Die Reifenherstellung

Im Prinzip werden moderne Rennreifen genau so produziert wie die Pneus für Großserien­motorräder oder Autos – nach einem Verfahren, das mehr als 30 Jahre alt ist. Die einzelnen Bau­teile des Reifens entstehen in parallel ablaufenden Arbeitsgängen, und werden anschließend zum fertigen Produkt zusammengebaut. Die Produktionsschritte im Einzelnen:

Gummimischung
Natürlicher und synthetischer Kautschuk, Kohlenstoff, Schwefel und andere Chemikalien (das Geheimnis der Reifenmischung) werden zu einer Rohmasse verknetet, zu Platten gewalzt und abgekühlt.

Laufflächenherstellung
Die Platten werden erhitzt, erneut geknetet und durch den sogenan­nten Extruder gepresst, der die Form der Lauffläche bestimmt. Das Material wird gekühlt und, ent­sprechend der gewünschten Reifendimension, maßgerecht zugeschnitten.

Weben der Reifenschichten
Aus Nylon-, Poly­ester- und Stahlfäden werden Matten gewebt als Basis für die Mantel-, Ober- und Gürtellagen. Damit sie sich später unlösbar mit den übrigen Reifenbauteilen verbinden lassen, werden die Gewebematten mit Gummi beschichtet. Dieser Vorgang wird Kalandern genannt. Anschließend werden die Matten auf Maß geschnitten.

Wulstkernproduktion
Der Wulstkern wird aus stabilen Stahldrähten zusammengefügt, die unterschiedliche Querschnittdurchmesser haben können. Bei Rennreifen werden diese Drähte ähnlich wie ein Tau zum Kerndraht verflochten, der eine Gummibeschichtung erhält. Anschließend wird er mehrmals um eine Spule gewickelt und so der Wulstkernring geformt.

Reifenaufbau
Jetzt liegen alle Einzelteile des Rei­fens vor und können zusammengesetzt werden. Auf einer Trommel werden zunächst die gummibeschichteten Gewebematten ausgerichtet, dann die Wulstkernringe sowie die Lauffläche hinzugefügt. Es entsteht ein Reifenrohling, der sogenannte »Green Tyre«.

Vulkanisation
Danach wird der Reifenrohling in der Vulkanisierpresse zwischen 15 und 30 Minuten bei exakt bestimmten Temperatur- und Druckwerten gebacken. Dabei verwandelt sich der plastische Kautschuk in elastischen Gummi, die Einzelteile werden unlösbar miteinander verbunden. Der Reifen erhält bei dieser Prozedur seine endgültige Form und Größe sowie das vorgesehene Profil, überstehende Gummireste werden abgeschnitten.

Endkontrolle
Abschließend wird der Reifen visuell, elektronisch und per Röntgenaufnahme überprüft .

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote