Albanien (Archivversion) INFOS

Obwohl Albanien quasi mitten in Europa liegt, gilt es touristisch gesehen als weißer Fleck. Reisende müssen mit einigen Unbequemlichkeiten rechnen – entdecken dafür allerdings ein faszinierendes Land.

D Anreise
Wer auf dem Landweg nach Albanien fahren möchte, sollte ab Süddeutschland mindestens drei Tage einkalkulieren. Die landschaft-
lich schönste Variante führt über Österreich ins kroatische Rijeka und dann auf der Adria-
Küstenstraße bis Podgorica in Montenegro. Teile der Strecke lassen sich auch per Fähre bewältigen. Eine Alternative dazu ist die
Fährverbindung von Triest in Norditalien nach Durrës in Albanien. Die Überfahrt dauert
24 Stunden. Kosten pro Person und Motorrad in der einfachsten Kabinenkategorie
(hin und zurück): ab zirka 300 Euro.
Infos unter www.agemar.it.
D DOKUMENTe
Deutsche benötigen zur Einreise einen
gültigen Reisepass sowie eine grüne
Versicherungskarte. Es wird eine Ein- und
Ausreisegebühr von jeweils zehn Euro
erhoben, bei der Ausreise fällt zudem
eine Art Aufenthaltsgebühr von einem
Euro pro im Land verbrachten Tag an.
D REISEZEIT
Die beste Reisezeit sind die Monate Mai
und Juni sowie der September. In den Sommermonaten Juli und August kann es sehr heiß werden. Zudem ist der gesamte Küstenbereich ziemlich überlaufen: Albanien ist
das Haupturlaubsland für die Einwohner des benachbarten Kosovo.
D strecke
Bis auf wenige Ausnahmen wie die Nord-
Südachse über Tirana oder die Strecke von
Shkodër in den Kosovo muss mit sehr schlechten Straßenverhältnissen gerechnet werden. Asphalt ist häufig nur ansatzweise vorhanden, und tiefe Schlaglöcher sind die Regel. Im
Hinterland gibt es oft Pisten, die im trockenen Zustand zwar ganz passabel sind. Nach län-
geren Niederschlägen können einzelne Wegabschnitte aber für Tage unpassierbar sein.
Ganz ohne Offroad-Erfahrung sollte man nicht nach Albanien fahren.
D MOTORRÄDER
Möglichst leichte und robuste Enduros sind
für einen Trip durch Albanien die beste Wahl, grobstollige Reifen ein Muss. Ebenso gehört eine Werkzeug-Grundausstattung an Bord. Eine Tankstelle findet sich in jedem größeren Ort, eine Reichweite von etwa 200 Kilometern ist jedoch sinnvoll. Es empfiehlt sich ein zusätzlicher Benzinfilter.
D SICHERHEIT
Der Ruf des bettelarmen und lange Zeit völlig isolierten Albaniens ist nicht der beste. Die Sicherheitslage hat sich in den letzten beiden Jahren jedoch etwas entspannt. Man begegnet Fremden gegenüber grundsätzlich mit großer Gastfreundschaft. Trotzdem sollte man besonders im Norden einige Regeln beachten.
So ist Streit beispielsweise unbedingt zu vermeiden! Stolz und Ehre sind besonders für
die Menschen auf dem Land äußerst wichtig. Diesbezügliche Auseinandersetzungen werden leider oft mit Waffen ausgetragen.
Die albanische Sprache ist äußerst kompliziert, und ein kleiner Sprachführer (»Kauderwelsch Band 6« aus dem Verlag Reise Know-how; www.reisebuch.de) kann sich als überaus
hilfreich erweisen. Da sehr viele Albaner als Gastarbeiter in Italien waren, kommt man mit Italienisch recht gut durch. Manchmal wird auch Englisch oder Deutsch gesprochen. Ausführliche und aktuelle Informationen über
das Land bietet das Auswärtige Amt in Berlin unter www.auswaertiges-amt.de.
D UNTERKUNFT
Am sichersten übernachtet man in einem der einfachen Hotels, die in jedem größeren Ort leicht zu finden sind und pro Nacht und Nase ab etwa zwölf Euro kosten. Hohe Ansprüche sollte man allerdings nicht stellen.
Campingplätze gibt es nicht, wildes Zelten ist nicht zu empfehlen.
D LITERATUR
Die Welt ist ein Dorf, und Reiseführer finden sich zuhauf über jedes Land – von wegen!
Bis heute gibt es keinen Reiseführer über Albanien. Immerhin liefert der Verlag Freytag & Berndt für 9,90 Euro eine brauchbare Landkarte im Maßstab von 1:400000.

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