Test: Reiseenduro-Reifen der Dimension 110/80 R 19 und 150/70 R 17 (Archivversion)

Gute Reise

Egal wohin, Hauptsache die Reiseenduro steht auf den richtigen Pneus. Damit alpiner Kurvenspaß auch bei Nässe kein Roulette und der Ausflug mit Sack und Pack nicht zum Eiertanz wird, hat MOTORRAD acht aktuelle Reifenpaare durch die Mangel gedreht.

Ob Dickschiffe vom Schlag einer Honda Varadero 1000 die Bezeichnung Enduro verdienen oder nicht, darüber streitet die Motorradgemeinde seit Jahren mit wachsender Begeiste-
rung. Auslöser war die erste BMW-Boxer-GS, die Anfang der achtziger Jahre für Furore sorgte, deren Grundidee im Lauf der
Zeit jedoch etwas verloren gegangen ist. Damals noch mit einem offensichtlichen Anspruch an Offroad-Tauglichkeit, haben sich die aktuellen »Enduros« von den ursprünglichen Tugenden meilenweit entfernt.
Mit weit über 250 Kilogramm, strammen 100 PS und wuchtigen Plastikschalen gondeln die Varaderos dieser Welt zu 99 Prozent über mehr oder weniger gepflegten Asphalt. Die Offroad-Einlagen der Großenduristen beschränken sich, mit Ausnahme der ganz Harten, auf die Eroberung bereits eroberter Schotterpässe, ohne wirklichen Anspruch an Geländequalitäten.
Mit ein Grund für Bridgestone und Michelin, sich die Mühe zu machen und ihre bewährten Touren-Pneus BT 020 beziehungsweise Pilot Road ab sofort in 19- und 17-Zoll-Enduro-Format zu gießen. Womit der Reisefraktion eine erstklassige Alternative
zu den Enduro-Profilen zur Wahl steht – vorausgesetzt, die Touren-Pellen sind in den Fahreigenschaften tatsächlich überlegen. Um dies herauszufinden, hat MOTORRAD auch den Bridgestone BT 020 im Vergleichstest mitlaufen lassen, obwohl dieser auf
der Honda Varadero nicht freigegeben ist. Doch schließlich sollen die Ergebnisse, soweit möglich, Besitzern anderer Reiseenduros, die mit identischen Reifengrößen und -typen unterwegs sind, ebenfalls die Kaufentscheidung erleichtern. Deshalb montierten die Tester anstatt des Serien-Pneus, der Bridgestone TW 101/152 in E-Version, auch die überarbeitete F-Spezifikation, wie sie beispielsweise auf der Suzuki V-Strom zum Einsatz kommt.
Auf öffentlichen Straßen sind natürlich immer die Freigaben des jeweiligen Fahrzeugherstellers bindend. Ob und in welcher Spezifikation die Pneus montiert werden können, ist auf den Info-Seiten der Reifenproduzenten zu erfahren, die in den Datenkästen aufgeführt sind.
Gefahren wurden alle Tests mit ein und derselben Maschine mit erhöhter Vorspannung am Federbein sowie demontiertem
Motorschutz, um die Schräglagenfreiheit zu verbessern. Wie
immer zeichnete ein Datarecording-System alle Testfahrten auf.
Die Analyse der erfassten Kurvengeschwindigkeiten, Brems- und
Beschleunigungswerte unterstützt die Wertung der beiden Testfahrer. Wobei die Elektronik zwar ein praktisches Hilfsmittel ist,
die subjektiven Eindrücke aber nie ersetzen kann. Denn es sind eben nicht nur die maximalen Werte, sondern auch die Transparenz und Gutmütigkeit, die einen Reifen auszeichnen. So kann das Kriterium Grenzbereichverhalten sowohl auf trockener wie nasser Fahrbahn für das Wohlbefinden und die Sicherheit mehr Aussagekraft haben als ein super-duper Schräglagengrip.
Der Reifenluftdruck entsprach bei allen Testreifen den Empfehlungen von Honda, also 2,5/2,5 bar solo und 2,5/2,9 bar mit Sozius. Jawohl, mit Sozius. Für MOTORRAD seit Jahren ein fester Bestandteil des Reifentests, um herauszufiltern, ob die Pneus ihre Kurven- und Lenkeigenschaften auch mit Zuladung beibehalten oder ob unter Last Karkasse und Profilblöcke einknicken und die Fuhre eher einem Schiff denn einem Motorrad gleicht. So mancher Reifen brachte hier den geplagten Testsozius an den Rande eines Nervenkollaps. »Noch so einer, und ich meld’ mich krank«, kommentierte der kreidebleiche Kollege beispielsweise den knatschig daherschunkelnden Michelin Anakee. Wie es richtig geht, demonstrierte der Touren-Pneu Pilot Road aus gleichem Hause mit makelloser Stabilität und akrobatischen Schräglagen – da stieg der Testsozius mit gesunder Gesichtsfarbe ab.
