Bodensee (Archivversion)

Schon seit Jahrzehnten erfreut sich der Bodensee massenhaften Dauerbesuchs. Da wird’s schon mal eng, in den Promenaden-Cafés. Doch das Hinterland bietet reichlich Fluchtwege in beschauliche Hügellandschaften.

AnreiseZwangsläufig werden sich die meisten deutschen Motorradfahrer dem Bodensee von Norden nähern. Weniger Zwänge bestehen hinsichtlich der genauen Route, denn sowohl der schwäbische Linzgau als auch das westliche Allgäu dürfen als exzellente Motorrad-Reviere gelten. Obendrein zieht sich ab Höhe Ravensburg parallel zum See eine ganze Kette von Sehenswürdigkeiten. Schloß Heiligenberg, das Kloster Salem und die Ravensburger Altstadt sind nur drei davon. Wer es unbedingt schneller braucht, reist über die A 81 nach Singen oder die A 96 Richtung Bregenz.ÜbernachtenMüßig, bestimmte Empfehlungen auszusprechen: Rund um den See wimmelt es von Hotels und Pensionen in allen Preisklassen. Allerdings empfiehlt sich, während der Hochsaison und an langen Wochenenden vorher zu reservieren. Adressen vermitteln die unten genannten Tourismus-Verbände. Weniger üppig ist der See mit Camping-Plätzen ausgestattet. Und vor allem: Viele sind mit Dauercampern schon fast zu 100 Prozent belegt. Auch hier sei also rechtzeitiges Reservieren unbedingt empfohlen.LiteraturAusgesprochen praktisch, anregend geschrieben und obendrein Tankrucksack-tauglich ist der Reise-Taschenführer »Bodensee« aus dem DuMont Buchverlag, Preis 19,80 Mark.Als Karte vor Ort empfiehlt sich die Rad- und Wanderkarte »Bodensee« aus dem RV Verlag ffür 9,80 Mark, deren Maßstab 1 : 75000 garantiert keine noch so kleine Straße ausläßt.InformationenDer ganzen Region verpflichtet fühlt sich der Internationale Bodensee-Verkehrsverein, Schützenstraße 8, 78462 Konstanz, Telefon 07531/90940, Fax 9094944. Dort sind auch die Adressen der in jeder größeren Bodensee-Gemeinde tätigen lokalen Tourismus-Organisationen zu erfahren.SehenswertDie Auswahl kann immer nur subjektiv sein, denn vom Vogelliebhaber bis zum Hobbysegler kann am See jeder seiner Passion frönen. Kulturbürger werden Konstanz, Meersburg und Stein am Rhein zum absoluten Muß erklären. In Hemmenhofen steht das Otto-Dix-Haus, in dem der berühmte Maler von 1936 bis 1969 lebte. In Gaienhofen fand Hermann Hesse sein Domizil. Und die Insel Mainau? Ein Traum für Blumenfreunde, alle anderen dürfte sie ob des Andrangs eher nerven.Der Extra-TipIm ständigen Angesicht der Alpen immmer nur über die munter dahinkurvenden Straßen rund um den See zu fahren mag dem einen oder anderen auf Dauer nicht reichen. Aber bis zum Timmelsjoch ist es mal gerade ein Tagesausflug: Anfahrt ab Bregenz über die schon ziemlich vielversprechende 200 mit Hochtannberg- und Flexenpaß. Dann wenige Dutzend langweilige Kilometer bis Oetz, und schon geht’s ab in die Hochalpen. Wer mag, kann noch die sehr empfehlenswerte, aber mautpflichtige Silvretta-Hochalpenstraße einbauen. Sowohl bei der Silvretta als auch beim Timmelsjoch gilt aber, daß sie im Frühjahr und gelegentlich schon ab September wieder wegen Schnee gesperrt sein können.

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