So testet MOTORRAD

Die Auswahl der Testmaschine richtet sich nach der Marktbedeutung Die Redaktion versucht im Wechsel alle Motorrad-Kategorien zu berücksichtigen. MOTORRAD testet auf Landstraßen, unreglementierten Autobahnen, Nasstest-Strecke und einem permanente Rennkurs. Dabei muss ein und dasselbe Reifenpärchen sämtliche Testkriterien durchlaufen. Das heißt: Ein Testreifen muss nach Vollgas-Autobahnfahrt und Rennstreckenprüfung zudem noch in den Nässetest. Auch das Testmotorrad bleibt während der Versuchsfahrten immer dasselbe, um Einflüsse durch die Serienstreung auszuschließen.Bei gravierenden Auffälligkeiten wie ausgeprägtem Pendeln, extrem geringer oder auch extrem guter Haftung und ähnlichem wird ein zweiter Reifensatz zur Gegenprobe aufgezogen. Die Fahreigenschaften jedes Reifens werden umgehend nach den jeweiligen Testfahrten mit Punkten und Kommentar bewertet und beschrieben. Während der Testfahrer die Wertungsbögen ausfüllt, wechselt die Mechaniker-Crew die Räder, um einen möglichst kurzen Zeitabstand zwischen den Testdurchläufen zu garantierten.Bei allen Tests wird streng darauf geachtet, dass die äußeren Umstände, also Temperatur, Streckenzustand und Tankfüllmenge, so weit wie möglich gleich sind. Die beiden ersten Reifensätze, die am Morgen gefahren wurden, kommen am selben Tag nach Testende und meist höheren Asphalt- und Lufttemperaturen noch einmal in einem verkürzten Testumlauf zum Einsatz. Weichen die Rundenzeiten nicht mehr als eine Sekunde von den ersten Zeiten ab, bleiben die ursprünglichen Ergebnisse unangetastet. Als Referenz zu Beginn des Tests wird die Serienbereifung herangezogen. Mit dieser fährt sich der Testfahrer so lange auf der Teststrecke ein, bis er seinen Rhythmus gefunden hat und die Rundenzeiten nur noch um wenige Zehntelsekunden differieren. Das Tempo auf der Rennstrecke wird so gewählt, dass sich der Fahrer nur an drei oder vier Schlüsselstellen am absoluten Limit bewegt. Alle anderen Passagen werden mit einem gewissen Sicherheitspolster gefahren, damit Kondition und Konzentration auf den gesamten Testtag eingeteilt werden können. Ausnahme: die drei gezeiteten Runden. Zirka 120 Runden müssen pro Testtag bewältigt werden. Die erste so schnell und konzentriert wie die letzte. Folgende Kriterien werden zur Gesamtbeurteilung herangezogen.Handlichkeit:Benötigte Lenkkraft, um die Maschine in Schräglage zu bringen oder in Schräglage beziehungsweise auf der gewünschten Linie zu halten.Lenkpräzision: Wird in unterschiedlich schnellen Kurven überprüft und gibt Auskunft darüber, ob das Motorrad dem gewünschten Kurs, der über Lenkkräfte eingegeben wird, folgt oder ob die Linie korrigiert werden muß. Haftung in Kurven:Seitenführung und Beschleunigung in Schräglage auf nasser und trockener Fahrbahn bei schnellen Kurvenfahrten auf einer gesperrten und abgesicherten Teststrecke.Grenzbereichs-Verhalten: Das Grenzbereichs-Verhalten gibt Auskunft über die Beherrschbarkeit des Reifens im Grenzbereich der Haftung auf nasser und trockener Fahrbahn. Beginnt ein Reifen langsam und kontrollierbar zu rutschen wird er besser bewertet, als ein Reifen, der seine Haftung abrupt und ohne »Ankündigung« verliert. Kurvenstabilität:Fahrstabilität bei schneller Kurvenfahrt, in Wechselkurven und bei Bodenwellen.Kurvenstabilität mit Sozius:Fahrstabilität bei zügiger Kurvenfahrt mit einem 90 kg schweren Beifahrer. Der Luftdruck wurde bei diesen Fahrversuchen auf den von BMW empfohlenen Wert angehoben.Aufstellneigung beim Bremsen:Ein mehr oder weniger starkes Lenkmoment beim Bremsen in Schräglage, das das Motorrad aufrichten will und durch eine Gegenkraft am Lenker ausgeglichen werden muss.Stabilität VmaxWird auf unreglementierten Autobahnen mit unterschiedlichen Fahrbahnbelägen überprüft und gibt Auskunft darüber, ob die Maschine im Bereich der Hochgeschwindigkeit zum Pendeln, Aufschaukeln, Lenkerschlagen oder sonstigen Fahrwerksunruhen neigt.Fahrkomfort:Benennt die beim Überfahren von Querrillen oder bei holprigem Fahrbahnbelag notwendige Eigendämpfung der Reifen, die Fahrstabilität und Abrollkomfort beeinflusst. Lenkerflattern (Shimmy) Mehr oder weniger starke Drehschwingung um die Lenkachse im Geschwindigkeitsbereich zwischen 60 und 90 km/h.Beste Rundenzeit: Kürzeste Fahrzeit auf dem jeweiligen Testkurs, auf dem drei von acht Runden mit möglichst hoher Geschwindigkeit gefahren werden.Bremsweg in Metern: Wurde bei der R 1150 GS in jeweils drei Versuchen mit aktiviertem ABS ermittelt. Bei den Bremsversuchen auf nasser Fahrbahn stellte MOTORRAD Unterschiede im Bremsweg aus 100 km/h von bis zu 12,6 Metern fest. Deshalb wurden die Messungen auf nasser Strecke auch in der Wertungstabelle benotet. Sie bestätigen zudem die subjektive Wertung der Nasshaftung.Verschleiß: Die Verschleißmessungen beziehen sich auf den Abrieb am Hinterrad. Gemessen wurde in der am meisten beanspruchten Laufflächenmitte. Um ein Verschleißdiagramm zu erstellen, wird die Profiltiefe alle 500 Kilometer an zwei markierten Stellen vermessen und protokolliert. Preis:Entspricht den durchschnittlichen, von mehreren Reifen- und Motorradhändlern angegebenen Verkaufspreisen inklusive Mehrwertsteuer. Abweichungen nach oben oder unten sind je nach Reifenhändler möglich.

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