Neu im MOTORRAD-Reifentest ist die zweifache Auflistung der Kurvenstabilität. Mit »Touring« und »Sport« wird künftig nach der jeweiligen Fahrweise unterteilt. Der Hintergrund: Jeder Reifentest erfordert das Ausloten der Haftgrenze in Schräglage und beim harten Beschleunigen aus Kurven. Dies geschieht wie immer auf der Rennstrecke, im vorliegenden Fall in Calafat, weil nur dort optimale, gleich bleibende Verhältnisse und Sicherheit gewährleistet sind. Allerdings entspricht diese Fahrweise nicht oder nur in einem sehr geringen Teil der Realität. Denn welcher Reisende bohrt sich in jeder Kurve mit den Fußrasten in den Asphalt und schlingert auf der letzten Rille durch die Landschaft? Deshalb drehten die Tester für die Touring-Wertung mehrere Runden in einem angepassten, artgerechten Tempo, das sich an zügiger Landstraßenfahrt orientiert. Wer’s richtig fliegen lassen möchte, erfährt unter der Wertung »Sport«, wie sich die einzelnen Reifen bei schneller Kurvenfahrt und daraus resultierenden hohen Seitenkräften und Gummitemperaturen verhalten.
Auffallend bei den vielen Runden auf der Rennstrecke
war, dass die Varadero bei hoher Geschwindigkeit mit keinem Pneu einen wirklich makellosen Geradeauslauf an den Tag legte. Selbst mit der als Referenz gefahrenen Serienbereifung Bridgestone TW 101/152 in E-Spezifikation ist ein leichtes Rühren bei Anregung vorhanden. Nie dramatisch – aber auch nicht perfekt.
Ein weiter wichtiger Bestandteil des Testprozedere: der Nasstest. Hier wird in bester Tradition ohne Netz und doppelten Boden gearbeitet, also ohne Stützräder oder sonstige Hilfsmittel. In der freien Balance schlingern die Testfahrer an der Haftgrenze über den künstlich bewässerten Parcours der Michelin-Tochter Kleber in Südfrankreich. Eine nette Hilfe
dabei: das zuverlässige Honda-ABS, das zumindest in der Bremsphase die Sturzgefahr minimiert. Zudem liefert die aus
drei Versuchen gemittelte Verzögerung ein verlässliches Bild
der möglichen Kraftübertragung der einzelnen Reifenpaarungen. Dass dies keine Zufallsmessungen sind, sondern die Ergebnisse ganz eindeutig der Haftfähigkeit der Gummis zugeschrieben werden können, wird erkenntlich, wenn man die Bremsverzögerung und die Rundenzeiten respektive Kurvengeschwindigkeiten vergleicht. Die schnellsten und griffigsten Reifen verzeichnen auch die kürzesten Bremswege und umgekehrt.
Ein entscheidender Faktor bei Nässe: die Lenkpräzision, die Garant dafür ist, dass die Maschine in kritischen Situationen dem Befehl des Fahrers folgt. Sich zuziehende oder zu schnell angefahrene Kurven fordern in erster Linie die Haftung und Lenkpräzision des Vorderreifens, um das Motorrad auf der rechten Fahrspur zu halten. Aus diesem Grund legt MOTORRAD besonderen Wert auf eine leicht beherrschbare Grip-Balance. Diese Grip-Balance sollte deutlich zugunsten des Vorderreifens ausfallen, was verhindert, dass das Vorder- vor dem Hinterrad die Haftung verliert. Denn ein aus der Spur gleitendes Heck lässt sich leichter abfangen, als ein rutschendes Vorderrad, das meist sofort einen Sturz zur Folge hat.
Welcher Reifen ist nun der richtige? Diese Frage muss jeder Fahrer anhand der Punktewertung selbst beantworten. Nicht
allein die Gesamtpunktzahl ist entscheidend, vielmehr sollte der individuelle Pneu anhand der Einzelkriterien ausgewählt werden. Wer auf maximale Kurvenqualitäten Wert legt, bei Nässe aber
lieber zu Fuß geht, muss die Messlatte anders anlegen als der
Allwetterfahrer, der sich auch bei Regen auf die Reise macht.
Dass MOTORRAD in den Datenkästen keine Preise nennt, liegt zum einen daran, dass die Hersteller auf einen verbindlichen Verkaufspreis verzichten und dem Handel die Kalkulation überlassen, zum anderen ist das Angebot an Reifen zu Dumpingpreisen über Internet-Vertriebe nicht mehr überschaubar. Ein verlässlicher, seriöser Mittelwert lässt sich daher nicht ermitteln.
Der Verschleißtest der acht Probanden fiel leider dem Wetter zum Opfer, denn just zum avisierten Zeitpunkt schneite es im Mittelmeerraum. Deshalb bittet MOTORRAD alle Großenduristen, unter www.motorradonline.de/verschleiss an einer umfassenden Umfrage über die getesteten Reifen mitzumachen, bei der es auch drei – natürlich neue – Sätze zu gewinnen gibt. Die Ergebnisse werden dann online und in MOTORRAD veröffentlicht.
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Der Reifentest im Detail: Trockenhaftung (Archivversion)

