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Günstige Motorradreifen im Test Günstige Gummis, exotische Hersteller

Reifen sind an Sportmotorrädern das am häufigsten getauschte Verschleißteil. Da kann man schon auf die Idee kommen, dort zu sparen. PS testet Budget-Reifen und Pellen exotischer Hersteller.

Wer ein sportliches Motorrad fährt und moderne Straßensportreifen auf den Felgen hat, wird heutzutage fast jeden Meter auf den Gummis genießen können. Wie zum Beispiel der letzte Reifentest von PS in Ausgabe 5/2014 zeigt, bewegen sich die aktuellen Gummis aller Premium-Hersteller auf einem nahezu überirdischen Niveau. Sie unterscheiden sich im Trockenen wenig, bei Nässe allerdings deutlich stärker.

Natürlich haben diese Reifen ihren Preis, schließlich entwickeln die Hersteller ihre Produkte mit enormem Aufwand. Dazu kommt noch, dass die Gummis auf sportlichen, drehmomentstarken Naked Bikes oder Supersportlern heftig rangenommen werden und entsprechend stark verschleißen – trotz der Bemühungen der Firmen, ­Haftung und Haltbarkeit mit jeder Reifengeneration zu verbessern.

Da kann ein Motorradfahrer mit gestresstem Geldbeutel schon mal auf die Idee kommen, sich nach günstigeren Alternativen zu den aktuellen Premium-Gummis umzuschauen. Und wird bei den selben Herstellern fündig, die auch die Top-Pellen im Angebot haben.Diese vermarkten die Vorgänger der aktuellen, heißen Sohlen als sogenannte „zweite“ oder „dritte“ Produktschiene parallel zu den aktuellen Reifen. Im Fall von Bridgestone wird neben dem S20 EVO der BT 16 PRO angeboten, der erst 2011 vom ersten S20 abgelöst wurde, und Michelin stellt dem aktuellen Pilot Power 3 die erste Generation des Pilot Power an die Seite. Doch wie sieht es mit der Performance der älteren Herrschaften aus?

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Lohnt es sich 50 Euro zu sparen?

Der direkte Vergleich der Generationen beginnt nicht auf der Teststrecke, sondern beim Einkauf der Gummis. PS recherchierte die Preise der getesteten Reifen in der Größe 120/70 ZR 17 und 190/55 ZR 17 in vier verschiedenen Online-Portalen (motorradreifendirekt.de, mopedreifen.de, tirendo.de und reifen2go.de). Beim Bridgestone-Pärchen S20 EVO und BT 16 PRO ermittelten wir einen Preisvorteil von knapp 53 Euro für den BT 16 PRO (Satz S20 EVO durchschnittlich 246,35 Euro, BT 16 PRO 193,49 Euro), bei Michelin einen Vorteil von etwas über 52 Euro für den alten Pilot Power (Satz Pilot Power 3 238,23 Euro zu 185,96 Euro). Wer rein auf die Performance eines Reifens schaut, dem wird klar, dass sich die günstigen Gummis nicht rechnen. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Laufleistung von 4000 Kilometern beläuft sich die Ersparnis gerade mal auf 0,125 Cent pro Kilometer! Und das bei einer deutlich schlechteren Nasshaftung und spürbaren Einbußen in den Trockenfahreigenschaften.

Selbst wer seine Pellen bereits in 2500 Kilometern schlachtet, der legt mit den modernen Gummis nur 0,02 Cent/km drauf. Sparfüchse sollten zudem bedenken: Es ist davon auszugehen, dass S20 EVO und Pilot Power 3 mindestens genauso lange, wenn nicht gar länger halten. Denn ihre Dual-Compound-Mischungen sind schlichtweg die moderneren. Kostenseitig ist es also nur dann ratsam die älteren Gummis aufzuziehen, wenn absolute Ebbe in der Kasse herrscht. Seitens der Fahreigenschaften sind S20 EVO und Pilot Power 3 ihren Vorgängern haushoch überlegen. Bleibt nur noch die psychologische „Den Reifen kenne ich, den fahre ich schon immer“-Ebene. Da gilt ganz klar: Leute, wir sind mit Reifen nicht verheiratet! Neues auszuprobieren ist nicht verboten und führt nicht in die Hölle – im Gegenteil, manchmal erleuchtet es regelrecht. Also traut euch!

