Alpen: Piemont und Hautes-Alpes (Archivversion) INFOS

In vielen Reiseführern scheinen die stillen Täler des
südlichen Piemont ein weißer Fleck. Nur Wanderer,
Mountainbiker und Motorradfahrer steuern gezielt
die kargen Felsen der Cottischen Alpen an.

D Anreise
Am schnellsten via Gotthard oder Brenner den Alpenhauptkamm überqueren und in Italien per A 4 nach Turin. Dort entweder gleich nach Südwesten ins Gebirge klettern oder die Stadt umfahren und auf A 6 und
SS 20 bis Cuneo.
D reisezeit
Die komplette Route ist nur von Mitte
Juni bis Ende September sicher befahrbar, da mit Colle dell’Agnello und Route de la
Bonette die höchsten Pässe des gesamten Alpenraums einbezogen sind. Wer sich
auf die italienische Seite und die Täler im Piemont konzentriert, kann je nach Schneeverhältnissen bereits ab Mai und bis in
den Oktober unterwegs sein.
D Unterkunft
und Gastronomie
Jenseits der Ski-Zentren Susa, Isola und Sestriere bemüht man sich im Piemont
primär um sanften Tourismus und wandernde Gäste. So finden sich entlang der Strecke stets pausenfreundliche Refugios oder Bars sowie Albergos mit Posto Tappa (einfache Wandererunterkunft) für die Nacht. Beispielsweise im oberen Mairatal in Elva,
Acceglio und Prazzo sowie an den Auffahrten zu den Pässen. Im Einklang mit der rucksackorientierten Minimalausstattung gefielen uns diese einfachen Unterkünfte gut. Da viele Quartiere nur über wenige Zimmer oder Betten verfügen, geben wir keinen speziellen Tipp, sondern verweisen auf die Adressen in den empfohlenen Wanderführern. Camping – in Italien durch Wohnwagen-Pferchplätze meist abtörnend – ist im oberen Mairatal passabel möglich.
D Die Strecke
Ohne eine extrem detailfreudige
1:200000er-Karte ist die unten rot eingezeichnete Route kaum zu entdecken. Dafür aber unschlagbar in Sachen hochalpinem Fahrspaß und Naturerlebnis. Obwohl durchgehend asphaltiert (nur für die Tricker
wurden ein paar Schotterpassagen eingebaut) sind Pässe wie der Colle di Sampeyre und die tolle Verbindung von Demonte über Marmora ins Mairatal nur fadendünn verzeichnet. Tatsächlich sind diese Straßen gerade mal autobreit, doch zum Teil ganz neu asphaltiert und für Motorradfahrer hochgenial. Vorsichtige Fahrweise ist auf diesen oft völlig ungesicherten Strecken freilich oberstes Gebot. Am Col de la Bonette stellt die kurze Piste Richtung St. Etienne nur eine
Alternative zur geteerten D 64 dar. Mehr zum Thema Enduro auf Seite 102 und 105.
D Literatur
Die Südwestecke des Piemont bleibt in der gängigen Reiseliteratur unerwähnt. Interessante Hintergrundinformationen sowie Tipps zu Quartieren in den kleinen Dörfern bieten aber zwei Wanderführer: von Werner Bätzing »Grande Traversata Delle Alpe (GTA) Teil II«, Naturpunktverlag, 22,50 Euro, sowie (etwas eingeschränkt und nur für das Valle Maira) von Ursula Bauer und Jürg Frischknecht »Antipasti und alte Wege«, Rotpunktverlag, 22 Euro. Gute Motorradtipps gibt Markus Golletz in »Motorradrouten in Norditalien«, Bruckmann, 17,90 Euro. Top-Karten liefern Mairs und Kümmerly & Frey mit den 1:200000er-Blättern »Piemont, Aostatal«. Bei beiden fehlt der französische Routenteil mehr (K &F) oder weniger (Mairs). Dort kann aber notfalls per Übersichtskarte
(oder Michelinblatt 528) navigiert werden.

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