Wenn die Varadero rasant ums Eck fegt, machen sich gravierende Unterschiede der einzelnen
Reifentypen bemerkbar. In der Disziplin Kurvenverhalten markieren ausgerechnet die beiden Michelin, der Pilot Road als bester und der Anakee als schlechtester Reifen, die Bandbreite. Während sich
die zu weichen und quer zur Seitenkraft nochmals unterbrochenen Profilblöcke des Anakee in Schräglage stark verformen und somit die Haftung negativ beeinflussen, bleibt der Pilot Road mit seinem zusammenhängenden Profilbild sehr stabil und baut verlässlichen Grip auf. Im Diagramm ist deutlich zu erkennen, dass der Anakee schon beim Einlenken in die Kurve wegen der indifferenten Lenkung Zeit verliert und am Scheitelpunkt der Kurve, also in der größten Schräglage, 3,2 km/h einbüßt (1). Noch größer ist der Unterschied beim Herausbeschleunigen (2), wo der Anakee durch die Unruhe und Schaukelbewegungen am Heck nicht aus dem Quark kommt (4,2 zu 3,7 m/s2). Am Ende der Geraden (3) fehlen ihm knapp vier km/h in der Höchstgeschwindigkeit zum Klassenprimus. Da stellt sich
die Frage, ob für Enduro-Mutanten wie die Varadero eine grobe Profilgestaltung mit ihren negativen Begleiterscheinungen überhaupt noch Sinn macht.

Der Reifentest im Detail: Nasshaftung (Archivversion)

Der bewässerte Rundkurs weist zwei unterschied-
liche Fahrbahnbeläge auf. Ein sehr glatter Asphalt
im Streckenabschnitt 1 bis 3, der von einem griffigen Belag abgelöst wird. Um zu klaren Resultaten zu kommen, musste die 267 Kilogramm schwere Varadero in allen Streckenabschnitten am Limit bewegt werden. Was sich zur Überraschung der Testfahrer einfacher bewerkstelligen ließ als beim parallel laufenden Test mit der Kawasaki ZX-10R (MOTORRAD 9/2005). Die Rundenzeiten und Kurvengeschwindigkeiten von Varadero und ZX-10R lagen erstaunlicherweise auf fast gleichem Niveau. Im Vergleich der Enduro-Pneus treten der beste und der schlechteste Regentänzer, Michelin Pilot Road und Pirelli MT 90 Scorpion, gegeneinander an. Gut sechs km/h Geschwindigkeitsdifferenz im Kurvensektor (3), also auf dem Asphalt mit niedrigem Reibwert,
machen den Unterschied in Sachen Kurvenhaftung deutlich. Beim Anbremsen (6) im Regelbereich des ABS verzögert der Pilot Road mit 6,1 m/s2, während es der Pirelli nur auf 4,6 m/s2 bringt.

