Das Drama der Silberminen (Archivversion)

Spaniens Aufstieg zur Weltmacht während der Kolonialzeit war nur möglich durch die brutale Ausbeutung Südamerikas. Millionen von Indios haben dafür in den Silberminen von Potosi ihr Leben gelassen. Unter unmenschlichen Bedingungen wurden sie gezwungen, das Edelmetall aus dem Cerro Rico zu holen, der direkt neben Potosi aufragt. Auch heute noch arbeiten Menschen im Inneren des Bergs, allerdings freiwillig. Der wirtschaftliche Vormarsch in China hat die Rohstoffpreise in den letzten Jahren sprunghaft ansteigen lassen, die Förderleistung in den Minen wurde drastisch erhöht. Gegenwärtig schuften in den Stollen über 15000 Mineros, deren durchschnittliche Lebenserwartung bei 40 Jahren liegt. Auf der Suche nach neuen Silberadern kriechen die Männer unter Lebensgefahr durch stickige Stollen. Permanent sind sie hochgifti-gen Quecksilberdämpfen ausgesetzt, die Einsturzgefahr und das Gasexplosionsrisiko der kaum gesicherten Gruben ist extrem. Nur die Hoffnung auf höhere Löhne und die betäubende Wirkung der permanent gekauten Kocablätter lassen die Minenarbeiter solche unvorstellbar harten Arbeitsbedingungen ertragen. Mittlerweile ist der Cero Rico (reicher Berg) durchlöchert wie ein Schweizer Käse.

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