Test Sport- und Tourensportreifen 120/70 ZR17 und 180/55 ZR17 (Archivversion)

Haftverschärfung

Breit, schnell, gut. So die Anforderung an die Sohlen sportlicher Bikes. MOTORRAD hat das Potenzial von sechs Sport- und vier Tourensportpneus auf trockener und nasser Piste und bei unterschiedlicher Gangart ausgelotet.

Was macht das Motorrad erst richtig schnell? Natürlich – die richtigen Reifen. Gnade dem, der aufs falsche Gummi setzt. Er wird in der Applauskurve mächtig versagen und auf nasser Piste schnell ins Schleudern kommen. Aber gibt es tatsächlich noch einen wirklich schlechten Reifen? MOTORRAD hat dazu die aktuelle Sportreifen-Generation in der Dimension 120/70 ZR 17 und 180/55 ZR 17 unter die Lupe genommen und außerdem vier Modelle aus dem Tourensportsegment. Metzeler Roadtec Z6, Michelin Pilot Road 2 2CT sowie Bridge-stone BT 021 konnten bereits 2007 (Heft 9) überzeugen und stellen sich nun dem Newcomer Dunlop Roadsmart, der nach der Krone in diesem Reifensegment greifen will. Neben den Qualitäten untereinander beantwortet der Test auch die spannende Frage, wie weit die Tourensport- noch von den „echten“ Sportreifen entfernt sind.


Sportreifen

Beim Sportreifentest im vergangenen Jahr (MOTORRAD 12/2007) hatten Metzeler Sportec M3 und Michelin Pilot Power klar die Nase vorn, gefahren auf einer Suzuki GSX-R 1000 mit einem 190er hinten. Als Untersatz für den aktuellen Test fiel die Wahl auf CBR 600 RR. Die Honda ist nicht nur ein prima Partner für flotte Landstraßenausflüge, sondern macht auch auf der Rennstrecke richtig Spaß – ohne den Piloten durch einen Überschuss an Power und Performance in Stress zu bringen.

Als brandneue Reifen für 2008 nehmen der Bridgestone BT 016 als Nachfolger des 014ers sowie Pirellis Diablo Rosso teil. Dunlops Qualifier konnte 2007 nicht wirklich überzeugen, weshalb heuer die Qualifier RR auf die Felgen der Honda wanderten. Michelins Pilot Power tritt wie der Pilot Road 2 in der 2CT-Version an, die gegenüber der Standardversion mit verschiedenen Laufflächenmischungen versehen ist: eine weiche im Flankenbereich, während die harte Mitte den Verschleiß reduzieren soll. Unverändert im Rennen bleiben Metzelers Sportec M3 und der Continental Sport Attack.

Um die optimale Vergleichbarkeit zu gewährleisten, hat die Testcrew von MOTORRAD alle Reifen unter identischen Bedingungen auf dem Testgelände von Goodyear im südfranzösischen Mireval unter die Räder genommen. Neben der Nassteststrecke bietet der drei Kilometer lange Handlingkurs perfekte Bedingungen, um das Potenzial der Pneus auf trockener Strecke auszuloten. Dabei werden zwei Fahrsituationen simuliert: zum einen die Fahrt unter gewöhnlichen Landstraßenbedingungen und zum anderen Turns, bei denen die Honda auf Rennstreckenniveau bewegt wird. Dabei treten bei den Sportreifen durchaus signifikante Unterschiede zutage (siehe Zwischenstände in unten stehender Wertungstabelle). So funktioniert der Pilot Power 2CT im Landstraßenmodus tadellos und führt mit dem BT 016 das Feld in der Zwischensumme an. Wird dann auf dem Testareal zur Attacke geblasen, geht der Michelin in die Knie, steht in der Sportwertung ganz hinten, gemeinsam mit dem Qualifier. Das umgekehrte Beispiel: Pirellis Diablo Rosso braucht den Stress der Rennstrecke, liegt nach dem durchschnittlichen Abschneiden in der Alltagswertung im Sportranking weit vorne.

