Test Supersportreifen (Archivversion)

Kreis-Verkehr

Zackiges Rennstreckenwetzen ist schwer im Kommen, weshalb die Reifenhersteller das Angebot an straßentauglichen Supersportreifen erweitern. MOTORRAD hat sechs Renngummis durch die Mangel gedreht.

Das Sortiment der neuen Supersport-Reifengeneration zielt auf all jene, die ihren Wetzhobel zwar überwiegend auf der Straße bewegen, jedoch regelmäßig ein paar Runden auf der Rennpiste drehen. Stichwort Nürburgring Nordschleife, Hockenheimring, Motorpark Oschersleben oder sonst wo in der Republik.
Ausgelegt sind diese Pneus für den Hobby-Rennstreckeneinsatz. Wer auf beinharte Zeitenjagd geht, sollte auch weiterhin auf die so genannten Mischungsreifen oder gar Slicks zurückgreifen, die ohne Rücksicht auf Nässe- oder Alltagstauglichkeit maximalen Grip unter Rennbedienungen parat halten.
Unsere sechs Probanden dagegen werden von den Herstellern als Kompromiss für Rennstrecke und Straße feilgeboten, weil die Gummimischung auch Regen abkann und die flexible Karkasse bei Topspeed auf welligen Autobahnen nicht rumzickt. Weshalb die Paarungen mit einer offiziellen Freigabe für die meisten Supersportler gesegnet sind. Infos zu den Freigaben lassen sich über die Internet-Seiten der Reifenhersteller in Erfahrung bringen.
Unser Versuchskaninchen: die neue Yamaha YZF-R6. Ausgewählt deshalb, weil sie aus der Kiste heraus auf einem brillanten Fahrwerk mit supersportlicher Feder-/Dämpferabstimmung daherrollt und für die Rennstrecke taugt wie kaum eine andere 600er. Bei den Reifentypen bestimmte der neueste Stand die Teilnehmer.
Auf der Rennstrecke hielt sich MOTORRAD in Sachen Luftdruck an die von den Reifenherstellern empfohlenen Angaben. Nur für den Nässetest, der das Fahrverhalten bei regennasser Landstraße simulieren soll, erhöhte die Testcrew den Luftdruck auf die für den Straßenbetrieb von Yamaha vorgeschriebenen 2,3 und 2,5 bar. Auf diese Werte muss der Reifendruck auch stets nach Ende der Racing-Session korrigiert werden. Denn wer später bei der Autobahnhatz mit dem niedrigen Rennstrecken-Luftdruck unterwegs ist – zum Teil weniger als 2,0 bar –, riskiert einen kapitalen Reifenschaden durch Überhitzung.
Erster Akt: Rennstrecke. In diesem Fall der Anneau du Rhin, beim grenznahen, französischen Colmar gelegen und von unzäh-ligen Hobby-Rennfahrern genutzt. Zwei MOTORRAD-Testfahrer drehten je acht bis zehn Runden inklusive der Aufwärmrunden. Aufwärmrunden? Genau, die Reifenwärmer blieben in der Werkzeugkiste. Schließlich wollte die Testmannschaft einen möglichst praxisgerechten und für die Reifen extrem anspruchsvollen Ablauf. Und dazu gehört das Anfahren neuer, kalter Reifen ebenso wie das mehrfache Abkühlen und Aufheizen der Pneus, um die Standfestigkeit der Gummimischung gegen das lästige Aufreißen zu überprüfen (siehe Kasten Seite 73). Einmal sauber aufgerubbelt, müssen sämtliche Pneus sorgfältig aufgewärmt werden, weil die Gummimischungen logischerweise für einen höheren Temperaturbereich ausgelegt sind als reine Straßenreifen.
Um neben den subjektiven Eindrücken auch handfeste Daten über die Testfahrten zu erhalten, wurden über ein 2D-Datarecording mit GPS-Sensoren in allen Runden die Sektions- und Kurvengeschwindigkeiten aufgezeichnet. Der Vorteil bei der Geschwindigkeitsaufzeichnung über Satellit gegenüber der konventionellen Erfassung über die Raddrehzahl: Messfehler durch die unterschiedlichen Reifendurchmesser sind ausgeschlossen.
