Vergleichstest Supersportreifen Boden-Offensive

Der Kampf um den besten Superkleber 2009 steht an. Ein guter Jahrgang für Fans besonders haftfähiger Gummis. PS testete alle Neuerscheinungen mit Straßenzulassung in Superbike-Dimension (hinten in 190) und zeigt, wo ihre Stärken und Schwächen liegen

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Damit Sie beim nächsten Ausflug auf die Rennstrecke den richtigen Gummi dabeihaben, fühlten die Tester den neuesten straßenzugelassenen Superklebern auf dem Circuit d'Alcarràs auf die Flanken, denn nur auf einer Rennstrecke entfalten solche Reifen ihr volles Potenzial. Die Pellen sind sind ausschließlich für die supersportliche Gangart entwickelt, das Schärfste, das mit Straßenzulassung in den Asphalt beißt. Noch ist nicht jeder Reifen für alle Bikes freigegeben. Interessenten finden über die Internetseiten der Marken heraus, ob ihr Liebling für ihr Bike straßenzugelassen ist.

Die Kandidaten: Bridgestone BT 003 Racing Street, Metzeler Racetec Interact K3, Pirelli Diablo Supercorsa SP und Michelin Power One. Aufgrund eines Missverständnisses erhielt PS die Michelin-Pellen ausschließlich mit der Sonderkennungen A (Vorderrad) und B (Hinterrad). Die sind zwar zulassungsfähig, erhalten vom Hersteller jedoch keine Freigabe. Grund: Michelin kann nicht unter allen Bedingungen und/oder Fahrzuständen eine völlig problemlose Performance garantieren. Liebhaber des französischen Gummis benötigen für öffentliche Straßen eine Einzelabnahme; die A/B-Variante läuft daher außer Konkurrenz mit. Ebenfalls außerhalb der Wertung: der Bridgestone Racing Battlax, ein nagelneuer Slick. Er dient als Referenzreifen.

Erstmals wendet Metzeler seine Interact-Technologie auch bei Supersport-Reifen an. Bei dieser Technik wird der Stahlgürtel mit unterschiedlicher Spannung auf die Karkasse gewickelt. An den Schultern fällt die Spannung höher aus, zur Reifenmitte hin geringer. Steife Flanken sollen Stabilität in Schräglage bringen, die große Aufstandsfläche in der Mitte mehr Grip beim Geradeausfahren.

PS fuhr die Tests auf einer 2009er-Honda Fireblade. Als eines der wenigen aktuellen Superbikes rollt sie hinten noch auf Reifen in 190/50 ZR 17; die meisten ihrer Kontrahentinnen bevorzugen mittlerweile den höheren Querschnitt 190/55 ZR 17. Sofern verfügbar, testete PS beide Größen. Vorn kamen Reifen in 120/70 ZR 17 zum Einsatz. Interessant war, wie das Antiblockiersystem der Fireblade auf verschiedene Abrollumfänge der Reifen reagierte.

Als Co-Tester verpflichtete die Redaktion den dreifachen Deutschen Meister Arne Tode, der schon bei vergangenen Tests kräftig am Kabel zog. Tode macht, was nur Profis können: Er lotet verlässlich, kontrolliert und nachvollziehbar den Grenzbereich aus.

Gilt der Test auch für andere Motorräder als die Honda Fireblade? Gleiche Reifendimensionen vorausgesetzt, lassen sich die Erkenntnisse in Sachen Handling, Zielgenauigkeit, Grip und Grenzbereichsverhalten recht gut übertragen.

