Service Spezial Reifen (Archivversion)

Praxistips Eintragungen

Nicht jeder Motorradreifen, der auf die Felge paßt, darf auch montiert werden - Freigabe oder Eintragung ist Voraussetzung.

Vor allem Besitzer älterer Motorräder können ein Lied davon singen, wenn es darum geht, die abgefahrenen Reifen gegen ein Paar neue auszutauschen. In den Fahrzeugpapieren sind häufig nur wenige der homologierten Paaarungen aufgelistet und somit zulässig. Reifengröße, Ausführung und Hersteller sind in den meisten Fällen klar vorgegeben.Was also tun, wenn der Wunsch nach einer nicht in den Papieren vermerkten Reifenpaarung besteht? Auf alle Fälle zuerst seinen Motorrad- oder Reifenhändler aufsuchen. Bei denen liegen für sämtliche Motorräder Reifenfreigaben parat. Und weil die Reifenindustrie Interesse hat, daß sich Motorradfahrer für ihr Produkt entscheiden, gibt es diese Bescheinigungen kostenlos. Oft lassen Hersteller trotz eines reichhaltigen Angebots aus vielfältigen Gründen nur wenige Reifenpaarungen homologieren.Wer sein Fahrzeug mit einer der freigegebenen Paarungen ausstattet, muß lediglich die vom Motorrad- oder Reifenvertragshändler mit einem Stempel versehene Freigabebescheinigung mit sich führen - außer die Freigabe bezieht sich auf eine nicht in den Fahrzeugpapieren aufgeführte Reifengröße. Dann muß die Paarung auf der Zulassungsstelle in Fahrzeugbrief und -schein eingetragen werden. Die Kosten für eine Eintragung betragen je nach Bundesland etwa 30 bis 50 Mark.Ist bei den Reifenfreigaben nicht das gewünschte Gummipärchen dabei oder möchte man auf andere Felgengrößen umrüsten, kann man sich an Firmen wie Alpha-Technik, Bodo Schmidt, Dornburger, Gaidosch, Gimbel, Haungs, Popko, Rommerskirchen, Stauch, Thurn und viele mehr wenden (siehe Adreßübersicht auf Seite 166). Sie homologieren beim TÜV ausgesuchte Reifenpaarungen nach und verkaufen anschließend die Gutachten für 70 bis 120 Mark an interessierte Kunden. Die Kosten für die Eintragung in die Fahrzeugpapiere kommen noch hinzu. Falls keine der angesprochenen Instanzen eine Freigabe oder ein Gutachten über die gewünschte Reifenpaarung besitzt beziehungsweise erstellt, bleibt nur noch der Versuch einer Eintragung per Einzelabnahme. Dazu muß der Kunde das Fahrzeug mit den gewünschten Reifen bei der Typ-Prüfstelle des TÜV vorfahren. Der Sachverständige prüft zunächst die Übereinstimmung von Geschwindigkeits- und Loadindex - die müssen gleich- oder höherwertig sein - mit den Angaben in den Papieren. Darüber hinaus muß der Reifentyp (Schlauch- oder Schlauchlos-Reifen) stimmen sowie Reifen- und Felgengröße zueinander passen und nach allen Seiten ausreichend Freigängigkeit aufweisen. Zu Schwinge oder Gabelholm sind mindestens fünf Millimeter erforderlich. Sind diese Grundvoraussetzungen gegeben, macht der Sachverständige eine ausgiebige Testfahrt, um die Verträglichkeit von Reifen und Fahrzeug zu prüfen.Zu den wichtigsten Kriterien, die die Reifenpaarung erfüllen muß, gehören die Hochgeschwindigkeitsstabilität auf der Autobahn und eine Prüfung der Shimmy-Neigung. Weitere Punkte sind Handlichkeit, Aufstellmoment beim Bremsen in Schräglage und allgemeines Fahrverhalten. Falls keine besonderen Auffälligkeiten auftreten, steht der Eintragung in die Papiere nichts im Weg. Die Kosten für den Kunden belaufen sich auf rund 300 Mark.Möglichkeiten, sein Motorrad ganz legal auf andere Sohlen zu stellen, gibt es also eine ganze Menge.
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Reifen: Eintragungen und Homologation (Archivversion) - Homologation

Wie Motorrad-Importeure und Reifenhersteller neuen Reifenpaarungen zu einer Freigabe verhelfen
Alle Jahre wieder, im Frühjahr, treffen sich die Motorrad-Industrie, Reifenhersteller und TÜV-Ingenieure im spanischen Idiata, um neue Reifenpaarungen zu testen und für den Straßenverkehr zuzulassen.Den ersten Schritt machen die Reifenhersteller, die für jedes neu auf den Markt kommende Motorradmodell aus ihrem Angebot geeignete Reifenpaarungen aussuchen. Zu den Auswahlkriterien gehören Einsatzzweck (Sport- oder Tourenmotorrad), voraussichtliche Verkaufszahlen und natürlich die entsprechenden Reifengrößen. In den ersten Fahrtests sortieren die Testfahrer der Reifenhersteller ungeeignete Paarungen (so was soll’s geben) aus. Anschließend machen sich die Tester der Fahrzeughersteller ans Werk. Zu den wichtigsten Anforderungen an die Reifen gehört die Fahrstabilität, die bei verschiedenen Beladungszuständen getestet wird. Außerdem dürfen freigegebene Reifen keinen Shimmy (Lenkerflattern) verursachen.Nachdem sich Reifen- und Fahrzeughersteller von der Verträglichkeit der Reifenpaarungen für ein bestimmtes Motorradmodell überzeugt haben, spulen die Sachverständigen des TÜV noch einmal die kompletten Fahrtests ab. Erst nach ihrem Einverständnis erhalten die Reifen eine offizielle Freigabe.

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