlax BT 010 R RadialDimensionvorn 120/70 ZR 17hinten 190/50 ZR 17 Preise vorn/hinten: 243/344 MarkKurvenverhalten: Handlich, lenkpräzise und mit guter Kurvenstabilität erfüllt der neue BT 010 die Erwartungen. Nur in Kurven mit holprigem Belaglässt der Grip etwas zu Wünschen übrig.Nassfahrverhalten: Bei Nässe ist der Grenzbereich der haftfreudigen BT010 etwas enger gesteckt. Trotzdem bringt es das Bridgestone-Pärchen aufdie drittbeste Rundenzeit.Fahrstabilität: Mit erstaunlich hoher Fahr-und Lenkstabilität schlägt sich derneue BT 010 sehr wacker und schließt diesen Test als bester Reifen mitkonventionellem Vorderradaufbau ab.Wirtschaftlichkeit: Dank geringem Verschleiß am Hinterrad und demniedrigsten Preis, belegt der Battlax BT 010 den ersten Platz.Fazit: Ein fahrstabiler, sportlicher Reifen, der sich in keinem Testkriteriumgravierende Mängel leistet und mit hoher Wirtschaftlichkeit denGeldbeutel schont.

Spezial: Reifen (Archivversion)

Daten: Hersteller/Importeur SP-Reifenwerke GmbH 63450 HanauKundendienst Telefon 06181/681930 Internet Adresse http://www.dunlop-tires.com/Reifentypvorn Sportmax Radial D 207 F Qhinten Sportmax Radial D 207 NDimensionvorn 120/70 ZR 17 hinten 190/50 ZR 17Bewertung:Kurvenverhalten: Die serienmäßig auf der YZF R1 montierten Dunlops gerät in Sachen Grip und Kurvenstabilität in Rückstand zurKonkurrenz.Nassfahrverhalten: Mit über 10 Sekunden Rückstand zur schnellstenRundenzeit und einem problematischen Grenzbereich, verliert die D 207Q/N-Paarung bei Nässe gewaltig an Punkten.Fahrstabilität: Obwohl für die sensible Yamaha YZF-R1 getrimmt, kämpfendie D 207 Q/N Gummis mit unruhiger Lenkung bis hin zum Lenkerschlagenbei Bodenwellen und hohem Tempo.Wirtschaftlichkeit: Aufgrund der geringen Profiltiefe macht der Dunlop D 207N auch hier eine schlechte Figur. Da ändert auch der relativ günstige Preisnicht vielFazit: Die Konkurrenz ist dem Serienreifen der Yamaha in fast allen Bereich deutlich überlegen. Ein gründliche Nachbesserung speziell in SachenNassfahrverhalten und Laufleistung ist angeraten.

Dunlop (Archivversion) - Sportmax D 207

Daten: Hersteller/Importeur SP-Reifenwerke GmbH 63450 HanauKundendienst Telefon 06181/681930 Internet Adresse http://www.dunlop-tires.com/Reifentypvorn Sportmax Radial D 207 F hinten Sportmax Radial D 207 Dimensionvorn 120/70 ZR 17 hinten 190/50 ZR 17Preis vorn/hinten: 250/354 Mark Bewertung:Kurvenverhalten: Starkes Aufstellmoment, mäßige Kurvenstabilität undLenkpräzision bei sportlicher Gangart– da ist gegen die aktuelle Konkurrenznichts zu machen. Nassfahrverhalten: Mit besserem Grip speziell am Hinterrad als derSportmax D 207 N und dementsprechenden Rundenzeiten, nähert sich dieseDunlop-Version den Mitbewerber etwas an.Fahrstabilität: Die sensible Yamaha YZF-R1 reagiert mit dem Dunlop D 207bei hohem Tempo und welliger Fahrbahn mit deutlichen Unruhen undzuweilen heftigem Lenkerschlagen.Wirtschaftlichkeit: Der günstige Preis kanns nicht ändern, auch hier kassiertder Dunlop D 207 die rote Laterne.Fazit: In der 190er Breitreifen-Dimension kann der Dunlop D 207 auf derYamaha R1 in keinem Testkriterium wirklich überzeugen.

