Vergleich Reifen (Archivversion) Dichtung und Wahrheit

Je sportlicher der Reifen, umso kürzer der Bremsweg? Nicht unbedingt, wie dieser Vergleich belegt.

Superklebrige Rennsportreifen sind straßenzulassungsfähigen Pneus in puncto Grip überlegen. Stimmt. Was aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass der Bremsweg deshalb kürzer wird. Was MOTORRAD zunächst mit der Honda VFR-ABS testen wollte. Doch vier unterschiedliche Reifen lieferten vier mal das selbe Ergebnis. Egal, ob mit Michelin Pilot Road oder Dunlop Slick. Die mittlere Verzögerung lag bei 9,3 m/s², Ende der Fahnenstange. Weil das Antiblockiersystem der Honda das Limit setzt, nicht der Grip der Reifen. Neuer Versuch, diesmal mit der Kawasaki ZX-12 R, einem Motorrad, das auch ohne ABS bei einer Vollbremsung wegen seiner Gewichtsverteilung nicht so stark zum Anheben des Hinterrads neigt. Ideal für diesen Versuch, bei dem Tester Carsten Schwers pro Reifentyp kurz hintereinander sechs Vollbremsungen auf den Asphalt legt. Wiederum mit einem erstaunlichen Resultat: Zwar erreicht er mit dem auf 60 Grad vorgeheizten Slick von Dunlop den besten mittleren Verzögerungswert, doch dichtauf folgt der Tourensport-Reifen Michelin Pilot Road. Gleich beim ersten Versuch gelingt Carsten eine Bremsung mit 9,8 m/s², einen Wert, den er mit dem Metzeler Sportec M-1 oder einem straßenzulassungsfähigen Pirelli Supercorsa erst nach der zweiten Vollbremsung erreicht. Weiterer Pluspunkt des Pilot Road: seine Stabiliät. Hier setzt sich der Michelin sogar an die Spitze des Feldes. Mit keinem anderen Pneu dieses Quartetts fühlt sich Tester Schwers beim Bremsen am Limit so wohl.

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