Pause im Palmenschatten an der Amalfitana. Die hohe Verkehrsdichte kann auf Dauer ermüden.

Reifentest Teil 1: Tourenreifen Testtagebuch

Foto: Jahn
Pause im Palmenschatten an der Amalfitana. Die hohe Verkehrsdichte kann auf Dauer ermüden.
Pause im Palmenschatten an der Amalfitana. Die hohe Verkehrsdichte kann auf Dauer ermüden.

Donnerstag, 15. April, Palermo

Die Ergebnisse für die Sport- und Rennreifen sind sicher eingetütet und nachzulesen in den kommenden MOTORRAD-Ausgaben. Die Nachtfähre soll uns nach Civitavecchia bringen. Auf dem kürzesten Etappenabschnitt zur Fähre passiert es. In einer schnellen Rechtskurve steht ein Ape. Das Vespa-Dreirad will links abbiegen. Sieben Hände greifen nahezu synchron in die Bremse. Ein Hoch auf das ABS. Und die guten Verzögerungswerte der Gummis auf trockener Straße. Bei Nässe hätte es anders ausgehen können. Hier klaffen bei der Vollbremsung aus 100 km/h zwischen wasserscheuem Avon und Regengott Michelin fast sieben Meter Differenz.

Freitag, 16. April, Civitavecchia

Der Tripmaster steht auf 3100 Kilometern. Bis Samstagnachmittag sollen es 4500 werden. Schnöde Autobahnetappen gehen in schöne Landstraßenabschnitte über. Ein echter Tipp: die SS 64 zwischen Florenz und Bologna. Über Padua und Vicenza geht es nach Schio, hinein in die Berge. Etlichen Reifen ist jetzt die hohe Laufleistung von fast 4000 Kilometern deutlich anzumerken. Die Zielgenauigkeit sinkt, die Kippeligkeit nimmt zu. Gerade Dunlop Roadsmart und Metzeler Z6 Interact haben stark abgebaut und verlangen nach kräftigen Lenkbefehlen. Deutlich neutraler lassen sich Angel ST, BT 023 und Road Attack 2 durch das Grenzgebiet zwischen Venetien und Trentino steuern, das immer noch von zahlreichen Relikten aus dem Ersten Weltkrieg durchzogen wird.

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Was ist denn das?
Was ist denn das?

Samstag, 17. April, Brenner

Als 50 Kilometer vor Brixen die 4000er-Marke fällt, hebt nur einer aus der Crew müde die Hand. Wie auf der Hinfahrt glänzen die Alpen im Postkartenpanorama, die Sella wird von kleinen Schäfchenwolken gekrönt. Dann der letzte Tankstopp vor Stuttgart: 4300 Kilometer sind geschafft, als im Metzeler-Profil ein kleiner Nagel entdeckt wird. Der Gedanke an einen baldigen Feierabend wird verdrängt. Nagel raus, Reifenpilot rein, Luft drauf. Kurzer Check nach 50 Kilometern: Der Fülldruck bleibt stabil. Glück gehabt. Eine Stunde später knistern die Vierzylinder in der MOTORRAD-Tiefgarage leise aus. Insgesamt hat die Testcrew in diesen zehn Tagen auf sieben Motorrädern zusammen 31535 Kilometer abgespult. Ganz normaler Wahnsinn? Nein, ein ganz normaler MOTORRAD-Reifentest...

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