Metzeler (Archivversion) - ME Z3

Daten: Hersteller/Importeur Metzeler Reifen GmbH 80992 MünchenKundendienst Telefon 089/14908-440Internet-Adresse http://www.metzeler.de/Reifentypvorn ME Z3 Front Steel Radialhinten ME Z3 Steel RadialDimensionvorn 120/70 ZR 17hinten 190/50 ZR 17Preis vorn/hinten: 267/373 MarkBewertung:Kurvenverhalten: Der ME Z3 gehört zwar nicht zu denhandlichsten Reifen, besteht jedoch alle anderen Prüfungen auf der Rennstrecke bis hin zu Haftung mit besten Noten.Nassfahrverhalten: Schnell und vor allem sehr gutmütig und sicher umrundetder Metzeler ME Z3 den rutschigen Testkurs.Fahrstabilität: Hier lässt das Metzeler-Pärchen mit dem Null-Grad-Stahlgürtel nichts anbrennen: fahrstabil, mit bester Eigendämpfung und einedeutlich reduzierte Neigung zum Kickback. Erste Klasse. Wirtschaftlichkeit: Mit befriedigendem Verschleißverhalten am Hinterrad abereinem hohen Preis, reicht es hier nur zum Platz im Mittelfeld. Fazit: In der jetzt stark verbesserten Ausführung ist der Metzeler ME Z3auch für leistungsstarke und schnelle Sportmaschinen ein sehr guterKompromis aus Sportlichkeit und guter Laufleistung.

Metzeler (Archivversion) - ME Z3 Racing

Daten: Hersteller/Importeur Metzeler Reifen GmbH 80992 MünchenKundendienst Telefon 089/14908-440Internet-Adresse http://www.metzeler.de/Reifentypvorn ME Z3 Front Steel Radial Racinghinten ME Z3 Steel Radial RacingDimensionvorn 120/70 ZR 17hinten 190/50 ZR 17Preis vorn/hinten: 298/392 MarkBewertung:Kurvenverhalten: Auch beim ME Z3 Racing könnte das Handling besserausfallen. Dafür brennt er die schnellste Runde aufs Parkett und glänzt mitvorzüglichem Grenzbereichverhalten und einem subjektiv wie messbar sehrsicheren Grip.Nassfahrverhalten: zweitschnellste Rundenzeit, besteBeherrschbarkeit am Grenzbereich- hier gibt’s nix zu meckern.Fahrstabilität: Wie beim fast baugleichen ME Z3 wirkt auch der »Racing« aufder Yamaha R1 als hochwirksames Beruhigungsmittel bei Topspeed und aufholprigen Landstraßen. Wirtschaftlichkeit: Von nichts kommt nichts. Der Supergrip geht auf Kostender Laufleistung und der hohe Preis ist an der Schmerzgrenze angesiedelr.Fazit: Nimmt man den Punikt Wirtschaftlichkeit aus, ist der Metzeler ME Z3ein ganz heißer Tipp für sportlich orientierte Fahrer.

Michelin (Archivversion) - Pilot Sport

Daten: Hersteller/Importeur Michelin Reifenwerke KGaA 76185 KarlsruheKundendienst Telefon 0721/530-3349 Internet-Adresse http://www.michelin.com/us/eng/home.htmReifentypvorn Pilot Sporthinten Pilot SportDimensionvorn 120/70 ZR 17 hinten 180/55 ZR 17Preis vorn/hinten: 258/385 MarkBewertung:Kurvenverhalten: Handlich, lenkpräzise und mit viel Grip, ist bei dem PlotSport der Name auch Programm. Leider stellt er sich bei Bremsen stark aufund tendiert bei Vollbremsungen zu leichten Vorderradstempeln. Nassfahrverhalten: Mit mächtig viel Grip am Vorderrad rast der Michelin inBestzeit um den Parcours, lässt sich dabei auch noch leicht kontrollieren undkassiert somit die meisten Punkte. Fahrstabilität: Auf der Yamaha YZF-R1 verliert der handliche Pilot SportPunkte in Sachen Kickbackneigung und Fahrstabiltät auf Bodenwellen inhohemTempo. Wirtschaftlichkeit: Überraschend gute Verschleißwerte und ein nochakzeptabler Preis, hieven das Michelin-Pärchen auf den dritten Platz.Fazit: Ein supersportlicher, handlicher Reifen mit erstklassigem Grip in allenLagen, aber gewöhnungsbedürftigem Aufstellmoment und der erhöhtenNeigung zum Lenkerschlagen.