Die Reifenbreiten haben die Tester am auf das Rad aufgezogenen Reifen mit einem Messschieber gemessen; den Abrollumfang bei eingebautem Rad unter dem Gewicht von Motorrad und -Fahrer. Die maximalen Reifentemperaturen von Rennprofi und Tester unterschieden sich nicht, die Außentemperaturen betrugen zwischen 18 und 22 °C.
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Bridgestone BT 003 Racing Street 190/50

Bridgestone BT 003 Racing Street 190/50

Kontakt: Bridgestone Deutschland GmbH, www.bridgestone-mc.de
Dimension: 190/50 ZR 17
Gewicht v./h.: 4,3/6,6 kg
Breite v./h.: 120/191 mm
Abrollumf.: v./h.: 185/195 cm
Max. Temperatur:
Vorderrad, Flanke/Mitte: 65/45 °C
Hinterrad, Flanke/Mitte: 80/63 °C

Kaltlaufverhalten: 3 von 5 Punkten
Handling: 3 von 5 Punkten
Zielgenauigkeit: 4 von 5 Punkten
Grip: 3 von 5 Punkten
Verhalten im Grenzbereich: 3 von 5 Punkten
Stabilität: 3 von 5 Punkten
Aufstellmoment beim Bremsen: 4 von 5 Punkten
Feedback: 4 von 5 Punkten

27 Punkte
Kalt übermitteln die BT 003 wenig Gefühl für die Straße, Vertrauen stellt sich erst nach knapp 2 Runden ein. Warmgefahren liefert der Gummi viel Grip. Der Vorderreifen ist klasse, die Honda biegt zielgenau und handlich in Kurven. Ab mittleren Schräglagen benötigt der Pilot etwas mehr Kraft. Der hintere Pneu wirkt instabil. Beim zackigen Abwinkeln hat der Pilot häufig das Gefühl, dass die Hinterhand kurz vorm Ausbrechen steht. Beim harten Beschleunigen aus den Ecken scheint sich der Pneu stark zu verformen. Trost: gute Transparenz.
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Bridgestone BT 003 Racing Street 190/55

Bridgestone BT 003 Racing Street 190/55

Kontakt: Bridgestone Deutschland GmbH, www.bridgestone-mc.de
Dimension: 190/55 ZR 17
Gewicht v./h.: -/6,6 kg
Breite v./h.: -/191 mm
Abrollumfang v./h.: -/200 cm
Max. Temperatur:
Vorderrad, Flanke/Mitte: -/-
Hinterrad, Flanke/Mitte: 80/60 °C

Kaltlaufverhalten: 3 von 5 Punkten
Handling: 2 von 5 Punkten
Zielgenauigkeit: 3 von 5 Punkten
Grip: 4 von 5 Punkten
Verhalten im Grenzbereich: 4 von 5 Punkten
Stabilität: 5 von 5 Punkten
Aufstellmoment beim Bremsen: 4 von 5 Punkten
Feedback: 5 von 5 Punkten

30 Punkte
Mit dem größeren Querschnitt wächst der Radumfang um 5 Zentimeter. Dadurch gerät das Heck etwas höher, was theoretisch dem Handling zugutekommt. Beim Einlenken ist alles paletti, die Fireblade biegt willig in die Kurven. Ab mittleren Schräglagen möchte das Bike mit hohem Kraftaufwand auf Kurs gehalten werden, am Kurvenausgang untersteuert die Blade deutlich (Running-wide). Anders als mit 50er-Querschnitt wirkt dieser BT 003 extrem stabil und verhält sich im Grenzbereich überaus manierlich. Das schafft Vertrauen.
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Metzeler Racetec Interact K3 190/50

Metzeler Racetec Interact K3 190/50

Kontakt: Pirelli Deutschland GmbH, 64747 Breuberg, www.metzelermoto.de
Dimension: 190/50 ZR 17
Gewicht v./h.: 4,2/6,0 kg
Breite v./h.: 117/190 mm
Abrollumf. v./h.: 185/194 cm
Max. Temperatur:
Vorderrad, Flanke/Mitte: 50/42 °C
Hinterrad, Flanke/Mitte: 61/50 °C

Kaltlaufverhalten: 5 von 5 Punkten
Handling: 3 von 5 Punkten
Zielgenauigkeit: 4 von 5 Punkten
Grip: 4 von 5 Punkten
Verhalten im Grenzbereich: 4 von 5 Punkten
Stabilität: 4 von 5 Punkten
Aufstellmoment beim Bremsen: 4 von 5 Punkten
Feedback: 3 von 5 Punkten