Test: Avon Distanzia (Archivversion)

Reifentyp:
vorn Distanzia AM 43,
hinten Distanzia AM 44
Infos: www.avontyres.com
DATEN
Dimension:
vorn 110/80 R 19, hinten 150/70 R 17
Herstellungsland: England
Gewicht: vorn 5,1 kg, hinten 7,0 kg
Maximale Profiltiefe:
vorn 5,8 mm, hinten 9,2 mm
Produktions-Datum:
vorn 3203, hinten 3703
BEWERTUNG
Trockentest
164 Punkte, Platz 4
Etwas schwerfällig beim Einlenken und
bei Schräglagenwechseln, meistert der Avon Distanzia alle anderen Kriterien
mit erstaunlichen Qualitäten und dreht
der etablierten Konkurrenz eine lange
Nase. Schon allein deshalb, weil er in Schräglage mit sehr gutem Grip sowie hoher Stabilität überzeugt.
Nasstest
73 Punkte, Platz 7
Auf dem rutschigen Parcours fehlt es
dem englischen Gummi nicht nur an der notwendigen Lenkpräzision und Handlichkeit, sondern auch am notwendigen Grip. Er zackt in Schräglage und beim Beschleunigen abrupt aus der Spur,
bleibt dabei dennoch kontrollierbar. Verbesserungswürdig: Die Avon-bereifte ABS-Honda steht erst nach 75,6 Metern Bremsweg aus 100 km/h.



-Fazit
Der Avon erweist sich auf trockener Fahrbahn als überraschend guter, griffiger Reifen mit hoher Kurvenstabilität und
garantiertem Fahrvergnügen. Nur bei
Nässe hat der Spaß ein Loch.

Test: Bridgestone TW 101/152 Trailwing (Archivversion)

Reifentyp:
vorn Trailwing 101 Radial »F«,
hinten Trailwing 152 Radial »F«
Infos: www.bridgestone-mc.de
DATEN
Dimension:
vorn 110/80 R 19, hinten 150/70 R 17
Herstellungsland: Japan
Gewicht: vorn 5,0 kg, hinten 6,4 kg
Maximale Profiltiefe:
vorn 4,8 mm, hinten 8,0 mm
Produktions-Datum:
vorn 3604, hinten 2704
BEWERTUNG
Trockentest
152 Punkte, Platz 6
Mit durchweg guten bis befriedigenden Resultaten in Fahrverhalten und Haftung schlägt sich der überarbeitete Bridgestone Trailwing in F-Spezifikation auf der Honda Varadero in einigen Bereichen etwas
besser und fahrstabiler als der serienmäßig
montierte Trailwing in E-Version. Er zeigt keine Auffälligkeiten, kann allerdings mit den Qualitäten der aktuellen Klassenbesten nicht mithalten.
Nasstest
96 Punkte, Platz 6
Bei Nässe fährt sich der Trailwing nicht ganz so homogen wie im Trockenen.
Er rutscht deutlich früher als die besten Regentänzer, bleibt wegen der guten Haftung am Vorderrad jedoch kontrollier-
bar und ohne Hinterhältigkeiten. Die
Verzögerung mit 68,9 Metern aus
100 km/h fällt erstaunlich gut aus. Auch beim Nasstest ist er dem Trailwing in
E-Spezifikation überlegen.

-Fazit
Der auf der Varadero nicht frei gegebene Bridgestone Trailwing in F-Spezifikation zeigte sich als unauffälliger Reifen mit guten bis durchschnittlichen Qualitäten
bei Trockenheit und Nässe.

Test: Bridgestone Battlax BT 020 (Archivversion)

