Reifentest: Sportreifen im Nässetest (Archivversion) Gummi-Lösung–––––

Im Nässetest: die aktuellen 180er Sport-Pneus

Innerhalb weniger Jahre boxten sich die japanischen Reifenhersteller an die Spitze im Motorrad-Markt. Letzter Beweis für die fernöstliche Qualität: der MOTORRAD-Reifentet 1998 (Heft 11 und 12/1998, gefahren auf der Yamaha YZF 1000 R), während die Europäer speziell beim Thema Nässe zum Teil dramatisch hinterherhinkten. Jetzt stehen von Metzeler/Pirelli und Michelin topaktuelle Pneus bereit. Die Referenz hat den Vortritt: Der Bridgestone BT 56, aufgezogen auf die Suzuki GSX-R 600, gibt wie gewohnt eine perfekte Vorstellung. Auf der bewässerten Teststrecke überzeugte er mit gewaltigen Haftunsgreserven, gutmütigem Grenzbereich und traumwandlerischem Handling. Einfach Spitze. Dunlops D 207 in der aktuellen 1999er Version steht dem BT 56 nur wenig nach. Etwas ruppiger, zuweilen mit überraschende langen Hinterrad-Slides, am Ende aber kaum langsamer als der Battlax umrundet der Sportmax den Testkurs. Immer noch ein super Reifen. Metzelers ME Z3 mit neuer, seit der ersten Produktionswoche 1999 verwendeter Silika-Mischung überrascht mit einem locker-leicht zu kontrollierenden Grenzbereich. Zig Meter lange Rutscher lassen sich wieder problemlos einfangen. Locker geschwungene Slides in Wechselkurven, einfach übers Gas kontrolliert, machen den Metzeler zur Zauberformel für spektakuläre Regentänze. Daß der ME Z3 dabei nicht ganz auf die Rundenzeiten der Japan-Pneus kommt, ist fast zweitrangig. Das erledigt dann der Michelin Pilot Sport. Bestzeit. Und ein Vorderrad, das sich im klatschnassen Asphalt regelrecht festkrallt, während das Hinterrad nicht ganz so lässig zu kontrollieren ist wie mit Metzelers ME Z3. Etwas schneller, handlicher und direkter, macht der französische Newcomer den japanischen Gummis Beine. Mit fast identischen Rundenzeiten wie der Metzeler schleudert der Pirelli Dragon Evo durchs Gewässer. Und auch die Gutmütigkeit ist verblüffend ähnlich. Oder sind es doch dieselben Pneus wie vom Tochterunternehmen Metzeler, nur mit anderem Profil und Namen? Egal, eines ist sicher, die Europäer haben, unter anderem gedrängt durch massive Kritik der Fachpresse, endlich den Anschluß an die fernöstlichen Giganten wiedergefunden. Und das war auch höchste Zeit. Ein kleiner Abstecher ins Extreme: Mit reinrassigen Regen-Rennreifen von Michelin bestückt, raste die GSX-R 600 gleichmal zehn Sekunden schneller um die Teststrecke als mit den besten Straßenpneus. Knie am Boden, mächtig lange Powerslides, brutale Anbremsmanöver auf dem Vorderrad, kein Problem mit den feinprofilierten Supergripper. Eine Aussicht auf das, was auch für den Straßenbetrieb in Zukunft noch kommen kann.

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