(Archivversion) Transportfahrzeuge

Wer regelmäßig sein Motorrad zur Cross- oder Rennstrecke kutschiert, fährt mit
einem einfachen Kastenwagen zweifellos am besten. Dank des von der Fahrerkabine abgetrennten Laderaums wird der Chauffeur von den auf Dauer gesundheitsschädlichen Benzindämpfen verschont. Außerdem lässt sich der unverkleidete Laderaum leicht reinigen und nach individuellen
Vorstellungen mit zusätzlichen Zurrösen oder Werkstatteinrichtungen ausstatten. Ein weiterer Vorteil dieser Kastenwagen sind die günstigeren Steuertarife (»Lkw-Steuer«) sowie die deutlich niedrigeren Preise im Vergleich zu den Zivilversionen mit Teppichauskleidung und zusätzlichen Sitzbänken. Darüber hinaus sind im Vergleich zu den Pkw beim Kauf eines Kastenwagens deutlich höhere Preisnachlässe bis über 25 Prozent möglich.
Die meisten Motorradfahrer müssen bei der Auswahl ihres vierrädrigen Fahrzeugs jedoch Kompromisse eingehen. Was zählt, ist in erster Linie der Transport von Familie, Einkauf und Urlaubsgepäck. Dank des Booms bei den Vans gibt es mittlerweile jedoch viele Fahrzeuge, die sowohl den Ansprüchen des Familienalltags gerecht werden, als auch die sporadische Mitnahme des Bikes erlauben.
Theoretisch jedenfalls. In der Praxis
erweist sich der Motorradtransport jedoch oftmals als schwieriges oder gar unmögliches Unterfangen, obwohl die Prospektdaten ausreichenden Laderaum versprechen. Zusammen mit dem Fernseh-Team von n-tv Motor verglich MOTORRAD beispielhaft fünf Modelle in puncto Motor-
radtransport-Tauglichkeit. Neben einem
Citroën Jumpy Kombi mit sieben Sitzen (ab 22098 Euro) standen ein Mercedes Vaneo 1.9 Trend (ab 22063 Euro), der Mercedes Viano 220 CDI Trend in der langen Ausführung (ab 29550 Euro), ein VW Multivan Trendline 2.5 TDI (ab 39292 Euro) sowie ein Pick-up der Mazda-B-Serie mit Langkabine (ab 22950 Euro) zur Auswahl.
Letzterer bot zwar genügend Verzurrmöglichkeiten, eignet sich aber wegen der enorm hoch angebrachten, recht kurzen Ladefläche nur für leichtgewichtige Crosser, die sich problemlos diagonal verzurren lassen (2). Ebenfalls problemlos fand
der Suzuki-Crosser im kompakten Vaneo Platz, nachdem die Gabel mit Gurten in
die Federung gezogen wurde (4). Wesentlich mühevoller gestaltete sich hingegen der Transport im Citroën Jumpy, der mangels Zurrösen sowie der fehlenden linken Schiebetür akrobatische Verrenkungen beim Verzurren erforderte (3). Als wahre Lademeister erwiesen sich demgegenüber der VW T 5 Multivan und der Mercedes Viano, in denen sich selbst lange Chopper ohne Schwierigkeiten sicher verstauen lassen (1).
Wenn ein Van ab und an zum Motorradtransport gebraucht wird, sollte man also lieber eine Nummer größer wählen und darauf achten, dass dieser mindestens über vier stabile Zurrösen vorn und hinten verfügt (6), sich die hinteren Sitze rasch ausbauen lassen und beidseitig Schiebetüren vorhanden sind (7).

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