Technisch werden die Sportreifen übrigens immer ausgefeilter. Der neue BT 016 etwa verfügt über insgesamt fünf Laufflächen in drei verschiedenen Mischungen am Hinterrad, vorne sind es immerhin schon drei Laufflächen.


Tourensportreifen

Muss für die flotte Straßensause gleich ein verschleißfreudiger Sportreifen auf die Felge, oder tut es auch ein ausdauernder Tourensport-Pneu? Als Referenz aus dem Sportreifentest empfiehlt sich Metzelers vielseitiger Sportec M3, an dem sich vier der derzeit besten „Tourensportler“ im direkt gefahrenen Vergleich messen müssen. Aufgrund der identischen Testbedingungen ist anhand der Punktewertung von Sport- und Tourensportreifen insgesamt eine Vergleichbarkeit der zehn Paarungen möglich.

Um es kurz zu machen: Kein Tourensport-Pneu kann in Sachen maximale Haftung und Kurvenstabilität dem M3 das Wasser reichen, doch der Abstand ist gewaltig geschrumpft. Unter landstraßenähnlichen Bedingungen, also Gummitemperaturen am Hinterreifen unter 80 Grad Celsius und ohne Messer zwischen den Zähnen, kringelt der Sportgummi mit 1.37er-Rundenzeiten drei Sekunden flotter um den Kurs als der schnellste Tourensportreifen.

Nur wenn die Reifentemperaturen über 100 Grad klettern und die mechanische Beanspruchung wie bei voller Beschleunigung aus Schräglage oder beim tiefen Hineinbremsen in Kurven rennsportliche Züge annimmt, bauen die touristischer ausgelegten Gummis deutlich ab. Erst unter solch extremen Bedingungen, die im normalen Straßenbetrieb nie auftreten, werden die tourensportlichen Paarungen im Grenzbereichverhalten zunehmend ungemütlich, instabil und hinterhältig. Die Ursache: Für dieses hohe Temperaturfenster sind deren Gummimischungen und Karkass-Unterbauten schlicht und einfach nicht ausgelegt.

Bleibt als Fazit aus diesem Test: Zügige Landstraßenfahrten können die aktuellen Tourensportpneus mit ihrem guten Grip locker ab, und sie sind aufgrund der höheren Lebensdauer ganz klar die geldbeutelschonendere Wahl. Für hobbymäßiges Rennstreckenheizen dagegen sollte man auf jeden Fall auf Sportreifen mit angepasstem Luftdruck setzen, und wer Rundenzeiten jagen geht, stülpt sich echte Rennreifen über die Felgen und Reifenwärmer über die Gummis.
Anzeige

Der Reifentest im Detail (Archivversion)

Trockentest:
Auf dem Handlingparcours der Goodyear-Teststrecke im südfranzösischen Mireval ließ sich nicht nur die moderate Landstraßenfahrt simulieren. Ebenso konnte die als Testfahrzeug dienende Honda CBR 600 RR mit Sportbereifung auf der einstigen Rennstrecke (Carland) richtig abgewinkelt werden, um den Grenzbereich auszuloten. Bei den Tourensportreifen beließen die Tester es hingegen bei der Simulation einer sportlichen Landstraßenfahrt. Wobei der Unterschied zwischen Touren- und Sportgummis marginal ist. So benötigt beispielsweise der Metzeler Sportec M3 für eine maximale Schräglage von 52 Grad eine Kurvengeschwindigkeit von 80,0 km/h im Abschnitt Omega. Nur ein Grad Schräglage und 1,5 km/h Kurvengeschwindigkeit fehlen dem Dunlop Roadsmart. Nach mehreren Runden „auf der letzten Rille“ lassen die Tourensportpneus allerdings deutlich nach.

Nasshaftung:
Auf der sich ebenfalls auf dem Goodyear-Areal befindlichen Nassstrecke geht der heikelste Teil des Tests über die Bühne. Schließlich müssen die Reifen zur Beurteilung des Grenzbereichs stets am Limit bewegt werden. Unbestechliche Ergebnisse liefert das Datarecording, gefragt ist aber vor allem die sensible Hand des Testers, die genau spürt, wann der Reifen an seiner Haftgrenze angelangt ist. Die Rundenzeiten aus dem Nasstest finden sich unter den einzelnen Bewertungskästen, zusätzlich wird die Durchschnittsgeschwindigkeit in der extrem rutschigen Omega-Passage (siehe Referenzbereich im Streckenplan links) angegeben. Dort zeigt sich besonders deutlich, wie haftfreudig die Reifen sind. Gewohnt souverän konnten auch in diesem Jahr die beiden Modelle von Michelin (Pilot Power und Pilot Road 2, beide in 2CT-Mischung) den glitschigen Belag meistern.

