Reifentest Teil 1: Tourenreifen (Archivversion) Technik transparent

Reifen richtig lesen

Unglaublich, was die schwarzen Gummiringe alles an Ziffern und Buchstaben mit sich spazieren fahren. Klar, die Reifengröße braucht’s schon allein für TÜV und Polizeikontrolle. Allem voran die Baubreite in Millimetern (120) und hinter dem Querstrich die in Prozent zur Baubreite angegebene Bauhöhe (70 Prozent von 120 Millimeter). Der Buchstabenkürzel »ZR« steht zum einen für die zulässige Höchstgeschwindigkeit, nämlich Z für mehr als 240 km/h, zum anderen für die Bauweise der Karkasse, R für radial (siehe Zeichnung). Die 17 benennt die Felgengröße in Zoll. Zusätzlich zu den Abmessungen ist in Klammern die Tragfähigkeits-Kennzahl des Reifens bei der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vermerkt.Bei Maschinen mit einer Reifenmarken/Reifentyp-Bindung ist auch dies Vorschrift. Aber Vorsicht, hier gibt’s kleine Unterschiede, die meist als zusätzlicher Buchstaben (Im Foto als N zu erkennen) hinter der Typenbezeichung eingeprägt sind. Ist dieser Zusatz im Kfz-Schein aufgeführt, muß auch der montierte Reifen damit gekennzeichnet sein. Anders herum dürfen Reifen mit Zusatzkennung nicht montiert werden, wenn diese nicht im Kfz-Schein oder der Unbedenklichkeitsbescheinigung eingetragen ist. Diese Kennung bedeutet, daß dieser Reifen modifiziert wurde und andere Fahreigenschaften, zum Beispiel in puncto Fahrstabilität oder Eigendämpfung als der Standardreifen aufweisen kann. So, jetzt wissen Sie zumindest über die notwendigsten Zahlencodes Bescheid. Alle anderen Ziffern und Zahlen sind gesetzlich vorgeschriebene Erkennungsmöglichkeit für Kraftfahrzeug-Techniker, Handel und Industrie. Ein wichtiger Punkt sind dabei die Angaben des Reifenaufbaus, bei dem der Hersteller sämtliche Karkass- und Gürtellagen und deren Material verbindlich offenlegen muß. (siehe Foto und technische Daten).Hinter der DOT-Nummer verbirgt sich in einem kleinen oval Feld das Produktionsdatum des Reifens. Dabei stehen die ersten beiden Zahlen (XX7) für die Produktionswoche, die letzte Ziffer (XX7) für die Jahreszahl. Um eine Verwechslung im Jahrzehnt (XX7 könnte auch 1987 bedeuten) zu vermeiden, erhält seit Anfang der neunziger Jahre jedes Jahrzehnt ein kleines Symbol, in unserem Fall ein kleines Dreieck für 1990. Alle anderen Zahlenreihen, die auf der Seitenwand aufgedruckt oder eingeprägt sind, bleiben den Reifentechnikern der Industrie vorbehalten, die daran beispielsweise die Fabrikationsanlagen oder andere Details herauslesen können.Ein häufige Frage der MOTORRAD-Leser: Wie alt darf ein Reifen sein, ohne an Qualität einzubüßen? Drei Jahre macht jeder Reifen bei korrekter Lagerung (dunkel, keinerlei Sonneneinstrahlung, kühl und ohne starke Verformung) problemlos mit. Ältere Reifen können durch Ausgasen chemische Inhaltsstoffe verlieren, die die Haftung und Elastizität des Gummis beeinflussen. Und noch ein Frage besorgter Leser: Wie kann man die oft ziemlich glitschige obere Schutzschicht neuer Reifen wirksam entfernen, bevor man die ersten Meter damit fährt und eventuell auf die Nase fällt? Die Antwort darauf gibt’s in vierzehn Tagen im MOTORRAD-Reifentest Teil 2.

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