Sonderspezifikationen in der Reifentechnik (Archivversion) Kreuz und quer

Viele Motorradhersteller optimieren die Fahreigenschaften ihre Maschinen durch spezielle Reifenkonstruktionen. MOTORRAD schaute unter die Gummis.

Wenn das Puzzle aus Fahrwerksgeometrie, -abstimmung und Gewichtsverteilung nicht ganz zusammenpasst, ziehen die Motorradhersteller einen Joker aus dem Ärmel: die Reifen. Als Mulitfunktionstalent und erstes »Federelement« zwischen Straße und Motorrad lässt sich über die Pneus in vielen Fällen ein kritisches Fahrverhalten ausbügeln. Beispielsweise reduziert eine flexible Karkasse mit guter Eigendämpfung die Pendelneigung bei hohem Tempo. Auch dem gefährlichen Lenkerschlagen, neudeutsch Kickback, oder dem lästigen Shimmy (Lenkerflattern zwischen zirka 60 und 90 km/h) ist mit einer sensibel dämpfenden Vorderreifenkonstruktion beizukommen.Selbst die Optimierung von Handling, Lenkpräzision und Kurvenstabilität übertragen die Hersteller oftmals dem Ideenreichtum der Reifenproduzenten, die sich mit teuren Sonderkonstruktionen den Zuschlag für die Serienausrüstung erkaufen. Meist mit einem kleinen Buchstaben im Anhang an die Typenbezeichnung markiert, sorgen diese Spezifikationen zwar für eine leichte Verwirrung bei Handel und Kunden, eröffnen jedoch den Reifenherstellern die Möglichkeit, bei den in Deutschland erforderlichen Freigabe-Testfahrten allen Anforderungen der Fahrzeughersteller zu genügen. Selbst in abgefahrenem Zustand werden die Pneus auf ihre Fahrsicherheit überprüft und freigegeben - oder auch nicht.

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