Pirelli (Archivversion) - MTR 21/22

Daten:Hersteller/Importeur Pirelli Motorradreifen80974 MünchenKundendienstTelefon 089/14908-350Reifentypvorn MTR 21 Dragon Evohinten MTR 22 Dragon EvoDimensionvorn 120/70 ZR 17hinten 190/50 ZR 17Preise vorn/hinten: 275/360 MarkKurvenverhalten: Einen Deut handlicher als die Metzeler Pneus, begeisterndie Pirelli Reifen mit durchweg sehr guten und sicheren Fahreigenschaften. Nasstest: Hier gehen ein paar Pünktchen in Sachen maximal Grip verloren,was bleibt, ist das exzellente und souverän zu beherrschende Grenzbereichverhalten.Fahrstabilität: Auf gleich hohem Niveau wie die Metzeler Reifen, überzeugtauch der Dragon auf der Yamaha YZF-R1 mit hoher aktiver Fahrsicherheitund vervorragenden Dämpfungseigenschaften, die das lästigeLenkerschlagen zwar nicht ganz verhindern, aber deutlich abschwächen. Wirtschaftlichkeit: Der relativ hohe Preis wird durch gute Verschleißwertekompensiert. Platz drei für den Dragon Evo.Fazit: Die Pirelli Dragon Eco passen ausgezeichnet zur Yamaha YZF-R1, daer neben der Sportlichkeit, auch der Fahrstabiliät zuträglich ist.

Pirelli (Archivversion) - MTR 21/22 Corsa

Daten:Hersteller/Importeur Pirelli Motorradreifen80974 MünchenKundendienstTelefon 089/14908-350Reifentypvorn MTR 21 Dragon Evo Corsahinten MTR 22 Dragon Evo CorsaDimensionvorn 120/70 ZR 17hinten 190/50 ZR 17Preise vorn/hinten: 305/386 MarkKurvenverhalten: Schnell und sicher, mit einem subjektiv sehr guten Gefühlin allen Grenzsituationen, schafft der Pirelli in Corsa-Mischung diehöchste PunktzahlNasstest: Samtig weiche Slides mit bester Kontrollierbarkeit, aber einspürbar geringerer Maximalgrip, macht den Unterschied zu denMetzeler-Pneus aus gleichem Hause.Fahrstabilität: Hier kann man nur wiederholen, was zu den Pirellis ohne»Corsa« gesagt wurde. Eine Empfehlung für alle Motorräder mit der Neigungzum Lenkerschlagen oder anderen Stabilitätsproblemen.Wirtschaftlichkeit: Hoher Preis, relativ geringe Laufleistung- damit lässt sichunter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht viel ausrichten: Fünfter PlatzFazit: Die sportlich orientierte Power.Bike-Fraktion, die die Mark nichtzweimal umdreht, iegt mit dem Pirelli in Corsa-Mischung genau richtig.

TESTKRITERIEN (Archivversion)