Reifentyp:
vorn Battlax Radial BT 020 F,
hinten Battlax Radial BT 020 R »U«
Infos: www.bridgestone-mc.de
DATEN
Dimension:
vorn 110/80 R 19, hinten 150/70 R 17
Herstellungsland: Japan
Gewicht: vorn 4,8 kg, hinten 6,7 kg
Maximale Profiltiefe:
vorn 4,1 mm, hinten 6,5 mm
Produktions-Datum:
vorn 1704, hinten 2304
BEWERTUNG
Trockentest
168 Punkte, Platz 3
Dank der geschlossenen, feinen Profi-
lierung und der stabileren Karkasskonstruktion fährt sich die Varadero mit dem BT 020 sehr kurvenstabil und lenkpräzise. Durch die bessere Haftung gegenüber
dem Trailwing erlaubt der Battlax mehr Schräglage und Kurvenspeed, allerdings
in Verbindung mit einem engeren Grenzbereich. Eine Freigabe wird der BT 020
in dieser Spezifikation auf der Varadero voraussichtlich nicht erhalten.
Nasstest
101 Punkte, Platz 5
In der Rundenzeit nur unwesentlich
schneller als der Trailwing, macht der
BT 020 durch seine bessere Lenkpräzision und Handlichkeit Punkte gut. Allerdings benötigt der BT 020 mit 70,1 Metern einen geringfügig längeren Bremsweg als der grob profilierte Trailwing.



-Fazit
Mit dem reinrassigen Straßenprofil geht man bei Bridgestone den richtigen Weg. Allerdings sollte der Hersteller den BT 020 auf die spezifischen Eigenschaften der Honda Varadero optimieren, um eine Freigabe zu erhalten.

Test: Dunlop Trailmax D 607 (Archivversion)

Reifentyp:
vorn Trailmax Radial D 607,
hinten Trailmax Radial D 607
Infos: www.dunlop.de
DATEN
Dimension:
vorn 110/80 R 19, hinten 150/70 R 17
Herstellungsland: Frankreich
Gewicht: vorn 5,2 kg, hinten 7,7 kg
Maximale Profiltiefe:
vorn 5,8 mm, hinten 7,8 mm
Produktions-Datum:
vorn 3603, hinten 4403
BEWERTUNG
Trockentest
178 Punkte, Platz 2
Auf der Honda Varadero macht sich der
D 607 blendend. Die schmal gehaltenen Profilrillen und die steife Karkasse garantieren ein stabiles Kurvenverhalten mit
und ohne Zuladung, die gelungene Kontur sorgt für ein brillantes Handling. Auch
beim Haftungstest kommt der Dunlop
D 607 nicht ins Schleudern und etabliert sich damit fast auf dem Niveau der
reinrassigen Straßenreifen wie Michelin Pilot Road und Bridgestone BT 020.
Nasstest
105 Punkte, Platz 4
Auch wenn dem Dunlop in der Rundenzeit ein paar Zehntel zu den Klassenbesten
fehlen, gibt er sich durch sein gutmütiges Fahrverhalten, die gute Seitenhaftung in Schräglage und den relativ kurzen Bremsweg von 66,5 Metern bei Nässe keine Blöße.



-Fazit
Kurven-Junkies und Serpentinen-Spezialisten sind mit dem Dunlop D 607, der auch bei Nässe eine angenehme
Reise garantiert, bestens bedient.

Test: Metzeler Tourance (Archivversion)

Reifentyp:
vorn Tourance Front,
hinten Tourance Steel Radial
Infos: www.metzelermoto.de
DATEN
Dimension:
vorn 110/80 R 19, hinten 150/70 R 17
Herstellungsland: Deutschland
Gewicht: vorn 4,8, kg, hinten 7,0 kg
Maximale Profiltiefe:
vorn 5,6 mm, hinten 9,1 mm
Produktions-Datum:
vorn 0105 hinten 0105
BEWERTUNG
Trockentest
149 Punkte, Platz 7
Der Metzeler Tourance ist nicht der
richtige Reifen für die Honda Varadero.
Zu teigig und indirekt in der Hinterhand, mit viel Bewegung und Unruhe in knackigen Schräglagen, kann der Tourance
mit seinen breit angelegten Profilrillen im Schulterbereich nicht überzeugen. Den Grenzbereich seiner Haftfähigkeit kündigt er indes klar und deutlich an.
Nasstest
112 Punkte, Platz 3
Glasklare Rückmeldung, handlich und absolut lenkpräzise, schafft der Tourance bei Nässe vom ersten Meter an vollstes Vertrauen. Dazu gesellen sich hohe
Haftungsreserven und ein breiter, leicht beherrschbarer Grenzbereich. Auch der Bremsweg mit 66,5 Metern lässt auf eine griffige Gummimischung schließen.




-Fazit
Für Kurvenräuber auf der Honda Varadero ist der Metzeler nicht die erste Wahl.
Daran ändern auch seine brillanten Nässequalitäten nichts.