Rundenzeiten wurden nicht genommen, da die Rennstrecke nicht ausschließlich den MOTORRAD-Testern zur Verfügung stand. An den Schlüsselstellen loteten sie jedoch bei freier Fahrt auf der letzten Rille Haftung, Handling und Kurvenstabilität aus.
Natürlich wurden wie immer bei den MOTORRAD-Tests die beiden zuerst gefahrenen Reifensätze am Schluss noch einmal montiert, um sicherzustellen, dass die im Lauf des Tages sich ein wenig erhöhenden Asphalttemperaturen oder eine verbesserte Performance der Testfahrer das Ergebnis nicht verwässern. Auch Gegenproben, wenn nötig mit leicht verändertem Reifenluftdruck, gehören zum Programm.
Ganz vorn in der Wertung Kurvenverhalten: der Metzeler
Racetec K3. Obwohl beim reinen Kurvenspeed unwesentlich schneller als die Konkurrenz, sind Rückmeldung und Grenzbereichverhalten der Münchner Gummis erste Sahne. Und genau das ist es, was für den Rennstrecken-Amateur zählt. Auf einem ähnlich hohen Niveau und im Rennstreckentest dicht beieinander: Pirelli Supercorsa Pro, Conti Race Attack, Michelin Power Race (Medium) und Bridgestone BT 002 Racing Street. Da dürfte das fahrerische Können beim Hobby-Racing eine deutlich größere Rolle spielen als die qualitativen Unterschiede der vier Pneus.
Und der Dunlop mit der vielversprechenden Bezeichnung GP Racer M? Er kann bei den etablierten Supersportreifen nicht ganz mithalten. Während der Reifengummi selbst einen griffigen Eindruck vermittelt, schwächelt der Reifenunterbau, also Karkasse und Gürtellagen. Die Folge: In knackiger Schräglage geht die Kurvenstabilität durch deutliches Walken verloren.
Solche Bewegungen sind beim Bridgestone BT 002 Racing Street ebenfalls zu spüren, jedoch in viel geringerem Ausmaß und ohne sonderliche Auswirkungen auf die Lenkpräzision und Spurtreue. Zum Nachtest auf dem kleinen Kurs in Hockenheim hatte die Testcrew noch einmal den BT 002 und einen Referenzreifen aufgezogen, wobei sich die leichte Instabilität in extremen Schräglagen bestätigte.
Superstabil segelt dagegen der Newcomer Continental Race
Attack um die Ecken, dem auch bei heftigem Beschleunigen aus Schräglage kaum ein Rühren zu entlocken ist. Doch halt, zu früh gefreut. Beim anschließenden Test auf der hauseigenen, permanent bewässerten Handlingstrecke im Contidrom bei Hannover kommt der Race Attack ins Schwimmen und kassiert durch
den weniger griffigen und abrupt ausbrechenden Hinterradpneu beim Nasstest die rote Laterne. Unter den erschwerten Be-
dingungen sind die Bridgestone-Gummis nicht zu schlagen, weil
sie mit erstklassiger Haftung und einer messerscharfen Lenkpräzision durch die Fluten zischen. Die Dunlop-Reifen verzahnen sich ebenfalls kräftig mit dem glatten Untergrund und landen auf Platz zwei, vor Metzeler, Pirelli und Michelin.
Den Spagat zwischen maximaler Rennstrecke-Performance und sicherem Nassfahrverhalten schafft aber der Metzeler Racetec K3 am besten und geht deshalb als Gesamtsieger aus
diesem Vergleich hervor.
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Lästig: aufgerissene Reifen (Archivversion) - Lästig: aufgerissene Reifen