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Foto: mps-Fotostudio
Bridgestone S20 Evo: Der Primus des letzten Reifentests zeigt wieder, dass er die Referenz in Sachen Premium-Reifen ist. Ohne große Schwächen im Trockenen sammelt er eifrig Punkte und fühlt sich auch im Nassen pudelwohl. Dort ist zwar der Michelin etwas schneller, doch die Qualitäten des S20 EVO auf Landstraße und Rennstrecke machen ihn zu einem sehr ausgewogenen Allroundreifen.
Bridgestone S20 Evo: Der Primus des letzten Reifentests zeigt wieder, dass er die Referenz in Sachen Premium-Reifen ist. Ohne große Schwächen im Trockenen sammelt er eifrig Punkte und fühlt sich auch im Nassen pudelwohl. Dort ist zwar der Michelin etwas schneller, doch die Qualitäten des S20 EVO auf Landstraße und Rennstrecke machen ihn zu einem sehr ausgewogenen Allroundreifen.

Bridgestone S20 Evo

 max.
Punkte 
Punkte
Trockentest
Kaltlaufverhalten109
Handling3026
Zielgenauigkeit3026
Stabilität3026
Grip4035
Verh. im Grenzbereich 2018
Aufstellmoment
beim Bremsen
10
9
Feedback3027
Ergebnis Trockentest200176
Nässetest
Rundenzeit nass: 1.14,3 min
Handling109
Zielgenauigkeit109
Grip3029
Verh. im Grenzbereich 2018
Feedback2018
Bremsweg*: 42,9 m109
Ergebnis Nässetest10092
Gesamtsumme300268
*aus 100 km/h

Fazit
Der Primus des letzten Reifentests zeigt wieder, dass er die Referenz in Sachen Premium-Reifen ist. Ohne große Schwächen im Trockenen sammelt er eifrig Punkte und fühlt sich auch im Nassen pudelwohl. Dort ist zwar der Michelin etwas schneller, doch die Qualitäten des S20 EVO auf Landstraße und Rennstrecke machen ihn zu einem sehr ausgewogenen Allroundreifen.

Platzierung: 1. Platz

Foto: mps-Fotostudio
Bridgestone BT 16 Pro: Ende 2011 wurde der BT 16 PRO von der ersten S20-Version abgelöst. Der nun als Budget-Reifen vermarktete Gummi ist nach wie vor ein starkes Produkt, das vor allem durch seine Ausgewogenheit gefällt. Er ist ein treuer Wegbegleiter unter allen Witterungsbedingungen, kann aber natürlich nicht ganz mit den modernen Sportreifen mithalten. Wer keine Top-Performance braucht, fährt gut mit ihm.
Bridgestone BT 16 Pro: Ende 2011 wurde der BT 16 PRO von der ersten S20-Version abgelöst. Der nun als Budget-Reifen vermarktete Gummi ist nach wie vor ein starkes Produkt, das vor allem durch seine Ausgewogenheit gefällt. Er ist ein treuer Wegbegleiter unter allen Witterungsbedingungen, kann aber natürlich nicht ganz mit den modernen Sportreifen mithalten. Wer keine Top-Performance braucht, fährt gut mit ihm.

Bridgestone BT 16 Pro


max.
Punkte 
Punkte

Trockentest
Kaltlaufverhalten
10
9
Handling
30
24
Zielgenauigkeit
30
23
Stabilität
30
24
Grip
40
33
Verh. im Grenzbereich 
20
16
Aufstellmoment
beim Bremsen
10

8

Feedback30
23
Ergebnis Trockentest
200
160
Nässetest
Rundenzeit nass: 1.14,3 min
Handling
10
7
Zielgenauigkeit
10
7
Grip
30
26
Verh. im Grenzbereich 
20
16
Feedback
20
17
Bremsweg*: 42,9 m
10
8
Ergebnis Nässetest
100
81
Gesamtsumme
300
241
*aus 100 km/h

Fazit
Ende 2011 wurde der BT 16 PRO von der ersten S20-Version abgelöst. Der nun als Budget-Reifen vermarktete Gummi ist nach wie vor ein starkes Produkt, das vor allem durch seine Ausgewogenheit gefällt. Er ist ein treuer Wegbegleiter unter allen Witterungsbedingungen, kann aber natürlich nicht ganz mit den modernen Sportreifen mithalten. Wer keine Top-Performance braucht, fährt gut mit ihm.

