Deutschland: Niederbayern (Archivversion)

Wieso bollert die Easy Rider-Gedächtnistour ausgerechnet durch Niederbayern? Weil auf den Mardi gras, den Fasching, garantiert der Aschermittwoch folgt. Und für den ist diese Region berühmt.

Jagdszenen aus Niederbayern – an dem sprichwörtlich gewordenen Titel des Buchs von Martin Sperr hat die Gegend bis heute zu leiden. Als Musterbeispiel übelster, rückständiger Provinz. Und dann diese Aschermittwochsrituale. Mit all den besoffenen Dumpfbacken, die in Vilshofen und Passau ihren Polit-Führern zugrölen. Doch Vorsicht: Niederbayern ist überall. In Dithmarschen wie in Meckpomm. Und Niederbayern ist wie jede Provinz. Verlockend für alle, die ihre Reize zu genießen wissen: sanfte Hügel, pralles Grün, mäandrierende Bächlein, adrette Kirchlein, mal Zwiebel, mal spitz, herausgeputzte Dörfer, verträumte Städtchen und rezent geschwungene Motorradstraßen. Klischee? Klar. Macht aber nichts. Im Gegenteil. Noch’n Plus: Kradler sind überall willkommen. BMW liegt nah. In und um Landshut herum sind sowieso alle bahnsportverrückt. Außerdem bleibt den Kids, die’s am Wochenende ausnahmsweise mal nicht in die Dorfwirtschaft zieht, eh nicht anderes übrig, als Moped zu fahren. So was prägt. Mitunter ein Leben lang. Tipp: Sich einfach nur treiben lassen, prinzipiell den Abzweig nehmen, der gerade anmacht. Es findet sich immer ein Dorf, in dem sich’s einkehren, eine Kuppe, auf der’s sich genüsslich rauchen, ein Gewässer, an dem sich’s stupend philosophieren lässt. Was braucht’s mehr? Nix.

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