Was nützt der griffigste Sportreifen, wenn sich schon nach drei Turns die seitliche Lauffläche durch ein faseriges Aufreißen in ihre Bestandteile auflöst? Eine Frage, die
sich schon vielen Rennstreckenheizern gestellt hat. Die grundlegende Ursache für dieses Problem sieht MOTORRAD in ers-
ter Linie bei den verwendeten Gummimischungen. Die bieten einerseits bereits bei relativ geringen Temperaturen guten Grip, andererseits ist dann der Gummi an sich noch nicht elastisch genug, um die im »Beschleunigungsstreifen« auftretenden Seiten- und Umfangskräfte zu verarbeiten. Resultat: Er wird bei zu niedrigen Arbeitstemperaturen regelrecht zerfetzt.
Laut den Reifenherstellern sind neben einer nicht passenden Gummimischung falscher Luftdruck und ein schlecht eingestelltes Fahrwerk für das Aufreißen verantwortlich. Sicherlich kann ein auf den Reifen abgestimmtes Feder-/Dämpfersystem diese Neigung abschwächen, jedoch nicht endgültig besei-
tigen. Und eine klare Marschrichtung für das Set-up konnte
keiner der Reifenhersteller anbieten.
Die Erfahrungen von MOTORRAD, speziell bei den Wintertests in Spanien und in Frankreich mit Temperaturen um 15 Grad Celsius, brachten einige Umstände ans Licht, die den Ärger mit zerstörten Reifengummis lindern können:
O Ausreichend lange warm fahren, also die Gänge auf der Geraden mit voller Power durchziehen und hart bremsen, dabei die Schräglage langsam steigern, beim Herausbeschleunigen die Reifenschulter anfangs nur zart beanspruchen.
O Luftdruck nach Angabe des Reifenherstellers senken, bei Temperaturen unter 15 Grad weitere 0,1 bis 0,2 bar am Hinterrad.
O Wenn möglich, Reifenwärmer verwenden, dann jedoch sofort nach dem Start ein zackiges Tempo vorlegen, damit der Gummi nicht bis zum kritischen Punkt auskühlen kann.
O Eine stabile Grundeinstellung mit satter Druckstufendämpfung und einer etwas weniger straffen, aber trotzdem cremigen Zugstufe wählen. Wichtig: Negativfederweg und Fahrhöhe hinten korrekt einstellen.
O Bei zu niedrigen Luft- und Asphalttemperaturen sowie kurzen Trainigsläufen besser auf Straßenreifen wie Conti Sport Attack, Metzeler Sportec M3, Michelin Pilot Power oder ähn-
liche Paarungen zurückgreifen.
Und wie verhält sich unser Testsieger bei kühlen Bedingungen? Damit die MOTORRAD-Redaktion und die Leser sicher sein können, dass der brillante Racetec K3 während eines Renntrainings nicht doch in Fetzen von der Felge hängt, wurde der Testreifen auf der Triumph Daytona 675-Dauertestmaschine einen Tag lang bei herbstlichen Temperaturen und ohne Reifenwärmer in zehn Turns à 20 Minuten über die französische Rennpiste geschrubbt. Resultat: kein Aufreißen, gleichmäßiges Abriebbild und satter Grip. Na dann – viel Spaß!

Bridgestone BT 002 Racing Street (Archivversion)