31 Punkte
Die Metzeler benötigen selbst auf der Rennstrecke einen recht hohen Luftdruck (v./h.: 2,4/2,2 bar). Damit fahren die Reifen stabiler als mit niedrigem Luftdruck (üblich für Rennstrecken: ca. 2,1/1,9 bar). Das Kaltlaufverhalten ist erste Sahne, Handlichkeit und Zielgenauigkeit liegen im Durchschnitt. Überragend ist die Kurvenstabilität des Interact. Selbst in großen Schräglagen liegt die Test-Blade wie das sprichwörtliche Brett. Der Grenzbereich beginnt spät, und das Bike lässt sich darin gut kontrollieren. Minimales Manko: Der Vorderreifen wirkt etwas teigig.
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Metzeler Racetec Interact K3 190/55

Metzeler Racetec Interact K3 190/55

Kontakt: Pirelli Deutschland GmbH, 64747 Breuberg, www.metzelermoto.de
Dimension: 190/55 ZR 17
Gewicht v./h.: -/6,3 kg
Breite v./h.: -/193 mm
Abrollumfang v./h.: -/203 mm
Max. Temperatur:
Vorderrad, Flanke/Mitte: -/-
Hinterrad, Flanke/Mitte: 76/64 °C

Kaltlaufverhalten: 5 von 5 Punkten
Handling: 4 von 5 Punkten
Zielgenauigkeit: 4 von 5 Punkten
Grip: 4 von 5 Punkten
Verhalten im Grenzbereich: 5 von 5 Punkten
Stabilität: 5 von 5 Punkten
Aufstellmoment beim Bremsen: 4 von 5 Punkten
Feedback: 4 von 5 Punkten

35 Punkte, Testsieger
Ein paar Gramm schwerer, etwas breiter und mit deutlich größerem Abrollumfang als sein 50er-Kollege (plus 9 Zentimeter) rollt der 55er an den Start. Mit dieser Pelle liegt das Bike noch stabiler, biegt willig in die Ecken und vermittelt viel Transparenz. Die Reifenpaarung fühlt sich beinahe wie reinrassige Rennpellen an - nur ohne deren Eigenarten beim Kaltgrip. Obwohl das Heck deutlich höher steht, wirkt sich das kaum negativ auf die Bremsstabilität aus. Diese Reifenkombination ist ein echter Geheimtipp und verdienter PS-Testsieger.
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Pirelli Diablo Supercorsa SP

Pirelli Diablo Supercorsa SP

Kontakt: Pirelli Deutschland GmbH, 64747 Breuberg, www.pirelli.de
Dimension: 190/55 ZR 17
Gewicht v./h.: 4,1/6,1 kg
Breite v./h.: 116/185 mm
Abrollumfang v./h.: 184/200 cm
Max. Temperatur:
Vorderrad, Flanke/Mitte: 64/46 °C
Hinterrad, Flanke/Mitte: 76/63 °C

Kaltlaufverhalten: 4 von 5 Punkten
Handling: 3 von 5 Punkten
Zielgenauigkeit: 4 von 5 Punkten
Grip: 3 von 5 Punkten
Verhalten im Grenzbereich: 4 von 5 Punkten
Stabilität: 5 von 5 Punkten
Aufstellmoment beim Bremsen: 4 von 5 Punkten
Feedback: 4 von 5 Punkten

31 Punkte

Pfeilschneller Reifen, leider nur für wenige Runden. Der Grip ist anfangs enorm, lässt aber relativ schnell nach und bleibt dann auf durchschnittlichem Niveau. Speziell der Hinterreifen verschleißt deutlich rascher als die Gummis der Konkurrenz. Das Kaltlaufverhalten pendelt sich zwischen den Bridgestone und den Metzeler ein. Der Vorderreifen ist extrem bremsstabil und liegt sehr satt, das Gefühl für die Front ist traumhaft. Der Grenzbereich ist relativ breit, aber nicht so toll zu kontrollieren wie beim Metzeler mit 55er-Querschnitt.
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Michelin Power One A/B

Michelin Power One A/B

Kontakt: Michelin Reifenwerke, 76185 Karlsruhe, www.michelin-motorrad.de
Dimension: 190/55 ZR 17
Gewicht v./h.: 4,3/6,6 kg
Breite v./h.: 119/194 mm
Abrollumfang v./h.: 185/202 cm
Max. Temperatur:
Vorderrad, Flanke/Mitte: 60/46 °C
Hinterrad, Flanke/Mitte: 89/72 °C

Keine Wertung, da ohne Straßenzulassung.