Platzierung: 3. Platz

Foto: mps-Fotostudio
Michelin Pilot Power 3: Ist der Pilot Power 3 montiert, fiebert man Regen förmlich entgegen. Kühle und nasse Bedingungen sind sein Spezialgebiet, dann gript kein Zweiter besser als er. Doch an heißen Tagen auf hart gefahrenen Superbikes kommt der Michelin an seine Grenzen, er wird ein wenig ­knautschig und seine Zielgenauigkeit verschlechtert sich etwas. Auf der Landstraße ist er dennoch eine Macht.
Michelin Pilot Power 3: Ist der Pilot Power 3 montiert, fiebert man Regen förmlich entgegen. Kühle und nasse Bedingungen sind sein Spezialgebiet, dann gript kein Zweiter besser als er. Doch an heißen Tagen auf hart gefahrenen Superbikes kommt der Michelin an seine Grenzen, er wird ein wenig ­knautschig und seine Zielgenauigkeit verschlechtert sich etwas. Auf der Landstraße ist er dennoch eine Macht.

Michelin Pilot Power 3


max.
Punkte 
Punkte

Trockentest
Kaltlaufverhalten
10
9
Handling
30
28
Zielgenauigkeit
30
26
Stabilität
30
24
Grip
40
35
Verh. im Grenzbereich 
20
16
Aufstellmoment
beim Bremsen
10

9

Feedback30
26
Ergebnis Trockentest
200
173
Nässetest
Rundenzeit nass: 1.14,3 min
Handling
10
9
Zielgenauigkeit
10
9
Grip
30
30
Verh. im Grenzbereich 
20
18
Feedback
20
18
Bremsweg*: 42,9 m
10
9
Ergebnis Nässetest
100
93
Gesamtsumme
300
266
*aus 100 km/h

Fazit
Ist der Pilot Power 3 montiert, fiebert man Regen förmlich entgegen. Kühle und nasse Bedingungen sind sein Spezialgebiet, dann gript kein Zweiter besser als er. Doch an heißen Tagen auf hart gefahrenen Superbikes kommt der Michelin an seine Grenzen, er wird ein wenig ­knautschig und seine Zielgenauigkeit verschlechtert sich etwas. Auf der Landstraße ist er dennoch eine Macht.

Platzierung: 2. Platz

Foto: mps-Fotostudio
Michelin Pilot Power: Vor gefühlten 100 Jahren eroberte der erste Pilot Power die Sportreifenwelt und hatte sie über Jahre hinweg fest im Griff. Selbst heute verkauft sich der Klassiker unter den Sportpellen als Budget-Reifen noch wie geschnitten Brot, da seine Performance vielen Sportfahrern noch ausreicht. Dennoch ist ihm vor allem in der Stabilität auf heutigen, bärenstarken Superbikes sein Alter anzumerken.
Michelin Pilot Power: Vor gefühlten 100 Jahren eroberte der erste Pilot Power die Sportreifenwelt und hatte sie über Jahre hinweg fest im Griff. Selbst heute verkauft sich der Klassiker unter den Sportpellen als Budget-Reifen noch wie geschnitten Brot, da seine Performance vielen Sportfahrern noch ausreicht. Dennoch ist ihm vor allem in der Stabilität auf heutigen, bärenstarken Superbikes sein Alter anzumerken.

Michelin Pilot Power


max.
Punkte 
Punkte

Trockentest
Kaltlaufverhalten
10
8
Handling
30
25
Zielgenauigkeit
30
24
Stabilität
30
22
Grip
40
31
Verh. im Grenzbereich 
20
16
Aufstellmoment
beim Bremsen
10

7

Feedback30
21
Ergebnis Trockentest
200
154
Nässetest
Rundenzeit nass: 1.14,3 min
Handling
10
7
Zielgenauigkeit
10
7
Grip
30
24
Verh. im Grenzbereich 
20
17
Feedback
20
15
Bremsweg*: 42,9 m
10
8
Ergebnis Nässetest
100
78
Gesamtsumme
300
232
* aus 100 km/h

Fazit
Vor gefühlten 100 Jahren eroberte der erste Pilot Power die Sportreifenwelt und hatte sie über Jahre hinweg fest im Griff. Selbst heute verkauft sich der Klassiker unter den Sportpellen als Budget-Reifen noch wie geschnitten Brot, da seine Performance vielen Sportfahrern noch ausreicht. Dennoch ist ihm vor allem in der Stabilität auf heutigen, bärenstarken Superbikes sein Alter anzumerken.