Reifentyp
vorn: Battlax BT 002 F Racing Street
hinten: Battlax BT 002 R Racing Street
Infos: www.bridgestone-eu.com
DATEN
Dimension:
vorn 120/70 ZR 17, hinten 180/55 ZR 17
Gewicht: vorn 4,1 kg, hinten 6,1 kg
Produktionsdatum:
vorn 15. KW 2006, hinten 21. KW 2006
Herstellungsland: Japan
Luftdruck Rennstrecke:
vorn und hinten 2,3 bar
Bewertung
Kurvenverhalten
159 Punkte, Platz 5
Relativ lange Einfahrphase, in der die R6
kippelig reagiert. Warm gefahren lenkt der
BT 002 sehr leicht ein, macht in Wechselkurven einen noch handlicheren Eindruck und zieht mit geringer Lenkkraft engste Bögen. Das Aufstellmoment beim Bremsen in Schräglage
ist unproblematisch. Erst bei grenzwertigen Schräglagen schwächelt der Racing Street
und tanzt mit leichten Rührbewegungen gen Kurvenausgang. Dafür kündigt er den Grenz-
bereich klar an und rutscht gutmütig übers Hinterrad. Das feinporige Abriebbild zeigte
keinerlei Tendenz zum Aufreißen.
Nasstest*
81 Punkte, Platz 1
Mit viel Grip am Vorderrad lenkt der BT 002 exakt und sicher ein, hält wie gewünscht die enge Linie und krallt sich beim Beschleunigen satt im Asphalt fest. Kommt er ins Rutschen, geht der Slide etwas abrupt über die Bühne.
-Fazit
Ein verlässlicher, gutmütiger Rennreifen,
der dem Hobby-Racer eine ordentliche, wenn auch nicht mustergültige Rennstrecken-Performance bei besten Nässequalitäten bietet.

Continental Race Attack (Archivversion)

Reifentyp
vorn: Race Attack
hinten: Race Attack
Infos: www.conti-online.com
DATEN
Dimension:
vorn 120/70 ZR 17, hinten 180/55 ZR 17
Gewicht: vorn 4,3 kg, hinten 6,6 kg
Produktionsdatum:
vorn 8. KW 2006, hinten 50. KW 2006
Herstellungsland: Deutschland
Luftdruck Rennstrecke:
vorn 2,3 bar, hinten 1,9 bar
Bewertung
Kurvenverhalten
163 Punkte, Platz 3
Die Überraschung auf der Rennstrecke ist
der neue Race Attack. In kaltem Zustand noch
kippelig und unsicher, gibt sich der Conti
mit steigender Temperatur handlich, zielgenau mit bester Kurvenstabilität, speziell beim
derben Umlegen in engen S-Kurven, und bietet ordentliche Haftung mit ausreichend breitem Grenzbereich. Auch das Aufstellmoment beim Einlenken auf der Bremse ist gering. Zudem zeigt das gleichmäßige Abriebbild keinerlei Ansätze zum Aufreißen des Gummis.
Nasstest*
53 Punkte, Platz 6
Wie gewonnenen, so zerronnen. Während
der Vorderreifen sicher und mit ausreichend Haftung führt, keilt das Hinterrad beim
Beschleunigen aus Kurven abrupt und heftig aus. Wer sich dessen bewusst ist, findet
sicherlich auch bei Regen sturzfrei seinen Heimweg. Aber wirklich gut ist anders.
-Fazit
Mit dem Race Attack hat Conti den Anschluss zur etablierten Spitze hergestellt. Auf der
Rennstrecke gibt es nichts zu meckern. Doch die Nasshaftung muss besser werden.

Dunlop Sportmax GP Racer (Archivversion)

Reifentyp
vorn: Sportmax D 208 F GP Racer M
hinten: Sportmax D 208 GP Racer M
Infos: www.dunlop.de
DATEN
Dimension:
vorn 120/70 ZR 17, hinten 180/55 ZR 17
Gewicht: vorn 4,2 kg, hinten 6,0 kg
Produktionsdatum:
vorn 50. KW 2005, hinten 50. KW 2005
Herstellungsland: Frankreich
Luftdruck Rennstrecke: vorn 1,9 bar,
hinten 2,3 bar (versuchsweise 2,3/2,3 bar)
Bewertung
Kurvenverhalten
134 Punkte, Platz 6
GP Racer – der Name verspricht mehr, als der Dunlop halten kann. Dabei erweckt die griffige Gummimischung auf den ersten Metern einen verlässlichen Eindruck. Das Handling ist ebenfalls vielversprechend. Doch fehlt es bei rasanter Gangart an der nötigen Kurvenstabilität und Rückmeldung, außerdem stellt sich die Yamaha mit den GP Racern beim Bremsen in Schräg-
lage vehement auf. Ein höherer Luftdruck vorn ergab keine gravierenden Verbesserungen.
Nasstest*
78 Punkte, Platz 2
Bei Nässe trumpft der GP-Racer M mit seiner griffigen Gummimischung auf und fährt
in der Punktewertung auf Platz zwei, weil er
bezüglich Handlichkeit, Lenkpräzision und Haftung ganz dicht am Platzhirsch Bridgestone BT 002 Racing Street dran ist.
-Fazit
Leider wird der Dunlop GP Racer seinem Namen auf der Rennpiste nicht gerecht und
verliert aufgrund der instabilen Karkasse bei rasantem Rennstreckenheizen den Anschluss
an die Mitbewerber, denen er nur bei Nässe
die Stirn bieten kann.