Sportreifen Bridgestone BT 016 (Archivversion)

Reifentyp:vorn BT 016 „F“, hinten BT 016 „R“
Gewicht:vorn 4,1 kg, hinten 6,5 kg
Herstellungsland: Japan
Infos und Freigaben: Bridgestone Deutschland, Telefon 06172/40801, www.bridgestone-mc.de

Trockentest: Platz 3 (173 Punkte)
Bridgestones BT 016 präsentiert sich auf trockener Strecke als sehr handlicher Reifen, der bereits nach wenigen Metern eine gute Rückmeldung liefert. Dazu kommt eine gute Eigendämpfung beim Überfahren von Bodenwellen. Beim Bremsen in Schräglage ist ein leichtes Aufstellmoment zu verzeichnen. Erst beim zügigen Tempo auf der Rennstrecke sind leichte Walkbewegungen spürbar.

Nasstest: Platz 5 (67 Punkte)
Auf nasser Strecke hat der BT 016 gegenüber seinem Vorgänger BT 014 zwar deutlich aufgeholt. Dennoch fährt der Bridgestone bei Regen den meisten Mitbewerbern immer noch hinterher. Im direkten Vergleich lässt der Grip beim Japan-Pneu etwas zu früh nach. Erfreulicherweise hat der BT 016 aber eine Unart des Vorgängers abgestellt, der bei Tests in der Vergangenheit schlagartig über beide Räder zu rutschen begann. Beim Nachfolger kündigt sich das Rutschen deutlich klarer an und ist als gutmütig zu bezeichnen.

Fazit:
Der BT 016 ist ein toller Reifen für die Landstraße und macht auch bei gelegentlichen Rennstreckeneinsätzen eine gute Figur. Der Unterschied zum Vorgänger BT 014 in Lenkpräzision, Rückmeldung, Handlichkeit und Grip ist deutlich.

MOTORRAD-Testergebnis:
Platz 5
240 Punkte

Fazit Sportreifen (Archivversion)

Nie lag das Feld dichter beisammen. Speziell Bridgestone hat mit dem neuen BT 016 einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Die Kritikpunkte beim Vorgänger (schlechte Lenkpräzision, geringe Rückmeldung) wurden konsequent beseitigt. Einen tollen Einstand liefert der Pirelli Diablo Rosso, der an die sehr guten Fahreigenschaften des Corsa III anknüpft. Bislang nicht so überzeugend war Dunlops Qualifier, weshalb dieses Mal der Qualifier RR zum Einsatz kam. Er funktioniert zwar besser als die Standardversion, braucht aber Tempo, um seine Vorzüge richtig ausspielen zu können. Auf den vorderen Plätzen tummeln sich mit Metzeler Sportec M3, Michelin Pilot Power 2CT und Conti Sport Attack Altbekanntes.

Testkriterien (Archivversion)

Fahrverhalten Landstraße/Rennstrecke:
Erstmalig wird in diesem Reifentest das Fahrverhalten in zwei unterschiedlichen Modi ausgewiesen. In der Landstraßen-Bewertung wird das Motorrad bei gemäßigtem Tempo bewegt, das dem alltäglichen Einsatz auf öffentlichen Straßen entspricht. Im Sport-Modus wird das Potenzial im Rennstreckenbetrieb ausgelotet.

Handlichkeit*:
Benötigte Lenkkraft, um die Maschine in Schräglage zu bringen oder sie auf der gewünschten Linie zu halten. Wird in langsamen (50 bis 80 km/h) und schnellen Wechselkurven (100 bis 150 km/h) getestet.

