Als Anfänger durch Afrika? (Archivversion)

Susi Boxberg ist sicherlich ein Einzelfall. Obwohl – mit entsprechender Vorbereitung und einer gehörigen Portion Optimismus und Leidensfähigkeit ist nichts unmöglich. Egal, auf welchem Kontinent man unterwegs ist.

ALLGEMEINESAm Anfang steht der Wunsch nach einem Ausstieg auf Zeit. Endlich einmal ein paar Monate reisen, einen Traum verwirklichen. Doch bei vielen bleibt es beim Wunsch – es fehlt oft das letzte bisschen Mut, tatsächlich loszufahren, den Alltag, die Wohnung, Job, Freunde und Familie zurückzulassen. Zugegeben kein leichter Schritt. Wer sich tatsächlich auf den Weg macht, wird entweder süchtig nach dieser Form des Reisens – oder lässt danach die Finger davon. Denn gegen die Hürden, die unterwegs überwunden werden müssen, erscheint der Büroalltag wie Strandurlaub: Kälte, Hitze, Dreck, Lärm, Bürokratie, Krankheit oder Kriminalität können einem die Reiselust schon nehmen. Doch die meisten Langzeittraveller werden trotzdem zu Wiederholungstätern – und viele Chefs spielen heutzutage mit, wenn jemand den Wunsch nach ein paar Monaten unbezahlten Urlaubs äußert. VORBEREITUNGAusmaß und Aufwand der Vorbereitung einer längeren Fernreise hängen klar vom Reiseziel ab. Der amerikanische Doppelkontinent oder Australien lassen sich ohne große bürokratische Hürden bereisen, da beispielsweise keine Visumspflicht besteht. Selbst mittel- und südamerikanische Grenzen sind nahezu völlig problemos zu passieren. Anders sieht die Sache in Afrika, Zentralasien oder Russland aus. Wer dorthin unterwegs ist, muss sich lange vor der Reise genau mit Visumspflicht, Carnet-Bestimmungen und den Behörden vor Ort herumplagen. Die nötigen Infos finden sich in guten Reiseführern wie Reise Know-How, Stefan Loose oder Lonley Planet. Natürlich wird jeder vor der Reise die Route festlegen und einen Zeitplan aufstellen. Tatsächlich ist eine mehrmonatige Fernreise nur sehr schwer zu planen – oftmals sind schon nach wenigen Wochen alle Pläne Makulatur: Unwetter, geschlossene Grenzen, plötzlich unpassierbare Strecken oder spontane Richtungswechsel muss jeder einkalkulieren. Spätestens nach zwei, drei Monaten lernt man schließlich, sich treiben zu lassen und genau darin den besonderen Reiz eines solchen Unternehmens zu entdecken. FINANZENEine mehrmonatige Fernreise kostet tatsächlich weniger, als man glaubt. Die jeweiligen Reisekosten hängen dabei allerdings vom Reiseland und den persönlichen Ansprüchen ab: Wer häufig zeltet und teure Hotels meidet, kommt mit einem weitaus geringeren Budget aus als diejenigen, die auch in Afrika oder Südamerika auf Luxus nicht verzichten wollen. Die meisten Motorrad-Globetrotter rechnen mit 600 bis 1000 Euro reinen Reisekosten pro Monat. Dieser Betrag beinhaltet nicht die Kosten für Vorbereitung (Visa, Impfungen), Ausrüstung und Anreise (Flug und Motoradtransfer). Die laufenden Kosten daheim gilt es währenddessen zu minimieren. Also: Wohnung untervermieten, weitere Fahrzeuge abmelden, nicht benötigte Versicherungen ruhen lassen. DAS MOTORRADIm Prinzip funktioniert jede Enduro. Und: je leichter und einfacher zu warten, desto besser. Während einem eine BMW R 1150 GS relativ sorgenfrei durch Südamerika tragen kann, sollte man sich für afrikanische Wüstenpisten lieber nach einem deutlich leichteren Fahrzeug umsehen. Nach Lust und Laune (und Geldbeutel) kann man sich sein Fahrzeug natürlich zu einem Hightech-Reisedampfer hochrüsten, keine Frage. In den meisten Fällen reichen aber tatsächlich Stollenreifen, Aluboxen und ein Ersatzkanister, um problemlos jeden Weg und Pfad zu bewältigen. INFOS UND LITERATURWer mehr über die Afrika-Reise von Susi und Achim erfahren will, sollte sich unbedingt deren toll gemachte Internetseite anschauen: www.zweizeit.de.vu. Besonders »Anfänger« finden hier viele praktische Tipps in Sachen Vorbereitung und Durchführung. Das gilt auch für das Buch von Klaus Demel, der nach einer Weltreise seine Erfahrungen in »Einfach losfahren!?« aufgeschrieben hat. Für 12,80 Euro zu bestellen unter: www.einfach-losfahren.de«. Ein toller Ratgeber ist das »Selbstreisehandbuch – Band 1: Reisevorbereitung« von der Deutschen Zentrale für Globetrotter für 15 Euro (ISBN 3-89859-500-5).

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