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Die Yamaha ist die elegantere, aber auch die sensiblere Reisegefährtin von beiden. Während die bullige Kawa alle Unbilden ungerührt wegsteckt, plagen die Fazer mitunter diverse Unpässlichkeiten. Sie entstand 2001 aus einer Kreuzung des Supersportlers R1 mit dem Mittelklasse-Star Fazer 600. Die R1 lieferte
die technische Hardware, die kleine Fazer das Allround-Konzept samt konventionellem Doppelschleifen-Rahmenlayout anstelle der Deltabox. Eine gute Idee, doch mit ein paar Schwächen im Detail, die sich auch unterwegs bemerkbar machen. So ist die Sitzposition deutlich höher und vom Lenker entkoppelter als auf der Kawasaki, der Kontakt
zu Motorrad und Straße nicht ganz so einfach herzustellen. Zusätzlich löst der hohe Schwerpunkt beim Rangieren mit voller Zuladung mitunter Nervenkitzel aus. Gepäck verdaut die Yamaha trotz sehr durchdachter Befestigungsmöglichkeiten ohnehin nicht so widerspruchslos wie die Grüne und zeigt unter Last ein indifferentes und schwammiges Fahrverhalten. Bis auf die schlechte Zugänglichkeit aller Fahrwerkseinstellschrauben ist’s das aber auch schon an Kritik. In Sachen Motor und Bremsen überzeugt die Fazer mit ihren ausgezeichneten R1-Genen. Was beide Reihenvierer liefern, ist vom Feinsten und mit der harmonisch-kraftvollen Leistungsentfaltung auf Tour nahezu ohne Nebenwirkungen zu
genießen. Der Yamaha-Antrieb nervt zuweilen
jedoch mit Vibrationen in Lenker und Rasten. Der Verbrauch ist mit rund sechs Litern gleich, die Reichweite dank des 21-Liter-Tanks noch höher (fast 400 Kilometer). Es gibt ebenfalls eine Tankuhr und sogar einen Hauptständer! Das größte Plus aber fährt die Fazer auf der Autobahn ein – dank Halbverkleidung sind bequeme Dauertempi über 180 km/h möglich.

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