Der Michelin Power One in A/B-Mischung hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Auf der Haben-Seite steht das gute Handling: Wechselkurven durcheilt die Fireblade auf diesen Sohlen wieselflink. Auch Zielgenauigkeit und Kurvenstabilität gehören zum Feinsten. Der Grip am Hinterrad geht in Ordnung, allerdings liegt er leicht unterhalb des Testsiegers. Die vergleichsweise geringe Übertragung der Bremskraft vom Vorderreifen überraschte. Mit diesen Gummis muss der Pilot immer ein paar Meter früher bremsen als mit der Konkurrrenz.
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Bridgestone Racing Battlax

Bridgestone Racing Battlax

Kontakt: Bridgestone Deutschland GmbH, www.bridgestone-mc.de
Dimension v./h.: 120/600; 190/650
Gewicht v./h.: 4,1/6,3 kg
Breite v./h.: 116/190 mm
Abrollumfang v./h.: 186/202 cm
Max. Temperatur:
Vorderrad, Flanke/Mitte: 78/58 °C
Hinterrad, Flanke/Mitte: 94/71 °C

Keine Wertung, da ohne Straßenzulassung.

PS fuhr den Slick in der mittelharten Mischung YCX. In diesem Testfeld ist er eindeutig die Referenz; gut eine Sekunde feilt der Renngummi gegenüber den schnellsten Serienreifen ab. Dass die Pelle bei den Testkriterien gnadenlos punktet, verwundert nicht. Schließlich muss der Hersteller Alltagsbelange wie Kalt- und Nasshaftung sowie Laufflächen-Ablösung bei Höchstgeschwindigkeit (Chunking) nicht berücksichtigen. Die Bridgestones verwöhnen vorgewärmt (bei Slicks Pflicht) mit äußerst manierlichen Umgangsformen.

Fazit

Fazit: Der Metzeler Racetec Interact K3 mit 55er-Querschnitt hinten gewinnt. Er leistet sich bis aufs minimal schwammige Vorderrad keine Schwächen. Dann folgt mit den Pirellis, dem Metzeler im 50er-Querschnitt und dem Bridgestone BT 003 Racing Street in der Dimension 190/55 das Mittelfeld. Jeder kann Vorteile für sich verbuchen, muss allerdings auch mit geringen Schwächen leben. Etwas abgeschlagen: der Bridgestone mit 50er-Querschnitt. Bei forcierter Gangart auf Rundkursen wirkt er überfordert.
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Freigaben, Eintragungen & Co.

Wenn die Sohlen verschlissen sind, steht der Gang zum Reifenhändler an. Doch welche Schlappen aufziehen? Der Reifenmarkt ist sehr dynamisch, jährlich entwickeln die Hersteller neue Produkte. Häufig ist es einen Versuch wert, andere als die Seriengummis auszuprobieren.

Folgendes gilt es laut GTÜ Stuttgart (GTÜ = Gesellschaft für technische Überwachung), aus rechtlicher Sicht zu beachten: Bei neueren Maschinen zuerst das Zulassungsdokument - so heißt der Fahrzeugschein seit Oktober 2005 - anschauen. Im Idealfall sind lediglich die Reifengrößen inklusive Geschwindigkeits- und Tragfähigkeitsindex sowie die Bauart - radial oder diagonal - vorgeschrieben. Die Zahlen/Buchstaben-Kombinationen in den Feldern 15.1 und 15.2 beinhaltet sämtliche Informationen darüber. Beispiel: 120/70 ZR 17 M/C (58W).

