PS 2/2016: Premiere Metzeler Racetec RR Slick

Premiere Metzeler Racetec RR Slick Wilde Slick-Pelle

Der neueste Slick von ­Metzeler ist ein ganz heißer Kandidat für Supersport-Freaks und soll mit langer Haltbarkeit glänzen.

Foto: Weisse
PS 2/2016: Premiere Metzeler Racetec RR Slick
PS 2/2016: Premiere Metzeler Racetec RR Slick

Mit dem Racetec RR Slick weitet Metzeler sein Angebot in der RR-Familie speziell für engagierte Hobby-Racer aus. Gegenüber dem Racetec RR ist der Neue, wie der Name schon sagt, ein profilloser Rennstreckenreifen, der von der Performance etwas unter dem Diablo Superbike des Mutterkonzerns Pirelli angesiedelt ist. Dafür soll der Racetec Slick pro Satz auch knapp 50 Euro günstiger angeboten werden (vorn: 138 Euro, hinten je nach Größe 179 bzw. 198 Euro). „Dazu kommt“, so Metzeler-Rennsport-Manager Björn Lohmann, „dass der Slick auf höhere Haltbarkeit ausgelegt ist und damit dem Hobby-Piloten über einen langen Renntrainingstag oder auch Rennen hinweg keine Probleme bereiten dürfte.“. Haltbarkeit war eines der obersten Ziele bei der Entwicklung dieses Slicks.

PS testete den neuen Metzeler Racetec RR Slick einen Tag lang auf der Rennstrecke in Almeria. Dabei zogen wir vorne die Mischung K1 auf und starteten bei noch etwas kühlen Temperaturen hinten in der Größe 200/60 mit der härteren K2-Version. Das Grip-Niveau gefiel uns auf Anhieb. Die Eigenschaften besonders des Vorderreifens überzeugten uns ebenfalls, denn auf der selektiven Strecke mit dem engen und unübersichtlichen Infield ließ der Reifen geradezu alles mit sich machen, lenkte ohne jeglichen Widerstand ein und verzieh über die blinden Kuppen auch Nachbremser in tiefer Schräglage ohne jegliches Aufstellmoment. Die Eigendämpfung des Reifens ist vorn durch die Verwendung von Aramid im Null-Grad-Stahlgürtel der Karkasse auf sehr hohem Niveau, ohne es auf der Bremse an der nötigen Steifigkeit fehlen zu lassen. Zielgenauigkeit und Spurtreue, aber auch ein gutmütiger Grenzbereich machen diesen Reifen sicher zu einem ganz heißen Kandidaten für Supersport-Freaks.

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Foto: Metzeler
Metzeler Racetec RR Slick.
Metzeler Racetec RR Slick.

K1-Mischung lieferte mehr Grip als K2

Allerdings wies der K2 hinten nach drei Turns kein astreines Laufbild mehr auf, worauf die Metzeler-Techniker reagierten und die Ergebnisse nach Mailand zur Konzernmutter übermittelten. Der Grund für diese Auffälligkeit steckt wohl in der angedachten Fertigung per „NBM“-Verfahren (New Building Machine), bei dem statt der komplett in einem breiten Streifen aufgetragenen Mischung mehrere kleinere Stränge Gummi um den Reifen gelegt werden. Die raspelscharfe sandige Piste mit den vielen schnellen Kurvenausgängen hat dieses Phänomen vermutlich noch verstärkt.

Perfekt zeigte sich dagegen dann der Slick-Hinterreifen in der weicheren K1-Mischung, die grundsätzlich ohne NBM auskommt. Zwei Einzelturns und einen 40-minütigen Doppelturn steckte der Racetec Slick auch bei sinkenden Temperaturen am Abend weg wie nichts, lieferte noch einmal ein deutlich höheres Grip-Niveau ab als der K2 und erlaubte es uns, die Traktionskontrolle der Testmaschine BMW S 1000 RR im Slick-Modus auf Stufe zwei herunterzuregeln. So hob die 1000er gern das Vorderrad am Kurvenausgang ohne auch nur einen heftigen Rutscher. Die gute Nachricht für Hobby-Racer: Während des gesamten Tests beließen wir die Fahrwerkseinstellungen im Serienzustand, denn Metzeler propagiert den Slick als problemlosen und gutmütigen Angreifer für schnelle bis sehr schnelle Piloten, die ohne große Setup-Experimente auf gute Rundenzeiten kommen wollen. Das halten wir nach dem kompakten Testtag schon einmal für gelungen. Damit ist der Metzeler Racetec RR Slick eine hervorragende Ergänzung im Reigen der echten Rennstreckenreifen.

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Metzeler Racetec RR CompK Slick

Für Rennstreckenneulinge und Hobby-Racer ohne große Rennambitionen gibt es außerdem noch den Racetec RR CompK Slick, den wir in Almeria leider nicht zur Verfügung hatten. Einen Vergleich der RR-Slicks mit der direkten Konkurrenz nehmen wir uns für eine der nächsten Ausgaben fest vor. Der Reifen seit Mitte Januar in den Größen 120/70 (vorn) und 180/60 oder 200/60 (hinten) ausgeliefert.

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