Test: Michelin Anakee (Archivversion)

Reifentyp:
vorn Anakee,
hinten Anakee
Infos: www.michelin.de
DATEN
Dimension:
vorn 110/80 R 19, hinten 150/70 R 17
Herstellungsland: Spanien
Gewicht: vorn 4,8 kg, hinten 6,7 kg
Maximale Profiltiefe:
vorn 5,2 mm, hinten 8,0 mm
Produktions-Datum:
vorn 1804, hinten 3904
BEWERTUNG
Kurvenverhalten
137 Punkte, Platz 8
Durch zu viel Elastizität der weichen, im Schulterbereich unterbrochenen Profilblöcke und der instabilen Karkasse lässt es der Michelin Anakee auf der Honda Varadero an Kurvenstabilität und Lenkpräzision vermissen. Diese Eigenschaften wirken
sich auch auf die Kurvenhaftung und das Fahrverhalten mit Sozius nachteilig aus.
Nassfahrverhalten
118 Punkte*, Platz 2
Bei dieser Prüfung spielt der Michelin Anakee die Vorteile der weichen, griffigen Gummimischung gnadenlos aus. So schnell und sicher zischt kein anderer
grob profilierter Enduro-Pneu über die nasse Piste. Was dem Franzosen unterm Strich jedoch auch nicht weiterhilft.



*Bei Punktegleichstand entscheidet die schnellere Rundenzeit über die Platzierung.

-Fazit
Die hervorragenden Nasstestwerte können die deutlichen Schwächen im Kurvenverhalten bei trockener Strecke und mit Zuladung nicht kompensieren. Nein, der Michelin Anakee ist nicht für die Honda Varadero gemacht.

Test: Michelin Pilot Road (Archivversion)

Reifentyp:
vorn Pilot Road Radial,
hinten Pilot Road Radial
Infos: www.michelin.de
DATEN
Dimension:
vorn 110/80 R 19, hinten 150/70 R 17
Herstellungsland: Spanien
Gewicht: vorn 5,1 kg, hinten 7,3 kg
Maximale Profiltiefe:
vorn 4,8 mm, hinten 8,0 mm
Produktions-Datum:
vorn 4904, hinten 4504
BEWERTUNG
Kurvenverhalten
187 Punkte, Platz 1
Mit brillantem Grip in allen Lagen überzeugt der Michelin vom ersten Meter an. Die messerscharfe Lenkpräzision erlaubt sportliches, sicheres Kurvenfahren und eine perfekte Linienwahl, gepaart mit
maximaler Kurvenstabilität, auch bei Zuladung. Unterm Strich der beste Reifen im Trockentest, der der Varadero geradezu sportliche Kurvenqualitäten verleiht.
Nassfahrverhalten
118 Punkte*, Platz 1
Mit 1.16,3 Minuten klatscht der Pilot
Road die schnellste Runde auf den Asphalt und legt mit 65,4 Metern den zweitkürzesten Bremsweg aufs Parkett. Das Ganze
in Verbindung mit bestechender Kurvenhaftung und gutmütigem Grenzbereichverhalten – ein Tipp für Allwetterfahrer.




-Fazit
Der Michelin Pilot Road ist die beste Empfehlung für die Honda Varadero und alle, die bei ihrer Reiseenduro höchsten Wert auf Kurvenspaß auf Asphalt legen – egal, ob nass oder trocken.

Test: Pirelli MT 90 Scorpion (Archivversion)

Reifentyp:
vorn MT 90 Scorpion S/T,
hinten MT 90 Scorpion S/T
Infos: www.pirellimoto.de
DATEN
Dimension:
vorn 110/80 R 19, hinten 150/70 R 17
Herstellungsland: Deutschland
Gewicht: vorn 4,8 kg, hinten 6,9 kg
Maximale Profiltiefe:
vorn 5,3 mm, hinten 9,2 mm
Produktions-Datum:
vorn 4504, hinten 3704
BEWERTUNG
Trockentest
162 Punkte, Platz 5
Ordentliche Haftungsreserven in flott gefahrenen Kurven und beim strammen Beschleunigen in Verbindung mit guter Kurvenstabilität und Handlichkeit,
das sind die klaren Vorzüge des MT 90 Scorpion S/T. Womit der Pirelli ein-
deutig vor dem Metzeler Tourance aus
gleichem Hause rangiert.
Nasstest
65 Punkte, Platz 8
Bei Nässe hat man mit dem Scorpion keine Freude. Mit einer Rundenzeit von 1.23,1 Minuten fehlen dem Pirelli fast sieben Sekunden zum Klassenprimus und jede Menge Punkte in Sachen Nasshaftung und Grenzbereichverhalten. Wenigstens hält sich der Bremsweg
mit 72,8 Metern noch im Rahmen des Erträglichen.