Platzierung: 4. Platz

Foto: Jahn
Bei Internet-Reifenhändlern tummeln sich uns unbekannte Reifentypen. 
PS testet einige der Pellen.
Bei Internet-Reifenhändlern tummeln sich uns unbekannte Reifentypen. PS testet einige der Pellen.

Billig - aber gut?

Wer des Öfteren durchs Netz surft und nach Reifen Ausschau hält, ist sicherlich schon das eine oder andere Mal über exotische Motorradreifen-Hersteller gestolpert. Da poppen Namen hoch wie Full Bore USA, Nankang, Maxxis oder Mitas. Während Maxxis und Mitas noch halbwegs vertraut klingen, läuten bei Full Bore und Nankang innerlich die Alarmglocken, macht sich unterbewusst Misstrauen breit.

Doch PS hält sich an seine Ansage, mal Neues zu probieren, und hat alle vier Marken einem regulären Vergleichstest unterzogen. Im Frühjahr 2014 rückten wir mit den Kollegen von MOTORRAD zum großen Reifentest aus und testeten unter anderem auch die vier folgenden Exotengummis: Full Bore USA M-1 Street Sport, Maxxis Supermaxx Radial, Mitas Sport Force und Nankang WF-1. Allesamt wurden bei www.motorradreifendirekt.de von Privatpersonen gekauft und dem Testfeld zugeführt. Gefahren wurden die Reifen ebenso wie alle anderen auf dem Trocken- und Nasstestgelände von Bridgestone in Nettuno (Italien), auf der Landstraße und auf der Autobahn. Während wir die Budget-Reifen auf einer BMW S 1000 RR testeten, wurden die exotischen Gummis auf einer Honda CB 1000 R in den Dimensionen 120/70 ZR 17 und 180/55 ZR 17 gefahren. Die Bewertungen der Budget-Reifen Bridgestone BT 16 PRO und Michelin Pilot Power sind deshalb nicht eins zu eins auf die Billig-Reifen übertragbar. Tendenziell können die Eigenschaften nur verglichen werden, was aber Anhaltspunkte zu den Produkteigenschaften ergibt.

Warum Reifen eines in Europa unbekannten Herstellers kaufen?

Genau, der Kohle wegen. So kostete ein Satz Nankang in 120/70-17 und 180/55-17 im Netz knapp unter 130 Euro, der Full Bore unter 150 Euro und der Maxxis unter 190 Euro. Schnäppchen also? Nicht ganz, denn die bewährten, hier aber nicht zeitgleich mitgetesteten Produkte, der Bridgestone BT 16 PRO und Michelins Pilot Power, gibt es im Satz bereits für rund 180 Euro auf dem Markt. Wer immer noch zu den Exoten-Reifen schielt, bitte schön. PS hat alle vier gefahren und war dabei des Öfteren am und überm Limit. Vor allem bei Nässe kommen die No-Names auf keinen grünen Zweig. Was nahelegt, dass die verwendeten Gummimischungen technologisch nicht auf der Höhe der Zeit sind.

Im Trockenen offenbaren die Billig-Pellen dann teils massive konstruktive Nachteile. Beherrschen sie das Geradeausfahren noch, wird es, einmal aus der Mittellage gebracht, spannend. Allen gleich ist, dass es an Handling und Zielgenauigkeit fehlt, auch die Kurvenstabilität lässt zu wünschen übrig. Weiteres heftiges Manko ist die schlechte Rückmeldung, die alle (nicht) liefern –  bis auf einen.

Mitas ruft die 2014 hergestellten Sport Force zurück

Der Mitas Sport Force ist konstruktiv der modernste Reifen unter den Exoten, wurde erst Ende 2013 auf den Markt gebracht. Er hinterließ bei der Präsentation und im Frühjahr beim Test einen sehr guten Eindruck. Handling, Stabilität, Grip und Lenkpräzision sind auf hohem Niveau, der Mitas kann bei Trockenheit aus dem Stand mit aktuellen Tourensportreifen mithalten. Nur bei Nässe offenbart er leichte Schwächen in der Haftung. Doch der aktuelle, präventive Rückruf aller Mitas Sport Force-Reifen Baujahr 2014 zeigt deutlich, wie schwer es ist, einen guten Motorradreifen zu bauen. Und das legt folgenden Schluss nahe: Kaufen Sie bewährte und bekannte  Marken und geizen Sie gerade bei Reifen nicht an ein paar Euro.