Metzeler Racetec K3 (Archivversion)

Reifentyp
vorn: Racetec K3
hinten: Racetek K3
Infos: www.metzelermoto.de
DATEN
Dimension:
vorn 120/70 ZR 17, hinten 180/55 ZR 17
Gewicht: vorn 4,4 kg, hinten 5,8 kg
Produktionsdatum:
vorn 6. KW 2006, hinten 6. KW 2006
Herstellungsland: Deutschland
Luftdruck Rennstrecke:
vorn 2,3 bar, hinten 2,1 bar
Bewertung
Kurvenverhalten
173 Punkte, Platz 1
Obwohl der Metzeler K3 ein paar Kilometer Aufwärmzeit benötigt, überzeugt er nicht nur durch sein brillantes Kurvenverhalten, den
erstklassigen Grip und die gute Kurvenstabili-
tät, sondern auch durch die vorzügliche Rück-
meldung, die dem Münchner Gummi eine extra Portion Sympathie bei den Testern einbringt. Außerdem besteht der Testsieger die bei ihm speziell durchgeführte Erprobung auf über-
mäßigen Verschleiß/Aufreißen (siehe Seite 73) mit einem zwar rauen, aber gleichmäßigen Ab-
riebbild (fließt nicht in die Punktewertung ein).
Nasstest*
78 Punkte, Platz 3
Ohne die bestechenden Eigenschaften der Bridgestone-Paarung zu erreichen, schließt
der Racetec K3 auch den Nässetest mit
guten Resultaten ab. Was aufgrund der erstklassigen Rennstrecken-Qualitäten so nicht
zu erwarten war.
-Fazit
Unterm Strich ist der Metzeler Racetec K3 die beste Empfehlung für den Hobby-Rennfahrer, der einen schnellen Rennreifen mit breitem Grenzbereich und guter Nasshaftung sucht.

Michelin Power Race Medium (Archivversion)

Reifentyp
vorn: Power Race Medium
hinten: Power Race Medium
Infos: www.michelin.de
DATEN
Dimension:
vorn 120/70 ZR 17, hinten 180/55 ZR 17
Gewicht: vorn 3,8 kg, hinten 5,8 kg
Produktionsdatum:
vorn 22. KW 2005, hinten 23. KW 2005
Herstellungsland: Frankreich
Luftdruck Rennstrecke:
vorn 2,0 bar, hinten 1,8 bar
Bewertung
Kurvenverhalten
160 Punkte, Platz 4
Wie gewohnt, vollführt der bekannte Power
Race in Multi-Compound-Mischung keine Mätzchen, sondern drischt nach einer
kippeligen Aufwärmphase stabil und mit
gutem Handling um den Rennkurs. Ledig-
lich beim grenzwertigen Beschleunigen in Schräglage zuckt der Michelin-Hinterreifen
beim Überfahren von harten Trennfugen
oder Bodenwellen kurz aus der Spur, bleibt
aber souverän beherrschbar. Allerdings leidet das Abriebbild durch die leichten Aufbrüche
an den quer verlaufenden Trennfugen der Fertigungsform.
Nasstest*
61 Punkte, Platz 5
Der Michelin steckt den Nässetest zwar ohne sicherheitsrelevante Probleme weg, erreicht aber in keinem der Kriterien auch nur
annähernd die Qualitäten der Spitzenreiter.
-Fazit
Mit durchweg guten bis sehr guten Eigen-
schaften beim Rennstreckentest ist der Schwerpunkt des Michelin Power Race klar definiert. Für Regen und Alltag sind andere Pneus besser gerüstet.