0 Als Versuchsträger für die aktuellen Straßensportreifen diente die Yamaha YZF-R1. Mit enorm viel Leistung, wenig Gewicht und einer, bedingt durch den fehlenden Lenkungsdämpfer, problematischen Lenkstabilität auf welligen Straßen und Autobahnen, stellt das Powerbike höchste Ansprüche an die Bereifung. Die auf der Yamaha gewonnen Ergebnisse lassen sich in der Tendenz auch auf alle anderen Sportmaschinen mit ähnlichen Eckdaten (beispielsweise Honda CBR 900 RR, Kawasaki ZX-9R, Suzuki GSX-R 750 bis Baujahr 1999 et cetera) übertragen. Wichtig dabei: Die Testresultate beziehen sich ausschließlich auf die im Test gefahrenen Dimensionen und Reifentypen. Eine Ableitung der Ergebnisse etwa auf 180er-Bereifung kann nicht erfolgen, da grundlegende Unterschiede in Karkassenaufbau und Gummimischung möglich sind. 0 Der Luftdruck wurde für den gesamten Test mit 2,5/2,9 bar nach Yamaha Vorgaben eingehalten. 0 Bei gravierenden Auffälligkeiten wie ausgeprägtem Pendeln, extrem geringer Haftung oder ähnlichem, wurde ein zweiter Reifensatz zur Gegenprobe aufgezogen. 0 Alle Testreifen wurden von den Herstellern und Importeuren zur Verfügung gestellt. Vorgabe war, dass das Produktionsdatum aller Reifen mindestens zwei Wochen vor Bekanntgabe des Tests lag. 0 Bei den Versuchsfahrten spielen natürlich auch die äußeren Umstände eine große Rolle. Deshalb wurde streng darauf geachtet, dass während des gesamten test die Temperaturbedingungen nicht zu stark differierten. Speziell beim Nässetest können Schwankungen das Ergebnis entscheidended beeinflussen. Der größte über den Testtag verteilte Unterschied betrug 10 zu 13 Grad Luft- und 13 zu 16 Grad Bodentemperatur. Bessere Bedingungen kann man kaum erwischen.0 Zu Beginn des Tests wurde die Serienbereifung als Referenz herangezogen. Mit dieser fuhr sich der Testfahrer so lange auf der Teststrecke ein, bis er seinen Rhythmus gefunden hatte und die Rundenzeiten für den restlichen Testzeitraum konstant bleiben.0 Das Tempo auf der Rennstrecke wurde so gewählt, dass sich der Fahrer nur an drei oder vier Schlüsselstellen am absoluten Limit bewegen musste. Alle anderen Passagen wurden mit einem gewissen Sicherheitspolster gefahren, damit Kondition und Konzentration für den gesamten Testtag eingeteilt werden konnten. Zirka 120 Runden mussten pro Testtag bewältigt werden. Die erste so schnell und konzentriert wie die letzte. Die Teststrecke im südfranzösischen Ledenon hat vom Streckenverlauf, Kurvengeschwindigkeit und Straßenbelag sehr viel Landstraßencharakter, was einer praxisnahen Beurteilung zu Gute kommt. Zusätzlich zu den Versuchs- und Nassteststrecken auf abgesperrtem Terrain wurden Autobahnfahrten und eine Landstraßenrunde angehängt, um die Kurveneigenschaften auch dort zu überprüfen. 0 Folgende Kriterien werden zur Gesamtbeurteilung herangezogen:Handlichkeit: benötigte Lenkkraft, um die Maschine in Schräglage zu bringen oder in Schräglage beziehungsweise auf der gewünschten Linie zu halten.Lenkpräzision: wird in unterschiedlich schnellen Kurven überprüft und gibt Auskunft darüber, ob das Motorrad dem gewünschten Kurs, der über Lenkkräfte eingegeben wird, folgt, oder ob die Linie korrigiert werden muss. Haftung in Kurven: Seitenführung und Beschleunigung in Schräglage auf nasser und trockener Fahrbahn bei schnellen Kurvenfahrten auf einer gesperrten und abgesicherten Teststrecke. Grenzbereichverhalten: Das Grenzbereichverhalten gibt Auskunft über die Beherrschbarkeit des Reifens im Grenzbereich der Haftung auf nasser und trockener Fahrbahn.Kurvenstabilität: Fahrstabilität bei schneller Kurvenfahrt, in Wechselkurven und bei Bodenwellen.Aufstellneigung beim Bremsen: ein mehr oder weniger starkes Lenkmoment beim Bremsen in Schräglage, das das Motorrad aufrichten will und durch eine Gegenkraft am Lenker ausgeglichen werden muss.Stabilität vmax: wird auf unreglementierten Autobahnen mit unterschiedlichen Fahrbahnbelägen überprüft und gibt Auskunft darüber, ob die Maschine im Bereich der Höchstgeschwindigkeit zum Pendeln, Aufschaukeln, Lenkerschlagen oder sonstigen Fahrwerksunruhen neigt. Im Fall der Yamaha lag das Hauptproblem in der Anfälligkeit zum Lenkerschlagen.Fahrkomfort: benennt die beim Überfahren von Querrillen oder bei holprigem Fahrbahnbelag notwendige Eigendämpfung der Reifen, die Fahrstabilität und Abrollkomfort beeinflusst. Lenkerflattern (Shimmy): mehr oder weniger starke Drehschwingung um die Lenkachse im Geschwindigkeitsbereich zwischen 60 und 90 km/h.Preis: Er wurde aus mehreren Umfragen im Reifenhandel ermittelt. Eine verbindliche Preisvorgabe seitens der Hersteller besteht nicht und macht dieses Verfahren notwendig.

