Dunlop D 208 im High-Speed-Test Nicht vollgasfest

Foto: Gargolov
Da waren die Testfahrer und Redakteure von MOTORRAD blass: Bereits wenige Kilometer Vollgas auf deutschen Autobahnen mit der MV Agusta F4 R 312 hatten gereicht, um den aufgezogenen Hinterreifen, einen Dunlop D 208 GP Racer M, fast völlig zu ruinieren: Das Profil in der Mitte des Reifens (Dimension 190/55 ZR 17) ist praktisch komplett verschwunden, nur eine hauchdünne Lage Gummi liegt noch über der Karkasse, einzelne Kevlarfäden schimmern schon durch.

Auch wenn MV angibt, die "312" sei das schnellste Serienmotorrad der Welt - die Zahl steht für die versprochene Höchstgeschwindigkeit: so etwas darf nie und nimmer passieren! Der Fahrer hatte die sich zersetzende Oberfläche nicht gespürt. Nicht auszudenken, was bei rund 300 km/h mit Reifenschaden hätte passieren können.
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Zum Glück rollte die MV nach 155 Kilometern bereits ohnehin an die Tankstelle. Auf dieser Distanz wurde keineswegs immer voll gekachelt - ist eh kaum machbar im normalen Verkehrsgeschehen. Außerdem war das Programm zuerst warm fahren, Tachoabweichungen ermitteln und Beschleunigungs- wie Durchzugswerte messen. Erst dann hieß es "Volle Lotte." Vor den kurzen Vollgastests war der Reifen neuwertig.

Die Asphalttemperatur betrug 15 Grad Celsius, die Temperatur in der Mitte der Lauffläche des Reifens betrug nach knapp 80 Kilometern - zum Fahrerwechsel - rund 70 Grad Celsius. MV Agusta rüstet einen Teil der ausgelieferten F4 R mit dem Dunlop D 208 GP Racer M aus, einem Rennsport-Pneu mit eher weicher, griffiger Mischung. Bei allen sportlichen Talenten, für die Autobahnbrennerei scheint sich dieser Reifen nicht besonders zu eignen. Ein Einzelfall oder ein generelles Problem? Dunlop untersucht den Testreifen und das Motorrad zurzeit, eine Stellungnahme soll in Kürze folgen.

Bis dahin kann man den Fahrern schneller Sportmotorräder nur dringend raten, bei Vollgasfahrten mit dem D 208 GP Racer M äußerst vorsichtig zu sein. Und zwischendurch mal nach dem Reifen schauen ... Dies gilt natürlich nicht allein für die wenigen Fahrer einer 1000er-MV, sondern auch aller anderen Supersport-Motorräder. MOTORRAD bleibt in dieser Sache am Ball, versprochen. Und ist für Erfahrungen unserer Leser mit diesem oder auch jedem anderen Reifen bei Vollgasfahrten dankbar. Infos bitte per Mail (siehe Links).
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Bei einer zweiten Testsession rüsteten wir die MV auf die ebenfalls frei gegebenen Pirelli Dragon Supercorsa Pro um, damit gab es keine Probleme. Unbeeindruckt zeigten sich die Bridgestone-Pneus auch auf einer von Firma der Popko (www.popko.de) elektronisch getunten Kawasaki ZZR 1400 von den Tempo-Strapazen: dabei handelt es sich um den BT 014 in Sonderkennung „SL“ und „L“.

Ach ja: Ob die beiden Bikes tatsächlich die Grenze 300 km/h knacken, ist zusammen mit vielen weiteren Erläuterungen und Informationen zum Thema "Speeding", Luftwiderstand und Leistungsbedarf ab kommendem Freitag, 25. Mai, in MOTORRAD 12/2007 nachzulesen. Lassen sie sich überraschen - diesmal nicht unangenehm!

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