Achtung Höhenkoller (Archivversion)

Bereits in den Alpen lässt sich beobachten, dass vor allem ältere, mit Vergaser ausgerüstete Motorräder an Leistung und Drehwilligkeit verlieren. Je höher die Straße oder Piste in die Berge führt, desto stärker nimmt die Luftdichte ab, der Luftdruck fällt, und der Sauerstoffanteil in der Atmosphäre sinkt. Damit müssen Mensch und Maschine klarkommen. Das Problem beim Motor: Er kann überfetten. Reisende mit Vergaser-Motorrädern gelangen immer noch relativ problemlos über Pässe, die selbst gute 4000 Meter hoch sind. Solange das Bike trotz eklatanten Leistungsverlusts seiner Transportaufgabe noch halbwegs nachkommt und man nicht schieben muss, wird kaum einer die Düsennadeln im Vergaser umhängen, um eine Überfettung zu vermeiden. Einige Globetrotter berichten von Pässen um 5000 Meter, die ihre Vergaser-Maschine noch gemeistert habe. Aktuellere Einspritzmotoren stecken auch Höhen von weit über 5000 Metern weg. Die Einspritzanlage ist so programmiert, dass sie über ihren Luftdruck-Sensor den drohenden Höhenkoller »erkennt«. Bei mangelndem Sauerstoff und abnehmendem Luftdruck reduziert sie die Benzinmenge, um ein optimales Benzin-Luft-Gemisch aufrechtzuerhalten. Verständlich, dass dann irgendwann die Leistung abnimmt. Bevor eine Einspritzmaschine jedoch endgültig abstirbt, dürfte der Sauerstoffmangel dem Fahrer die größeren Probleme bereiten.

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