Pirelli Dragon Supercorsa Pro (Archivversion)

Reifentyp
vorn: Dragon Supercorsa Pro
hinten: Dragon Supercorsa Pro
Infos: www.pirellimoto.de
DATEN
Dimension:
vorn 120/70 ZR 17, hinten 180/55 ZR 17
Gewicht: vorn 4,1 kg, hinten 6,0 kg
Produktionsdatum:
vorn 6. KW 2006, hinten 50. KW 2005
Herstellungsland: Deutschland
Luftdruck Rennstrecke:
vorn 2,3 bar, hinten 2,1 bar
Bewertung
Kurvenverhalten
164 Punkte, Platz 2
Der auf einigen Supersportlern serienmäßig montierte Dragon Supercorsa Pro macht auf
der Rennpiste eine prima Figur. Während
er ein ähnlich gutes Haftungsniveau wie der Metzeler K3 bietet, ist das Handling spürbar zäher. Der Pirelli fordert in allen Lagen mehr Lenkkraft. Zudem bleibt er nicht ganz so stabil und lenkpräzise, wenn die R6 mit aller Macht aus den Kurven feuert. Dafür entschädigt
der lässig beherrschbare Grenzbereich, wenn
man das Spiel etwas übertreibt. Nicht ganz
so überzeugend: das Abriebbild; an den
Enden der Profirillen, also im Schulterbereich, zeigten sich faserige Gummiaufbrüche.
Nasstest*
73 Punkte, Platz 4
Erstaunlich wacker und mit einem sicher zu beherrschenden Grenzbereich schlägt sich
der Supercorsa Pro bei Nässe. Der Vorgänger (ohne den Zusatz Pro) kam bei Weitem nicht
so wasserfest daher.
-Fazit
Für den engagierten Rennstrecken-Heizer ist der griffige und gutmütige Pirelli ein verlässlicher Parameter, der selbst bei Nässe taugt.

Reifentest: Supersportreifen (Archivversion)

Handlichkeit
Lenkpräzision
Haftung Kurven
Haftung Beschleunigung
Kurvenstabilität
Grenzbereichverhalten
Aufstellmoment
Summe
platzierung

Testkriterien (Archivversion)

Handlichkeit*: benötigte Lenkkraft, um die Maschine in Schräglage oder durch Wechselkurven zu manövrieren und auf
der gewünschten Linie zu halten.
Lenkpräzision*: wird in unterschiedlich schnellen Kurven getestet und gibt Auskunft darüber, ob das Motorrad dem gewünschten Kurs folgt oder ob die Linie korrigiert werden muss.
Haftung Kurven*: Seitenführung in Schräglage auf nasser und trockener Fahrbahn.
Haftung Beschleunigung in Kurven*: Seitenführung und Kraftübertragung in unterschiedlich schnellen Kurven; wird ebenfalls bei Nässe und Trockenheit getestet.
Kurvenstabilität: Fahrstabilität bei schneller Kurvenfahrt, in Wechselkurven und bei Bodenwellen.
Grenzbereichverhalten*: Beherrschbarkeit des Reifens im Grenzbereich der Haftung auf nasser und trockener Strecke.
Aufstellmoment: Beim Bremsen in Kurven richtet sich das Motorrad mehr oder weniger stark aus der Schräglage auf.
Preise: Rund 300 Euro kostet ein Satz Rennsportreifen, wobei Michelin und Metzeler/Pirelli etwas teurer sind als die Konkurrenz. Exakte Preise können aufgrund der extremen Schwankungen von Händler zu Händler nicht angegeben werden.

*Eine Übertragbarkeit der Testergebnisse auf Motorräder
mit ähnlichen Fahrwerksdaten wie die der Yamaha YZF-R6
ist bei den mit Stern gekennzeichneten Kriterien mit kleinen Abweichungen, in den anderen Kriterien bedingt möglich.

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