Deutschland: Pfalz (Archivversion)

Der Naturpark Pfälzer Wald, das größte zusammenhängende Waldgebiet der deutschen Mittelgebirge, weist eine Fülle von kleinen Motorradsträßchen auf. Wir haben (fast) alle ausprobiert und sie auf der abgebildeten Karte zu einer Wochenendrunde kombiniert.

Reisezeit:Die Pfalz läßt sich grob in zwei Teile gliedern, den waldigen und den weinbergigen. Da letzterer durch die sonnenverwöhnte Rheinebene beeinflußt wird, läßt es sich dort, wo sogar Tabak wächst und im Lenz die Mandelbäume blühen, schon früh im Jahr Motorradfahren. Auf den schattigen Sträßchen des Pfälzer Waldes ist es dagegen selbst im Hochsommer angenehm kühl.Übernachten:Die Pfalz-Tourist-Information bietet einen umfassenden, kostenlosen Beherbergungsführer mit allen Übernachtungsmöglichkeiten, von einfachen Privatzimmer bis zur luxuriösen Suite. Viele Hotels sind im Foto gezeigt, alle Preise genau aufgelistet. So kann sich jeder die Reise nach seinem Budget gestalten.Uns haben folgende Häuser besonders gefallen:Landgasthofes St. Laurentius in Ramberg (Telefon 0 63 45/70 53). Die jungen Besitzer fahren selbst Motorrad und geben ihren Gästen gerne Tourentips für die Umgebung. Restaurant, Weinstube und Café befinden sich im Haus. Ein Doppelzimmer mit Frühstücksbuffet kostet zwischen 106 und120 Mark.In den Weinbergen zwischen Bad Dürkheim und Leistadt liegt das wunderschöne Hotel Annaberg (Telefon 0 63 22/94 00-0, Fax -90). Ein stilvoll restauriertes altes Weingut mit ausgezeichnetem Restaurant. Leider ist es häufig ausgebucht und überdies mit 190 Mark für ein Doppelzimmer recht teuer. Aber eben schön.Betuchten Amerika-Fans, die ihre Harley einmal stilvoll ausführen wollen, sei das MAXX-Hotel in Deidesheim empfohlen (Am Paradiesgarten 1, Telefon 0 63 26/97 00, Fax 97 03 33, DZ um 200 Mark), in dem sich die Gäste ins Amerika der 40er zurückversetzt glauben. Großartiges Ambiente mit Deckenventilatoren und Casablanca-Postern an den Wänden. MAXX gehört der Steigenberger-Gruppe an und verbindet erstklassigen Service mit lockerer Atmosphäre, so daß sich auch lederhosentragende Gäste nicht deplaziert fühlen. Sehenswert:Die im Text beschriebene Burg Berwartstein bei Erlenbach ist auf alle Fälle einen Besuch wert. Der Teufelstisch, ein bizarres Buntsandsteingebilde bei Hinterweidenthal, gilt als Wahrzeichen der Region.Sehr motorradfreundlich ist die beeindruckende Ruine des Klosters Limburg bei Bad Dürkheim. Der Parkplatz liegt direkt vor ihren Toren.Eine Weinprobe in einem der zahlreichen Weingüter darf auf einer Pfalztour nicht fehlen. Besonders schön ist der kleine Ort Forst, wo die Weine angeblich ganz besonders gut schmecken. Reichskanzler Bismarck soll hier mal einen »ungeheuer guten« Schoppen getrunken haben. Daraufhin habe man die Lage »Forster Ungeheuer« genannt.Sicher ist, daß an der Südlichen Weinstraße Deutschlands älteste Reben wachsen. Der mittlerweile zum Naturdenkmal erklärte Weinberg in Rhodt unter Reitburg wurde vor etwa 360 Jahren angelegt. Experten glauben sogar, daß es sich um die ältesten noch tragenden Weinberge der Welt handelt. Der hier gekelterte Gewürztraminer, Lagenname Rosengarten, wird natürlich als besondere Kostbarkeit gehandelt. Bei der Pfalzwerbung (siehe »Informationen«) ist ein Veranstaltungskalendar mit allen Weinfest-Terminen erhältlich. In der Kirche von Otterbach bei Kaiserslautern unterhält der ehemalige Gespannrennfahrer Heinz Luthringshauser ein Motorradmuseum. Leider nur sonntags geöffnet, unter der Woche nach telefonischer Voranmeldung: 06301/2367. Eintritt drei Mark.Literatur:Gut zur Vorbereitung geeignet ist der neuaufgelegte HB Bildatlas »Die Pfalz«, Band 112, für 14,80 Mark. Die beschriebene Tour läßt sich auf den Blättern »15« und »18« der Mairs Generalkarte (1 : 200 000, je 8,80 Mark) nachvollziehen.Informationen:Alle erwähnten Info-Broschüren (Weinfaltblatt, Mini-Veranstaltungsführer und Gastgeberverzeichnis) gibt es bei der Pfalz-Tourist-Information, Postfach 100416, 67404 Neustadt an der Weinstraße, Telefon 0 63 21/39 16-0, Fax -19.Organisierte Touren:Bei Pfalz Bike Travel können die Pfälzer Sträßchen unter einheimischer Führung kennengelernt werden. Dort bietet man ein- bis zweitägige Trips an, die auf Wunsch auch ins Elsaß und die Vogesen ausgedehnt werden können. Infos unter Telefon 0172/62 29 40 7.Zeitaufwand zwei Tage Gefahrene Strecke rund 600 Kilometer

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