Alpen-Spezial: Von Slowenien bis in die französischen Seealpen (Archivversion)

Wie kam der Fisch aufs Matterhorn? Wenn
man heute auf 2000, 3000 Meter Höhe mitten
in den Alpen versteinerte Meerestiere findet, mutet das doch etwas seltsam an. Obgleich kein Mysterium dahinter steckt, sondern die lange Entstehungsgeschichte der Alpen.
Hier die Kurzform: Vor etwa 200 Millionen
Jahren schwappte zwischen Eurasien und
Afrika ein riesiges Meer – die Tethys, oft auch Ur-Mittelmeer genannt. Am Grund dieses Meeres lagerten sich über Millionen Jahre hinweg Korallen, Fische, Muscheln sowie Materialien, die durch Flüsse herangetragen wurden, ab. Verfestigung und zunehmender Druck ließen
die Ablagerungen zu Sand-, Mergel- und Kalkgestein gedeihen. Teils türmten sich diese
Sedimentgestein-Schichten unter der Wasseroberfläche Tausende Meter hoch auf.
Als Auslöser für den großen Knall werden Strömungsprozesse im Erdmantel verantwortlich gemacht, die der afrikanischen Platte vor zirka 100 Millionen Jahren den Impuls gaben, Kurs auf die eurasische Platte zu nehmen.
Konsequenz dieser gen Norden gerichteten Kontinentalbewegung waren riesige Überschie-
bungen und Auffaltungen der horizontal abgelagerten Schichten am Meeresboden, die nun fast vertikal standen. Die Schwachstellen der Erdkruste waren gebrochen, die europäische Platte geradezu unter der afrikanischen abgetaucht.
Ein Gebirge beginnt zu entstehen – geformt durch Druck, Faltung und das Aufsteigen von Magma. Bereits während dieses Prozesses greifen Wind, Wasser, Hitze und Frost loses Material an, es erodiert und lagert sich um das Gebirge herum ab.
Zum Hochgebirge stiegen die Alpen vor rund
30 Millionen Jahren auf. Ein Vorgang, der sich bis heute mit einer Geschwindigkeit von einem Millimeter pro Jahr fortsetzt. Hebung und Senkung der Erdkruste sind fortlaufende Prozesse, die auf Magma-Bewegungen im Erdinneren
zurückgeführt werden und in deren Folge
Kontinente ständig driften.
Den letzten großen Schliff erhielten die Alpen durch mehrere Eiszeiten. Gletscher und mäch-
tige Schmelzwasserströme transportierten Geröll und Gestein an jene Stellen, die uns heute selbstverständlich erscheinen. Dabei ist die jüngste Eiszeit gerade mal 18000 Jahre her. Erdgeschichtlich sind die Alpen ein sehr junges und zudem aktives Gebirge, da sich Afrika nach wie vor auf Kollisionskurs mit Europa befindet.

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