Lenkpräzision*:
Wird in unterschiedlich schnellen Passagen mit komplizierten Kurvenradien getestet und gibt Auskunft darüber, ob das Motorrad dem gewünschten Kurs, der über die Lenkkräfte vorgegeben wird, folgt oder ob die Linie korrigiert werden muss.

Haftung und Schräglage*:
Seitenführung in maximaler Schräglage auf nassem und trockenem Asphalt. Eine Gratwanderung, die nur auf abgesperrter Strecke getestet werden kann.

Haftung beim Beschleunigen*:
Seitenführung und Kraftübertragung in unterschiedlich schnellen Kurven. Wird ebenfalls bei Nässe und Trockenheit getestet.

Grenzbereichverhalten*:
Beherrschbarkeit des Reifens im Grenzbereich der Haftung auf nasser und trockener Strecke.

Aufstellmoment:
Beim Bremsen in Kurven richtet sich das Motorrad je nach Verzögerung und Reifenkontur mehr oder weniger aus der Schräglage auf. Diese Reaktion muss vom Fahrer mit einer Gegenkraft (Drücken) am kurveninneren Lenkerende ausgeglichen werden.

Kurvenstabilität:
Fahrstabilität bei Kurvenfahrt, in Wechselkurven und bei Bodenwellen. Wird in unterschiedlichen Modi (Landstraße, Rennstrecke) bewertet. Der Test erfolgt in maximaler Schräglage und in der Beschleunigungsphase, in der sich manche Reifen regelrecht aufschaukeln können.

Luftdruck im Test:
2,5 bar vorne, 2,9 bar hinten

*Eine Übertragbarkeit der Testergebnisse auf andere Motorräder mit ähnlichen Fahrwerksdaten wie die der Honda CBR 600 RR ist bei den mit Stern gekennzeichneten Kriterien mit kleinen Abweichungen, in den anderen Kriterien nur bedingt möglich.

Tourensportreifen Bridgestone BT 021 (Archivversion)

Reifentyp und Dimension:vorn BT 021 „F“, hinten BT 021 „R“
Gewicht:vorn 4,2 kg, hinten 6,7 kg
Herstellungsland: Japan
Infos und Freigaben: Bridgestone Deutschland, Telefon 06172/40801, www.bridgestone-mc.de

Trockentest: Platz 3 (139 Punkte)
Mit geschmeidigem Lenkverhalten, gepaart mit guter Stabilität und feiner Lenkpräzision lässt der BT 021 im Großen und Ganzen nichts anbrennen. Nur in Sachen Haftung verliert er im Vergleich zum Dunlop Roadsmart ein paar Pünktchen. Die Ausgewogenheit der Bridgestone kann überzeugen: An den grundsätzlichen Fahreigenschaften des Reifens ändert sich nichts, egal, ob er im normalen Landstraßenmodus oder in sportlich forcierter Gangart bewegt wird.

Nasstest: Platz 4 (56 Punkte)
Bei Nässe fehlt es dem BT 021 an einer soliden und verlässlichen Führung des Vorderrads. Folge: der Grenzbereich wird auf ein schmales Maß reduziert, die Rundenzeit steigt auf 1.32,8 Minuten. Außerdem mangelt es dem Bridgestone an Haftung. Insgesamt beträgt der Abstand zum drittplatzierten Metzeler Roadtec ganze neun Punkte.

Fazit:
Der Bridgestone besitzt durchaus ein akzeptables Alltagsprofil und kann auf trockener Strecke mit der Konkurrenz mithalten. Im Regen bildet er allerdings das Schlusslicht und trägt deshalb auch unterm Strich die rote Laterne.

MOTORRAD-Testergebnis:
Platz 4
195 Punkte

Fazit Tourensportreifen (Archivversion)

Die wesentliche Erkenntnis des Tests: Die aktuelle Liga der Tourensportreifen muss sich vor „echten“ Sportpneus nicht verstecken. Die Punktetabelle zeigt, dass der Referenzrei-fen Metzeler Sportec M3 bisweilen mächtig attackiert wird. Zwar holt den Gesamtsieg wie im Vorjahr der bei Nässe überragende Michelin Pilot Road 2. Doch der Überraschungssieger im Trockentest ist der Roadsmart von Dunlop. Handlich, zielgenau sowie bei stramm gespannter Gasschnur schön stabil am Kurvenausgang mit solider Haftung, setzt er sich leicht, aber bestimmt von Bridgestone BT 021 und Pilot Road 2 ab. Insgesamt liegt das Trio vor dem Metzeler Z6 Roadtec, der auf der CBR 600 etwas schwerfällig daherkommt.

