Reifentest: Supersportreifen für Straße und Rennstrecke (Archivversion) Eigentlich, eigentlich geht noch mehr. Schräger, schneller, gewagter. Doch man hat auch die Hosen voll, in seiner Haus- und Hofkurve abzuschmieren. Denn mit Gegenverkehr und fiesen Leitplanken wird jeder Ausrutscher zum Desaster. Die Konsequenz: ab auf die Rennpiste. Wovon viele reden und zig Tausende komplett <br /><br /> begeistert sind. Billig ist der Spaß nicht &#150; aber wert allemal. Vorausgesetzt, man hat sich für die richtigen Pellen entschieden, da nichts wichtiger ist beim Rennstreckenabenteuer als der richtige Reifen. <br /><br /> Wer glaubt, der Ausflug auf den Rundkurs sei die beste Gelegenheit, dem abgelutschten Tourenpneu vollends den Rest zu geben, wird sich wundern. Die Rennpiste hat ihre eigenen Gesetze. Zehn Kilometer dort entsprechen hundert kurvigen Landstraßen-Kilometern in hoch dosierter Form. Ein lustvolles Konzentrat an Schräglage, Handling, Haftgrenze und damit <br /><br /> an thermischer und mechanischer Beanspruchung des Gummis. Wofür ein zäher Tourenreifen nicht gemacht ist, der weiche Sportgummi schon eher. <br /><br /> MOTORRAD hat aus der aktuellen Reifenpalette diejenigen ausgewählt, die nicht nur schnell, sondern auch straßentauglich sind. Schließlich möchte der Gelegenheits-Racer völlig entspannt bei der grünen Rennleitung zur technischen Kontrolle vorreiten können, ohne anschließend den Fußmarsch anzutreten.<br /><br /> Die Reifenwahl wurde in Absprache <br /><br /> mit dem jeweiligen Hersteller getroffen. Deshalb fehlen beispielsweise die neuen Racetec-Reifen von Metzeler, die anders als das Vorgängermodell (Rennsport) vorerst keine Straßenzulassung erhalten sollen. Auch Bridgestone verzichtet bei den renntauglichen BT 002 auf eine Homologation und empfiehlt für den Hobby-Rennstreckeneinsatz weiterhin den BT 012 in SS-Mischung. Gleiches gilt bei Dunlop, denen der D 208 Race Replica (RR) geeigneter erscheint als der D 208 GP. <br /><br /> Michelin dagegen traut seinem brandneuen Power Race in Medium-Mischung den Spagat zu und wird versuchen, ihn <br /><br /> auf möglichst vielen Supersportlern für den Straßenbetrieb fr

...doch das flotte Rennstrecken-Kringeln birgt auch seine Gefahren. Auf dem Diagramm wird deutlich, dass über den Tag mit steigendem
Trainingseffekt die Risikobereitschaft zunimmt, man fährt mehr Schräglage und geht früher ans Gas. Weil selbst bei gut trainierten Motorradfahrern die Konzentration im Tagesverlauf sinkt, steigt die Sturzgefahr gegen Nachmittag an.
Hinzu kommt, dass Straßensportreifen mit
zunehmender Laufleistung/Temperatur in der
Haftung abbauen. Ebenso haben es die letzten Turns in sich, weil man zum krönenden Abschluss noch mal richtig an der Schnur ziehen möchte. Dann aber Vorsicht: Ein rutschendes Hinterrad kündigt sich zwar auch bei überhitztem Gummi mit leichtem Schräglauf an, dabei verdreht sich der Lenker spürbar gegen die Kurvenrichtung. Doch wer im Eifer des Gefechts dieses Signal nicht wahrnimmt, ist einem Schlüsselbeinbruch näher, als er denkt.

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