Foto: mps-Fotostudio
Full Bore USA M-1 street Sport: Der Full Bore ist ein nicht gerade handlicher Reifen, der bei Trockenheit einigermaßen akzeptabel fährt. Allerdings macht das Fahren mit ihm wenig Spaß, da Rückmeldung, Stabilität und Grip nicht gerade auf hohem Niveau sind. Wird es nass, geht man besser gleich zu Fuß – oder baut Stützräder an. Der Billig-Gummi  rutscht sowohl in Schräglage als auch beim Beschleunigen sehr früh.
Full Bore USA M-1 street Sport: Der Full Bore ist ein nicht gerade handlicher Reifen, der bei Trockenheit einigermaßen akzeptabel fährt. Allerdings macht das Fahren mit ihm wenig Spaß, da Rückmeldung, Stabilität und Grip nicht gerade auf hohem Niveau sind. Wird es nass, geht man besser gleich zu Fuß – oder baut Stützräder an. Der Billig-Gummi rutscht sowohl in Schräglage als auch beim Beschleunigen sehr früh.

Full Bore M-1 Street Sport


max.
Punkte 
Punkte

Trockentest
Kaltlaufverhalten
10
7
Handling
30
22
Zielgenauigkeit
30
22
Stabilität
30
21
Grip
40
28
Verh. im Grenzbereich 
20
12
Aufstellmoment
beim Bremsen
10

7
Feedback30
13
Ergebnis Trockentest
200
132
Nässetest
Rundenzeit nass: 1.14,3 min
Handling
10
7
Zielgenauigkeit
10
6
Grip
30
14
Verh. im Grenzbereich 
20
9
Feedback
20
7
Bremsweg*: 42,9 m
10
7
Ergebnis Nässetest
100
50
Gesamtsumme
300
182
* aus 100 km/h

Fazit
Der Full Bore ist ein nicht gerade handlicher Reifen, der bei Trockenheit einigermaßen akzeptabel fährt. Allerdings macht das Fahren mit ihm wenig Spaß, da Rückmeldung, Stabilität und Grip nicht gerade auf hohem Niveau sind. Wird es nass, geht man besser gleich zu Fuß – oder baut Stützräder an. Der Billig-Gummi  rutscht sowohl in Schräglage als auch beim Beschleunigen sehr früh.

Platzierung: 4. Platz

Foto: mps-Fotostudio
Maxxis Supermaxx Radial: Maxxis bietet mit dem Supermaxx einen bei Trockenheit und Nässe mäßig funktionierenden Reifen an. Trotz seines zweiten Rangs in diesem Testfeld sollte er nur dann aufgezogen werden, wenn es gar keine andere Alternative mehr gibt. Im Regen bietet er zumindest einen breiten Grenzbereich und ausreichend Haftung. Die Rückmeldung allerdings ist stark verbesserungswürdig.
Maxxis Supermaxx Radial: Maxxis bietet mit dem Supermaxx einen bei Trockenheit und Nässe mäßig funktionierenden Reifen an. Trotz seines zweiten Rangs in diesem Testfeld sollte er nur dann aufgezogen werden, wenn es gar keine andere Alternative mehr gibt. Im Regen bietet er zumindest einen breiten Grenzbereich und ausreichend Haftung. Die Rückmeldung allerdings ist stark verbesserungswürdig.

Maxxis Supermaxx Radial


max.
Punkte 
Punkte

Trockentest
Kaltlaufverhalten
10
7
Handling
30
25
Zielgenauigkeit
30
23
Stabilität
30
24
Grip
40
32
Verh. im Grenzbereich 
20
16
Aufstellmoment
beim Bremsen
10

8

Feedback30
15
Ergebnis Trockentest
200
150
Nässetest
Rundenzeit nass: 1.14,3 min
Handling
10
7
Zielgenauigkeit
10
7
Grip
30
20
Verh. im Grenzbereich 
20
15
Feedback
20
9
Bremsweg*: 42,9 m
10
8
Ergebnis Nässetest
100
66
Gesamtsumme
300
216
* aus 100 km/h

Fazit
Maxxis bietet mit dem Supermaxx einen bei Trockenheit und Nässe mäßig funktionierenden Reifen an. Trotz seines zweiten Rangs in diesem Testfeld sollte er nur dann aufgezogen werden, wenn es gar keine andere Alternative mehr gibt. Im Regen bietet er zumindest einen breiten Grenzbereich und ausreichend Haftung. Die Rückmeldung allerdings ist stark verbesserungswürdig.

