Neue Michelin-Supersportreifen (Archivversion) Haft-Befehl

Nach unzähligen Siegen und Weltmeistertiteln im Motorrad-Rennsport will Michelin jetzt auch mit einem straßenzugelassenen Supersportpneu ganz vorn mitmischen.

Wenn Mick Doohan im atemberaubenden Slide schwarze Striche auf den Asphalt pinselt, hängt der Ausgang solcher Kapriolen oft am seidenen Faden. Oder besser gesagt am schwarzen, klebrigen Kautschuk seines weltmeisterlichen Michelin-Pneus. Bei der Besohlung von straßentauglichen Seriensport-Maschinen waren die Franzosen dagegen in jüngster Zeit gegenüber der Konkurrenz etwas ins Hintertreffen geraten. Die Hi-Sport-Baureihe bot zwar durchaus guten Grip, hatte aber Stabilitätsprobleme in Kurven. Damit ist jetzt Schluß. Radikal an die erfolgreichen Konstruktionen aus dem Rennsport angelehnt, will das neue TX 15/25-Pärchen mit der eindeutigen Namensgebung »Hi-Sport Race 3« den sportlichen Corsa-, Racing- oder GP-Mischungen der Mitbewerber ans Leder. »Ein Supersportreifen für den Rennstreckeneinsatz von Profis und Amateuren, der zwar auch auf der Straße zugelassen ist, dort aber klare Nachteile in Sachen Verschleiß und Naßhaftung mit sich bringt«, erläutert Michelin-Techniker Reinhard Sucher das Konzept des Race 3. In den Startlöchern zur ersten Feuerprobe auf der Rennpiste: eine Ducati 916, die GSX-R 600, Kawasakis ZX-7R, Honda CBR 600 und Yamaha YZF 600. Für die größte Überraschung sorgt die Race-gummierte ZX-7R. Als ziemlich schwerfällig verschrien, verwandelt sich die 750er mit den Michelin-Reifen in bereits freigegebener 180er anstatt 190er Breite auf dem Hinterrad zur agilen, leichtfüßigen Ballerina, die selbst verzwickte Schikanen lässig durcheilt. Handlichkeit und Lenkpräzision sind die herausragenden positiven Eigenschaften, das deutliche Aufstellmoment beim Bremsen und bei schwereren Maschinen ein leichtes Flattern in Kurven die negativen Seiten der TX-Pneus.Der Grip? Gigantisch. Die Michelins verlieren selbst dann nicht den Halt , wenn Auspuff, Rasten und Motorgehäuse der Supersport-Bikes blankgeraspelt sind. Es klebt dermaßen, daß sich nur im zackigen Renntempo die ersten dezenten Haftungsverluste ankündigen. Ohne jegliches Geschaukel, stabil und direkt wie Slicks, pressen sich die neuen Michelins auf den Asphalt, lassen sich auf sehr engen Bögen um die Kurven zirkeln. Dabei legen die Pneus eine erstaunliche Ausdauer an den sonnigen Tag. Auch nach zig Runden hat der klebrige Gummi keine Probleme mit Grip und Abrieb. Nur bei ganz zerfledderten Walzen läßt die Haftung sanft und kontrollierbar nach. Die Homolgationen für die aktuellen Sportmaschinen, von der Aprilia 250 bis zur YZF 1000, laufen derzeit an und sollen bis Jahresmitte abgeschlossen sein. Informationen über Freigaben sind beim Reifenfachhändler oder bei Michelin Deutschland zu beziehen. Kontakt: Michelin Deutschland, Bannwaldalle 60, 76185 Karlsruhe, Telefon 0721/8600-0.

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