Standpunkt (Archivversion)

MOTORRAD-Top-Tester Karsten Schwers über den aktuellen Entwicklungsstand sportlicher Reifen.
Zehn Reifenpaarungen von sechs Produzenten – und was bleibt als generelles Fazit? Hut ab vor den Herstellern. Sie haben ihre Hausaufgaben wirklich gut gemacht. Vieles, was MOTORRAD in den Reifentests der Vorjahre kritisiert hat, ist mittlerweile abgestellt worden. Das Testfeld liegt sehr dicht beisammen, ein wirklich schlechter Reifen ist nicht darunter. Das ist gut für die Motorradfahrer, können sie so doch den neuen Reifen nach dem gewünschten Einsatzzweck kaufen – ob sie nun einen klassischen Landstraßenreifen, den sicheren Regenpneu oder einen rennstreckentauglichen Alleskleber haben wollen.

Sportreifen Continental Sport Attack (Archivversion)

Reifentyp:vorn Sport Attack, hinten Sport Attack
Gewicht:vorn 4,1 kg, hinten 6,4 kg
Herstellungsland: Deutschland
Infos und Freigaben: Continental, Telefon 0511/93801, www.conti-online.com

Trockentest: Platz 2 (174 Punkte)
Insgesamt gibt sich der Conti im Land-straßenmodus etwas unhandlicher als der sehr gute Michelin oder der Bridgestone. Deshalb müssen mit dem Sport Attack weitere Bögen gefahren werden. Dafür verhält sich der Conti-Gummi über den gesamten Schräglagenbereich hinweg sehr neutral. Ebenso gefällt die Rückmeldung des Reifens und seine hohen Haftungsreserven. Beim Bremsen in Schräglage ist ein leichtes Aufstellmoment zu spüren.

Nasstest: Platz 3 (76 Punkte)
Mit reichlich Grip gesegnet, lässt sich der Conti sehr gut über die Nassteststrecke bewegen. Die Reifenpaarung ist für die Fahrt im Regen gut ausbalanciert. Mit einem präzise agierenden Vorderrad sind nicht nur exakte, sondern zugleich auch sehr enge Linien möglich. Dazu kommt ein sehr genaues Einlenkverhalten. Insgesamt ist der Sport Attack in allen Nasstest-Kriterien dem Michelin Pilot Power und Pirelli Diablo Rosso dicht auf den Fersen.

Fazit:
Contis Sport Attack empfiehlt sich mit überzeugender Neutralität und Rückmeldung als sehr guter Reifen für Landstraßen- und Rennstreckeneinsätze. Auch die Nassqualitäten sind sehr gut. Kleine Einbußen gibt es in puncto Handlichkeit.

MOTORRAD-Testergebnis:
Platz 3
250 Punkte

Sportreifen Dunlop Qualifier RR (Archivversion)

Reifentyp:vorn Qualifier RR, hinten Qualifier RR
Gewicht:vorn 4,3 kg, hinten 5,9 kg
Herstellungsland: Frankreich
Infos und Freigaben: Dunlop, Telefon 06181/6801, www.dunlop.de

Trockentest: Platz 6 (160 Punkte)
Auf den ersten Metern ist der Qualifier RR noch etwas unhandlich. Er will zunächst mit weiten Bögen um Kurven gesteuert werden. Erst nach einigen zügigen Runden auf der Rennstrecke entwickelt der Qualifier RR seine Performance und glänzt dann mit gutem Grip und einer hohen Kurvenstabilität. Bei ge-mäßigter Landstraßenfahrt gibt er sich allerdings nicht ganz so neutral wie die Kon-kurrenz. Er zählt eindeutig zu jenen Reifen, die erst ab zügigem Tempo zur vollen Größe auf-laufen. Wie die Konkurrenz reagiert auch er mit leichtem Aufstellmoment beim Bremsen in Schräglage.