Platzierung: 2. Platz

Foto: mps-Fotostudio
Mitas Sport Force: Die Slowenen haben mit dem Sport Force einen wirklich harmonischen, modernen Reifen gebaut, der sich im Trockenen richtig schön fährt. Er lenkt leichtfüßig ein, ist stabil und zielgenau – so wie man sich einen Reifen wünscht. Bei Nässe gelangt er recht schnell ans Haftungslimit, und der Grenzbereich könnte etwas breiter sein. Seine Fähigkeiten liegen auf dem Niveau aktueller Tourensportreifen.
Mitas Sport Force: Die Slowenen haben mit dem Sport Force einen wirklich harmonischen, modernen Reifen gebaut, der sich im Trockenen richtig schön fährt. Er lenkt leichtfüßig ein, ist stabil und zielgenau – so wie man sich einen Reifen wünscht. Bei Nässe gelangt er recht schnell ans Haftungslimit, und der Grenzbereich könnte etwas breiter sein. Seine Fähigkeiten liegen auf dem Niveau aktueller Tourensportreifen.

Mitas Sport Force


max.
Punkte 
Punkte

Trockentest
Kaltlaufverhalten
10
8
Handling
30
27
Zielgenauigkeit
30
26
Stabilität
30
26
Grip
40
35
Verh. im Grenzbereich 
20
16
Aufstellmoment
beim Bremsen
10

8

Feedback30
17
Ergebnis Trockentest
200
163
Nässetest
Rundenzeit nass: 1.14,3 min
Handling
10
9
Zielgenauigkeit
10
8
Grip
30
21
Verh. im Grenzbereich 
20
14
Feedback
20
12
Bremsweg*: 42,9 m
10
8
Ergebnis Nässetest
100
72
Gesamtsumme
300
235
* aus 100 km/h

Fazit
Die Slowenen haben mit dem Sport Force einen wirklich harmonischen, modernen Reifen gebaut, der sich im Trockenen richtig schön fährt. Er lenkt leichtfüßig ein, ist stabil und zielgenau – so wie man sich einen Reifen wünscht. Bei Nässe gelangt er recht schnell ans Haftungslimit, und der Grenzbereich könnte etwas breiter sein. Seine Fähigkeiten liegen auf dem Niveau aktueller Tourensportreifen.

Platzierung: 1. Platz

Foto: mps-Fotostudio
Nankang Roadiac WF-1: Nankangs Roadiac tritt als Einziger der Billig-Reifen mit einer Bi-Compound-Lauffläche an. Allerdings kann er sich mit dieser Technologie keinen Vorteil herausfahren, da er im Trockenen wie Nassen zäh einlenkt und mit viel Gegenlenkkraft auf Kurs gehalten werden muss. Der Grip beim Beschleunigen und in Schräglage geht in Ordnung, das Feedback ist jedoch nicht gut genug.
Nankang Roadiac WF-1: Nankangs Roadiac tritt als Einziger der Billig-Reifen mit einer Bi-Compound-Lauffläche an. Allerdings kann er sich mit dieser Technologie keinen Vorteil herausfahren, da er im Trockenen wie Nassen zäh einlenkt und mit viel Gegenlenkkraft auf Kurs gehalten werden muss. Der Grip beim Beschleunigen und in Schräglage geht in Ordnung, das Feedback ist jedoch nicht gut genug.

Nankang Roadiac WF-1


max.
Punkte 
Punkte

Trockentest
Kaltlaufverhalten
10
7
Handling
30
23
Zielgenauigkeit
30
22
Stabilität
30
23
Grip
40
34
Verh. im Grenzbereich 
20
14
Aufstellmoment
beim Bremsen
10

7

Feedback30
13
Ergebnis Trockentest
200
143
Nässetest
Rundenzeit nass: 1.14,3 min
Handling
10
6
Zielgenauigkeit
10
6
Grip
30
16
Verh. im Grenzbereich 
20
12
Feedback
20
8
Bremsweg*: 42,9 m
10
8
Ergebnis Nässetest
100
56
Gesamtsumme
300
199
* aus 100 km/h

Fazit
Nankangs Roadiac tritt als Einziger der Billig-Reifen mit einer Bi-Compound-Lauffläche an. Allerdings kann er sich mit dieser Technologie keinen Vorteil herausfahren, da er im Trockenen wie Nassen zäh einlenkt und mit viel Gegenlenkkraft auf Kurs gehalten werden muss. Der Grip beim Beschleunigen und in Schräglage geht in Ordnung, das Feedback ist jedoch nicht gut genug.