-Fazit
Bei trockener Strecke überzeugt das Pirelli-Pärchen auf der Honda Varadero mit prima Kurven- und Fahreigen-
schaften, fällt aber bei Nässe aus
dem Rahmen und bei Allwetterfahrern durch den Rost.

Luftdruck im Gelände (Archivversion)

Wer sich mit Enduros oder Straßenmaschinen auf eine längere Schotterpassage einlässt, sollte den Luftdruck in den Reifen verringern. Bei Enduros mit Reifenhalter genügen je nach Zuladung
und Geländebeschaffenheit 1,0 bar vorn und 1,2 bis 1,6 bar hinten. Großenduros mit Schlauchlosreifen sind gegen ein Verdrehen des Pneus auf der Felge auch weniger empfindlich als Schlauchreifen und vertragen vorn und hinten 1,3 bis 1,5 bar Luftdruck. Diese
Maßnahme sorgt zwar auf losem Untergrund oder im Schlamm nur für unwesentlich mehr Haftung, verbes-
sert jedoch die Eigendämpfung und
Federungseigenschaften der Reifen und reduziert somit ein unkontrolliertes Springen und Versetzen der Räder. Zudem
klettert der Reifen geschmeidiger über Felskanten und große Schottersteine.
Achtung: Bei der Weiterfahrt auf Asphalt Kurven vorsichtig angehen, nicht schneller als 80 km/h fahren und bei nächster Gelegenheit den Reifendruck wieder erhöhen.

Artikel in MOTORRAD (Archivversion)

Test grobstollige Enduroreifen auf Yamaha XT 660 R
Test Tourensportreifen auf Kawasaki ZRX 1200 R
Test Supermotoreifen auf KTM 640 LC4 SM
Test Enduroreifen auf BMW F 650 GS
Test Tourenreifen auf Suzuki GSF 1200 Bandit
Ausprobiert: Winterreifen auf KTM LC4
Ausprobiert: FIM-Enduroreifen
Test Reifen für die BMW R 1150 GS

Testkriterien (Archivversion)

Handlichkeit*: benötigte Lenkkraft, um die Maschine in Schräglage zu bringen oder in Schräglage beziehungsweise auf der gewünschten Linie zu halten.
Lenkpräzision*: wird in unterschiedlich schnellen Kurven getestet und gibt Auskunft darüber, ob das Motorrad
dem gewünschten Kurs, der über Lenkkräfte vorgegeben wird, folgt oder ob die Linie korrigiert werden muss.
Haftung/Kurven*: Seitenführung in Schräglage auf nasser und trockener Fahrbahn. Diese Gratwanderung wird stets auf einer abgesperrten Strecke getestet.
Haftung/Beschleunigung in Kurven*: Seitenführung und Kraftübertragung in unterschiedlich schnellen Kurven, wird ebenfalls bei Nässe und Trockenheit getestet.
Kurvenstabilität: Fahrstabilität bei schneller Kurvenfahrt, in Wechselkurven und bei Bodenwellen. Wird bei den relativ grob profilierten Enduroreifen überwiegend durch die Profilgestaltung und die Karkasskonstruktion beeinflusst.
Grenzbereichverhalten*: Beherrschbarkeit des Reifens im Grenzbereich
der Haftung auf nasser und trockener Strecke.
Lenkerflattern (Shimmy): mehr oder weniger starke Drehschwingung der Vorderradaufhängung um die Lenkachse im Geschwindigkeitsbereich zwischen 60 und 90 km/h.
*Eine Übertragbarkeit der Testergebnisse auf andere Motorräder mit ähnlichen Fahrwerksdaten wie die der Honda Varadero 1000 ist bei den mit Stern gekennzeichneten Kriterien mit kleinen Abweichungen, in den anderen Kriterien nur bedingt möglich.

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