Nasstest: Platz 6 (49 Punkte)
Regenfahrten mag der Qualifier nicht, auf der Nassteststrecke bricht er mit dem Hinterrad immer wieder aus der Spur, während der Grip am Vorderrad okay ist. Das unruhige Verhalten mit schmalem Grenzbereich zieht sich über die gesamte Teststrecke. Bei Nässe kann der Dunlop nicht überzeugen.

Fazit:
Für die Landstraße ist der Qualifier RR aufgrund mangelnder Lenkpräzision und Kurvenstabilität nur bedingt zu empfehlen und liegt bei Regen weit hinter dem Rest zurück. Erst bei zügigem Tempo auf der Rennstrecke wird er deutlich besser.

MOTORRAD-Testergebnis:
Platz 6
209 Punkte

Sportreifen Metzeler Sportec M3 (Archivversion)

Reifentyp:vorn Sportec M3, hinten Sportec M3
Gewicht:vorn 4,3 kg, hinten 6,2 kg
Herstellungsland: Deutschland
Infos und Freigaben: Pirelli Deutschland, Telefon 089/49080, www.metzelermoto.de

Trockentest: Platz 1 (177 Punkte)
Wer es aufs Zeitenfeilen abgesehen hat, wird an dem Metzeler seine wahre Freude haben. Denn der Sportec M3 gefällt bei schnell gefahrenen Testrunden durch seine messerscharfe Lenkpräzision und ist mit überaus guter Kurvenstabilität gesegnet. Auch beim Herausbeschleunigen aus Kurven bleibt er stabil auf seinem Kurs. Bei moderater Landstraßenfahrt hingegen fällt seine etwas geringere Rückmeldung auf, insgesamt gibt er sich dort ein kleines bisschen unhandlicher als Pilot Power 2CT und BT 016. Beim Bremsen in Schräglage ist ein leichtes Aufstellmoment zu verzeichnen.

Nasstest: Platz 3 (76 Punkte)
Auf nassem Untergrund muss sich der Metzeler einigen Konkurrenten geschlagen geben, denen er im Trockenen davongefahren ist. Trotz geringeren Haftvermögens als bei Michelin Co. gibt sich der Sportec sehr gutmütig und vermittelt den Testern ein sicheres Gefühl für die Piste. Insgesamt erfordert er auf der Nassteststrecke aber größere Bögen, und sein Einlenkverhalten ist eine Spur zäher.

Fazit:
Auch wenn der M3 in Sachen Hand-lichkeit nicht ganz vorn liegt, bleibt er ein guter Partner für die Landstraße, der sich bei Nässe sehr gutmütig gibt. Bei forcierter Gangart dreht der Sportec dann richtig auf und dominiert das Feld.

MOTORRAD-Testergebnis:
Platz 1
253 Punkte

Sportreifen Michelin Pilot Power 2CT (Archivversion)

Reifentyp:vorn Pilot Power 2CT, hinten Pilot Power 2CT
Gewicht:vorn 4,2 kg, hinten 5,9 kg
Herstellungsland: Spanien
Infos und Freigaben: Michelin, Telefon 0721/5303349, www.michelin.de

Trockentest: Platz 5 (168 Punkte)
Auf der Landstraße zu Hause. Der Pilot Power ist ein sehr handlicher Reifen, der mit einer ordentlichen Portion Grip gesegnet ist. Bereits ab wenigen Metern Fahrt vermittelt er dem Piloten eine sehr gute Rückmeldung und glänzt mit einer guten Eigendämpfung beim Überfahren von Bodenwellen. Unter verschärften Bedingungen verliert der Michelin hingegen an Stabilität und Haftung, nach einigen Runden auf der Teststrecke lässt der Grip spür-bar nach. Gut hingegen das Verhalten beim Bremsen in Schräglage: Im Vergleich zu den anderen getesteten Reifen stellt sich der Michelin am wenigsten auf.