Platzierung: 3. Platz

"So testet PS" und Fazit

Wir haben die Budget-Reifen von Michelin und Bridgestone auf einer BMW S 1000 RR in den Größen 120/70 ZR 17 und 190/55 ZR 17 mit dem vom Hersteller empfohlenen Luftdruck gefahren (v. 2,5/h. 2,9 bar, kalt gemessen). Die Billig-Reifen mussten auf einer Honda CB 1000 R in den Größen 120/70 ZR 17 und 180/55 ZR 17 ebenfalls mit vom Hersteller empfohlenen Luftdruck (v. 2,5/h. 2,9 bar, kalt gemessen) ran. Teststrecken waren die dauerbewässerte Nassstrecke von Bridgestone in Nettuno (I) sowie der dortige Trockenhandling-Kurs. Außerdem wurden die Gummis auf der Autobahn und der Landstraße rangenommen. Gefahren wurde in sportlich-ambitioniertem Tempo. Beurteilt wurde Folgendes:

Kaltlauf
Wie lange benötigt ein Reifen, bis er auf Betriebstemperatur ist, wie fühlt er sich dabei an?

Handling
Welche Lenkkraft wird benötigt, um das Bike in Schräglage zu bringen oder es in langsamen/schnellen Kurven auf Linie zu halten?

Zielgenauigkeit*
Sie wird in unterschiedlich schnellen Passagen mit verschiedenen Kurvenradien ermittelt und gibt darüber Auskunft, wie das Motorrad dem gewünschten Kurs folgt, der über die Lenkkräfte vorgegeben wird, oder ob deutliche Linienkorrekturen erforderlich sind.

Stabilität
Wie stabil fährt das Motorrad in (Wechsel-)Kurven, über Bodenwellen und beim Beschleunigen in Schräglage? Liegt das Motorrad bei hoher Geschwindigkeit satt oder neigt es zum Pendeln? Die Stabilität wird in unterschiedlichen Geschwindigkeitsbereichen in großer Schräglage beim Beschleunigen und bei hoher Geschwindigkeit getestet, also in Situationen, in denen sich Reifen aufschaukeln können.

Grip*
Ist die Summe der Gesamthaftung eines Reifens. Beinhaltet die Seitenhaftung, also die Seitenführung in maximaler Schräglage auf nassem und trockenem Untergrund und die Haftung beim Geradeaus-Beschleunigen.

Verhalten im Grenzbereich*
Beherrschbarkeit des Reifens im Grenzbereich der Haftung. Der Test wird im Nassen und Trockenen durchgeführt.

Aufstellmoment
Beim Bremsen in Schräglage richtet sich ein Motorrad je nach Verzögerung und Reifenkontur unterschiedlich auf. Diese Reaktionen muss der Fahrer mit einer Gegenkraft (Drücken) am kurveninneren Lenkerende korrigieren.

Feedback
Welche Rückmeldung liefert ein Reifen an den Piloten? Je klarer diese ist, desto einfacher und risikoloser kann im Grenzbereich gefahren werden.

*Die mit Stern gekennzeichneten Kapitel sind auf Motorräder übertragbar,
die eine ähnliche Geometrie wie die BMW S 1000 RR  besitzen

Fazit

Wer beim Reifenkauf spart, spart falsch. Selbst wer die Performance moderner Sportreifen nicht abruft und zu den älteren, günstigeren Produkten tendiert, sollte überlegen, ob sich das lohnt. Es könnte ja auch sein, dass der modernere Reifen länger hält. Vorsprung durch Technik eben.

Bezugsquellen
Die Reifen von Bridgestone und Michelin wurden bei den Importeuren bestellt und bei einem Reifenhändler unseres Vertrauens umgetauscht.
Die Billig-Reifen besorgten die Kollegen von MOTORRAD im Frühjahr allesamt bei dem Online-Portal www.motorradreifendirekt.de. Sie wurden getestet, wie sie geliefert wurden, ein Umtausch bei freien Händlern war nicht möglich.

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