Reifentechnik: Spezielle Konstruktionen

Um die Geradeauslaufstabilität zu erhöhen, entstand der so genannte Null-Grad-Gürtelreifen. Für die Hinterreifen schon lange im Einsatz, wird diese Technik jetzt auch verstärkt am Vorderreifen verwendet. Beim Foto oben ist jedoch zu erkennen, dass der Fadenwinkel der Karkasse (1) nicht 90 Grad, sondern zirka 75 Grad beträgt. Genau genommen ist somit die Bezeichnung »radial« nicht mehr zutreffend. Man könnte hier fast von einem Diagonalreifen sprechen. Der technische Hintergrund: Nur mit den so gekreuzten Karkassfäden lässt sich in Verbindung mit dem in Laufrichtung gewickelten Null-Grad-Gürtel (3) aus hochfester Textilfaser eine gute Kurvenstabilität und Lenkpräzision erreichen. Das Ziel dieses Reifens lag jedoch vorrangig in der Bekämpfung von Kickback, dem gefährlichen Lenkerschlagen. Zur guten Dämpfung, die dazu notwendig ist, trägt auch die zwischen den beiden Karkasslagen eingebettete Gummischicht (2) bei, die neben der dämpfenden Wirkung erlaubt, dass sich die gekreuzten Karkassfäden zueinander leicht verschieben können und nicht wie beim konventionellen Aufbau einen extrem steifen Verbund bilden.

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