Nasstest: Platz 1 (84 Punkte)
Was für ein Regenreifen: Die Nassfahreigenschaften des Pilot Power sind unglaublich gut. Das dokumentiert nicht nur das Datarecording. Mit Abstand werden mit der Michelin-Paarung auf nassen Parcours die besten Rundenzeiten eingefahren. Zum breiten Grenzbereich und der extrem guten Haftung des Reifens gesellt sich eine klasse Lenkpräzision.

Fazit:
Michelins Pilot Power in Zweikomponentenmischung ist und bleibt ein sehr guter Reifen für die Landstraße, der auf trockenem und nassem Untergrund toll beherrschbar ist. Einzig bei zügiger Gangart baut er früher ab als die Konkurrenz.

MOTORRAD-Testergebnis:
Platz 2
252 Punkte

Sportreifen Pirelli Diablo Rosso (Archivversion)

Reifentyp:vorn Diablo Rosso, hinten Diablo Rosso
Gewicht:vorn 4,3 kg, hinten 6,2 kg
Herstellungsland: Deutschland
Infos und Freigaben: Pirelli Deutschland, Telefon 06163/710, www.pirellimoto.de

Trockentest: Platz 4 (171 Punkte)
Der Italo-Pneu in diesem Testfeld gibt sich bei gemäßigtem Landstraßentempo zunächst etwas unhandlich. Zudem ist die Eigendämpfung beim Überfahren von Bodenwellen gering. Auch die Rückmeldung löst keinen Aha-Effekt aus. Diesbezüglich funktionieren Pilot Power und BT 016 besser. Deutlich zulegen kann der „rote Teufel“ aber bei zügigem Tempo:Da überzeugt der Pirelli mit sehr hoher Kurvenstabilität sowie reichlich Grip und ist dem Sportec M3 dicht auf den Fersen. Das Aufstellmoment beim Bremsen in Schräglage ist allerdings deutlich spürbar.

Nasstest: Platz 2 (79 Punkte)
Der Teufel meidet das Wasser? Nicht der Diablo Rosso. Er liebt nasse Pisten. Die Tester jedenfalls können ihm auf solchen nur Gutes attestieren. Das Fahrverhalten auf nassem Untergrund begeistert, zum reichlichen Vorhandensein von Grip gesellt sich ein weicher Grenzbereich. Noch dazu lässt sich der Pirelli gut einlenken und vermittelt dem Fahrer eine tadellose Rückmeldung.

Fazit:
Je schneller, desto besser. Bei moderatem Tempo noch unhandlich und unkomfortabel, überzeugt der Pirelli zügig gefahren mit Kurvenstabilität und reichlich Haftung. Sahnehäubchen sind die überzeugenden Fahreigenschaften bei Nässe.

MOTORRAD-Testergebnis:
Platz 3
250 Punkte

Tourensportreifen Dunlop Roadsmart (Archivversion)

Reifentyp und Dimension:vorn Sportmax Roadsmart, hinten Sportmax Roadsmart
Gewicht:vorn 4,3 kg, hinten 7,7 kg
Herstellungsland: Frankreich
Infos und Freigaben: Dunlop, Telefon 06181/6801, www.dunlop.de

Trockentest: Platz 1 (135 Punkte)
Dass Tourensport nicht unbedingt zwei Gänge runterschalten und zurückhaltend fahren bedeutet, beweist der Roadsmart sehr eindrucksvoll. Denn in puncto Handling, Kurvenstabilität und Lenkpräzision kommt er reinrassigem Sportreifenniveau sehr nahe und liegt teils vor dem Testsieger Pilot Road 2 von Michelin. Die Honda CBR 600 RR kann mit zackiger Schräglage und und in schneller Kurvenfahrt um den Testparcours bewegt werden.

Nasstest: Platz 2 (68 Punkte)
Lass es ruhig regnen, auch bei Nässe gibt sich der Dunlop keine Blöße. In der Summe muss sich der Roadsmart zwar dem Regentänzer Michelin Pilot Road 2 geschlagen geben. Doch in Handlichkeit und Lenkpräzision ist er dem Michelin dicht auf den Fersen, im Grenzbereichverhalten sogar einen Tick besser. Ein klasse Einstand für den Neuzugang im Tourensportsegment.

