Verschleißfahrt und -ergebnisse Gummiabrieb

Für viele Motorradbesitzer ist die Lebensdauer der Reifen ein entscheidendes Kaufargument, nicht zuletzt für Fernreisende, die mehrere tausend Kilometer ohne lästigen (und teuren) Reifenwechsel unterwegs sein möchten. Wobei das Kriterium Verschleiß grundsätzlich bei allen Reifengattungen (Cross-, Enduro-, Roller-, Touren- und sogar bei Sportreifen) eine ganz wichtige Rolle spielt.

MOTORRAD ermittelt darum mit einem immensen Aufwand bei einem der beiden großen Reifentests pro Jahr zusätzlich zu den Trocken- und Nassfahreigenschaften den Verschleiß der Kandidaten, diesmal bei den Reifen für die Reise-Enduros. Sieben Tester fuhren Mitte April im Konvoi mit sieben unterschiedlich bereiften, ansonsten jedoch identischen BMW R 1200 GS Adventure in einer Woche 4300 Kilometer. Die Strecke führte von Stuttgart durch die Schweiz nach Italien. Zwei Tagen auf Sizilien folgten drei Tage Kurvenwetzen in der Toskana, bevor sich der Tross erneut durch die Schweiz schlängelte und schließlich wieder in der Redaktionstiefgarage verschwand. Die Anteile an Autobahn und Landstraße dürften in etwa denen eines durchschnittlichen Reise-Enduristen entsprechen, der sich mit seiner GS, Varadero oder V-Strom auf Urlaubsreise begibt. Rund 40 Prozent des MOTORRAD-Verschleißtests fanden auf Autobahnen statt, etwa 60 Prozent führten über Landstraßen.

Damit sich mögliche Unterschiede aufgrund des Fahrergewichts oder der Fahrweise über die Gesamtdistanz ausgleichen, wechselten die Tester alle 50 Kilometer die Motorräder, behielten ihre Position innerhalb der Gruppe jedoch bei. Wenigstens einmal am Tag überprüfte das Team die Profiltiefen der sieben Paarungen. Die Ergebnisse finden sich in der unten stehenden Tabelle sowie dem dazugehörigen Diagramm.

Maximal 100 Punkte können im Kriterium Verschleiß erreicht werden. 30 davon entfallen auf das Vorderrad, 70 auf das Hinterrad, das im allgemeinen wesentlich früher die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter erreicht und somit Auslöser für die Anschaffung eines neuen Reifensatzes ist. Theoretisch überstünden viele Vorderreifen zwar locker zwei hintere Pneus, doch MOTORRAD empfiehlt, Reifen immer im Satz zu tauschen, da sich das Fahrverhalten über die Lebensdauer teilweise doch deutlich ändert. Was nutzt schließlich ein neuer Hinterreifen mit besten Trocken- und Nassfahreigenschaften, wenn das schon etwas abgefahrene vordere Gegenstück nicht mit ihm harmoniert. hek

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel