Technik transparent (Archivversion) Metzeler-Vorderreifen mit Null-Grad-Stahlgürtel

Die 300-km/h-Schallmauer für Motorräder ist in Sicht. Eine Geschwindigkeit, die mit Diagonalreifen undenkbar wäre. Durch das dynamische Fliehkraftwachstum wird die Aufstandsfläche des Reifens schmaler, damit steigt die spezifische Belastung pro Quadratmillimeter, die Reifen erhitzen sich bei hohen Geschwindigkeiten wegen der erhöhten Walkarbeit zu stark. Deshalb war die Einführung von Radialreifen mit einem sogenannten Null-Grad-Gürtel ein entscheidender Entwicklungsschritt. Mitte der achtziger Jahre produzierte Michelin den ersten Radial-Hinterreifen mit Null-Grad-Gürtel aus Kunstfaser, während Metzeler 1997 mit dem ME Z3 und ME Z4 als erster und bislang einziger Hersteller diese Konstruktion am Vorderrad einführte. Zwei sich kreuzende Karkaßlagen liegen mit einem Fadenwinkel von 78 Grad zur Fahrtrichtung, darüber spannt sich ein endlos gewickelter Null-Grad-Gürtel aus Stahlseilen, die etwa halb so dick sind wie ein Gaszug. Der Gürtel läßt so gut wie kein dynamisches Wachstum des Reifens mehr zu. Damit wird eine weniger starke Erwärmung des Laufflächengummis erreicht. Nach eigenen Angaben kann Metzeler deshalb bei der neuen Reifengeneration Laufflächenmischungen einsetzen, die vor einigen Jahren noch reinen Rennsportreifen vorbehalten waren. Die Vorteile der Metzeler-Vorderradkonstruktion: Sehr guter Geradeauslauf und eine hohe Eigendämpfung reduzieren die Probleme von Lenkerflattern und Lenkerschlagen erheblich. Die Nachteile: Lenkpräzision, Handlichkeit und Bremsstabilität liegen etwas unter dem Niveau konventioneller Vorderradpneus.

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