MOTORRAD Punktewertung (Archivversion)

Punktewertung Kurvenverhalten Stand 28. 3. 01/10:25 Hersteller/Typ BT 010 207QN D 207 ME Z3 ME Z3 R Pilot S MTR MTR Co Handlichkeit 201614131313171414Lenkpräzision . 301815131616181717Haftung Kurven 302421202425252425Haftung/Beschl 302321192325252426Kurvenstabilität 201716131817181817Grenzbereich 302724232829272827Aufstellneigung 207128121171212GesamtpuGesamtpunkte 180 132123109134136137137138Beste Rundenzeit1.42,31.42,91.44,51.41,81.40,41.40,61.41,31.40,8Punktewertung NasstestHersteller/Typ BT 010 207QN D 207 ME Z3 ME Z3 R Pilot S MTR MTR Co Lenkpräzision 201712151818201717Kurvengrip vo. 302622242527292424Kurvengrip hi. 302514202527282524Haftung Beschl 20127111211141110Grenzbereich 403025283435323333Gesamtpunkte 1401108098114118123110108beste Rundenzeit1.48.41.58,01.52,91.49,01.48,01.45,71.49,51.50,0Punktewertung FahrstabilitätHerstellert/Typ BT 010 207QN D 207 ME Z3 ME Z3 R Pilot S MTR MTR Co Stabilität V.max 302827282929282929Stab.Bodenwellen302215132626172524Kickbackneigung 20131081515101515Shimmy 201714181818161918Fahrkomfort 1077688788Bremsstabilität 201816181818141818Gesamtpunkte 130105899111411492114112Punktewertung WirtschaftlichkeitHerstellert/Typ BT 010 207QN D 207 ME Z3 ME Z3 R Pilot S MTR MTR Co Preis (30)2825251910182010Laufleistung (50)4810272924282728Gesamtpunkte(80)7635524834464738

Datarecording (Archivversion)

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Die Erkenntnis des Revolutionärs Lenin hat sich auch beim MOTORRAD-Reifentest durchgesetzt. So werden die Daten von Geschwindigkeit, Reifentemperatur, Federbewegungen, Gasgriffstellunng und Drehzahl elektronisch erfasst und ausgewertet. Um eine exakte Analyse kümmmert sich der Chef von 2D in Karlsruhe Dirk Debus persönlich. Während der Rennsaison betreut der Elektronik-Guru die Yamaha-GP-500 Werksfahrer Max Biaggi und Carlos Checa und rüstet den Großteil des GP-Starterfeld und namhafte Rennteams in der Autobranche mit seinem Datarecording-System aus. Selbst die Formel 1-Techniker greifen auf 2D-Sensoren zurück. Direkt nach den Reifentestfahrten findet ein Abgleich der subjektiven Wertung und der Datenaufzeichnung statt. Eine optimale Unterstützung also für den Testfahrer, der sich vor Ort selective Streckenpassagen im Detail betrachten kann. Das ist dann sehr hilfreich, wenn Probleme wie etwa Haftungsverlust auf Bodenwellen oder beim Beschleunigen auftreten oder das Motorrad mit unruhigen Federbewegungen, Bremsstempeln oder schlechter Lenkpräzision reagiert. Die Kunst der Auswertung liegt darin, die Linien und Kurven richtig und aussagekräftig zu interpretieren. Und genau dass hat Dirk Debus, der selbst eine Yamaha YZF R1 ziemlich derb um die Ecken drischt, drauf wie kaum ein Anderer. Seine Fazit der MOTORRAD-Testfahrten: »Alles korrekt und nachvollziehbar, Wertung und Aufzeichnung sind sehr konstant und deckungsgleich, selbst kleine Unterschiede bei den sehr guten Reifen lassen sich mit einem hauchdünnen Vorteil an Kurvenspeed bestätigen.« Wer sich für die elektronischen Systeme und deren Möglichkeiten interressiert, findet mehr dazu unter: www.2d-datarecording.com

Verschleiss (Archivversion)

Auch wenn bei Sportmaschinen Qualitäten wie Grip und Handlichkeit ganz vorn stehen, darf der Verschleiß nicht vergessen werden. Rund 600 Mark kostet ein Satz Sportreifen in der getesteten Dimension- da kommen nicht nur sparsame Naturen ins Grübeln. Um den Abrieb der Testprobanten zu vergleichen, wurden zwei Vierer-Konvois ausgeschickt, die in flottem Landstraßentempo die Rennstrecke von Ledenon umrundeten. Überraschend zeigte sich, das Reifen mit durchweg gutem Grip nicht zwingend durch einen starken Verschleiß auffallen. Der Beweis: Bridgestone BT 010 und Michelin Pilot Sport.Logischerweise hatten Reifen mit einer hohen Anfangsprofiltiefe die besseren Karten, da der zur Verfügung stehende, nutzbare Profiltiefe die tatsächliche Laufleistung maßgeblich beeinflusst. Als Ergebnis steht der prozentuale Verschleiß, aus dem sich auf der Tabelle rechts klar die zu erwartende Laufleistung im Vergleich ablesen lässt.

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