Wenn in den Papieren unter Ziffer 22 keine Einschränkung steht, kann der Pilot die Reifen frei wählen. Erfreulicherweise gehen immer mehr Fahrzeughersteller dazu über, Maschinen nicht an bestimmte Reifen zu binden. Manchmal steht unter besagter Ziffer ein Eintrag wie: "Reifenfabrikatsbindung gem. Betriebserlaubnis beachten". In diesem Fall schreibt der Fahrzeughersteller bestimmte Reifen vor. Welche das sind, findet der Halter am besten über den Fahrzeughersteller heraus.

In manchen Zulassungsdokumenten sind unter Ziffer 22 Typenbezeichnungen aufgelistet; dann ist das Motorrad lediglich mit diesen gelisteten Reifen für den Straßenverkehr zugelassen. Ausnahme: Es existiert eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, umgangssprachlich auch Freigabe genannt. Fahrzeug- und Reifenhersteller sowie in deren Auftrag arbeitende technische Dienste (TÜV, Dekra) stellen diese Bescheinigungen aus und bieten sie meist übers Internet zum Herunterladen an. Einfach dort checken, ob der Lieblingsreifen fürs eigene Bike dabei ist. Für Reifen oder Reifengrößen, die nicht in den Papieren stehen, muss der Fahrer Freigaben mitführen. Das gilt natürlich auch für Motorräder, die vor 2005 homologiert wurden.
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Fireblade-ABS: Das fiel auf

Das ABS der Blade ist auch auf der Rennstrecke für die meisten Nichtprofis eine Hilfe. Die Gewissheit über unblockierbare Räder hält den Kopf frei, und die Bremspunkte wandern sukzessive nach hinten. Speziell unter widrigen Verhältnissen wie Nässe, verschmutzte Piste oder Mischbedingungen erhöht der Blockierverhinderer die Sicherheit.

Auch bei idealen Bedingungen erleichtert das System das Ankern am Limit. Lediglich bei Rundenzeiten jenseits von Gut und Böse überraschten mitunter die Regelintervalle. Möglicherweise erkennt das System beim harten Verzögern über leichte Unebenheiten, kleine Kanten, Wellen oder Vertiefungen minimale Abweichungen der Raddrehzahl und löst nach dem Motto "Safety first" den Bremsdruck, obwohl die Räder noch nicht blockieren.

Häufigkeit und Intensität dieser Regelintervalle können von Strecke zu Strecke variieren. Tritt das Phänomen auf, sollte der Pilot voll auf der Bremse bleiben und versuchen, die ursprünglich geplante Linie beizubehalten. In den meisten Fällen baut das ABS den Bremsdruck rechtzeitig wieder auf. Bis in mittlere Schräglagen kann der Fahrer den Hebel voll gezogen halten, ein Abflug droht bei großen Schräglagen, wenn selbst extrem kurzes Blockieren das Bike aus der Bahn werfen kann.

Hohe Weihen erhält das ABS von IDM-Superbiker Arne Tode: Bei Regenrennen möchte er das System einsetzen. Beim Reifentest kamen Gummis mit unterschiedlichem Abrollumfang zum Einsatz. Die Befürchtung, die Wirkung des ABS könne sich dadurch verschlechtern, bestätigte sich nicht. Beim Hinterrad unterscheiden sich die Umfänge teils deutlich, beim Vorderrad fallen die Differenzen (Serie: 186 mm) nur minimal aus. Beim Bremsen verlagert sich das Gewicht fast vollständig auf die Front des Motorrads, und die Tester konnten keine nennenswerten Unterschiede feststellen.

Tipp: Egal, mit welchen Reifen, hinten sollten Blade-Treiber generell nicht mitbremsen. Die Honda verzögert automatisch das Hinterrad, wenn der Pilot den vorderen Hebel zieht. Zusätzliches Ankern mit der Fußbremse bringt nur unnötige Unruhe in die Fuhre. Während des Tests ließ sich das Vorderrad bei heißer Bremsanlage nur recht schwer drehen. Offenbar lagen die Beläge zu stark an den Scheiben an. Honda empfiehlt, die Bremskolben öfters zu reinigen und mit Spezialfett zu schmieren, damit sie in den Gummiführungen leichter laufen.

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