Fazit:
Ein empfehlenswerter Reifen für alle Gelegenheiten. Eine tolle Vorstellung auf trockener Piste, dazu gut kontrollierbar im Nassen. Damit landet der neue Road-
smart mit nur wenig Abstand zum Testsieger von Michelin auf Platz 2.

MOTORRAD-Testergebnis:
Platz 2
222 Punkte

Tourensportreifen Metzeler Roadtec ZC6 (Archivversion)

Reifentyp und Dimension:vorn Roadtec Z6, hinten Roadtec Z6
Gewicht:vorn 4,1 kg, hinten 6,7 kg
Herstellungsland: Deutschland
Infos und Freigaben: Pirelli Deutschland, Telefon 089/49080, www.metzelermoto.de

Trockentest: Platz 4 (135 Punkte)
Erst top, dann hopp? Auf der 190 Kilogramm leichten Honda CBR 600 RR kann sich der Metzeler jedenfalls nicht so gut in Szene setzen wie beim letztjährigen Test auf der VFR. Auf dem Supersportler fällt besonders das leicht träge Handling des Roadtec auf. Zudem könnten bei zackiger Gangart Lenkpräzision sowie Kurvenstabilität besser sein. Im Grenzbereichverhalten liegt er mit den meisten Konkurrenten auf einer Linie.

Nasstest: Platz 3 (65 Punkte)
Auf nasser Straße hingegen kommt das Münchner Tourengummi nicht ins Schwimmen. Insgesamt funktioniert der Roadtec auf der Nassteststrecke prima. Besonders gefällt, dass der Metzeler-Reifen sehr gutmütig und weich zu rutschen beginnt. Aber wie be-reits auf trockener Piste stört auch bei Nässe das etwas träge Einlenkverhalten, außerdem könnte die Lenkpräzision etwas größer sein.

Fazit:
2007 dem Sieger Pilot Road dicht auf den Fersen, muss sich der Roadtec nun auch noch dem neuen Dunlop geschlagen geben. Besonders beim Handling verliert er Punkte. Das gutmütige Verhalten bei Nässe trägt zur Ehrenrettung bei.

MOTORRAD-Testergebnis:
Platz 3
200 Punkte

Tourensportreifen Michelin Pilot Road 2 2CT (Archivversion)

Reifentyp und Dimension:vorn Pilot Road 2 2CT, hinten Pilot Road 2 2CT
Gewicht:vorn 4,5 kg, hinten 6,2 kg
Herstellungsland: Spanien
Infos und Freigaben: Michelin, Telefon 0721/5303349, www.michelin.de

Trockentest: Platz 2 (146 Punkte)
Wie unterschiedlich manche Reifen auf unterschiedlichen Motorradtypen funktionieren, zeigt sich auch wieder in diesem Test. Wäh-rend der Michelin bei manchen Maschinen mit kippeligen Kurvenverhalten auffällt, macht er auf der leichten Honda CBR 600 RR eine prima Figur. Infolgedessen kann er sein federleichtes Handling problemlos in flottes Kurvenwetzen mit guter Haftung umsetzen.

Nasstest: Platz 1 (80 Punkte)
Es bleibt dabei, bei Nässe sind Michelin-Reifen nahezu unschlagbar. Das gilt auch für den Pilot Road 2 in Zwei-Komponenten-Mischung. Die griffige Gummimixtur macht sogar dem Metzeler Sportec M3 Beine, der als Referenz für die Tourensportreifen dient. Mit 80 Punkten liegt der Michelin deutlich vor der Konkurrenz, der Abstand zum zweiten Platz beträgt ganze zwölf Punkte. Besonders deutlich fährt der Pilot Road seinen Vorsprung bei der Kurvenhaftung heraus.

Fazit:
Gut im Alltag auf trockener Piste, perfekt bei der Fahrt durch den Regen. Fragt sich wirklich, wo das Michelin-Männchen die Pattex-Tuben versteckt hat. Die Mischung jedenfalls machts und sichert dem Pilot Road 2 erneut den Testsieg.

MOTORRAD-Testergebnis:
Platz 1
226 Punkte

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote