Auschwitz-Birkenau (Archivversion) Auschwitz-Birkenau

Den Namen Auschwitz wird man auf keiner Karte mehr finden. Die zwischen Kattowitz und Krakau gelegene Kleinstadt hat nach Ende des Zweiten Weltkrieges wieder ihren ursprünglichen Namen angenommen: O´swiecim. Für alle Zeiten wird Auschwitz jedoch als Symbol und Synonym für jegliches nur erdenkliche Grauen stehen. Im größten Konzentrationslager des Holocaust fielen etwa zwei Millionen Menschen dem nationalsozialistischen Wahn zum Opfer. Juden, Polen, Roma und Sinti, russische Kriegsgefangene.
Die Anlage wurde 1940 auf Initiative der IG-Farben errichtet, die hier über Produktionsstätten verfügte und eine große Zahl an Arbeitskräften benötigte – die das Lager liefern sollte. Wer nicht arbeiten konnte, wurde in einem
der »Duschräume« mit Giftgas getötet, unzählige bereits gleich nach der
Ankunft im Stammlager Auschwitz, im benachbarten Lager Birkenau
(Auschwitz II) oder im Arbeitslager Buna-Monowitz (Auschwitz III). Andere starben an den unmenschlichen Lagerzuständen, an Entkräftung, Hunger, Kälte, Krankheit, Folter, Selbstmord. Die Leichen wurden in Krematorien
verbrannt. Zeitzeugen berichten von einem süßlichen Geruch, der stets über der Stadt lag. Die IG-Farben verdiente sogar an der industriellen Weiterverwendung der sterblichen Überreste: Aus Haaren wurden zum Beispiel Decken gefertigt. Das Unternehmen war ebenso am Vertrieb des Todesgases Zyklon B beteiligt. Ungeachtet dessen wurden die Firmenbosse bei den Nürnberger Prozessen nur zu kurzen Haftstrafen verurteilt. Die Manager kehrten rasch an die Spitze von Unternehmen wie Bayer, BASF und Hoechst zurück. Obwohl viele Bereiche des Lagers kurz vor dem Rückzug von den Deutschen zerstört wurden, reicht das, was heute noch erhalten ist, aus,
um sich ein Bild von dem praktizierten Völkermord zu machen. Man schätzt,
das insgesamt 4,5 Millionen polnische Juden in Konzentrationslagern
ermordet wurden.
Staatliches Museum Auschwitz. Infos: www.auschwitz.org.pl 

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